Beiträge von lazerlight im Thema „Nutzung von KI in Spielen (und deren erzwungene Offenlegung)“

    Klar sind dabei einige auf der Strecke geblieben, die sich nicht anpassen wollten oder konnten.

    Nehmen wir an du bist Illustrator. K.I. ist eine Technologie, die deine Arbeit zum Teil ersetzt und entwertet. Gleichzeitig ist die K.I. auf deine Arbeit angewiesen, also wird deine Arbeit genutzt aber du wirst darüber nicht informiert und erst recht nicht entschädigt. Wie sollst du dich da anpassen?

    Ohne Kopieren funktioniert keine K.I. Ästhetik ist kein mathematisches Problem, das man nach bestimmten Regeln lösen kann. Das unterscheidet übrigens ein Programm wie Midjourney übrigens auch von solchen Dingen wir selbstfahrenden Autos. Ob eine Fahrt erfolgreich ist oder nicht kann man anhand von messbaren Parametern feststellen. Ob ein Bild ästhetisch ist nicht. Ohne menschengemachtes Ausgangsmaterial ist die K.I. nutzlos. Eine Bilderstellungs-K.I. die sich immer wieder selbst kopiert bringt irgendwann nur noch Rauschen hervor.

    Haben wir nicht aktuell eine vergleichbare Situation wie "damals" als die Fotographie aufkam?

    Ich finde man kann das nicht vergleichen. Eine K.I. erstellt ein Bild ja nicht als exakt Kopie der Realität, wie es die Fotografie tut sondern sie kopiert Stile, Motive, Kompositionen von vorhandenen Bildern.

    Die Fotografie würde auch funktionieren wenn zuvor noch nie jemand ein Bild gemalt oder gezeichnet hätte. Bei der K.I. ist es anders, sie ist abhängig davon, dass sie vorhandenes Material hat von dem sie "lernen" kann.

    Und genau da liegt für viele eben der Knackpunkt, entweder weil sie "lediglich" kritisieren, dass die Urheber des Lernmaterials nicht entschädigt werden oder weil sie kritisieren, dass es sich eben nicht um eine vollständige Eigenleistung handelt.

    Erstere Sicht ist m.M.n. sehr berechtigt und bietet dringenden Handlungsbedarf. Zweitere Sicht ist m.M.n. etwas weltfremd.

    Weil es einen Unterschied macht, ob die "Technik" ein Algorithmus ist oder ein, nun, lebendes Wesen. Zumindest, was die "Seele" betrifft.

    Die Anführungszeichen sind hier schon ganz passend gewählt. ;) Denn das ist eine andere Form von "seelenlos".

    Nö. Da ein Algorithmus keine Seele hat. Ich kann die schönsten und elegantesten Rechnungen in meinen Taschenrechner eingeben - das Ergebnis, das am Ende ausgespuckt wird, hat nunmal keine Seele. Und nichtmal eine "Seele". ;)

    Man kann sich hier leicht in Grundsatzdiskussionen verstricken. Denn genau genommen gibt es keine einheitliche Definition des Begriffs "Seele" und keinen wissenschaftlichen Beweis, dass so etwas wie eine Seele überhaupt existiert oder dass Menschen oder sonstige Lebewesen eine besitzen. Seele ist vom Ursprung her ein religiöses Konstrukt.

    Man kann argumentieren auch ein Mensch ist nur eine (extrem komplexe) Maschine und ein Gehirn ist nur eine (unglaublich leistungsstarke) CPU.

    Wenn watterson337 von "seelenloser" Kunst spricht hat er in diesem Moment einfach eine andere Definition des Begriffs "Seele" im Kopf als du.