Beiträge von Kurbalin im Thema „[Brettspieltag.de] Durchs Partyradar gefallen: Match me if you can (06. September)“

    Als jemand der immer wieder sehr viel Herzblut investiert, um Leuten auf Messen unter denkbar schwierigen Rahmenbedingungen (Akkustik, Durchgangsverkehr, Platzprobleme, Zeit...) auch hoch komplexe Spiele im Kern näher zu bringen, fühle ich mich ein wenig gekränkt. Ich mache mir sehr viele Gedanken darüner, mit welchem Skript ich möglichst viele der Kernmechaniken eines Spiels vermitteln kann, ohne dabei mein Gegenüber mit allen Detailregeln zu überfordern. Und das nicht als Autor, sondern schlichtweg jemand, der von dem, was er da gerade zeigt nicht weniger als begeistert ist. Dass ein solcher "Pitch" auf einer Messe niemals das Spielgefühl einer Partie in vertrauter Umgebund erzeugen kann, versteht sich dabei für mich völlig von selbst. Ich bin auch der Meinung, dass der Prozess, den du dir da wünscht, in einem viel früheren Stadium abseits der Messen - nämlich beim Playtesting - stattfindet. Ausnahme bilden hier einige Verlage, die Prototypen auf der Messe pitchen, um das Feedback noch in die Entwicklung mitzunehmen. Aber ein fertiges Produkt stelle ich doch nicht auf der Messe zur Diskussion über seine Stärken und Schwächen.

    Ich versuche sehr wohl immer darauf hinzuweisen, welche Besonderheiten bestimmte Spiele mit sich bringen, die möglicherweise mit bestimmten Spielertypen nicht richtig kompatibel sind. Aber viel mehr kann da wohl nicht erwarten. Und ich spreche mich ausdrücklich nicht frei von Regelfehlern, die möglicherweise im Trubel der Messe oder mangels Vorbereitungszeit, weil es das Spiel noch gar nicht gibt, vermittelt werden. Das bleibt nicht aus. Am Ende stellt sich doch dann eher die Frage, ob die Erwartungshaltung an einen Erst- und verbindlichen finalen Eindruck von allen Vor- und Nachteilen eines Spiels, das ich gerade erst auf einer Messe kennengelernt habt, vielleicht die falsche ist.

    Vermutlich war das nicht deine Absicht, aber zwischen den Zeilen klingt dein Erfahrungsbericht tatsächlich ein wenig so, als würdest du Supportern und Autoren auf Messen unterstellen, dass sie dir absichtlich Sch*** als Gold verkaufen wollen. Ich dagegen bin gerade bei kleineren Verlagen der festen Überzeugung, dass diese ihr Spiel niemals in Produktion gegeben (und damit eine Menge Kohle aufs Spiel gesetzt) hätten, wenn sie nicht absolut überzeugt von ihrem Produkt wäre. Selbst, wenn schon möglicherweise eine breite öffentliche Mehrheit und die Fachpresse anderer Meinung sind.