Mal ganz offen in die (Autoren-)Runde gefragt: Wenn ich so mitkriege, wie eher unbekannte Autoren teilweise durch halb Deutschland fahren, um irgendwo an Autorentreffen oder Messen oder Spieletreffs teilzunehmen, dann scheint mir das Präsentieren der eigenen Ideen selbst manchmal ein ziemlich teures eigenes Hobby zu sein.
Wenn ich überlege, welchen Murks ich teilweise schon auf Spieletreffs als Prototypen mitgespielen "durfte", wie wenige Spiele tatsächlich von den namhaften Verlagen pro Jahr veröffentlicht werden, und dass da dann doch oft immer wieder die gleichen, altbekannten Autorennamen draufstehen und nur ganz selten Neulinge zum Zug kommen ... wie rechnet sich dann so ein Autorentreffen für die Autoren? (Dass es sich für Verlagsvertreter lohnt, ist klar. Für die ist's völlig ausreichend, wenn sie drei potenziell gut vermarktbare Perlen unter dutzenden komplett chancenlosen Sachen finden.)
Wo sind die Erfolgsstorys von unbekannten Autoren, die ausgerechnet bei solchen Veranstaltungen entdeckt worden sind? Ich kenne keine, obwohl ich gerne auch auf BGG Designer Diaries lese. Lohnt sich das aus Autorensicht überhaupt im Vergleich zu Autorenwettbewerben oder zum direkten Kontakt mit Verlagen? (Von Hippodice & Co kenne ich da mehr Erfolgsstories, die zu späteren Veröffentlichungen geführt haben.) Gibt's echte Chancen, als Unbekannter auf einem Autorentreffen mit seinem Spiel bei einem namhaften Verlag zu landen? Wie viele Prozent der dort präsentierten Sachen erleben tatsächlich eine Veröffentlichung? 10%? 3% 1% Noch weniger?
Dass man als Spieleautor nicht reich wird und die eigene Arbeitszeit komplett als Hobby verbuchen muss, ist ohnehin klar. Ähnlich vielleicht wie bei Hobbymusikern. Aber wenn da Hobby-Bands auf Tour gehen, ist die Erwartungshaltung schon, dass es finanziell zumindest null auf null aufgehen muss. Wo ist da das Äquivalent zu den teils nicht unerheblichen Hotel- und Fahrtkosten, wenn die Autoren nach Essen, Göttingen, Nürnberg, zu diversen Spieletreffen oder sonstwo hinfahren? Nur der Kontakt mit anderen Autoren und Redakteuren? Rechnet sich das wenigstens, irgendwie, so halbwegs?