Beiträge von LemuelG im Thema „Skat / Binokel Tipps für Neuling“

    Prodigy1971 Zwischen dem ganzen Trash Talk verbirgt sich dann doch eine kluge Information, die man sich merken kann:

    "Sieben, Neune, Unter - geht keiner drunter."

    Heißt: Wenn Du bei einem Nullspiel diese drei Werte in einer Farbe hast, bist Du sicher - kein Anspielender kann Dich in dieser Farbe zwingen, einen Stich zu machen, weil Du unter eine 8 die 7, unter eine 10 die 9 und unter alle Bilder den Unter legen kannst.

    Wenn ich das hier so lese, dann verstehe ich schon, warum mir das bisher niemand zwischen Tür und Angel beibringen konnte. Ich denke, da muss man sich echt Zeit nehmen und regelmäßig spielen. Ich bin geneigt den Kollegen abzusagen für dieses Experiment. Ich hatte nicht geplant, regelmäßig Skat zu spielen. :lachwein:

    Die großen Diskussionen, die hier geführt werden, drehen sich um ziemlich rare Sonderfälle. Das kannst Du als Anfänger geflissentlich ignorieren. Klar schadet es nicht, im Kopf zu haben, dass man ein Spiel auch verlieren kann, wenn 7 von 10 Karten hohe Trümpfe sind, wenn die Gegner viele Punkte über die verbleibenden drei Karten machen können. Aber das ist bei so ziemlich jedem Stichspiel so.

    Ich habe selbst bestimmt 15 Jahre kein Skat mehr gespielt, betrachte die Kenntnis des Spiels aber als Teil des ludischen Grundbildungskanons. Also lass Dich nicht verschrecken, die Feinheiten lernst Du mit zunehmender Erfahrung. Und was Du für die erste Runde wissen musst, habe ich Dir oben aufgeschrieben. Im Zweifel sagst Du direkt weg, wenn Du Dir Deines Blattes nicht völlig sicher bist, und lernst erstmal ein paar Hände lang als Mitspieler. Zwingt einen ja keiner zum Reizen.

    Skat ist nicht so schwierig, es gibt nur ein paar Details, die die Dinge verkomplizieren.

    Na ja, die Regeln sind sicher nicht schwierig, aber um Skat einigermaßen gut zu spielen, erfordert es schon ein wenig Beurteilungsvermögen und Mitdenken. Ähnlich wie beim Schach: Da sind die Regeln noch einfacher, aber beim Spielen die Ansprüche nochmal deutlich höher, um es halbwegs zu beherrschen :)

    Definitiv. Aber es ging ja ums Verstehen der Regeln, nichts ums gut spielen.

    Theoretisch musst Du, wenn Du 4 Buben hast, für den Wert beim Ass und dann der 10 und dem König etc. der gewünschten Trumpffarbe weiterzählen - aber das ist fast ohne praktische Relevanz

    Ui, das halte ich ja für eine Hausregel. Ich kenne dieses Vorgehen auch, aber nur OHNE. Also kein Bube, kein Ass = OHNE 5, Spiel 6. Kann aber sein, dass sich da regeltechnisch in den letzten - öhm - 10 (?) Jahren etwas geändert hat.

    Quelle ist das hier: https://www.skat-palast.de/lektion-2-skat…ger-das-reizen/ Punkt 3.2.1, wo ich ein paar Details zu den Gewinnstufen nachgeschaut hatte. Ist mir in der Praxis noch nie begegnet, aber ich spiele auch sehr selten.

    Skat ist nicht so schwierig, es gibt nur ein paar Details, die die Dinge verkomplizieren.

    Es gibt drei Arten von Spielen, die vorkommen können:

    • Ein Normalspiel, wo eine Farbe zum Trumpf wird
    • Einen Grand, wo ausschließlich die 4 Buben Trumpf sind
    • Ein Nullspiel, wo es gar keinen Trumpf gibt

    Im Normalspiel schaust Du als erstes, ob Du einen Kreuz-Buben hast oder nicht. Hast Du einen, dann reizt Du "MIT", sonst "OHNE".

    • Beim Reizen MIT zählst Du nun, wieviele fortlaufende Buben in Wertigkeitsreihenfolge (Kreuz-Pik-Herz-Karo) Du ausgehend vom Kreuzbuben hast. Das können 1 (nur Kreuz Bube), 2 (Kreuz und Pik), 3 (Kreuz, Pik und Herz) oder alle 4 sein. Diesen Wert erhöhst Du um 1, um den Spielwert zu bekommen. Also bspw. MIT 2 Spiel 3. (Theoretisch musst Du, wenn Du 4 Buben hast, für den Wert beim Ass und dann der 10 und dem König etc. der gewünschten Trumpffarbe weiterzählen - aber das ist fast ohne praktische Relevanz.)
    • Beim Reizen OHNE zählst Du, wieviele Buben Dir bis zum höchstwertigen vorhandenen fehlen. Das können wieder 1 (Du hast den Pik Buben), 2 (Du hast den Herz Buben), 3 (Du hast den Karo Buben) oder 4 (Du hast keinen Buben) sein. Wieder 1 dazu für den Spielwert. (Auch hier zählen theoretisch bei 4 fehlenden Buben auch die fehlenden Spitzenkarten der Trumpffarbe - und auch hier kommt das praktisch fast nie vor.)
    • Den Spielwert multiplizierst Du mit dem Grundwert der Farbe, die Du als Trumpf spielen möchtest (Kreuz = 12, Pik = 11, Herz = 10, Karo = 9) und hast damit den maximalen Wert, bis zu dem Du reizen darfst.

    Der Grand funktioniert hinsichtlich des Spielwerts genauso, nur hast Du hier keine Trumpffarbe. Stattdessen ist der Grundwert beim Grand 24.

    Mit einer Ansage "Hand" (+1) oder "Hand Ouvert" (+2) kannst Du den Spielwert weiter steigern. Hand bedeutet, dass Du als Alleinspieler die 2 Karten im Skat nicht anschauen und aufnehmen darfst. Sie zählen aber zu Deinen erreichten Punkten. Ouvert bedeutet zusätzlich, dass Du beim Spielen Dein Blatt offen hinlegen musst, so dass die Mitspieler ihre Karten optimal wählen können.

    Fürs erste Spiel würde ich davon abraten, Schneider (+1), Schwarz (+2) bzw. deren explizite Ansage (jeweils nochmal +1) vorzunehmen. Das ist was für erfahrene Spieler.

    Beim Nullspiel sortieren sich alle Karten ein, es gibt keine Trümpfe. Der Bube und darunter die 10 wandern also zwischen Dame und 9. Beim Nullspiel gibt es nur 4 Varianten mit festen Werten - "einfaches" Null mit 23, Null Hand mit 35, Null Ouvert mit 46 und Null Hand Ouvert mit 59. Du darfst im Spiel keinen Stich bekommen.

    Die Ansagereihenfolge folgt dem Spruch: Geben-Hören-Sagen-Weitersagen, ausgehend vom Geber. Links vom Geber sitzt Vorderhand (der spielt also den ersten Stich an), der hört sich zunächst die Reizgebote von Mittelhand (links von Vorderhand) an und sagt nur "ja" oder "weg". Steigt Vorderhand oder Mittelhand mit "weg" aus dem Reizen aus, sagt der Geber = Hinterhand ausgehend vom Stand des Reizens weiter mit dem nächsten nicht erreichten Reizwert, bis klar ist, wer das höchste Gebot abgegeben hat. Der ist dann Alleinspieler. Der muss dann ggf. den Skat aufnehmen und ein Spiel ansagen, das mindestens den gereizten Wert erreicht.

    Achtung, im Skat können Buben liegen, die ein Alleinspiel OHNE von der Wertigkeit kaputtmachen können. Ggf. muss man dann ein anderes Spiel ansagen als eigentlich geplant. Ansagen muss man, denn die Mitspieler müssen ja wissen, was gespielt wird (also was Trumpf ist).

    Im Spiel selbst gilt Farbbedienzwang, es sei denn, es ist ein Trumpf angespielt, dann kann ein beliebiger Trumpf bedient werden.

    Werte der Karten: Ass 11, Zehn 10, König 4, Dame 3, Bube 2, Neunen, Achten, Siebenen alle 0. Als Alleinspieler musst Du mit Deinen gewonnenen Stichen inkl. Skat auf 61 Punkte kommen, als Gegenspieler reichen in Summe 60.