Alles anzeigenEs gibt einen Spruch zur Kunst, den man in der 7. Klasse kennen sollte, der das schön zusammenfasst: "Man sollte die Regeln kennen, bevor man sie bricht."
Ein Regelbruch erzeugt ebenso Kunst wie die Einhaltung der Regeln. Das heißt, die Regeln liegen nicht in der Frage der Kunst, sondern in der Frage, welche rezeptionsästhetischen Erkenntnisse gibt es über die einzelnen Kunstformen, und was bewirkt es, wenn man diese bricht?Zu behaupten, nur das Einhalten handwerklicher Erkenntnisse erzeuge Kunst und das nicht-Einhalten wäre ein irgendwie objektiver Nachweis für Nicht-Kunst, ist wirklich ein absoluter Anfängergedanke und zeugt von Unwissenheit darüber, was Kunst konstituiert.
DAS berühmte wenngleich im Wortsinne anfänglich nicht gerade populäre Beispiel dafür ist sicherlich Picasso.
Ich will gar nicht wissen, wieviele Leute schon geätzt haben " was soll der Scheiß? Das soll Kunst sein? Sows konnte ich schon als Zehnjähriger."
Neben der unsäglichen Dümmlichkeit solcher Aussagen an sich muss halt einfach festgehalten werden, dass Picasso ein ganz hervorragender und extrem begabter Grafiker/Zeichner/Maler im "klassischen" Sinn war, er also die hier zitierten Regeln bestens beherrschte. Nur um sie dann nach allen regeln der Kunst wieder zu demolieren und zu zerstören.
Selbst ein Bild davon machen kann man sich übrigens im "Museu Picasso" in Barcelona, in dem zwar keines seiner weltbekannten Werke hängt, das sich aber ausführlich wie kein weites seiner "gegenständlichen" Frühphase widmet.
Ebenfalls erwähnenswert finde ich, dass er sich seinem sprichwörtlich epochalen Werk "Les Demoiselles d’Avignon" mit fast schon wissenschaftlicher Akribie genähert hat. Es entstanden im Vorgang Hunderte Skizzen und Studien. Er hat das Bild also nicht aus Jux und Tollerei gemalt, sondern ganz gezielt, die damaligen Regeln für "gute" und "richtige" Kunst gezielt gebrochen, und zwar mit gnadenloser Konsequenz.
Boy, niemand hat behauptet dass Picaso schlechter Künstler war. Bist bereits der zweite der hier darauf kommt, dass ich es irgendwie für sowas halte. Neben unseren Akademiker hier der Kunst studiert hat.
Das kommt daraus, wenn man absolut keine praktische Erfahrung mit Kunst hat und auch keine Theoretische. Ihr versteht absolut nicht was mit Verhältnis zwischen zwei Objekten gemeint ist. Ihr geht wohl davon aus, dass ich irgendwie nur geometrische Figuren meine. Daher bringt ihr wohl Picaso als Gegenargument ![]()
Regeln sind nicht dazu da um Kunst zu zuordnen, sondern um Kunst zu erschaffen. Aber das versteht ihr einfach nicht. Absolut 0 Ahnung.
Auch die Disharmonie muss man gekonnt einsetzen. Dafür muss man die Regeln um so mehr beherrschen. Im Grund ist es auch nichts weiter als Harmonie. Disharmonie bringt Spannung, aber hält natürlich die Harmonie trotzdem bei. Und das nicht nur in bildlicher Kunst, sondern auch in der Musik. Aber ihr denkt auch sicher, dass in der Musik auch keine Regeln gibt ![]()