Mein Aventuria 1 wirkt im direkten Vergleich deutlich wertiger. Habe bisher an allen Fundings teilgenommen. Damals liefen diese noch über gameontabletop und brachten unter 80.000€, jetzt kommen wir auf eine mindestens 5x höhere Summe bei deutlicher Qulitätsverschlechterung. Dies in Verbindung mit den „Preismanövern“ im derzeitigen Fighting Fantasy Quest CF wirft kein gutes Licht auf Ulisses.
Wenn die Charge im Retail nicht deutlich verbessert sein sollte, werden das doch reihenweise Kunden reklamieren und Ulisses bleibt auf den Kosten sitzen, plus nimmt weiteren Imageschaden. Kann mir nicht vorstellen, dass derart dezentrierte Karten und nahezu unlesbar dunkle Texte im normalen Kaufsetting akzeptiert werden.
Es bleibt unverständlich. DSA, seine Welt und auch Produkte wie Aventuria sind nach wie vor Verkaufsmagnete in einer gewissen Nische und es werden für Exclusives, Sammelbände oder auch Aventuria (z.B. Komplettpakete Teil 1 habe ich für über 700€ weggehen sehen) hohe Preise bezahlt. Zudem wurden durch das Kelche der Macht CF nochmal neue Kundenschichten erschlossen (s. Backerzahl) und weitere Aventuria CFs sollen folgen. Wieso man in diesem Kontext nicht stringent bemüht ist die Qualiät zu halten und ggfs. Material/Karten auszutauschen, erschließt sich mir nicht.
Ja, die Karten von 1.0 waren definitiv wertiger, gar keine Frage. Und die hätte ich auch zu gerne für 2.0 gehabt. Aber das ist auch nicht grundlos so.
Zu deinen Absätzen:
Die alten und das aktuelle CF kannst du (leider) aber nicht mehr miteinander vergleichen. Zu Zeiten von Pfad der Legenden, war die Welt noch "in Ordnung". Das war noch vor dem Angriffskrieg in der Ukraine, da konnte Ulisses noch für gute Preise in Polen produzieren. Seitdem hat sich leider auch die Brettspielwelt extrem verändert. Das englische Stories & Legends musste dann ja schon nach China ausweichen, weil die (finalen CF-)Preise für Boxen aus Polen aufs dreifache gestiegen wären. Und seitdem hat sich die Situation wohl auch nicht verbessert. Die damaligen Schwarzkern-Karten sind wohl auch seitdem nochmal deutlich teurer geworden etc. und scheinbar gibt es in China auch keine bezahlbareen Produzenten, die ansatzweise dieselbe Kartennqualität liefern können. Ich sage nicht, dass alles zufriedenstellend ist, aber es ist auch nicht so als wenn Ulisses einfach ohne Grund die Qualität runterschraubt.
Bei Fighting Fantasy Quest gab es kein "Preismanöver", da haben einfach einige Leute in der internen Kommunikation untereinander versagt, weswegen anfangs ein viel zu hoher Preis (100 Euro netto statt 60 Euro netto - zur Info: 100 Euro wäre der Retail-Bruttopreis gewesen) für die Grundbox im CF stand (was doppelt blöd ist, weil dadurch sicher einige Backer abgeschreckt waren und nur ein Teil davon mitbekommen wird, dass der Preis eigentlich deutlich niedriger ist).
Es gibt allerdings keine "Charge für den Retail". Für Ulisses lohnen sich solche Produktionen (auch seit 2022) nur noch en bloc im Crowdfunding. Die haben für Crowdfunding und Retail alles auf einmal produzieren lassen. Extrem dezentrierte Karten oder unlesbare Texte hatte ich übrigens nicht. Ich habe Fotos von verrutschten Karten gesehen (und ich rede jetzt nicht von ein paar Milimetern, das gab es bei 1.0 genauso), aber das ist defintiv nicht der Standard.
Wie du schon richtig sagst, sprechen wir von einer Nische. DSA ist Nische, Aventuria ist noch mehr Nische als DSA. Wir reden hier - selbst mit dem CF jetzt - immer noch von Kleinauflagen. "Material/Karten auszutauschen" hört sich leicht an, aber wir wissen nicht, was dahinter für Kosten (Produktion, Lieferung nach D und Auslieferung an die Kunden) stehen würde, v.a. im Bezug auf den Deckungsbeitrag, den das Crowdfunding schlussendlich hatte. Ich fürchte halt, dass das Verhältnis nicht gut aussieht, dass also am Ende wenig übrigbleiben würde, was für ein so ein Projekt, das für Ulisses ja vergleichweise riesig ist, fatal wäre.