Stichling steuerbar?

  • Hi,
    wir haben in verschiedenen Besetzungen Stichling gespielt. Da wir zu blöd sind unsere Einflussmöglichkeiten bei dem Spiel zu erkennen wollte ich mal fragen, worin Spielreiz und Steuerbarkeit in dem Spiel zu finden sind?
    Kann uns jemand erleuchten?

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."

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  • Wenn Du andere Stich-Spiele steuerbar findest, dann solltest Du IMO hier die gleiche Steuerbarkeit empfinden. Ich muss eben ansagen wie viele Stiche ich bekommen möchte und dann die richtigen Karten in die richtigen Stiche spielen. Ich habe bisher meistens auch deutlich verloren, aber da war mir auch jeweils klar, was ich falsch gemacht habe.
    Bei uns war es ehr so, dass häufig Leute mit voller Punktzahl 3+6+9 gewonnen haben und meinten es wäre viel zu leicht anzusagen und dann eben sein Blatt runter zu spielen.

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  • Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Spiel zu viert nicht funktioniert, da es bei dieser Spielerzahl häufig derselbe Spieler ist, der Stiche beginnen muss. So kann man ganz gezielt diesem Mitspieler den schwarzen Peter zuspielen, wenn man die volle Punktzahl erreicht hat.
    Zu dritt und zu fünft hingegen ist dies nicht der Fall...

    Wie steuerbar ist das Spiel nun?
    Naja, wie jedes Stichspiel gibt es sinnvolle Züge und weniger sinnvolle Züge. Wenn man es genau betrachtet, ist Skat extrem geskriptet. Da hier jedoch kein Bedienzwang im eigentlichen Sinne herrscht (wenn kein grüner Stich ausliegt, kann ich Grün überall reinwerfen), bleibt das, was bei vielen Kartenspielen der Fall ist - je später in der Runde, desto weniger Möglichkeiten bieten sich...

    Was wir gemerkt haben, ist, dass hier eigentlich kein Stichspiel im klassischen Sinne vorliegt (auch wenn der Mechanismus schon der eines solchen ist), sondern eher ein "Take That"-Spiel. Bei Stichling geht es darum, andere möglichst tief reinzureiten und sich schadenfreudig kichernd die Hände zu reiben, während jemand andres laut flucht. Und das funktioniert eben mit 3 oder 5 Spielern doch recht gut.

  • Wir haben die Erfahrung gemacht, dass das Spiel zu viert nicht funktioniert, da es bei dieser Spielerzahl häufig derselbe Spieler ist, der Stiche beginnen muss.

    Diese Formulierung klingt so, als würdest du es als Nachteil empfinden, einen neuen Stich beginnen zu müssen. Ich halte das aber eher für einen Vorteil, dies zu dürfen, weil ich dabei immerhin mitentscheiden kann, welche Farbe abgeworfen werden darf und welche nicht. Und Farben, die abgeworfen werden dürfen, entscheiden oft über den Ausgang eines Durchgangs!

    André Zottmann / Thygra Spiele - u. a. viel für Pegasus Spiele tätig
    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

    Friendly Reminder (for me and for you)

  • Diese Formulierung klingt so, als würdest du es als Nachteil empfinden, einen neuen Stich beginnen zu müssen. Ich halte das aber eher für einen Vorteil, dies zu dürfen, weil ich dabei immerhin mitentscheiden kann, welche Farbe abgeworfen werden darf und welche nicht. Und Farben, die abgeworfen werden dürfen, entscheiden oft über den Ausgang eines Durchgangs!

    Interessanterweise habe ich aber dieselbe Erfahrung gemacht. Zu viert, verliert der Startspieler die Runde. Wenn das die dritte ist, kann er nicht gewinnen. In allen unseren Runden mit 4 Spielern hat der Spieler am Ende gewonnen, der keine der drei Runden beginnen musste. Das lag vor allem daran, das die Mitspieler steuern konnten ob der Spieler noch einen Stich bekommt oder nicht und so dieser nie die höchste Punktzahl der Runde erhalten konnte.

    Be seeing you,
    Matthias Nagy

    Das hier ist mein Privat-Account. Alle hier geäußerten Meinungen sind nur meine privaten Meinungen und geben nicht die Meinung von Deep Print Games oder Frosted Games wieder.

  • Exakt das, was Darcpact sagt.
    Einen Stich zu beginnen, ist dann ein Nachteil, wenn die anderen keine Punkte mehr wollen. Das Problem liegt nicht im Stich beginnen WOLLEN. Das Problem liegt im Stich beginnen MÜSSEN. Ganz egal, wieviele Stiche ausliegen, in einer Viererpartie wird der vierte Spieler jeder Runde diese verlieren, da jeder Stich genau vier Karten braucht. und derjenige, der nicht Startspieler wird, hat (wenn er keine Fehler macht) riesige Chancen, zu gewinnen.

    Das Problem liegt hier darin, dass jeder Spieler nur Stiche für sich selbst beginnen KANN, und das auch nur dann MUSS, wenn keine Stiche mehr ausliegen. Kein Spieler kann also dazu gezwungen werden, Stiche zu nehmen, wenn er dies nicht WILL - vorausgesetzt, man kann ihn nicht dazu zwingen, einen Stich zu beginnen.

    Liegen natürlich vier Stiche von allen vier Farben aus, dann ist das Ganze marginal schwerer. Marginal, weil man immer noch entscheiden kann, WELCHEN Stich man bedient (vorausgesetzt, man hat nicht nur eine Farbe auf der Hand). Und nachdem die Mitte einer Runde überschritten ist, wird man dafür Sorge tragen, dass Stiche eher voll werden, als dass neue angefangen werden.


    Was hier fehlt, ist die Möglichkeit, einen Stich für einen anderen Spieler zu beginnen!

  • Als Variante:

    Interessant wäre hier vielleicht eine "Moskito"-Karte, die zu Beginn jeder Runde der Spieler rechts vom Startspieler erhält, und die ihn dazu zwingt, einen Stich zu beginnen, wenn weniger als 2 in der Mitte ausliegen. Sobald er den einzigen oder zweiten Stich einer Runde neu beginnt, wandert der Moskito gegen den Uhrzeigersinn weiter.

    Das sind zu viele Caveats, es ist inelegant, und natürlich absolut nicht getestet, also nur eine Fieberwahn-Idee. Aber vielleicht kann ein findiger Kopf daraus was machen, dass das Spiel zu viert rettet, und vielleicht sogar zu dritt und fünft nochmal etwas interessanter macht...
    :)

  • Also zu dritt ist das aber auch nicht wirklich spielbar. Bei jeder Spielerzahl hat doch mindestens ein Spieler den absoluten Nachteil. Also wir fanden unsere 3'er Partien auch nicht gerade prickelnd. Viele Karten verpuffen am Ende auch, da keine Stiche mehr voll werden. Also irgendwie fehlt mir der Draht zu dem Spiel. Und eigentlich mag ich Stichspiele.

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  • Na ja, ein Stichspiel ist es eigentlich nicht. Es ist ein Anlegespiel.

    Ich fand es bisher sowohl zu dritt als auch zu viert gut genug, es wieder mitzuspielen. Und ich hatte auch das Gefühl, aktiv etwas entscheiden zu können. Aber natürlich ist auch einiges an Zufall dabei, wie bei Kartenspielen dieser Art nun mal so üblich.

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  • @SanktPeter - warum ist es zu dritt nicht spielbar? Hast Du da Erfahrungen, die Du etwas weiter ausführen könntest?

    Wir haben das eine mal, als wir zu dritt spielten, leider etwas falsch gemacht (3 Karten zum Stich, statt 4).
    Mathematisch gesehen kommt im Spiel zu dritt keiner in die Bredouille:
    4 Stiche a 4 Karten = 16, bei einem einzelnen Stich entscheidet der, der den Stich angefangen hat, ob er nicht einen neuen ausspielen will, bevor er den bereits liegenden nimmt, etc.

    Klar guckt irgendwer in die Röhre, aber vom SPielablauf gibt es eben keinen klar übervorteilten Spieler (den 4. im Vierer) noch einen, der ständig im Nachteil ist (der Startspieler einer Runde).

    Würde mich daher interessieren, warum Du es zu dritt für nicht wirklich spielbar hältst.

  • Klar guckt irgendwer in die Röhre

    Genau das ist das Problem... irgendwann liegen dann drei Karten auf jedem Haufen und irgendjemand (kann man mathematisch herleiten) muss die vierte Karte drauf werfen.

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  • Das ist aber nicht das Problem, sondern der Kern-Ansatz des Spieles.
    Wenn man es eben soweit kommen lässt.
    Immerhin nimmt die vierte Karte ja nicht unbedingt den Stapel.

    Das lässt sich aber schon vorhersehen und auch in gewissem Ausmaße steuern, so dass man andere "reinreiten" kann. Und darum gehts in dem Spiel, halt. "Irgendwer" ist hier aber eben nicht komplett festgelegt, denn die mittlere Auslage kann durchaus variieren. Immerhin spielt man nicht darauf, "keinen Stich" zu kriegen, und so kann mit den ausliegenden Stichen und den Handkarten sowie dem Verhalten der Mitspieler taktiert werden.
    Und, wie gesagt, selbst wenn "irgendwer" die vierte Karte spielen muss, so kann er das mit ziemlicher Sicherheit so tun, dass er eben KEINEN Stapel nehmen muss, sondern stattdessen diesen jemand Anderem unterjubelt...
    :)

    Daher wirkt Dein Problem, @Sankt Peter, auf mich eher wie eine persönliche Geschmacksfrage...
    ;)