Ich glaube der Unterschied zwischen uns liegt darin, dass ich Freiexemplare eher als besonders netten Service der Verlage sehe, nicht als "Recht" eines Reviewers.
Niemand mit klarem Kopf wird ein "Recht des Reviewers auf Freiexemplare" postulieren. Wodurch sollte sowas auch begründet sein?! Wenn du mir so einen Unfug unterstellst, hören wir hier lieber auf mit der Diskussion.
Jamey respektiert auch die Unabhängigkeit von Reviewern. Er zwingt niemand, positive Berichte abzufassen und nimmt keinerlei Einfluss auf den Inhalt von Reviews.
Können wir uns darauf einigen, dass "wer keine positiven Reviews veröffentlicht, fliegt raus" zumindest eine indirekte Einflussnahme durch eine Androhung darstellt? Es gehört dann auch nicht viel Phantasie dazu, sich auszumalen, wie solche Verlage mit weniger bekannten Reviewern umspringen. In jedem Falle steht das im Gegensatz zu der Einstellung "uns ist am wichtigsten, dass der Rezensent zeitnah, fair und kompetent berichtet, selbst wenn's negativ ausfällt", die man sonst so von großen, etablierten Verlagen hört.
Man sollte auch die Unabhängigkeit von Spieleverlagen respektieren, die keinerlei Verpflichtung trifft, irgendwelchen Youtoube-Hanseln kostenfreie Nörgelei zu ermöglichen
Hast du das NPI-Video gesehen? Bei unreflektierter Nörgelei wäre ich der erste, der einem "von der Empfängerliste für Review-Exemplar schmeißen" vorbehaltlos zustimmen würde. Aber das war keine unreflektierte Nörgelei, sondern ein ganz normales Review mit begründeter Darstellung, was dem Reviewer gefällt und was nicht, incl. Vergleich mit ähnlich gelagerten Spielen.
Aber jetzt hat Efka halt 'nen schönen Shitstorm angerührt, und dass man DANN lieber kein Umsonst-Zeug merh verschicken möchte, ist ja wohl einleuchtend.
Wenn Jamey Stegmaier das irgendwie in dieser Richtung begründet hätte anstatt mit dem für seinen Geschmack zu negativen Review, wäre das für mich völlig in Ordnung gewesen. Es ist sicher richtig, dass NPI die Sache deutlich eskaliert haben, indem sie alles in die Öffentlichkeit gezogen und Jamey Stegmaier in einem sehr unvorteilhaften Licht gezeichnet haben.
Mutter : Wenn es stimmt, dass Jamey Stegmaier "I rarely know how reviewers feel about our games. But there are rare cases where I actually am aware of their opinions and I decide to stop sending them free stuff as a result, as is the case with No Pun Included." von sich gegeben hat, dann ist der kausale Zusammenhang zwischen "opinion about our games" und "stop sending free stuff" durch das "as a result" doch ganz eindeutig gegeben.
Die Auswahl an guten Spielen ist so riesig, dass man es sich leisten kann, bei der Auswahl auch das Verhalten von Autor und/oder Verlag zu berücksichtigen.
Wenn Stegmayer games jetzt seine Meeple in Bangladesh von Kindern handschnitzen lässt, das wäre ein Grund damit ich ein Spiel nicht mehr kaufe vom Verlag.
Siehst du: du hast auch einen moralisch-ethischen Kompass. Nichts anderes ist es bei mir. Ich mag es nicht, wenn mir Werbung oder erzwungenermaßen positive Berichte als vermeintlich neutrale Reviews untergeschoben werden. Die Unabhängigkeit von Reviewern ist zu respektieren. Sicher kein KO-Kriterium auf dem Niveau von "fördert Kinderarbeit in Bangladesh", aber trotzdem kleiner Minuspunkt, der dann dazu führt, ein Spiel auf meiner "Interessant"-Liste etwas nach unten rutschen zu lassen.
Wie stark man was gewichtet, ist dann eine rein persönliche Sache. Kann jeder machen, wie er lustig ist. Einen gemeinsamen Maßstab findet man da eh nicht, höchstens bei Kinderarbeit in Bangladesh, und selbst daran kann man zweifeln, wenn man mal wieder an einem Billig-Klamotten-Laden vorbeiläuft.
[...] frag ich mich wen zum Geier das interessiert wer da wen [...]
Naja. Der Nachrichtenwert (und warum ich auch die Moderationsmeldung eines Nutzers mit dem Wunsch zur Auslagerung unterstützt habe) kommt von der übergeordneten Frage, wie unabhängig Reviewer wirklich sind. Dass Reviewer, insbesondere auf Youtube, in der heutigen Zeit einen großen Einfluss haben, ist wohl unstrittig. Also ist die Frage berechtigt, ob Verlage mit der Zuteilung von Rezensionsexemplaren positive Reviews erzwingen können (bzw. ob sie dies versuchen). Selbst der klare und auch vom Verlag offen zugegebene kausale Zusammenhang zwischen schlechtem Review und Einstellung der Versorgung mit Review-Exemplaren ist hier schon bemerkenswert.
Ich sage bewusst "bemerkenswert", denn ohne Kenntnis des auslösenden Reviews ist das für mich erstmal weder weder positiv noch negativ zu werten. Bei völlig unsachlichen, niedermachenden Reviews müsste jeder den Verlag verstehen. Wer das auslösende Review-Video sehen möchte, findet es hier:
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Persönliche Meinung: Ich halte es für recht ausgewogen. Es werden sowohl positive als auch negative Seiten erwähnt. So wie es sein sollte. Wenn ein Verlag sowas zum Anlass nimmt, einem Reviewer nicht mehr zu versorgen, sammelt er damit bei mir sicher keine Pluspunkte.