Beiträge von MetalPirate im Thema „Spieleautoren im Forum“

    Und irgendwie fangen ja auch neue Autoren an, bevor sie zu bekannten Autoren werden.

    Vielleicht trügt der Eindruck, aber mir kommt's so vor, als ob heute in Zeiten des Neuheiten-Überflusses große, bekannte Namen deutlich wichtiger geworden sind als sie es früher jemals waren. Haben Neulinge überhaupt noch eine Chance in dem Business? Die Leute, die bereit sind, Anleitungen zu Spielen von unbekannten Autoren zu lesen, kannst du doch an einer Hand abzählen, auch hier im Forum. Während gleichzeitig jedes neue Werk namhafter Autoren von der Youtuber-Fraktion abgefeiert wird, noch bevor man irgendwas über das Spiel weiß (und wenn man dann die Regeln sieht, ist's doch allzu oft nur alter Wein in neuen Schläuchen).

    Mal ganz offen in die (Autoren-)Runde gefragt: Wenn ich so mitkriege, wie eher unbekannte Autoren teilweise durch halb Deutschland fahren, um irgendwo an Autorentreffen oder Messen oder Spieletreffs teilzunehmen, dann scheint mir das Präsentieren der eigenen Ideen selbst manchmal ein ziemlich teures eigenes Hobby zu sein.

    Wenn ich überlege, welchen Murks ich teilweise schon auf Spieletreffs als Prototypen mitgespielen "durfte", wie wenige Spiele tatsächlich von den namhaften Verlagen pro Jahr veröffentlicht werden, und dass da dann doch oft immer wieder die gleichen, altbekannten Autorennamen draufstehen und nur ganz selten Neulinge zum Zug kommen ... wie rechnet sich dann so ein Autorentreffen für die Autoren? (Dass es sich für Verlagsvertreter lohnt, ist klar. Für die ist's völlig ausreichend, wenn sie drei potenziell gut vermarktbare Perlen unter dutzenden komplett chancenlosen Sachen finden.)

    Wo sind die Erfolgsstorys von unbekannten Autoren, die ausgerechnet bei solchen Veranstaltungen entdeckt worden sind? Ich kenne keine, obwohl ich gerne auch auf BGG Designer Diaries lese. Lohnt sich das aus Autorensicht überhaupt im Vergleich zu Autorenwettbewerben oder zum direkten Kontakt mit Verlagen? (Von Hippodice & Co kenne ich da mehr Erfolgsstories, die zu späteren Veröffentlichungen geführt haben.) Gibt's echte Chancen, als Unbekannter auf einem Autorentreffen mit seinem Spiel bei einem namhaften Verlag zu landen? Wie viele Prozent der dort präsentierten Sachen erleben tatsächlich eine Veröffentlichung? 10%? 3% 1% Noch weniger?

    Dass man als Spieleautor nicht reich wird und die eigene Arbeitszeit komplett als Hobby verbuchen muss, ist ohnehin klar. Ähnlich vielleicht wie bei Hobbymusikern. Aber wenn da Hobby-Bands auf Tour gehen, ist die Erwartungshaltung schon, dass es finanziell zumindest null auf null aufgehen muss. Wo ist da das Äquivalent zu den teils nicht unerheblichen Hotel- und Fahrtkosten, wenn die Autoren nach Essen, Göttingen, Nürnberg, zu diversen Spieletreffen oder sonstwo hinfahren? Nur der Kontakt mit anderen Autoren und Redakteuren? Rechnet sich das wenigstens, irgendwie, so halbwegs?

    Ich habe die Anzeige der Signaturen im Forum für mich komplett abgeschaltet. Also die von allen Usern.

    Okay, dann habe ich dich etwas falsch verstanden. Dennoch finde ich es dann etwas inkonsequent, selbst Signaturen zu verwenden. Ich würde normalerweise davon ausgehen, dass jemand, der selbst eine Signatur nutzt, auch andere Signaturen liest. Lesen und gelesen werden sind in einem Forum immer zwei Seiten der gleichen Medaille.

    Wie viele Leute hatten denn zu diesem speziellen Unterforum Zugang? Meiner Erinnerung nach war das ja nur auf speziellen Antrag mit Nachweis eines bei BGG verlinkten eigenen Spiels (oder so ähnlich) zugänglich. Ich nehme mal an, dass dann einfach die kritische Masse gefehlt hat, um das am Laufen zu halten.