Finanziell lohnt sich der ganze Aufwand meistens nicht. Wenn man nur den einen Termin in Göttingen der zu einer Veröffentlichung führte, berücksichtigt mag es sich ja lohnen. Allerdings muss man auch alle anderen Termine (Nürnberg, Göttingen, Essen…) mitberücksichtigen und dann sieht die Rechnung schon wieder etwas anders aus. Viele Autoren haben die Kosten von zwei bis drei Veranstaltungen im Jahr, was bei weitem nicht der Anzahl Veröffentlichungen im Jahr entspricht.
Finanziell "lohnen" tut sich das ganze Autorendasein nicht.
Wenn du zB für ein Spiel 100 Stunden am PC sitzt, 100 Stunden Testspiele machst und dann noch ca. 100 Stunden Aufwand für die Verlagsgespräche rechnest (und das ist schon alles recht konservativ), irgendwas um die 500€ für Materialien, Reise und Hotels ausgegeben hast, und dann kriegst du am Ende 5000 Euro dafür, dann bist du recht nahe an 15€ Stundenlohn. Wenn nur jeder dritte Prototyp tatsächlich veröffentlicht wird (leider realistisch), sind wir schon runter auf 5€ Stundenlohn.
Man kann das natürlich schönrechnen und die Hälfte an Zeit und Kosten als "Hobby" verbuchen, im Sinne von "ich wäre eh nach Essen gefahren" und "ich geh eh zum Brettspielabend, der Prototypentest dort zählt als Spaß". Das machen die meisten, Spieleautor sein ist für fast alle eher ein Hobby.
Es gibt nur ein paar wenige, die das richtig als Beruf durchziehen (bzw könnten), und damit erfolgreich sind. Sei es durch hohen Output an veröffentlichungswürdigen Spielideen oder durch ein paar einzelne sehr einträgliche Ideen, die alleine die Lebenskosten decken.