Erste Partie eines Spiels?

  • Kennt ihr das?

    Ihr packt ein neues Spiel auf den Tisch. Niemand am Tisch hat es bisher gespielt.

    Die Regeln werden vorgetragen...

    Das Spiel geht los.

    Spieler 1 überlegt gefühlte 2 Stunden an seinem ersten Zug. Spieler 2 läßt sich nicht lumpen und benötigt doppelt so viel Zeit.

    Die auf dem Karton angegebene Spielzeit beträgt 60-90 Minuten.

    Nach 3 Stunden habt ihr die Mitte des Spiels erreicht. Ungläubig schaut man in die Regeln, ob man etwas falsch spielt oder der Beschrifter des Kartons eine Null vergessen hat.

    Ich bin ja jemand, der gerne die erste Partie einfach mal sinnlos runterspielt, um ein Gefühl für das Spiel zu bekommen. Besser spielen ist dann bei der zweiten Partie. Dazu kommt es aber meist nicht, weil dann nach 5 Stunden Aussagen kommen wie:

    Sieger: "Ich wüßte nicht, was ich das nächste Mal anders machen würde" >> muss man nicht noch einmal spielen...
    Wenigspieler: "Dauert mir zu lange" >> auf keinen Fall noch einmal...
    Vielspieler: "Also ich habe das analysiert. Der Glücksanteil ist mir etwas zu hoch für die Spielzeit, Außerdem greift der Mechanismus X nicht sauber in Y" >> unter Zwang würde ich es noch einmal spielen.

    Fazit: croobee...

    Was muß die Erstpartie für euch bringen? Den Spielsieg egal wie lange es dauert? Provokant gefragt: "Kann eine Erstpartie auch Spaß machen"? Wäre eine neue Erfahrung für mich.

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."

    Meine Spiele: Klick mich

  • Provokant gefragt: "Kann eine Erstpartie auch Spaß machen"? Wäre eine neue Erfahrung für mich.


    Da ich ein neues Spiel, das ich öfters spielen will, immer gezielt vorbereite und dafür auch die vermutlich passenden Mitspieler einlade (die sich idealerweise auch vorbereitet haben), machen eigentlich fast all unsere Erstpartien (und meist auch die folgenden Partien) richtig Spaß.

    Ich glaube nicht, daß jemand wirklich objektiv sein kann - alle Meinungen sind subjektiv.
    Natürlich gilt das auch für mich.

  • Zum Glück funktioniert es in unserer Runde gut, dass einer von uns ein neues Spiel schon vorbereitet hat. Dass bei der für alle ersten Partie die Erklärung holprig sein kann, nimmt niemand übel.

    Ja, wir brauchen oft in der ersten Partie länger, und es kommt längst nicht jedes Spiel ein zweites Mal auf den Tisch. Dazu sind wir zu neuheitengeil. Und die Zeit ist begrenzt.

    Wenn ich das Gefühl habe, ich habe den Sieg selbst verspielt, weil ich irgendwo eine schlechte Entscheidung getroffen habe, und vor allem wenn ich denke, das nächste Mal könnte ich mir zumindest eine andere Herangehensweise vorstellen, und ich empfinde das hibbelige Gefühl, dies ausprobieren zu wollen - dann, ja dann ist klar: Muss wieder auf den Tisch!

    Umgekehrt, wenn ich ein Spiel gewonnen habe und hatte das Gefühl, es war knapp, oder ich hatte eine Idee, die mir den Vorsprung gesichert hat, oder die anderen haben durch irgendwas (Unerfahrenheit in der ersten Partie, s.o.) den Sieg verspielt, kann es genau so das hibbelige Gefühl geben: Schaffe ich es ein zweites Mal?

  • Die erste Partie eines neuen Spiels dient meistens dazu, auszuloten ob das Spiel "Potenzial" hat. Bestes Beispiel dafür aus der jüngeren Vergangemheit ist Panamax. Also Ecken/Kanten/Regelunklarheiten erkennen und beseitigen, damit es dann beim nächsten mal den erhofften Spielspass bringt.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine fürs Archiv :/

  • Zitat (hm, isses ja gar nicht...) : .....und Spielphase gefällt das.

    @Spielphase : hm, willst Du mir damit was sagen ? Dauer ich Dir zu lange ? Dann musste nur die Regeln besser erklären, dann klappt es auch mit der Packungsdauerangabe..... :evil:

    Nee, ich kenn das doch auch von mir... deswegen der Daumen nach oben...

  • Meine Devise in einer Erstpartie lautet grds "learning by playing". Okay manchmal wird daraus "learning by losing" :D
    Mir geht es allerdings auch darum ein neues Spiel kennenzulernen und dabei genügt es mir am Anfang es nur oberflächlich zu kennen um das Potenzial für meine Spielerunde einschätzen zu können. Dumm ist es nur wenn man dann selbst ein Spiel total gern mag aber die lieben Mitspieler es nur zähneknirschend wieder mitspielen würden. So geht es mir z. B. bei Madeira. Ich finde es total super aber den anderen ist es zu viel "Arbeit" statt "Spiel" *grummel*...

    Dann gibt es noch die Art von Spielen bei denen man in der Erstpartie keine Peilung hat und haushoch verliert. Wenn man ein solches Spiel unbedingt wiederspielen möchte weil es einem Spaß gemacht hat und man schon weiß was man in der Folgepartie alles anders machen möchte ist das für mich auch ein Indiz für großes Potenzial. So geht es mir beispielsweise mit ZhanGuo.

    Grübler und somit auch Zeitschinder oder solche, die ihre Spielzüge auch noch laut "denkend" *hüstel* erklären magsch net. Darunter leidet mein Spielspaß exorbitant, wobei ich zugeben muß dass ich bei manchem Spielen in der Schlußphase auch schon mal verschiedene Möglichkeiten auslote und das dann auch mal nicht ganz so zügig mit meinem Spielzug vonstatten geht. Allerdings versuche ich dabei stets die Spielzeit meiner Mitspieler für meine Überlegungen zu nutzen. Überwiegend spiele ich jedoch aus dem Bauch heraus.

    Ein Bild sagt mehr als 298 Wörter... :floet:

  • Kennt ihr das?
    ...
    Ich bin ja jemand, der gerne die erste Partie einfach mal sinnlos runterspielt, um ein Gefühl für das Spiel zu bekommen. Besser spielen ist dann bei der zweiten Partie.


    Da bin ich ganz bei Dir!
    Ich spiele selbst bei der ersten Partie auch einfach mal nach dem Black Box Prinzip los - mal schauen, was passiert. Wie greifen die Mechanismen ineinander? Wann muss ich von Ressourcen-Generierung auf Siegpunkte umschalten? Etc...

    Ich hatte zum Beispiel eine Partie #EminentDomain, bei der einer der (neuen) Spieler noch vor Spielbeginn die Übersicht der Technologien haben wollte. Hat ihm auch wenig genutzt, weil er die Dynamik des Decks noch unterschätzt hat - also wieviele Karten welcher Sorte sinnvoll sind; wie schnell die Siegpunkte verbraucht werden, etc.
    Da ist meiner Ansicht nach zu viel Information eher hinderlich im Spiel.

    Oder auch ein schönes Beispiel: Bei #Drachenwurf hat eine Mitspielerin VOR dem Würfeln überlegt, welche Würfe sie haben MÖCHTE. Statt einfach mal zu Würfeln und zu schauen, was überhaupt liegt...

    Aber auf der anderen Seite sind es immer dieselben Mitspieler, die eher aus dem Bauch heraus spielen - und dieselben, die zum Grübeln neigen. Das weiß ich, und darauf stelle ich mich ein. Das finde ich auch nicht (mehr) schlimm. Oftmals betrachte ich es aus einem amüsierten Blickwinkel, wenn ein Spieler bei #TerraMystica sehr, sehr lange für sein Starthaus überlegt - nur damit dann ein Mitspieler VOLLKOMMEN unerwartet - und auch nicht unbedingt optimal für sch selbst - sein Haus blockierend setzt, und damit die Strategien zunichte macht... ;)

  • Erste Spiele sind für mich auch meist nur Kennenlernspiele. Da ich mit meinen Söhnen spiele, spielen wir ein Game oft erst einmal nur an und brechen mittendrin ab, weil etwas anderes zu tun ist. Dann verschwindet das Spiel eine geraume Zeit im Regal. Falls es mich angefixt hat, hole ich es mir wieder raus, erarbeite mir die Regeln und spiele es ein paar mal solitär.
    Ich warte dann bis es einer meiner Jungs irgendwann wieder hervor holt und fragt, ob wir das nicht mal wieder spielen wollen. Kenne ich es schon besser, wird gleich losgezockt und dann macht es auch Spaß. Kenne ich es noch nicht, erarbeite ich mir nebenbei die Regeln. Ich lass aber immer meinen Jungs die Auswahl.
    Also erst mal nur reinschnuppern (macht aber auch Spass) und bei wirklichem Interesse wirds wieder vorgeholt.

  • Ich bin immer wieder überrascht. Ich halte mich ja für jemanden, der sich eher wenig über Neuanschaffungen informiert, aber vielleicht kenne ich meinen Geschmack einfach nur besser? Oder ich kaufe zu häufig "mehr vom gleichen"?

    Jedenfalls, NEIN, es passiert mir nur selten, daß die Erstpartie enttäuschend ist. In 9 von 10 Fällen bestätigt sich meine Vorabeinschätzung und ich habe entsprechend meiner Erwartung Freude daran, das Spiel (endlich) zu spielen. Manchmal macht es mir sogar mehr Spaß als gedacht, manchmal leider auch weniger; manchmal gefällt es mir, aber dafür meinen Mitspielern nicht so sehr...

    Kurz, eine Erstpartie sollte meine Erwartung an das Spiel bestätigen, dabei hat die Tatsache, ob die Mitspieler nun auf Sieg spielen oder nicht, wenig Einfluß.

    UpLive [bgg for trade] - einfach anschreiben, wenn Dich davon was interessiert!

  • Da ich eigentlich nur die Chance habe, Spiele bei dem hiesigen öffentlichen Spieletreff zu testen, kann ich nur bedingt beeinflussen, wer so an meinem Tisch sitzt. Und da ich leider mit den von mir mitgebrachten Spielen oft den Geschmack eines oder zwei der AP-Spieler treffe, können sich solche Einstiegspartien durchaus ganz schön ziehen. Leider...
    ...gerade am Montag brauchten wir für eine Partie Mythotopia 3 Stunden, und brachen schließlich ab, als uns das Endspiel zu zäh vorkam...

    Ich habe sehr oft neue Spiele auf dem Tisch. Und die Evaluation hinterher ist da wirklich oft ähnlich wie bei Sankt Peter. Interessanterweise haben wir viel zu oft die analytischen Alleswisser, für die das Spiel schon nach der ersten Partie imbalanced ist oder broken oder was weiß ich.

    Allerdings muss ich dazu sagen, dass für mich diese Treffs die Testphase sind, in der sich herausstellt, ob ich die Spiele selbst gut/interessant genug finde, um sie zu behalten, damit sie dann bei Gelegenheit auch vor den Personen auf dem Tisch landen, mit denen ich "viel lieber spiele". Was so nicht ganz stimmt, aber während bei den Spieletreffs das Spiel im Mittelpunkt steht (und ich mit den Leuten vorort nie was anderes tun wollen würde, als Spiele zu spielen), stehen bei Treffs mit Freunden eben nicht ur die Spiele, sondern eben auch die Personen im Mittelpunkt der Action.

    Man könnte sagen: Spieletreffs sind Arbeitsspielen, Zuhause ist Spaßspielen. Was ja nun auch nicht stimmt, da selbst der Spieletreff Spaß macht. Der Fokus ist einfach ein anderer...