Was ist Komplexer Warhammer oder Twilight Imperium

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  • Ein Kumpel meint das Warhammer ziemlich Komplex ist und vergleicht es mit Twilight Imperium was er noch nicht gespielt hat und ich habe nie Warhammer gespielt.


    Jetzt wollte ich euch Fragen was komplexer ist :lachwein:

    Ich gehe stark davon aus das Twilight Imperium komplexer ist.

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  • Der Redakteur in mir sagt: Lass uns mal 2 Dinge trennen, die gerne in einen Topf geworfen werden.

    KOMPLEXITÄT vs KOMPLIZIERTHEIT

    Ich halte TI für deutlich komplexer, aber weniger kompliziert.

    Ich halte Warhammer für weniger komplex, aber irre kompliziert.

    Der Unterschied liegt im Spannungsfeld von Regelfülle vs. Regeltiefe. Es gibt wenig komplexe Spiele, mit viel Regelfülle - weil es etwa für jeden Scheiß ne Ausnahme gibt. Und dann gibt es sehr komplexe Spiele, mit viel Regeltiefe (interlocking mechanisms) die sind also komplex zu verstehen aber nicht kompliziert.

    Das hier ist mein Privat-Account. Alle hier geäußerten Meinungen sind nur meine privaten Meinungen und geben nicht die Meinung von Frosted Games wieder.

    Wenn ihr Fragen zu Frosted Games habt, bitte: FrostedGames

  • Kommt ein bisschen darauf an, was du als komplex definierst. Die Spielmechaniken von Warhammer (ich nehme an, wir gehen vom Tabletop aus) sind recht einfach zu erlernen, wohingegen die von TI wesentlich komplizierter und umfangreicher sind.


    Die Komplexität von Warhammer entsteht durch die unzähligen Möglichkeiten, sich seine Armee zusammen zu stellen, die vielen Sonderfertigkeiten einzelner Modelle, den Herausforderungen, die das Terrain ggf stellt, und einfach der gesamten, offenen Schlachtsituation auf dem Spielfeld.

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Das was Ben2 sagt.


    Man muss unterscheiden:

    Twilight Imperium ist leichter zu lernen aber schwerer zu spielen (einfache Regeln aber eine Fülle von Optionen was man jede Runde tun kann)

    Warhammer ist schwieriger zu lernen aber einfacher zu spielen (Sehr viele Regeln über mehrere Bücher mit zig Sonderfällen usw., die Aktionsauswahl und die Mechanik dahinter ist aber ziemlich banal)


    Den Spielaufbau von Warhammer, wie Dumon ihn beschrieben hat nehme ich da eher in die Vorbereitung mit rein und weniger ins Spiel. Gehört natürlich aber zum Spielgefühl dazu... Ähnlich wie bei Magic der Deckbau.

    geekeriki.tv

    YouTube.com/geekeriki

  • Ich verstehe nicht, was an Warhammer so kompliziert ist.
    Arkham Horror ist auch nicht deswegen kompliziert, weil alle Charaktere andere Sonderfertigkeiten haben. Und Mansions of Madness auch nicht deshalb, weil für verschiedene Szenarien zusätzliche bzw. andere Regeln gelten.

    Warhammer hat eben nicht, wie dargestellt, "für jede Kleinigkeit eine Ausnahme". Warhammer hat Figuren, die man nach grundlegenden Regeln einsetzen kann. Und diese Figuren haben Sonderfertigkeiten.
    Darüber hinaus muss man gar nicht alle Sonderfertigkeiten aller Figuren kennen. Zunächst einmal langt es, wenn man die grundlegenden Regeln kennt. Auf dem Schlachtfeld dann sieht man die Armee des Gegners und kann sich DANN (bevor es losgeht) mit den Sonderfertigkeiten der einzelnen Modelle des Gegners vertraut machen. Meist sind es gar nicht so viele, die man dabei beachten muss - schließlich wird das Gros der Armeen mit Standard-"Grunts" aufgefüllt.
    Etwas anderes ist es natürlich, wenn man (wie bei Magic oder Android: Netrunner etc. pp.) das Spielchen "wenn er dies macht, muss ich das so vorbereiten, aber wenn er das weiß, macht er vielleicht jenes..." zu spielen beginnt. DANN muss man sich natürlich mit den potentiellen Fähigkeiten möglicherweise aufgestellter Einheiten bereits vorher vertraut machen. Das würde ich aber nicht als intrinsische Kompliziertheit des Spieles ansehen.

    Oder anders:
    Um Warhammer SPIELEN zu können, muss ich so viel weniger Regeln kennen und wissen, und so viel weniger Details im Kopf haben, als wenn ich Twilight Imperium spielen können will. Um es GUT zu spielen, bedeutet beides mehr Aufwand. Und um das METAGAME gut zu spielen, brauche ich noch mehr Infos (sei es zu den Spielern selbst, ihren Strategien oder ihrem Spielverhalten, oder eben zu ihren potentiell aufgestellten Figuren).

    Daher sehe ich die Grundlagen von Warhammer, oder das Basis-Spiel, als WESENTLICH weniger kompliziert an als TI. DIe verschiedenen Möglichkeiten, Wertschöpfung über die Grundlage hinaus zu erhalten, mehr in die Tiefe zu gehen mit der Planung (denn bei Warhammer beginnt das Spiel eben bereits VOR dem Spiel), das sehe ich als zusätzliche Komplexität.

    Komplexität muss nicht unbedingt durch die von Ben genannten "interlocking mechanisms" abgebildet sein. Auch eine Fülle an Möglichkeiten und sich daraus ableitende/verändernde Strategien bieten Komplexität.

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  • Spielen okay, aber was ist das für ein Spielen? Hirn aus? Wenn ich eine Einheit bewege, muss ich theoretisch wissen, was jede Einheit der Gegner kann, was meine können und was für positive und negative Synergieeffekte eintreten. Warhammer ist daher durchaus kompliziert zu spielen, selbst wenn der Grundaufbau aus Bewegen, Kämpfen, Würfeln billo ist. Wenn man alle Sonderregeln auf dem Schirm hat, ja dann ist es nicht mehr sonderlich komplex. Bin da absolut bei Ben2

  • Also um deine Frage zu beantworten, ihr müsst beide die Spiele jeweils spielen, um euch eine Meinung zu bilden. Und wie ihr hier seht, kann es sein, dass ihr danach unterschiedliche Meinungen habt.

  • Spielen okay, aber was ist das für ein Spielen? Hirn aus? Wenn ich eine Einheit bewege, muss ich theoretisch wissen, was jede Einheit der Gegner kann, was meine können und was für positive und negative Synergieeffekte eintreten. Warhammer ist daher durchaus kompliziert zu spielen, selbst wenn der Grundaufbau aus Bewegen, Kämpfen, Würfeln billo ist. Wenn man alle Sonderregeln auf dem Schirm hat, ja dann ist es nicht mehr sonderlich komplex. Bin da absolut bei Ben2

    Aber das ist es ja. Bei einer kleinen Armee (500 Punkte? Lange her) sind es nicht viele Effekte, die man vorher abklären muss. Und auch das muss man ja nicht im VOrfeld lernen - man klärt es direkt vor der SChlacht ab. Und dann kommt Strategie und Taktik.

    Ich sehe es noch immer anders...

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    Einmal editiert, zuletzt von Dumon ()

  • Nicht viele Effekte? Also ich muss ein GRW lesen plus ein Armeebuch. Dann muss ich meine Armee basteln und selbst bei 500 Punkten muss man echt einiges wissen. Ich finde Tabletops, jetzt insgesamt im Erlernen sperriger und aufwendiger als viele Brettspiele. Wenn man es kann, dann kann es fast zum Bier & Brezel werden. Twilight hingegen weiß ich schnell die Grundregeln, die Anleitung ist ein Bruchteil der Seiten. Was sich daraus dann am Tisch entwickelt, ist um einiges heftiger. Ich will da auch gar keine Wertung reinbringen. Ich persönlich lerne aber aufgrund des Aufwands (Kompliziertheit) mittlerweile nur noch wenige Tabletops, weil mir die Einstiegshürde zu hoch ist. Bei Brettspielen ist das für mich genau andersrum gelagert.

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  • mittlerweile benötigt man bei Warhammer auch nicht mehr "nur" Grundregelbuch und entsprechenden Codex, sondern noch fucking zwei oder drei Sonderbücher. Zumindest wenn man wirklich vollständig mit allen Regeln spielen will. Absolut furchtbar und ein Unding. Ich hoffe sehr, dass die 9. Edition gestreamlined wird, aber mehr Bücher = mehr Geld für GW, so sieht es momentan zumindest aus.


    EDIT: Man KANN es aber dafür auch runtergebrochen super nur mit Codex oder gar mit one page rules spielen, das ist halt der Vorteil am Tabletop. Aber wir sprechen hier von dem "richtigen" spielen, schätze ich mal.

    Die große Stärke der Narren ist es, dass sie keine Angst haben, Dummheiten zu sagen.

    Einmal editiert, zuletzt von Hobgoblin ()

  • Warhammer40k ist in der aktuellen Edition allein durch die Synergien und die Menge an Effekte Komplex & kompliziert. Allein das wissen darüber welche Stratagems ich wann mit welcher Einheit nutzen kann und welche der Gegner eventuell nutzen könnte, sowie die einzelnen Waffeneffekte, Effekte von Charaktermodellen, Relikten, Fraktionsfähigkeiten und und und. Hinzu kommt, dass viele Regeln nicht sonderlich intuitiv sind und natürlich keine einzige Regel irgendwie durch Grafikdesign gestützt oder unterstützt werden kann - denn wir spielen ja nicht auf einem Spielbrett.

    Selbst Kill Team halte ich in seiner aktuellen Ausgestaltung für komplexer (nicht komplizierter) als die meisten Skirmisher Brettspiele.

  • Ich bin auch der Meinung, dass es darauf ankommt, wie tief man einsteigt. Wenn ich mir mit zwei Personen eine Starterbox mit zwei Armeen hole und ausschließlich damit spiele, ist die Hürde zum Erlernen sicherlich niedrig. Ebenso wäre das ja auch bei Magic zu bewerten, wenn ich nur mit vorgefertigten Decks spiele. Wenn ich aber besondere Armeen spielen will und diese noch selbst gestalten, ggf. sogar auf bestimmte Gegnerarmeen abgestimmt, dann wird das ganze zu einer Wissenschaft, die weit über das hinausgeht, was ein Brettspiel mitbringt. Dazu kommt, dass Tabletops oft auch noch thematischer eingeordnet sind und eine Menge Flavourtext mitbringen. Für den ultimativen Spielspaß und Immersionskick muss ich mir das natürlich alles reinziehen. Um einfach nur spielen zu können, kann ich mir das auch sparen.


    Ich glaube daher, dass man regeltechnisch deutlich einfacher in ein WH40K-Starterset reinkommt, als in ein Twilight Imperium. Unterm Strich ist das WH40k-Universium um ein vielfacher komplexer, weil umfangreicher, als Twilight Imperium.


    So weit meine persönliche Einschätzung, als jemand der aus Respekt und mangels Mitspieler noch nie Twilight Imperium gespielt hat (aber immer schon davon träumt) und Tabletop Erfahrungen mit WH40k-Raumflotte Gothic, Nekromunda und nem Dorf-Skirmisher (Fearless) gemacht hat.

  • Okay, da bin ich wohl absolut nicht mehr auf dem Laufenden. Damals: Grundregeln (easy) + Armeebuch (so viele Einheiten mit extra Fertigkeiten gab es da nicht).


    Daher halte ich mich da an jetzt wohl besser zurück. 😎

    Wer Smilies nutzt, um Ironie zu verdeutlichen, nimmt Anderen den Spaß, sich zu irren.

  • Ich hoffe sehr, dass die 9. Edition gestreamlined wird, aber mehr Bücher = mehr Geld für GW, so sieht es momentan zumindest aus.

    GW hat es doch faktisch jetzt noch schlimmer gemacht als es vorher war. Das hat mir bereits jeden Spielspaß am großen 40K gekillt und das bevor ich richtig loslegen konnte... Jetzt steht meine Armee rum und wird in weitere Kill Teams aufgeteilt. Das System ist wenigstens geil.

  • Ich hoffe sehr, dass die 9. Edition gestreamlined wird, aber mehr Bücher = mehr Geld für GW, so sieht es momentan zumindest aus.

    GW hat es doch faktisch jetzt noch schlimmer gemacht als es vorher war. Das hat mir bereits jeden Spielspaß am großen 40K gekillt und das bevor ich richtig loslegen konnte... Jetzt steht meine Armee rum und wird in weitere Kill Teams aufgeteilt. Das System ist wenigstens geil.

    Offtopic:

    Warum suchst du dir nicht einfach noch 2 andere Leute und ihr spielt einfach ein bisschen Crusade-Mode?

    Ich hab auch keine Lust auf die zig Updates in allen möglichen Publikationen, aber wenn du nicht gerade Turnierambitionen hast, dann brauchst du das auch nicht alles. Grundregelbuch, Codex für die Stratagems, Battlescribe für Punktekosten und Regeln, fertig.


    Zur eigentlichen Frage kann ich nichts beitragen. Kenne beides, spiele beides, aber das ist wie zu fragen ob Skifahren oder Turnen schwieriger ist. Kommt immer auf die Definition und eigenen Ansprüche an.

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Ich sammle und spiele Warhammer 40.000 und vergleichbare GW-Abkömmlinge seit 15 bis 20 Jahren gelegentlich und kenne die Regelwerke seit der vierten Edition – dieses Spiel sehr kompliziert, d.h. es dauert lange bis man es tatsächlich und vollständig erlernt hat (Regeltiefe), insbesondere durch die fortwährenden Sonderpublikationen und Updates. Dagegen finde ich es nicht sehr komplex, d.h. es gibt im Spiel eins-gegen-eins wenige überraschend auftretende Variablen – kennt man beide teilnehmenden Armeen, dann ist es ziemlich geradlinig (d.h. ich weiß in der Regel was mein Gegenspieler vor hat, sobald seine/ihre Armee auf dem Tisch oder in Reserve bereit steht).


    Kurzer Meinungs-Exkurs: Man kann sich den Einstieg bei Warhammer et al. allerdings selbst beliebig einfacher oder schwieriger machen (Anmerkung: ich schildere beide „Extreme“): Hat man gleich zu Beginn ein kompromissloses Powergaming-Umfeld in einem Klub oder Laden, das sich WAAC (Win At All Costs) auf die Fahnen schreibt und nicht zurückhält in Sachen exotischer Einheiten(-kombinationen) und Sonderformaten, dann ist man schnell im dunkelroten Bereich des Schwierigkeitsgrades (man hört schon raus: das ist und war noch nie meine Welt). Teilt man sich dagegen eine Einsteigerbox mit einem guten Freund und/oder einigt sich grundsätzlich auf ein langsames und schrittweises Herangehen an das Spiel (kleine Schlachten, wenige Einheiten, freundschaftliches und erzählerisches Spiel), dann hat man einen sanften und entspannten Einstieg in das Hobby (man hört wieder raus: so und nicht anders möchte ich Miniaturen-Tabletopspiele erleben).


    Twilight Imperium habe ich noch nie gespielt (würde gerne, aber… Spielerzahl, Job, Corona, Kleinkind), aber was ich aus dem bisschen Regelkenntnis, die ich mir angeeignet habe, ableiten kann: Es scheint mir nicht so kompliziert was die Regeltiefe angeht (natürlich ist es trotz alledem kein Familienspiel), aber recht komplex, was die ineinandergreifenden Systeme und Spielerentscheidungen betrifft. Diese unbekannten Variablen und die hohe Spieldauer bestimmen für mich den für Brettspiele hohen Schwierigkeitsgrad (also das „Weight Rating“).


    Too long, did not read: Warhammer 40.000 (bzw. vergleichbare Spiele) ist komplizierter (Regeltiefe), aber weniger komplex (unbekannte Variablen) als Twilight Imperium (bzw. vergleichbare Spiele).

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  • Xebeche Spannend, dass du die gegnerische Armee als "bekannte Variable" einordnest. Denn wenn ich auf deinem beschriebenen Level bin - also alle Sonderregeln, Fähigkeiten etc. meiner und der gegnerischen Armee kenne, dann hab ich jedes Brettspielregelwerk mit seinen kompletten Karteneffekten schon 3 Mal durchdrungen. Twilight Imperium ist ein Witz gegen WH40K was Komplexität und Kompliziertheit betrifft. Klar, spiel ich die Tutorial Mission der Einsteigerbox mit 3 Marines gegen 3 Necrons sieht die Welt anders aus - aber jedes richtige Spiel von 40K - von 500 bis 2000 Punkte, ist komplexer als Twilight Imperium. Besonders da Twilight Imperium vieles seiner "Komplexität" aus dem antizipieren der Gegner und dem Meta-Gaming nimmt.

  • vermutlich meint er entweder Armeen unter 1000 Punkte, oder aber die Grundlegende Idee der Armee/Fraktion. Bei Tau weiss man zB ja auch immer grob, was sie jetzt wohl machen ;)

    (Extrembeispiel).

    Die große Stärke der Narren ist es, dass sie keine Angst haben, Dummheiten zu sagen.

  • Xebeche Spannend, dass du die gegnerische Armee als "bekannte Variable" einordnest. Denn wenn ich auf deinem beschriebenen Level bin - also alle Sonderregeln, Fähigkeiten etc. meiner und der gegnerischen Armee kenne, dann hab ich jedes Brettspielregelwerk mit seinen kompletten Karteneffekten schon 3 Mal durchdrungen. Twilight Imperium ist ein Witz gegen WH40K was Komplexität und Kompliziertheit betrifft. Klar, spiel ich die Tutorial Mission der Einsteigerbox mit 3 Marines gegen 3 Necrons sieht die Welt anders aus - aber jedes richtige Spiel von 40K - von 500 bis 2000 Punkte, ist komplexer als Twilight Imperium. Besonders da Twilight Imperium vieles seiner "Komplexität" aus dem antizipieren der Gegner und dem Meta-Gaming nimmt.

    Ich versuche mich noch einmal 🙂 „Kompliziert“ und „Komplex“ sind nämlich zweierlei.


    Alle Sonderregeln, besonderen Einheiten, Fähigkeiten und so weiter machen das Spiel aber nicht komplexer, sondern komplizierter, d.h. das relativ geschlossene System wird in der Tiefe erweitert – und kompliziert ist prinzipiell erlernbar (d.h. ich lerne den Codex des Gegners). Was die verbleibende Komplexität angeht: Vor allem im freundschaftlichen Umfeld kennt man seine Pappenheimer auf der gegenüberliegenden Seite recht schnell und – vielleicht auch der Tatsache geschuldet, dass wir bei uns alle keine besonders guten Strategen sind – dann bleibt an unbekannten Variablen nicht mehr viel übrig: Orks nach vorne zum Kloppän, Tau spielen Gunline, Necrons irgendwas dazwischen. Wir kennen uns. Am Ende bleibt: Es stehen sich zwei Personen mit ihren Armeen gegenüber, beide haben bekannte Ziele innerhalb eines doch recht geschlossenen Systems (wohingegen ein echter Krieg natürlich wahnsinnig komplex ist, weil er kein geschlossenes System darstellt).


    Die Komponente Mensch macht im Spiel gerade die Komplexität aus. Ich habe Twilight Imperium nie gespielt, kann nach wie vor nur mutmaßen. Ich ziehe den Vergleich aber mal mit einer Sechs-Spieler-Partie Rising Sun oder Der Eiserne Thron: Das Regelwerk in beiden Spielen ist im Vergleich zu Warhammer-Derivaten simpel, also vergleichsweise unkompliziert – allerdings hat man in beiden Spielen fünf Mitspieler, welche in sich und erst recht im Zusammenspiel kaum ausrechenbare Variablen darstellen, die in jeder Runde mit wenigen Aktionen, Markern und Figuren das Gefüge auf dem Spielfeld grundlegend verändern und eigene Pläne zerschlagen können. Beide Spiele haben zudem die Komponente, dass einem zu jederzeit ein Mitspieler in den Rücken fallen könnte (Der Eiserne Thron kann man gar nicht anders gewinnen), was zu einer gehörigen Portion Double Think und Triple Think führt (d.h. „Ich glaube, dass mein Gegner denkt, dass ich denke, dass er denkt, dass …“).


    Noch einmal „kurz“: Warhammer ist vor allem kompliziert, das heißt schwierig zu durchdringen und zu erlernen (wie z.B. ein Auto, eine Steuererklärung, ein Uhrwerk). Dadurch, dass es in den meisten Fällen aber zwei Spieler sind, die sich mit bekannten Variablen (Einheiten) gegenüberstehen und einen Abnutzungskrieg im Rahmen der statistischen Normalverteilung führen, ist es aber nicht besonders komplex (ich sage nicht „nicht komplex“!). Die Regelhefte oben genannter Brettspiele sind im Vergleich zu den Schinken und Extra-Schinken von Warhammer relativ dünn und unkompliziert, der Grad der Interaktion und der Unvorhersehbarkeit durch die Mitspieler – ergo auch die Komplexität – relativ hoch.

  • Du stellst einfach Prämissen deines eigenen Umfeldes auf, die für viele nicht haltbar sind.
    Wenn ich Warhammer40K Spiele, hab ich 10 potenzielle Mitspieler, von denen jeder locker 2-3 Armeen hat, die er je nach Punktzahl auf den Tisch bringen kann. Zusätzlich hat jede Armee unterschiedliche Fraktionen mit Spezialfertigkeiten, es kommen regelmäßig neue Stratagems dazu oder gar ganze Regeländerungen (wie zum Beispiel aktuell mit dem neuen Field Munitorum).

    Daher bleibe ich dabei: 40K ist in jeder Hinsicht komplexer als die meisten Brettspiele. Allein die Regeln für Sichtlinie und Deckung bekommen die meisten nie fehlerfrei hin 🤣

    Oder anders gesagt: Es geht doch hier darum, was das Spiel leisten kann und nicht was es leistet wenn ich auf niedrigem-Niveau mit den 2 immer gleichen Freunden und Armeen spiele. Da kann ich auch Twilight Imperium mit Kindern spielen...

  • Deshalb bin ich eben der Meinung, dass die Diskussion zu nichts führt. ;)


    Man versucht hier, den gleichen Deckel über zwei grundverschiedene Ansätze zu stülpen. Wenn ich drei Jahre lang jede Woche Twilight Imperium spiele, dann komme ich auch dort zu dem Punkt, wo für jede Rasse die voraussichtliche Spielstrategie weitgehend bekannt ist. Würde man auf der anderen Seite ein kompetitives 6-Personenspiel 40k mit der Standardgrösse 2000 Punkte pro Spieler starten, dann potenzieren sich die Möglichkeiten pro Zug auch sehr schnell.


    Ich bleibe dabei: Verschiedene Systeme, verschiedene Ansätze, verschiedene Ziele. Eine Diskussion darüber, ob nun das eine oder das andere komplexer ist, ist imho eine bestenfalls akademische Übung.

    Wenn dir egal ist, wo du bist, kannst du dich auch nicht verlaufen.

  • Ich bleibe dabei: Verschiedene Systeme, verschiedene Ansätze, verschiedene Ziele. Eine Diskussion darüber, ob nun das eine oder das andere komplexer ist, ist imho eine bestenfalls akademische Übung.

    Dem Stimme ich im Großen und Ganzen komplett zu. Besonders da beide Spiele eben Komplexität aus unterschiedlichen Dingen ziehen.

  • Du stellst einfach Prämissen deines eigenen Umfeldes auf, die für viele nicht haltbar sind.
    Wenn ich Warhammer40K Spiele, hab ich 10 potenzielle Mitspieler, von denen jeder locker 2-3 Armeen hat, die er je nach Punktzahl auf den Tisch bringen kann. Zusätzlich hat jede Armee unterschiedliche Fraktionen mit Spezialfertigkeiten, es kommen regelmäßig neue Stratagems dazu oder gar ganze Regeländerungen (wie zum Beispiel aktuell mit dem neuen Field Munitorum).

    Daher bleibe ich dabei: 40K ist in jeder Hinsicht komplexer als die meisten Brettspiele. Allein die Regeln für Sichtlinie und Deckung bekommen die meisten nie fehlerfrei hin 🤣

    Jetzt bringst Du aber kompliziert und komplex durcheinander, dabei wurden die Unterschiede doch in diesem Thread schon ganz gut erklärt.

  • Nein, ich habe schon mehrfach in diesem Thread deutlich gemacht, dass ich es für komplexer und komplizierter halte. Mein letzter Satz in dem Zitat ist aber, ohne meine restlichen Beiträge hier, durchaus missverständlich, das gebe ich zu :).

    Besonders die Sichtlinie ist ein schönes Beispiel. Sie ist nämlich gar nicht wirklich kompliziert, sie ist aber verdammt komplex in ihrer Ausgestaltung und den Möglichkeiten - weswegen sie dann doch immer wieder am Tisch falsch benutzt wird oder Fragen aufwirft, die in den Regeln (nicht kompliziert!) glasklar geklärt sind.

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  • Okay, Dein Punkt ist dann im Prinzip, dass die Summe der komplizierten Regeln im Zusammenspiel auch zu einem komplexen Spiel führen? Kann man wohl so sehen, wobei mir da die Erfahrung fehlt um das beurteilen zu können.

  • Umgekehrt wird ein Schuh draus. Eine Summe komplexer Regeln, macht ein Spiel durchaus kompliziert. Jede Regel für sich ist nicht kompliziert, die Summe und das Zusammenspiel der Regeln aber durchaus. Und genau da ordnet sich Warhammer 40K 9te Edition meiner Meinung nach ein und das nicht Mal durch die Grundregeln des Systems, sondern die zig Sonderregeln der Fraktionen, veröffentlicht in unterschiedlichen Publikationen, das ständige Verändern und Erweitern von Regeln (alle 6 Monate) im Rahmen eines Balancings etc.

    Spiele wie Twilight Imperium sind einmal gelernt und gut ist ;).