Lauwarme Noten: Brauchen wir mehr Verrisse?

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  • Man muss halt seine Rezensenten kennen:

    - wenn KMW eine 7 gibt bedetuet das genaugenommen schlecht! Er vergibt im Schnitt gefühlt eine 8.
    - was mich verwundert ist eher die 5 von Udo Bartsch. Bei ihm ist die 5 schon eher über dem Schnitt.


    Und die Noten für das Spiel finde ich nach einer Partie durchaus korrekt. Der enthaltene Zeitmechanismus ist originell und es passt durchaus gut in die Reihe seiner Vorgänger. Ich selbst zähle mich nicht zur Zielgruppe des Spieles aber es ist dennoch gut gemacht. Bei mir auch eine 7. Kann man spielen es gibt aber durchaus bessere Alternativen.


    Heutige Spiele haben eine durchweg gute Qualität. So richtige Graupen erscheinen kaum noch. Bei Spielbox-Noten muss man immer sehen welcher Rezensent welche Note gibt. Bei mir führt die obige Notenkonstellation eindeutig zu einem "brauche ich nicht im Regal spiele ich aber gerne mal mit" und genau das ist ja auch die Erfahrung nach einer Partie.

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

    ______________________________

    I'm old enough to know what's wise
    and young enough not to choose it

    Einmal editiert, zuletzt von Herbert ()

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  • Warum sollte ein Rezensent (Hobbybereich) viele Stunden Zeit in einen Verriss investieren? Das kann man aus wichtigen Gründen MAL machen. Ansonsten pure Zeitverschwendung. Wer will denn allein schon x mal ein beschissenes Spiel spielen?

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  • Vielleicht gibt es ja auch eine Wertungsinflation? Bei Videospielen sind 80% schon mittlerweile eher das untere Ende für gute Spiele. Errungen im Bereich 70% noch akzeptabel und alles darunter lohnt sich meistens (gibt auch Ausnahmen) gar nicht mehr anzusehen.



    Note 1-4 sehe ich bei der Spielbox und bei BGG als Totalausfall. 5 ist nah dran, kommt auf den Spieler an. Ab 6 kann man es sich ja mal angucken, wenn einen das Thema oder das Gameplay interessiert.

    In der Hinsicht passt die Bewertung ja eigentlich hier.

  • Auf den ersten der beiden Rezensenten gebe ich viel. Ich komme fast immer zu vergleichbaren Urteilen. Beim zweiten ist dagegen überhaupt keine Korrelation vorhanden.

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

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    Einmal editiert, zuletzt von Herbert ()

  • Warum sollte ein Rezensent (Hobbybereich) viele Stunden Zeit in einen Verriss investieren? Das kann man aus wichtigen Gründen MAL machen. Ansonsten pure Zeitverschwendung. Wer will denn allein schon x mal ein beschissenes Spiel spielen?

    Guten Morgen,


    ich erlaube mir, das etwas anders zu sehen:peace: Ein Rezensent möchte andere Personen unterhalten und sie informieren. Eine negativ verfasste Rezension ist meiner Meinung nach genauso wertvoll und schön zu lesen wie eine positive. Die Gretchenfrage lautet: Wie oft spielst du ein Spiel? Wenn ein Spiel dir nicht gefällt und du es als Rezensionsexemplar erhalten hast, ist es einfach deine Pflicht als Rezensent darüber zu schreiben. Zwischen "nicht gefallen" und "Broken" gibt es jedoch einen großen Unterschied. Dennoch, wenn jemand ein Rezensionsexemplar anfordert, muss der Rezensent sich auch die Mühe machen, eine ordentliche Rezension zu schreiben.


    Wer natürlich die Spiele selber kauft und dann bei einem Fehlkauf keine Lust hat, darüber zu schreiben, das ist eine andere Sache. Aber als Rezensent ist es deine Pflicht!


    Vorweihnachtliche Grüße

    Marc

  • Es scheint jedenfalls überall weitgehend der Konsens zu herrschen dass es der schwächste der drei Teile ist. Das reicht mir für eine Entscheidung pro/contra, bin mit den beiden Vorgängern sehr glücklich.


    Es gab schon wesentlich deutlichere Verrisse in der Spielbox, auch jüngst (Beispiel fällt mir gerade nicht ein, müsste ich nachschlagen). Ich erinnere mich da nur an das erste Spieleschmiede-Spiel "Express 01" (von Eggert damals noch?), das kam mit einem Schnitt von gerade mal 4,5 daher. Die Verrisse gibt es also, auch wenn sie natürlich seltener sind (die Spiele sind einfach im Gros besser bzw. zumindest spielbar und somit oft einfach um den Durschnitt herum angesiedelt).


    Mich wundert immer nur die "Bandbreite" von Udo Bartsch. in 95% der Fälle wird eine 5 oder 6 gezückt... da könnte man sich tatsächlich dann überlegen ob das Wertungsspektrum von 10 Stufen überhaupt noch angebracht/notwendig ist, oder ob eine Skala von 1-3 (must have, Durchschnitt, Finger weg) oder 1-5 nicht eigentlich auch ausreichen würde.

    Status 12M12S 2022: 6M13S (Port Royal Big Box, Ruchlos, Welcome to the Moon, Cascadia, Jamaica, Furnace, Brügge, My Gold Mine, DD&D, Arche Nova, Space Dragons, Road Trip: Europa, Top Ten)


    2022: 13 | 2021: 27 | 2020: 24 | 2019: 15 | 2018: 8 | 2017: 6 | 2016: 6 | 2015: 12 | 2014: 12 | 2013: 15 | 2012: 20

    2 Mal editiert, zuletzt von Elektro ()

  • Ich habe schon vor vielen Jahren mal bei der Spielbox nachgefragt, weshalb man fast nie Noten zwischen 1-5 sieht, und sinngemäß folgende Antwort bekommen:


    Es gibt jedes Jahr weit über tausend neue Spiele. Die Spielbox bespricht nur Spiele, die voraussichtlich zu den besten davon gehören, praktisch keine Totalausfälle sein können und daher normalerweise die Noten 6-10 verdient hätten. Für die schlechteren/schlechtesten der anderen Spiele bräuchte man schließlich auch noch eine Bewertungsspanne.


    Das ist eine Sichtweise, die ich durchaus teilen kann - man muß sie halt nur kennen, damit man die Noten für sich richtig einordnen kann.


    Mir persönlich ist die ganze Benoterei (nicht nur in der Spielbox) ziemlich egal, ich kann damit für mich eh nichts anfangen ...


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Deswegen hab ich "Hobbybereich" extra dahinter geschrieben ;) Und nun vergleiche den Anteil Hobbyrezensenten mit dem Anteil derer, die dafür bezahlt werden.

    Wenn ein Spiel dir nicht gefällt und du es als Rezensionsexemplar erhalten hast, ist es einfach deine Pflicht als Rezensent darüber zu schreiben

    Es sei denn, du hast es nicht angefordert, sondern es wurde dir ungefragt geschickt. Was ja bei den größeren Kanälen durchaus oft der Fall ist

    Wer natürlich die Spiele selber kauft und dann bei einem Fehlkauf keine Lust hat, darüber zu schreiben, das ist eine andere Sache. Aber als Rezensent ist es deine Pflicht!

    Wenn du der Meinung bist, dass ein Hobbyrezensent kein richtiger Rezensent ist, ja. Rezensent ist allerdings kein geschützter Begriff. Ebensowenig wie Journalist.


    Allem anderen würde ich zustimmen. Spiele, die wirklich "broken" sind, sind heutzutage aber sehr selten. Dafür arbeiten die zu gut.

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  • Alle Jahre wieder kommt diese Frage :)


    Ich habe darauf eine sehr klare Antwort: Über scheiß Spiele schreibe ich nicht. Ich bilde mir ein, eine ziemlich gezielte Auswahl an Spielen für meinen Blog zu treffen. Das heißt, ich weiß in der Regel, was mich erwartet. Das ist nicht immer so. Exemplare die ohne Rückfrage geschickt werden gibt es, oder Spiele aus anderen Quellen, wo ich nur bedingt Einfluss habe.


    Wenn ich ein Spiel auf dem Tisch habe, was mir beim ersten Spiel absolut nicht gefällt, und auch nach dem Nachsehen in den Regeln sich herausstellt, jap das gehört so. Diese Spiele werde ich nicht mehr spielen. Und einen Verriss mit nur einem einzigen Spiel auf dem Buckel, wenn das raus käme, hätte ich meinen eigenen Verriss :)


    Warum andere sich nicht trauen, ein Spiel einfach als schlecht (DiceForge) zu bezeichnen, und sich lieber daran beteiligen einen mega Hype um ein Spiel aufzubauen, über das 2 Monate später keine Sau mehr berichtet.... who knows, das bleibt unserer Fantasie überlassen.


    Aber generell gilt einfach für jeden Reviewer... es sind zu viele gute Spiele da draußen, als dass man sich mit den Gurken abmühen muss. Ich schaffe einen Artikel pro Woche... heißt maximal 50 Spiele im Jahr, und davon dann viele Kinderspiele.... absolut keinen Bock auf schlechte Spiele.


    Ich habe das Spiel Fundament nicht gespielt, aber Sandrina auf meinen Blog hat drüber geschrieben. Ich finde kritisch genug. Wie gesagt, ich kenne das Spiel selbst nicht.



    Und am Ende ist so eine negativ-Meinung, egal ob Rezension oder einfach nur öffentlich geäußerte Meinung nicht gerne gesehen. Und wer macht sich gerne Feinde, wenn es nicht nötig ist. Ich erinnere mich gerne an die Äußerung auf Facebook aus der Edition Spielwiese:


    Diese Aussage war im Kontext, dass ein Blogger vor dem Release von Noria geschrieben hat: Link zum Stein des Anstoßes auf Facebook:
    499995107004820


    Zum Foren Argument: hier ist dann einfach mal schnell ne Meinung hingeschrieben, das ist leicht, vor allem unter Pseudonym... Das aber tatsächlich öffentlich zu vertrete, auf dem Blog, mit Name und Anschrift, und eventuellen persönlichen Treffen in der Zukunft, ist ne ganz andere Sache. Ich habe keine Angst davon, wenn ich bei nem Verlag auf ne schwarze Liste komme, bei Asmodee vermute ich das fast schon, ist das eben so.

  • Hallo Ernst,


    jetzt gerade verwunderst du mich etwas. Gibt es wirklich keine Rezensionen oder Rezensenten, denen du etwas positives abgewinnen kannst? Ich meine alleine im Wargames Bereich gibt es jedes Jahr so viele Neuerscheinungen , die man nie alle spielen oder kaufen kann. Liest du denn überhaupt noch Rezensionen? Wie gehst du denn vor, um dich zu informieren ? Wie gehst du bei deinen Kaufentscheidungen vor?


    Interessiert mich einfach:pleased:


    PS: Vielleicht magst du ja auch deine persönlichen Flops und Spitzenreiter aus diesem Jahr vorstellen. Ich habe deine Bericht immer sehr gerne gelesen. Leider sind sie sehr spärlich geworden:sniff:


    Vorweihnachtliche Grüße

    Marc

    Einmal editiert, zuletzt von Jimmy_Dean ()

  • Das soll jetzt bitte keine Werbung sein. Ich hab die zufällig grad als mein aktuellstes Beispiel im Kopf


    Spielkult zu Runebound: 3-4 Punkte von 10


    Icke: 4 Punkte von 10


    BGG 7,6 im Schnitt

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  • Hallo Marc.

    Wenn ein Spiel dir nicht gefällt und du es als Rezensionsexemplar erhalten hast, ist es einfach deine Pflicht als Rezensent darüber zu schreiben.

    WEM gegenüber habe ich denn diese PLICHT. Ich sehe mich niemanden gegenüber in dieser Pflicht. Möchtest du nun den Anspruch erheben?

    Die meisten Spiele, die anfordere sind für meine Zielgruppe - ausgewählte Titel, die in der Szene bereits Anklang gefunden haben. Ich komme doch gar nicht mehr in die Verlegenheit etwas "Schlechtes" zu spielen.

    Liebe Grüße
    Nils (der seine eigene Meinung zu Spielen für unwichtig hält - gegenüber den Wichtigtuern 8)) )

  • Hallo Marc.

    Wenn ein Spiel dir nicht gefällt und du es als Rezensionsexemplar erhalten hast, ist es einfach deine Pflicht als Rezensent darüber zu schreiben.

    WEM gegenüber habe ich denn diese PLICHT. Ich sehe mich niemanden gegenüber in dieser Pflicht. Möchtest du nun den Anspruch erheben?

    Die meisten Spiele, die anfordere sind für meine Zielgruppe - bereits ausgewählte Titel, die in der Szene Anklang gefunden haben. Ich komme doch gar nicht mehr in die Verlegenheit etwas "Schlechtes" zu spielen.

    Liebe Grüße
    Nils (der seine eigene Meinung zu Spielen für unwichtig hält - gegenüber den Wichtigtuern 8)) )

    Hallo Nils,


    vielen Dank für deine Antwort auf meinen Beitrag. Ich meine damit, dass ein Rezensent, der einen Vertrag mit einem Verlag eingeht (Spiel gegen Rezension), auch einen Verriss schreiben muss. Alles andere wäre ja "schnorren". Ich spreche jetzt ausdrücklich von Rezensenten, die ein Spiel bei einem Verlag angefordert haben.


    Kannst du mich jetzt ein wenig besser verstehen?:peace:


    Vorweihnachtliche Grüße

    Marc

  • Bandida : Darum halte ich Punktebewertungen von einzelnen Personen für wenig aussagekräftig. Um die richtig einschätzen zu können, muss man einerseits die Person bzw. deren Vorlieben kennen und andererseits ist da oft auch unklar, was wie gewichtet wurde.

    Absolut richtig. Trotzdem wollen die meisten Leute, dass man am Ende die Hosen runterlässt. Wer den Textteil davor nicht liest, ist selber schuld.


    Außerdem vergeben viele entweder nur ne Note für den Spielspaß (weil Material usw. Teil des Spaßes ist) oder haben ansonsten irgendwie artikuliert, wie Noten zu verstehen sind. Oder haben ne Grafik, wo alles aufgelistet ist. Oder...



    Dass Rezensionen subjektive Einzelmeinungen sind, brauchen wir glaub ich nicht mehr zu diskutieren. Denke das dürfte allen klar sein

    >>>>Maximal genervt von der Wattebauschfraktion<<<<

    Einmal editiert, zuletzt von Bandida ()

  • jetzt gerade verwunderst du mich etwas. Gibt es wirklich keine Rezensionen oder Rezensenten, denen du etwas positives abgewinnen kannst? Ich meine alleine im Wargames Bereich gibt es jedes Jahr so viele Neuerscheinungen , die man nie alle spielen oder kaufen kann. Liest du denn überhaupt noch Rezensionen? Wie gehst du denn vor, um dich zu informieren ? Wie gehst du bei deinen Kaufentscheidungen vor?

    Da hast Du jetzt wohl nicht richtig gelesen - ich habe nicht von "Rezensionen" gesprochen, sondern von "Benoterei".

    Ich lese gerne Rezensionen zu Spielen, die mich interessieren (gerade habe ich die neue Manöverkritik auf dem Tisch) und ziehe die Punkte heraus, die für mich wichtig sind. Auch das Fazit des Rezensenten interessiert mich. Was mich nicht interessiert sind Benotungen, von denen ich nicht weiß, unter welchen Umständen sie zustande gekommen sind.

    Sprich: die Spielreiz-Werte in der Spielbox interessieren mich genauso wenig wie die BGG-Note(n). Ausführliche Begründungen zu schlechten BGG-Noten interessieren mich dagegen sehr.


    Meine Kaufentscheidungen basieren auf allen Informationen, die ich bekommen kann - wenn erst mal ein Grund-Interesse geweckt ist, bohre ich weiter.

    Das hat aber nichts mit irgendwelchen obskuren Noten zu tun.

    PS: Vielleicht magst du ja auch deine persönlichen Flops und Spitzenreiter aus diesem Jahr vorstellen. Ich habe deine Bericht immer sehr gerne gelesen. Leider sind sie sehr spärlich geworden

    Ich habe in diesen Jahr kaum Neuheiten gespielt, von den Essen-Neuheiten gar keine (ich kenne sie kaum namentlich).

    Das rührt hauptsächlich daher, daß

    - ich eh schon viel zu viele Spiele besitze (auch ungespielte)

    - ich derzeit keine regelmäßige Spielgruppe habe

    - ich Spielen, die hauptsächlich auf Optimierung und Siegpunkt-Maximierung ausgerichtet sind, schon seit langem nicht mehr viel abgewinnen kann

    - ich lieber und ständig Spiele spiele, die mich seit langem total begeistern (ASL, 18xx, Mage Knight, undundund)

    Deshalb gibt's bei mir auch kaum neue Flops und Spitzenreiter aus diesem Jahr ...


    Zu den Spielen, mit denen ich mich hauptsächlich beschäftige, gebe ich hier auch regelmäßig Kommentare ab, wenn ich der Meinung bin, daß sie hier von allgemeinem Interesse sind. ASL und andere Wargames, die ich spiele, stoßen hier seit längerem kaum mehr auf Interesse, deshalb berichte ich hier auch kaum mehr darüber. Einige Gleichgesinnte haben deshalb dieses Forum in den letzten Jahren praktisch verlassen - ich bin noch hier ... ;)


    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

    Einmal editiert, zuletzt von Warbear ()

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  • Man muss halt seine Rezensenten kennen:


    - wenn KMW eine 7 gibt bedetuet das genaugenommen schlecht! Er vergibt im Schnitt gefühlt eine 8.
    - was mich verwundert ist eher die 5 von Udo Bartsch. Bei ihm ist die 5 schon eher über dem Schnitt.

    Wenn die Jungs bei der Spielbox schon so viel Interpretationsspielraum geben, dann sollten die die Wertung echt sein lassen.

    Das kann ja keiner wissen, das bei dem einen eine 7 negativ ist und bei dem anderen eine 5 was positives. Die müßen alle durch die Bank ein einheitliches System verfolgen. Auch ein Grund die Spielbox wieder nicht zu lesen. In meinen Augen werfen die meisten Rezensenten eh mit den guten Noten nur so um sich.


    Kaum einer hat doch die Eier in der Hosen zu sagen wenn ein Spiel grottig ist, dass es grottig ist. Da lob ich mir die Westparkgamer! Die werfen nicht mit Höchstwertungen um sich.

  • Ich meine damit, dass ein Rezensent, der einen Vertrag mit einem Verlag eingeht (Spiel gegen Rezension), auch einen Verriss schreiben muss. Alles andere wäre ja "schnorren".

    Aber das ganze ist so realitätsfremd. Noch nie hat ein Verlag von mir "gefordert", etwas zu veröffentlichen - schon gar keinen Verriss. Wenn ich einem "schlechten" Spiel eine Empfehlung verweigere oder es durchrutscht, weil andere Titel sich stärker aufdrängen - gut - dann habe ich tatsächlich ein "schlechtes" Spiel geschnorrt. Ja - und? Wen interessiert es?

    Wird dir denn nicht klar - worauf dieses "in die Pflicht nehmen" tatsächlich beruht? Es geht doch nur um die negative Kaufentscheidung. Ich soll mich also hinsetzen, eine aufwendige, wasserdichte Kritik verfassen und veröffentlichen - die dazu führt, dass ihr das Spiel NICHT kauft.
    Wo DU mich doch so gerne in die Pflicht nehmen möchtest - wie willst du mich denn für diesen sinnfreien Aufwand entschädigen?
    Das machen vermutlich doch nur Wichtigtuer für Aufmerksamkeit. :saint:

    Liebe Grüße
    Nils (der "Sachverständige" meint, wer negative Kritiken verlangt, sollte sich das auch finanziell leisten können)

  • Hallo Nils,


    in meiner Studentenzeit habe ich für unsere ASTA Zeitung auch Rezensionen verfasst. Die damaligen Verlage haben mir damals unmissverständlich zu verstehen gegeben, dass ich erst dann wieder ein Rezensionsexemplar erhalten würde, sobald ich dem Verlag ein Belegexemplar zukommen lassen habe. Kann sein, dass heute Rezensionsmuster massenhaft verschleudert werden von den Verlagen. Goldsieber, Kosmos, Eurogames, etc. haben damals sehr darauf geachtet, dass dieses "Agreement" eingehalten wurde. Kann ich auch verstehen und nachvollziehen. Finde ich auch gut. Spiel gegen Rezension. Anscheinend werden die Spiele heute tatsächlich alle verschenkt ohne eine Gegenleistung zu fordern.


    Wenn du also nach heutigen Maßstäben gratis Exemplare bekommst und nix dafür tun musst, ist das Sache der Verlage. Freut mich für dich als Rezensent :peace:


    Gruß

    Marc

    Einmal editiert, zuletzt von Jimmy_Dean ()

  • Kaum einer hat doch die Eier in der Hosen zu sagen wenn ein Spiel grottig ist, dass es grottig ist. Da lob ich mir die Westparkgamer! Die werfen nicht mit Höchstwertungen um sich.

    Wie gesagt: glaub ich nicht. Hat nur kaum einer Bock drauf, die Zeit zu investieren. Wer kritisiert muss doppelt gründlich arbeiten. Jubeln kann jeder. Kritikpunkte müssen aber stichhaltig(er) belegt werden. Dazu reicht eine Partie nicht. Ergo x Mal dasselbe blöde Spiel spielen ... nö.


    Dafür brauch ich persönlich gute Gründe. Beispielsweise wenn meine Meinung arg von der geläufigen Meinung abweicht oder so. Dann macht es wegen der Meinungsvielfalt durchaus Sinn.


    Hat allerdings auch damit zu tun, dass ich mir (zu 97%) Spiele selber kaufe und deswegen kaum an Gurken gerate.


    Und die meisten Kollegen dürften ähnlich denken

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    2 Mal editiert, zuletzt von Bandida ()

  • Freut mich für dich als Rezensent

    Nenn' mich nicht so - ich halte mich nicht für einen. 8))
    Ich liefere im Namen der Brettspielgruppe unhonoriert ca. 25 Spieleepfehlungen im Jahr (früher 40) in regionalen Printmedien. Das ist auch kostenfreie Werbefläche im Wert von über 10.000€ (gemäß Mediendaten) für die Verlage. Für die Verlage ist das nachvollziehbar. Und - DAS muss von einem erstmal vorgelegt werden. Aber in der Praxis werden keine einzelnen Titel kleinlich "abgerechnet". Sollte ich mit den überlassenen Mustern Schindlunder treiben, haben die Verlage kein Problem mich fallen zu lassen.

    Ich warte noch auf Vorschläge, wie DU meinen Aufwand für die von dir geforderten negativen Kritiken vergüten möchtest. :love:
    Ist ja nicht so, dass wir darüber nicht reden könnten.

    Liebe Grüße
    Nils

  • Martin Klein nimmt sich kein Blatt vor den Mund, vorallem in letzter Zeit. Ich finde es super das er klar ausspricht was er denkt. Ob er auf lange Sicht noch Rezensionsexemplare bekommt würde mich interessieren.

  • Tu ich nicht. Ich weiß, dass es so ist. Die Diskussion hatten wir schon x mal ;)

    Und das war die Aussage der anwesenden Rezensenten (einige haben auch gesagt, sie sehen sich selbst gar nicht als Kritiker, sondern wollen nur unterhalten)


    Ein einzelner (oder meinetwegen mehrere) Kritikpunkt(e) ist noch lange kein Verriss


    Letztendlich sind wir immer dabei gelandet, dass viele meinen, alle Rezensenten wäre NUR Hochjubler, aber niemand konnte jemanden nennen, der das auch wirklich so extrem tut. Alle außer einen natürlich :sonne:

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    6 Mal editiert, zuletzt von Bandida ()

  • Mir geht es um die Frage, ob die Spieleszene nicht viel zu unkritisch/lieb ist.

    Wir als Spieler sind ganz sicher nicht zu unkritisch. Wie Du ja selber schon festgestellt hast: In den Foren wird unverblümt geurteilt (und das ist auch gut so). Nur sind wir Spieler/Foristen bekanntlich halt dumme, unqualifizierte Schwätzer.


    Ich liebe Verrisse -- aber was will man verreißen, wenn das einzige, was man einem Spiel ernsthaft vorwerfen kann, seine Austauschbarkeit ist?


    Was die Selbstreflexionsanfälle der deutschsprachigen Rezensenten-Szene betrifft, so wünsche ich viel Spaß am Nebentisch des Geschehens. Vorhin gesehen: Im Wenzel-Forum gibt's gerade auch wieder so eine schöne "Brauchen wir einen neuen Spielejournalismus"-Diskussion um nichts und wieder nichts. Inzwischen haben Brakus und Co. 50 Amazon-Bewertungen eingestellt, und neben haufenweise Rahdo-Jubelarien, Hype-Reviews und "ja ganz nett"-Rezensionen haben trotzdem -zig Schreiber auf dem Geek Artikel gepostet, die bei weitem informativer, tiefsinniger und unterhaltsamer sind als das, was die deutschsprachigen Profis und Halbprofis schreiben.


    :2cent:

    Soziale Medien fügen Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.

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  • Ich lese übrigens auch gerne die Kritik und nicht nur das Lob. So ist das nicht. Das war aber ja nicht die Frage. Die Frage war „warum es so wenig Verrisse gibt“.


    Brakus=Heimspiele


    Der angehende Rekordhalter:sonne:

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    2 Mal editiert, zuletzt von Bandida ()

  • Threads, die die Diskussion so oder so ähnlich schon geführt haben (Dient nur als Quellennachweis für meine Aussagen weiter oben):


    Autoren und der Umgang mit Kritik


    Worüber wir sprechen, wenn wir über Spiele sprechen...


    New Boardgame Journalism 2016: Guido legt nach


    [Umfrage] Aufbau einer schriftlichen Rezension


    Gibt es noch Rezensionen oder nur Product Placement Shows?

    -------------------------------------------------------------------------


    ab hier die aus dem Spielen-Forum (weil da einige User auch von hier dabei sind)


    Kodex für Brettspiel-Blogger - Brettspiel-Forum


    Udo Bartsch - "Ich urteile mit dem Herzen": zuspieler.de-Artikel - Brettspiel-Forum


    zuspieler.de: Artikel über gekaufte Spielebesprechungen - Brettspiel-Forum


    Sind Hypes von Bloggern gerechtfertigt? - Brettspiel-Forum


    Fairplay-Editorial: Wie kritisch sind Spiele-Videos auf YouTube? - Brettspiel-Forum


    und hier der Aktuelle mit den Zitaten von Guido Heinecke


    Thema des Monats: Brauchen wir einen neuen Spielejournalismus? - Brettspiel-Forum

    .

    .

    .

    nur um mal einige zu nennen, es gibt noch diverse andere. Dazu kämen auch noch die Diskussionen auf Tric Trac oder bei Peer auf der Seite




    Ich für meinen Teil habe viel aus diesen ganzen Threads und Meinungen gelernt. Nachdem ich lange Zeit den NBJ (New Boardgame Journalism) verfolgt habe und ihm hinterhergerannt bin wie ein kleines Äffchen, hat sich meine Meinung dazu (fast) grundlegend geändert.


    Ich habe gelernt, dass wir alle verschieden sind. Dass wir alle unterschiedliche Meinungen haben. Dass jeder Kanal deswegen seine Berechtigung hat. Dass niemand irgendwem vorschreiben kann, was er zu schreiben hat. Dass Kritik diesbezüglich natürlich trotzdem erlaubt ist. Dass offensichtlich nichtmal die Rezension aller Rezensionen (Ora et Labora von Udo Bartsch) so perfekt ist, dass sie allen Ansprüchen genügt. Schon gar nicht den Unknowns Usern.


    Und letzten Endes:


    Macht doch was ihr wollt!


    In diesem Sinne ...

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    3 Mal editiert, zuletzt von Bandida ()

  • Notespanne 5-7, Durchschnittswert im (knappen) 6er-Bereich. Im BGG-Sprech heisst das "Ok - will play if in the mood". Und das soll jetzt eine knallhart schlechte Bewertung sein?

    Für die Spielbox ja. Aber da habe ich ab und an auch mal eine 4 gesehen.
    Edit: Wobei mir nicht in den Kopf will, warum man eine 10er-Skala hat und die dann nicht nutzt. Gerade DANN sind doch klarere Abstufungen sinnvoller als bei Schulnotensystemen.

    Nicht dass wir uns falsch verstehen: Mir geht es nicht um Die Fundamente der Ewigkeit.


    Schade! Gerade dazu habe ich nämlich was:
    Spielgefühl: Materialmängel bei Das Fundament der Ewigkeit

    Wo sind die Verrisse? Wo die deutliche, aber begründete Kritik? Wo sind die harten Worte, die den Verlagen und Autoren auch mal klipp und klar sagen, was einem wirklich nicht gefällt.

     

    Bei uns. Ehrlich. Immer mal wieder.

    Trotz allem hat die Diskussion einen Haken. Die meisten Spiele sind tatsächlich ganz okay, wenn vielleicht auch nicht für alle gleich toll. Die handwerkliche Qualität ist eben überwiegend zumindest solide. Die Verlage machen es einem nicht immer so leicht wie hier Kosmos. In den letzten Jahren habe ich sonst in erster Linie auf Amigo rumgehackt, weil die Farbgebung einiger Kartenspiele so desolat war.

  • Bei 10 Punkten wird ales ab 4-5 vielleicht schon ab 6 als schlecht angesehen. Da ist es egal, von was berichtet wird und wie das Wertungssystem eigentlich definiert ist.

    Bei Reich der Spiele ist es ja auch egal, ob ein Spiel 1 oder 2 Sterne bekommt. Ab 3 wirds vielleicht interessant, ab 4 gut.

  • Martin Klein nimmt sich kein Blatt vor den Mund, vorallem in letzter Zeit. Ich finde es super das er klar ausspricht was er denkt. Ob er auf lange Sicht noch Rezensionsexemplare bekommt würde mich interessieren.

    Mußte auch an Klein und sein Vikings Gone Wild Verriss denken. Aber ist er denn gerechtfertigt? Viele mögen es was zeigt, dass das Spiel so wahnsinnig schlecht nicht sein kann. Spiele werden im Schnitt immer besser, kaum eine Gurke dabei und deshalb auch wenig Verrisse.

  • Das ist doch der springende Punkt.

    Ist das Spiel wichtig - oder nehme ich mich für wichtig.

    Da läuft eine FORDERUNG nach negativer Kritik schlichtweg ins Leere. Es steht natürlich jedem frei, den NIcht-Kauf von Spielen zu fördern und andere mit einem Verriss einfach nur unterhalten zu wollen. Jedem der eigene Spaß...

    Liebe Grüße
    Nils

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  • Gute Frage und gutes Thema.


    Vielleicht einzig das Wort "Verriss" etwas irreführend. Denn als destruktive Kritik war es ja auch im Ausgangspost wohl gar nicht gemeint.


    Erstes Problem: Der Shitstorm.

    Erinnere mich als vor kurzem jemand, eine sehr begründete und m.E. überhaupt nicht destruktive Kritik an Terraforming Mars formulierte, weil ihn das Spiel nicht überzeugt hatte. Irgendwann - nach vielen Internetseiten - schlug jemand inhaltlich vor, dass er doch einfach sagen soll, dass er das Spiel ab jetzt immer wieder spiele, sich schwer geirrt habe und in Zukunft den Mund halte.

    Ein solcher Shitstorm ist nach Kritik erheblich wahrscheinlicher als nach Lob.


    Das zweite scheint mir gerade bei der heutigen Menge an Spielen, müssten doch eigentlich - egal, welchen Geschmack man hat - viele Spiele (oder sogar die meisten) dabei sein, die einem nicht gefallen. Aber hier kommt das zweite Problem: Der Spielekritiker hält sich heute oft für eine objektive Geschmacks-Gerichtsbarkeit. Der Mechanismus funktioniert, Spaß machts nicht, also 6-7 von 10 Punkten. Irgendjemand wird's schließlich Spaß machen. Interessiert mich das? Nein, eigentlich will ich von einem Buchkritiker nicht hören, dass man die Worte lesen kann also 3/4 der Punkte. Von einem Musikkritiker nicht, dass der CD-Player die CD abspielt, also 7 von 10 Punkten ...

    Kritik von einem Kunst- oder Unterhaltungswerk, ist doch immer überwiegend subjektiv. Dem einen gefällt Beethoven, dem anderen Modern Talking. Es gibt Gründe, warum wem was gefällt oder warum er dies oder jenes besser findet, aber kein objektives Richtig oder Falsch.

    Warum also nicht mal den Mut haben und einfach sagen, aus diesen und jenen Gründen traf das überhaupt nicht meinen Geschmack. Und das sind dann keine 7 von 10 Punkten.


    Fazit also:

    Mut zur (begründeten) Subjektivität und zum eigenen Geschmack (also kein destruktiver Verriss!),

    und Kampf dem Shitstorm.


    Im Schnitt werden die Noten dann vielleicht immer noch im Mittelfeld liegen, vielleicht etwas schlechter, aber im Einzelnen, wird's viiiiiiiiiiiel interessanter.


    Danke für das Thema, denn wir brauchen für 2018 mal wieder gute Vorsätze und neue Ansätze!!!!

    ... and all that Jazz !!!

    Einmal editiert, zuletzt von AllThatJazz ()

  • Ich weiss zumindest bei Stefan Ducksch, dass er immer versucht, nicht nur seinen persönlichen Geschmack einfließen zu lassen, sondern auch immer herauszuarbeiten, inwiefern das Spiel für andere geeignet ist. Das ist eine Haltung, die ich respektiere, die aber andersherum dazu führt, dass vorwiegend Wertungen von 7 entstehen, weil ja fast jedes Spiel für irgendwen gut geeignet ist.


    Umgekehrt gibt es Autoren, denen vollkommen egal ist, ob ein Spiel gut ist für Oma Luzie oder Jim-Bob-Hardcore-Nerd. Bei solchen Autoren zählt nur der eigene Geschmack und sonst nix. Ich persönlich würde mich eher zu letzterem Kreis zählen und ich freue mich offen gestanden immer, wenn ich Seelenverwandte treffe.

    Hallo Watson .. äh Seelenverwandter ;)


    Genau so sieht es aus. Diese Diskussion hatte wir übrigens auch schon. Da wurde unter anderem von jemandem hier aus dem Forum gefordert, dass auch das Erlebnis der Mitspieler mit in eine Bewertung einzufließen hätte. Neben Transparenz (wer hat wie oft welches Spiel gespielt, Rundenanzahl und in welcher Spielerkonstellation, Alter der Spieler etc. pp.), was dann auch schriftlich dargelegt werden sollte. Dagegen haben sich bisher alle Rezensenten gewehrt ( wer dazu ne Begründung will, ich kann auch den thread noch raussuchen).


    Und ich sehe es genauso wie du: mit der Zeit kennen die Leser "ihre" Rezensenten und wissen die einzuschätzen. Also ob der Spielegeschmack mit dem eigenen zusammenpasst. Wenn ich die Erfahrungen der anderen mit einbeziehe, verwässert das in meinen Augen nur die Bewertung. Zumal man dann das Problem hat, dass jemand, der Stefan Ducksch und seine Vorgehensweise NICHT kennt, diesen kaum noch einschätzen kann. Ich hab ne zeitlang mal dabeigeschrieben, wenn mir ein Spiel nicht gefallen hat, meine Mitspieler aber anderer Meinung waren. Dann aber wirklich in einem Nebensatz, der Vollständigkeit halber. In meine Note ist das nicht mit eingeflossen, genau aus dem von dir genannten Grund.


    Wenn, dann gab es mehrere Fazite. Klar erkennbar voneinander getrennt.


    Wenn also jemand partout nichts mit einem bestimmten Rezensenten anfangen kann, klickt er eben weg.

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  • Hallo Nils,


    du scheinst Rezensionen als bloße Verkaufshilfe zu verstehen. Kann man tun. Ich hingegen sehe es eher wie ein Buchbesprechung. Günter Grass zum Beispiel: Sein Werk " Die Blechtrommel" wurde von den Literaturkritikern begeistert aufgenommen und besprochen. Sein Werk "Die Rättin" wurde in den Medien mehrheitlich zerrissen. Dennoch gab und gibt es Leser, die Wert auf solche Buchbesprechungen legen. Und es soll sogar Personen geben, die trotz der negativen Kritik das Werk lesen. Aber der springende Punkt ist jedoch: Es handelt sich hier nicht um bloße Verkaufsratgeber. Literatur und auch Buchbesprechungen sind für mich ein Kulturgut.


    Ich hoffe, du verstehst mich ein wenig,-)


    Gruß

    Marc

  • Da wurde unter anderem von jemandem hier aus dem Forum gefordert, dass auch das Erlebnis der Mitspieler mit in eine Bewertung einzufließen hätte. Neben Transparenz (wer hat wie oft welches Spiel gespielt, Rundenanzahl ...


    Schließt sich meines Erachtens nicht aus mit meinem Wunsch nach dem Mut zur Subjektivität. Im Gegenteil. Sogar interessant, wenn ich vielleicht lese, dass in einer Proberunde die Meinungen unterschiedlich waren und Punkte unterschiedlich empfunden wurden. Gehört für mich sogar ein bisschen zu einer guten Kritik dazu, dass ich sage, wo es andere Meinungen gibt und warum ich die nicht teile. Und es weckt vielleicht noch mehr Interesse.


    Auch die Angabe, ob es allein 1-2 Partien waren oder ob jemand das Spiel schon 4 oder 5 mal durchgespielt hat, oder es gar zu seinen Dauerbrennern gehört, finde ich für mich interessant.


    Natürlich ist daraus niemand gezwungen, es so zu machen, ...

    ... and all that Jazz !!!

  • Es handelt sich hier nicht um bloße Verkaufsratgeber. Literatur und auch Buchbesprechungen sind für mich ein Kulturgut.

    Natürlich habe ich mich damit auseinandergesetzt. Aber Fakt ist - Spieleempfehlungen werden allgemein nur als Wirtschaftsberatung gehandhabt - im Kulturteil einer Zeitung sind sehr wohl Empfehlungen und Kritiken für Bücher, CD, Theater, Kino zu finden - aber nicht die von Spielen. Und entsprechend empfinde ich die "Beurteilung" der Community - in der Regel wird die Kaufentscheidung gesucht - am Besten mit Unterhaltungswert. Das ist weit davon entfernt - als dass es mit dem Spiel ein Kulturgut zu besprechen gilt.

    Liebe Grüße
    Nils

  • Wie ernst wollen eigentlich die Schreiber genommen werden, die über schlechte Spiele nicht schreiben?


    Bei dieser win-win-Situation habe ich zunehmend den Eindruck der Looser zu sein, d.h. also Verlag gewinnt, Hochjubler gewinnt und Leser/Dukatenesel verliert.


    Ich habe hier mindestens zwei Spiele von Essen 2017 herumliegen, für die ich ein Disqualify-Siegel und ein Müllpressen-approved vergeben könnte, wo die augenscheinlichen Kritikpunkte in den Rezis einfach nicht erwähnt oder kleingeredet werden.


    Wahrscheinlich bin ich viel zu wenig Brettspielfan, der irrer Weise eine zufriedenstellende Gegenleistung für die überwiesenen Euros verlangt, die sich nicht nach Lösen der Folie bereits verbiegen oder alle Ecken angestoßen haben, und deren Vollständigkeit man in weit weniger als zwei Stunden prüfen kann.


    Der persönliche Höhepunkt ist für mich immer, wenn ein Vielspieler ganz generös in die Tinte haucht, für mich ist es zwar nix, aber für Familienspiel ist das durchaus zu empfehlen. Ja, Idioten können das spielen und trotz oder wegen der Invasion von Einser-Abitur-Noten sogar eine zweiseitige Anleitung lesen. Wie wäre es mit einem Inklusionssiegel? Oder Idiotentest bestanden?


    Mich erinnert das stark an katholische Priester, die sich über Kindererziehung auslassen, obwohl, da soll es sogar etliche geben, …


    Rezensionen für Millionen finde ich gut, Videos müssen für mich auf den Punkt kommen und weniger Person, sondern mehr vom Spiel zeigen. Brettspiegel finde ich wegen der Betrachtung zur Innovation und der wiederkehrenden Gliederung gut. Eine Amerikanerin (Mila?) schreibt zur 2-Personen-Eignung recht viel. Ansonsten ein riesiger Werbeblock, den ich wie im Fernsehen meide.

  • AllThatJazz


    Kurze Zusammenfassung aus dem Gedächtnis, warum die Rezensenten es u.a. nicht wollten (völlig wertungsfrei):


    - Angst vor Kritik oder Verriss, nenn es Eigenschutz


    (Anmerkung von mir: es gab ne Zeit, da waren viele Leser der Meinung, dass jeder Rezensent jedes Spiel 30x in jeder Konstellation spielt, bevor er ne Rezi schreibt, was von den Rezensenten stillschweigend so stehengelassen wurde. Dass das allein zeittechnisch bei teilweise 1 Rezension pro Tag nicht hinkommt, hätte eigentlich jedem klar sein müssen, war es aber nicht. Trotzdem forderten einige User (sehr erfahrene User wohlgemerkt) das sogar ein und sprachen den jeweiligen Rezensenten ihre fachliche Eignung ab)


    - Mehraufwand (Spiele protokollieren, evtl Scripte für die Seiten schreiben etc.)

    - Einige Rezensenten brachten an, dass man einfache Spiele auch in weniger als 30 Runden bewerten könne, einige sogar ohne das Spiel je gespielt zu haben

    - Recht auf Selbstbestimmung der Rezensenten

    - Nicht immer kann ein Spiel in den "geforderten" Konstellationen gespielt werden

    - Die Leser hätten schlichtweg nichts zu fordern (schon gar nicht für unbezahlte Arbeit)

    - Einige hat's gar nicht interessiert

    - Angst vor Konkurrenz (der eine macht's, der andere nicht)

    - Einige sahen darin die Gefahr, dass die Konkurrenz anfängt solche Zahlen zu türken

    - Es wurde nochmal auf den Unterschied zwischen Hobby und Beruf hingewiesen


    Mehr fällt mir grad nicht ein und ich finde den entsprechenden thread nicht.

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