Ich habe ja die Vermutung, dass der angekratzte Ruf der Verlags an seiner doch recht spürbaren Haltung des „Misstrauens gegenüber dem Kunden“ liegt. Wenn alles gut läuft, ist es unproblematisch. Wenn es mal nicht läuft, hat in erster Linie anscheinend der Kunde ein Problem oder etwas nicht richtig gemacht bzw. man zieht sich auf Regeln zurück, die andere Unternehmen scheinbar kulanter anwenden. Das kann man jetzt bei den Rückmeldungen hier im Forum und den Bewertungen im Netz nicht so wirklich schönreden, finde ich.
Für mich wird das Misstrauen an so einfachen Punkten spürbar wie „nur Vorkasse“ oder den oben beschriebenen formulierten Einschränkungen bei der Zustellung an Packstationen. Das fühlt sich auf Kundenseite eben nicht nach einer guten Beziehung zum Lieferanten an, sondern da wird erstmal davon ausgegangen, dass es ein einseitiges Zahlungs- oder Zustellproblem geben könnte. Wichtig: das ist nur die Wirkung, die ein ungutes Gefühl bestärkt. Ich hatte noch nie ein Problem mit dem Verlag, aber allein diese Zahlungsgeschichte hat bei mir damals schon eine negative Abgrenzung von Schwerkraft gegenüber anderen Shops und Anbietern ausgelöst. Warum soll ich als Kunde eigentlich in Vorleistung gehen und vertrauen, wenn mir dieses Vertrauen an vielen Kontaktpunkten eben nicht entgegengebracht wird, sondern häufig die Bedürfnisse des Verlags im Vordergrund stehen? Nochmal, dies ist zumindest die Wirkung und die muss nicht Deckungsgleich mit der Leistungserbringung sein. Nur, wenn es dann einmal schief läuft, potenziert sich diese Wirkung erheblich und das negative Erlebnis verstärkt sich. Mit all den hier erkennbaren Auswirkungen.
Das fühlt sich halt leider so an, als hätten blöde Einzelerfahrungen mit „Problemkunden“ dazu geführt, dass man lieber grundsätzlich skeptisch gegenüber allen Kunden auftritt. Ich persönlich nehme diese Skepsis jedenfalls als Grundmotiv deutlich wahr. Eigentlich doch schade und für mich verschenktes Potential.