Skat ist nicht so schwierig, es gibt nur ein paar Details, die die Dinge verkomplizieren.
Es gibt drei Arten von Spielen, die vorkommen können:
- Ein Normalspiel, wo eine Farbe zum Trumpf wird
- Einen Grand, wo ausschließlich die 4 Buben Trumpf sind
- Ein Nullspiel, wo es gar keinen Trumpf gibt
Im Normalspiel schaust Du als erstes, ob Du einen Kreuz-Buben hast oder nicht. Hast Du einen, dann reizt Du "MIT", sonst "OHNE".
- Beim Reizen MIT zählst Du nun, wieviele fortlaufende Buben in Wertigkeitsreihenfolge (Kreuz-Pik-Herz-Karo) Du ausgehend vom Kreuzbuben hast. Das können 1 (nur Kreuz Bube), 2 (Kreuz und Pik), 3 (Kreuz, Pik und Herz) oder alle 4 sein. Diesen Wert erhöhst Du um 1, um den Spielwert zu bekommen. Also bspw. MIT 2 Spiel 3. (Theoretisch musst Du, wenn Du 4 Buben hast, für den Wert beim Ass und dann der 10 und dem König etc. der gewünschten Trumpffarbe weiterzählen - aber das ist fast ohne praktische Relevanz.)
- Beim Reizen OHNE zählst Du, wieviele Buben Dir bis zum höchstwertigen vorhandenen fehlen. Das können wieder 1 (Du hast den Pik Buben), 2 (Du hast den Herz Buben), 3 (Du hast den Karo Buben) oder 4 (Du hast keinen Buben) sein. Wieder 1 dazu für den Spielwert. (Auch hier zählen theoretisch bei 4 fehlenden Buben auch die fehlenden Spitzenkarten der Trumpffarbe - und auch hier kommt das praktisch fast nie vor.)
- Den Spielwert multiplizierst Du mit dem Grundwert der Farbe, die Du als Trumpf spielen möchtest (Kreuz = 12, Pik = 11, Herz = 10, Karo = 9) und hast damit den maximalen Wert, bis zu dem Du reizen darfst.
Der Grand funktioniert hinsichtlich des Spielwerts genauso, nur hast Du hier keine Trumpffarbe. Stattdessen ist der Grundwert beim Grand 24.
Mit einer Ansage "Hand" (+1) oder "Hand Ouvert" (+2) kannst Du den Spielwert weiter steigern. Hand bedeutet, dass Du als Alleinspieler die 2 Karten im Skat nicht anschauen und aufnehmen darfst. Sie zählen aber zu Deinen erreichten Punkten. Ouvert bedeutet zusätzlich, dass Du beim Spielen Dein Blatt offen hinlegen musst, so dass die Mitspieler ihre Karten optimal wählen können.
Fürs erste Spiel würde ich davon abraten, Schneider (+1), Schwarz (+2) bzw. deren explizite Ansage (jeweils nochmal +1) vorzunehmen. Das ist was für erfahrene Spieler.
Beim Nullspiel sortieren sich alle Karten ein, es gibt keine Trümpfe. Der Bube und darunter die 10 wandern also zwischen Dame und 9. Beim Nullspiel gibt es nur 4 Varianten mit festen Werten - "einfaches" Null mit 23, Null Hand mit 35, Null Ouvert mit 46 und Null Hand Ouvert mit 59. Du darfst im Spiel keinen Stich bekommen.
Die Ansagereihenfolge folgt dem Spruch: Geben-Hören-Sagen-Weitersagen, ausgehend vom Geber. Links vom Geber sitzt Vorderhand (der spielt also den ersten Stich an), der hört sich zunächst die Reizgebote von Mittelhand (links von Vorderhand) an und sagt nur "ja" oder "weg". Steigt Vorderhand oder Mittelhand mit "weg" aus dem Reizen aus, sagt der Geber = Hinterhand ausgehend vom Stand des Reizens weiter mit dem nächsten nicht erreichten Reizwert, bis klar ist, wer das höchste Gebot abgegeben hat. Der ist dann Alleinspieler. Der muss dann ggf. den Skat aufnehmen und ein Spiel ansagen, das mindestens den gereizten Wert erreicht.
Achtung, im Skat können Buben liegen, die ein Alleinspiel OHNE von der Wertigkeit kaputtmachen können. Ggf. muss man dann ein anderes Spiel ansagen als eigentlich geplant. Ansagen muss man, denn die Mitspieler müssen ja wissen, was gespielt wird (also was Trumpf ist).
Im Spiel selbst gilt Farbbedienzwang, es sei denn, es ist ein Trumpf angespielt, dann kann ein beliebiger Trumpf bedient werden.
Werte der Karten: Ass 11, Zehn 10, König 4, Dame 3, Bube 2, Neunen, Achten, Siebenen alle 0. Als Alleinspieler musst Du mit Deinen gewonnenen Stichen inkl. Skat auf 61 Punkte kommen, als Gegenspieler reichen in Summe 60.