Beiträge von Dirtbag im Thema „Hexplore It: Mountains of Godai (Volume 5)“

    Mit ein wenig Verspätung, da wir es bereits vor rund 3 Wochen gespielt haben, aber besser spät als nie... :$


    Uns hat es nach einem sehr zähen Start gut gefallen, und müssten wir unsere Hexplore-It-Sammlung reduzieren, dann wäre es Stand heute (1x gespielt) zusammen mit Dead King und Shurax in der "Behalten"-Kategorie. Es bietet mit dem Tower-Defense-Ansatz einfach ein wenig Abwechslung zu den anderen Spielen der Reihe.

    Den Verwaltungsaspekt fanden wir auch nicht schlimmer als bei anderen Spielen der Reihe - hier muss man halt ein paar Festungen tracken, bei Shurax sinds je nach Spielziel Arenen, Gold und Casinos, etc., bei Mirza Noctis Blutsammler... irgendwas ist immer. Ist man mal über den zähen Start hinaus und hat den eigentlich ziemlich simplen Flow des Spiels verinnerlicht, dann läuft es auch sehr rund durch. Und das Setting ist halt schon sehr cool.


    Aber:

    Es hat auch ein paar Nachteile. Den zähen Start lasse ich mal aussen vor, das ist ein "Feature" von Hexplore It spätestens seit Shurax. Aber der Tower-Defense-Aspekt nimmt den Fokus ein wenig von den Helden und den Power-Ups weg. Es fühlt sich deshalb indirekter an. Ausserdem finde ich die Heldenfähigkeiten teilweise dermassen verkompliziert formuliert, dass es wirklich schwierig wird zu verstehen, was eigentlich genau die Idee sein soll. Aber was solls, es ist Hexplore It, Balance ist ohnehin ein Fremdwort. Und wo wir bei Balance sind: Das Balancing von Volume 5 ist meiner Meinung nach das mit Abstand schlechteste Balancing aller Hexplore Its. Anfangs kann es sehr, sehr eng werden mit den Städten. Wenn man dann irgendwann einen kritischen Punkt überschritten hat, dann kippt es noch mehr ins Gegenteil als bei den Vorgängern. Da nirgends irgendwelche Limits festgesetzt sind, kann man Festungen und Städte einfach bis zum Abwinken upgraden und in aller Ruhe zuschauen, wie sie sämtliche Gegner - Endboss inklusive - einfach wegballern. Range 11, 16 Würfel, treffen immer (ausser 10) und critten bei 1-3. Noch die Spawn Punkte in der Mitte versiegeln, und das Spiel verliert niemand mehr. Zumindest nicht, ohne den Schwierigkeitsgrad erheblich anzuheben. Ich halte das Spiel deshalb auch für das am schnellsten spielbare Hexplore It bisher - vorausgesetzt, man möchte den Tower-Defense-Weg gehen.


    Will man in klassischer Hexplore-It-Manier die Bosse lieber selbst umhauen, dann sind die Herausforderungen grösser als bisher. Weniger Power-Ups, schwächere Helden, und teilweise recht fiese Boss-Fähigkeiten. Aber auch hier: Balance? Ich hatte irgendwann ein Relikt gefunden, dass sämtliche energieabhängigen Fähigkeiten von Gegnern (inkl. Bossen) blockiert. Je nach Gegner passiert da dann nicht mehr viel.


    Wie es auf den höheren Schwierigkeitsgraden ist, darüber kann ich noch kein Urteil fällen. Wir wollten das Spiel dann aus Zeitgründen beenden, eine Anhebung der Schwierigkeit war deshalb nicht mehr drin. Je nach Zeitpunkt des Wechsels auf den höheren Schwierigkeitsgrad ist aber das Potential da, erheblich mehr Druck aufzubauen.


    Unser vorläufiges Fazit:

    Rein spielerisch eigentlich ziemlich straightforward und weniger kompliziert als Shurax oder Mirza Noctis, aber es steht sich selber etwas im Weg, bis man an diesem Punkt angelangt ist. Wunderschöne Welt, aber noch fragwürdigeres Balancing als ohnehin schon. Coole Helden, die aber teilweise unnötig verkompliziert sind. Oder kurz gesagt: Ein Hexplore It für Fans der Reihe, die gerne über die vorhandenen Schwächen hinwegsehen können und wollen, aber ich würde es definitiv nicht als Einstieg in die Reihe empfehlen. Und ich würde es auch generell nur empfehlen, wenn bereits starke Präferenzen für Hexplore It vorhanden sind - und andernfalls davon abraten.

    Die Hero Chest ist interessant, wenn man mehrere Volumes hat und sie dann als zentralen Lagerplatz für sämtliche Helden und damit assoziierte Spielelemente (Traits, Aspects, Races) nutzt. Andernfalls ist sie nicht nötig und bei nur einem Volume auch eher kontraproduktiv, da man dann zwei Boxen hat statt nur einer.