Beiträge von Thygra im Thema „Brexit: Auswirkungen für Brettspieler?“

    @JoelH : Eine solche Ankündigung würde zur Zeit vermutlich keinem Politiker gut zu Gesicht stehen. Denn damit würde man deutlich sagen, dass man ein Wählervotum nicht akzeptiert und somit die Demokratie in Frage stellen. So jemanden wählt man kaum.

    Deshalb sagt ja sogar die Frau May, dass Sie als Premierministerin den Brexit verhandeln wird, obwohl sie klar dagegen war.

    So ganz einverstanden bin ich nicht, mit deiner Ansicht.

    Und an welcher Stelle glaubst du nun, anderer Ansicht als ich zu sein? Ich habe doch gar nicht geschrieben, ob ich die Hilfen der EU für Griechenland gut oder schlecht finde. Und ich habe auch nicht behauptet, dass die Griechen verstanden hätten, wie sie sparen müssen.

    Es ging mir nur darum, den von @MetalPirate zitierten Halbsatz nicht so stehen zu lassen, weil dadurch der Eindruck erweckt wird, die EU wäre schuld daran, dass die Griechen sparen müssen. Daran ist aber nicht die EU schuld.

    Die Griechen werden zum Sparen gezwungen (...)

    Diese Formulierung halte ich für populistisch. Man sollte nicht vergessen, dass die EU den Griechen immer noch HILFT, einen Staatsbankrott zu vermeiden.

    Die Griechen hätten auch wählen können, dass sie nicht sparen müssen und stattdessen der Staat bankrott geht. Aber wäre das besser gewesen? Für die meisten Griechen wohl nicht.

    Aber wenn ich mir die letzten vier bis fünf Jahre so anschaue, dann bekomme ich das Gefühl, dass die Union mittlerweile in eine andere Richtung läuft und gegenseitige Ressentiments zwischen den Mitgliedsländern eher auf- als abbaut. Ist das eine Fehleinschätzung?

    Ich würde sagen: Jein.

    Meines Erachtens sind es in den meisten Fällen die Rechtspopulisten, die die Ressentiments zwischen den Mitgliedsstaaten aufbauen. Natürlich nutzen Sie dazu Entscheidungen der EU, die unpopulär sind. Die EU macht sicher nicht alles richtig, aber das ist ganz normal. Auch Regierungen machen nie alles richtig.

    Das Hauptproblem der EU ist für mich, dass sie immer darauf vertraut hat, die Menschen wüssten von alleine, weshalb die EU grundsätzlich eine gute und sinnvolle Institution ist. Sie hat es nicht geschafft, den Menschen zu vermitteln, was sie alles an guten und wichtigen Dingen für alle Mitglieder gebracht hat.

    Viele Menschen in der EU wissen gar nicht, was die EU Ihnen alles an Vorteilen bringt. In den Köpfen bleiben meist die negativen Nachrichten haften. Man erinnert sich eher daran, dass die EU den Krümmungsgrad für Bananen oder Schlangengurken festgelegt und die Glühbirnen abgeschafft hat. Das fühlt sich ein wenig so an wie ein Wirtschaftsunternehmen ohne Marketingabteilung.

    Hätte die EU ihren Nutzen besser vermittelt, hätten die Briten nicht für einen Brexit gestimmt.