Beiträge von Blotgrim im Thema „Ausgeliefert: Aventuria - Das Abenteuer-Brettspiel (aka Aventuria 2.0)-Crowdfunding“

    Ok, dann freut mich das für dich. Bei mir ist das leider anders. Ich erfreue mich das erste Mal dran aber dann wechselt mein Hirn in den Effizienz-Modus.

    Mich wundert nur, dass du dann bei diesem Spiel anscheinend dabei bist. "Effizienz-Spieler", "Min/Max-Spieler" , "Tryhards", etc. sind definitiv nicht die Zielgruppen dieses Spiels. Hier gibt es nämlich mehr Glück, als alles andere. Da gibt es doch ganz andere Spiele.
    Ich gehöre ebenfalls zu denen, denen Artwork und auch Flufftext unheimlich wichtig sind. Gut gemacht erfreue ich mich auch beim 1000. Mal daran. Hier erinnert mich das Kartendesign auch noch an meine Magic the Gathering Zeit. Daher immer wieder ein Stich ins Auge bei besonders schwer zu erkennendem Artwork.

    Ebenso bringt eine gegenteilige Meinung hier nichts. Nicht das man diese die Meinung ändern sollte - mir wäre es auch lieber egal - , sondern nur die Äußerung dieser ist kontraproduktiv. Immerhin gewinnen doch ALLE etwas, wenn sich was ändert. Nur mein Gedanke dazu.

    Nichtsdestotrotz ist es schon seit je her so, dass in dieser Spielewelt, die Immersion mit Text und Bildern, das Wichtigste überhaupt ist.

    "Minderwertig" und "fehlerhaft" finde ich einfach die falschen Begriffe

    In ihrem Update haben sie den Druck sogar als Fehler eingestanden, wenn auch in irgendeiner absolut willkürlichen Toleranzgrenze. Aber eben nicht so, wie sie es wollten/planten. Daher sind sowohl "minderwertig" als auch "fehlerhaft" die richtigen Begriffe.

    Ist das Spiel unspielbar? Nein.
    Nur ist es wirklich SCHADE.

    Das kommt mir immer wieder in den Sinn, wenn ich bestimmte Karten ziehe und versuche Details zu erkennen. Einfach schade. Oder mir die empfindliche Oberfläche der Boards wieder mal auffällt, die Spuren haben, allein vom Karten verschieben.
    Mir kam es wie ein Herzensprojekt vor, ein Spiel das es schon so lange gibt, wieder aufzulegen in einer großen Deluxefassung. Dann aber nur das Nötigste zu tun, ist nun mal sehr ernüchternd.
    Jedenfalls ein großer Punkt, weshalb ich ihr anderes Projekt, Fighting Fantasy Quest, nicht unterstütze, obwohl ich interessiert bin. Oder anders: Wäre das Spiel in dem Zustand, bei dem man die Liebe zum Projekt spürt, hätte Ulisses wohl einen Unterstützer mehr gehabt, beim aktuellen Projekt. Daher wirtschaftlich nicht weit genug gedacht.

    Noch ein kleiner Tipp: Linksklick aufs Bild, danach Rechtsklick - da dann "Grafik in neuem Tab öffnen". Dann kann man es besser anschauen.

    Hier mal ein Vergleichsbild von mir. Das erwähnte "Bedendes Grab", sowie die Rückseite "Flüsternes Grab", welche erkennbar ist. Die Karten "Feinseligkeit" und "Dammweg", da sie düstere Karten sind, welche aber gut gelungen sind. Und noch zwei Spielerkarten aus dem Deck des Zwergs. "Kampfrausch" ist eine dunkle Karte, welche alle Details erkennen lässt, "Schmiedemeister", naja der Helm hinter ihm ist nur zu erahnen. Wobei ich sagen muss, das Bild ist mit Tageslicht, aus einer großen Fensterfront gemacht. Die Kamera lässt sogar manche Details aufkommen, die man real nicht so sauber erkennt.

    Wir haben keinen Bestand mit anders oder heller gedruckten Karten, auf den wir zugreifen könnten, und können daher auch keinen teilweisen oder vollständigen Tausch ermöglichen, auch nicht gegen Kostenbeteiligung.

    Es gibt zwar Unterschiede, wie dunkel manche Chargen sind, aber bisher glaube ich, es gibt schlichtweg keine hellere Charge. Einige haben noch nicht nachgesehen, andere stört es nicht, was nicht heißt, dass sie einen guten Druck haben. Die Unterschiede in den Bildern können von Kamera und Lichtverhältnissen herrühren. Mir kommt es eher so vor, dass die Druckerei die Farbkalibrierung falsch eingestellt hat.

    Wie schon in meinem vorherigen Post erwähnt: Die Karten 365-370 vom Wildenstein-Abenteuer "Bebendes Grab", also die Rückseite quasi, sind eine gute Referenz. Bei mir selbst direkt in die Lampe gehalten, erkenne ich so gut wie nicht auf dem Bild. Nichts.

    Für ein Projekt dieser Größe und der Preisklasse finde ich ebenfalls die Qualität nicht ausreichend.

    Die Karten sind teilweise zu dunkel und sind zu dünn/zu wenig verstärkt. Nach dem Update ist klar, dass sie schon wegen der dunklen Karten Bescheid wissen, daher bin ich noch unschlüssig, ob ich mich beim Support melden sollte.
    Bei der Pappe ist klar eine sehr günstige genommen worden. Sehr dünn mit wenig Struktur. Daher sehr minderwertig und die Lebensräder sind nur mit Werkzeug zu benutzen. Die Pappe gibt zu leicht nach und die Löcher sind zu groß. Selbst wenn diese perfekt geschnitten wären, würde die Pappe zu sehr nachgeben und schnell ausleiern. (mit einem Kunststoffhammer drauf, funktioniert ohne Spuren.)

    Die anderen Marker sind zum Glück aus Holz. Doch hier wäre in der Preisklasse mehr drin gewesen. (Gefahrenmarker ein Gesicht gravieren/drucken, Schicksalstoken beidseitig bedrucken, Abenteuer- und Lebensmarker bei 5 und 20 die Nummer eingravieren oder drucken.) Das ist alles aber nur Wunschluxus und kein großes Ärgernis.

    Die Boards, alle, ebenfalls untere Mittelklasse. Sehr empfindliche Oberfläche, was für ein Spiel suboptimal ist. Verstehe bei den Playerboards auch das Design nicht. Die Heldenkarten sollte rechts außen liegen, um einfacher getappt zu werden und mehr Platz für Verbesserungen zu haben.

    Die Kampagnenbücher hätten allerdings wirklich als Ringheft nicht nur besser ausgesehen, sondern wären auch viel praktischer. Würde zum Spiel, zur Preisklasse und auch zur Rollenspielwelt mit eher edleren Schriftstücken perfekt passen. Ebenso kommt es einem eher lieblos vor, bei der Fluch der Wüste Box, dass das Szenario mit im Regelheft ist.

    Dafür ist das Insert insgesamt besser, als der Durchschnitt und von vielen Konkurrenten dieser Preisklasse und darüber hinaus.

    Ebenso sind die Storys besser als viele andere da draußen. Außerdem empfinde ich Textzeit und Kampfzeit als sehr gut abgestimmt.

    Das Einsteiger-Miniszenario ist ganz nett, aber wenig hilfreich. Es sind wirklich nur die Basismechaniken. Im ersten Abenteuer fühlt man sich als Aventuria-Neuling komplett alleingelassen. Ist vielleicht nicht unbedingt was Schlechtes, immer nur an die Hand genommen zu werden, ist ja auch nicht das Wahre. Dennoch wäre ein weiterer Akt mit allen Regeln sehr clever gewesen, auch um so ein Deck besser zu verstehen.


    Wir haben ansonsten das erste Kampagnenheft durch mit zwei Helden. Schöne Storys, viel Abwechslung und ein schönes nostalgisches Gefühl, für uns in Aventurien zu sein, ansonsten ausschließlich über DSA. Das Würfeln bringt viele Emotionen hervor und das Spiel ist auf normal schon eine Herausforderung. Vor allem, da man zu Beginn meist voll auf die Fresse bekommt, bis man ordentlich zurückschlagen kann. Dennoch bisher sehr viel Spaß mit viel Wiederspielwert, schon alleine andere Helden auszuprobieren. Die feste Deckgröße ist manchmal ein Dämpfer, da man nicht immer Karten rausschmeißen will, dennoch gerne neue hätte. So sind Belohnungskarten eher selten ins Deck genommen und die Kelche verursachen teilweise eine abstoßende Reaktion, da man eigentlich keine Karte dagegen tauschen möchte.

    Ansonsten geht der Kampf flüssig vonstatten und ist trotz oft gleicher gespielter Karten, vielseitig. Nicht zuletzt auch durch die vielen verschiedenen Gegner. Definitiv ein Pluspunkt. Durch die dunkleren Karten geht mitunter Ästhetik verloren, da man kaum erkennt, was drauf ist, vom eigenen Platz aus. Die Gräberkarten vom Wildenstein-Abenteuer sind da ein Beispiel.

    Trotz allem freuen wir uns darauf, die Kampagne durchzuspielen und dann gegebenenfalls mit neuen Helden, weitere Kampagnenläufe zu starten oder einzelne Favoriten zu spielen.