Troyes Special Edition

  • Funding Start
    1. Januar 2027

    Wie schon im Troyes-Nachdruck-Thread erwähnt, wird Pearl Games zusammen mit Qined Games in 2027 eine Gamefound-Kampagne für eine Special Edition mit Erweiterung, drei neuen Modulen, Solo und Koop und neuer Grafik von Ian O'Toole lancieren.

    Quelle: https://forum.cwowd.com/t/troyes-speci…ebut-2027/79664

    Da in der SPIEL26-App eine Standnummer (Halle 4, 4H210) für dieses Projekt angegeben wird, habe ich mal diesen Thread eröffnet, auch wenn es noch keine Kampagne gibt.

    Der Prototyp wurde 2026 in Vichy präsentiert:

    [Blockierte Grafik: https://forum.cwowd.com/uploads/default/optimized/4X/1/2/4/124c01e6b1db4f00cf1182ec60c04cbe3cea995a_2_375x500.jpeg]

    Verkaufen ist seliger denn kaufen? ;)

  • Unterwältigung trifft's am Besten, um den Ersteindruck zu beschreiben.
    Die komprimierte Aufteilung auf dem Board geht ja völlig verloren. Möglicherweise bin ich auch schon zu lange den Stil von Alexandre Roche gewöhnt.

    Was bleibt ist die geringe Hoffnung, dass es die Erweiterungsmodule grafisch passend zu den Erstauflagen separat zu erstehen gibt. Nur das müsste dann die KI übernehmen…

    Stilp. KnopflochTräne.

    habe die Ehre *hutzieh*

  • Schön zu sehen, dass ein Ian O'Toole genauso scheiße aussehen kann wie eine Village Big Box oder ein Media Aetas. Was soll denn diese schwachsinnige Pseudo-Mittelalter-Naive-Kunst-Ali-Mitgutsch-hat-ein-uneheliches-Kind-mit-Frida-Kahlo-Optik, die mehr nach schlechtgemachten Wanderkarten aus den 1970ern als mit irgendeiner echten Mittelalterillustration zu tun hat?

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  • kommt meine literarische? Schwäche zum Vorschein… :saint:

    Ja, da offenbarst du eine große Lücke im Bereich der gehobenen Wimmelbild-Literatur.

    Ich sehe da nicht ganz so einen drastischen Stilbruch wie Schachtelmeer, bin aber – gerade auch als großer Ian O'Toole-Befürworter – etwas underwhelmed. Es wowt mich nicht und sieht im Vergleich zur alten Ausgabe auch ganz schön unaufgeräumt aus. Aber ich hab Troyes auch nie gespielt; vielleicht fehlt mir auch einfach das nötige Wissen um das gesehene einordnen zu können.

    Einmal editiert, zuletzt von verv (1. Oktober 2026 um 11:43)

  • Ich liebe mittlerweile die Ästhetik der alten Version.

    Wie schön ich die neue finde ist zweitrangig, viel entscheidender ist, dass ich dort nicht mehr viel erkenne. Viel zu überladen. Bin überrascht, denn das bekommt o´Toole meistens gerade besonders gut hin.

    Trotzdem begrüße ich die Neuauflage. Tolles Spiel, das vielen neuen Erscheinungen überlegen ist. Ungewöhnlich, interaktiv, spannend, und mit hohem Wiederspielwert. Prima Ding.


    Schachtelmeer Bei meinem Zahnarzt hängt ein riesiges "Zirkus"-Bild, bei dem das Zelt durch ein Gebiss dargestellt wird. Dazu skurril in der Perspektive verzerrte Tiere, tanzende Zähne, alles knackebunt und dazu mit Farbsprühern überzogen, die aussehen als sei bei der OP das Blut draufgespritzt. Ein Graus, wirklich. Und mir ein Rätsel, warum es da noch hängt.

    Einmal editiert, zuletzt von Fluxit (1. Oktober 2026 um 11:51)

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  • Ich bin einer der Wenigen die auf Ian O'Toole Grafiken verzichten können.

    Mir gefällt mein älteres Troyes viel viel besser.

    Ich liebe zwar Ian O'Tooles Designs und Artworks aber hier finde ich ihn auch nicht passend. Ian glänzend vorallem bei Sci-Fi Themen aber fürs Mittelalter ist er die falsche Wahl.

  • Ich liebe zwar Ian O'Tooles Designs und Artworks aber hier finde ich ihn auch nicht passend. Ian glänzend vorallem bei Sci-Fi Themen aber fürs Mittelalter ist er die falsche Wahl.

    Na, als Spezialist für SciFi-Themen würde ich ihn nicht beschreiben. Der ist schon wandlungsfähig und hat auch ein paar historische Themen sehr gut umgesetzt. Lisboa etwa – das ist zwar nicht Mittelalter, aber eben trotzdem historisch und eine seiner besten Arbeiten.

  • Dann tanz ich mal aus der Reihe und sage, dass mir der Prototyp schon besser als das alte Troyes gefällt. Werd ich mir auf jeden Fall genauer ansehen, wenn das Crowdfunding läuft.

    Troyes war damals ein Auslöser, dass ich mir dachte mit Dice Placement kann ich nichts anfangen, aber mit Druids of Edora gab es zuletzt einen Vertreter, der mir sehr gut gefallen hat, deswegen sollte ich Troyes mal wieder eine Chance geben.

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  • Alsooo.....
    Im Gegensatz zu den kommentarfreudigen Alt-Forumshasen hier habe ich das Spiel bisher nicht auf den Tisch bekommen. Ich werde es mir AUF JEDEN FALL auf der Messe anschauen und dort eine Meinung aus-bilden.

    Ausserdem ist spätestens seit Rotraut Susanne Berner längst ein frischer Wind durch die Wimmelbildbuch-Landschaft gezogen: https://www.gerstenberg-verlag.de/Kinderbuch/Wimmlingen/

    Und an Mausmann : das Like wäre doch an mich als Erstellerin des Threads gegangen, nicht an die Ausgabe des Spiels. Seltsames Forumsverhalten...

    Verkaufen ist seliger denn kaufen? ;)

  • ...

    Und an Mausmann : das Like wäre doch an mich als Erstellerin des Threads gegangen, nicht an die Ausgabe des Spiels. Seltsames Forumsverhalten...

    Ja, stimmt auch wieder. Da wollte nur unbedingt meine Enttäuschung über das Produkt von sich laut geben. Du bekommst statt des Likes nun ein Dankeschön von mir. :)

    Ich bin seltsam? Hmmm ... vielleicht ist da was dran. :/ Ich will auf jeden Fall nicht massentauglich sein. Ich bin schließlich Ich! Also Danke! ;)

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    Und an Mausmann : das Like wäre doch an mich als Erstellerin des Threads gegangen, nicht an die Ausgabe des Spiels. Seltsames Forumsverhalten...

    Ja, stimmt auch wieder. Da wollte nur unbedingt meine Enttäuschung über das Produkt von sich laut geben. Du bekommst statt des Likes nun ein Dankeschön von mir. :)

    Ich bin seltsam? Hmmm ... vielleicht ist da was dran. :/ Ich will auf jeden Fall nicht massentauglich sein. Ich bin schließlich Ich! Also Danke! ;)

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  • Auf den ersten Blick finde ich die alte Illustration auch besser. Allerdings ist der neue Stil kein K.O.-Kriterium für mich. Ich habe das alte Spiel nicht und freue mich auf die Kampagne. Entweder komme ich so an das Spiel oder zu einem vertretbaren Preis auf dem Sekundärmarkt an das alte Spiel samt Erweiterung. Bei Rurik lief es für mich genauso.

  • ...war es bei Village für mich trotz wirklich schlechterer Optik und Spielbarkeit auch nicht, natürlich will ich dann auch die geplante neue Erweiterung für Troyes spielen können. Mich irritiert nur sehr diese Ausrichtung auf den französischen (?) Markt, der diesen Look offenbar heiß und innig liebt, während quasi alle Spiele in gleicher Optik in Deutschland wie Blei in den Regalen liegen und recht schnell verramscht werden. Da fragt man sich ja schon, ob dieser dusselige faux-medieval-Stil nicht durch einen international kompatibleren Look (wenn es denn sowas gibt) ersetzt werden sollten. Oder man zumindest nicht die Übersichtlichkeit dabei auch noch reduziert.

  • Dann tanze ich - wie Algathrac - wohl (zumindest ein bisschen) aus der Reihe... Bin zwar - bis auf die Rokoko-Neuauflage kein Freund der O'Toole-Graphiken, aber die alte Troyes-Aufmachung war von Beginn an das Problem, weshalb meine Frau das Spiel ziemlich kategorisch abgelehnt hat (mir gefällt die alte Graphik auch nicht, aber ich habe es dann ab und an zumindest im Solo-Modus gespielt...).

    Von daher hatte ich sehr große Hoffnung in die Neuauflage gesetzt. Die erste Ernüchterung gab's bei mir schon beim Namen O'Toole, die zweite dann beim Blick auf die Graphik selbst. Die gefällt mir zwar auch nicht, aber zumindest besser als die alte... Von daher bin ich extrem hin- und hergerissen...

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  • Ich liebe zwar Ian O'Tooles Designs und Artworks aber hier finde ich ihn auch nicht passend. Ian glänzend vorallem bei Sci-Fi Themen aber fürs Mittelalter ist er die falsche Wahl.

    Na, als Spezialist für SciFi-Themen würde ich ihn nicht beschreiben. Der ist schon wandlungsfähig und hat auch ein paar historische Themen sehr gut umgesetzt. Lisboa etwa – das ist zwar nicht Mittelalter, aber eben trotzdem historisch und eine seiner besten Arbeiten.

    Stimmt bei den Lacerdas sieht das alles echt hübsch aus. Vinhos und Inventions sind auch gute Beispiele. The Great Library kommt auch nächstes (oder dieses?) Jahr raus. Aber hier stört es mich optisch schon im Vergleich zum original Troyes.

  • ...war es bei Village für mich trotz wirklich schlechterer Optik und Spielbarkeit auch nicht, natürlich will ich dann auch die geplante neue Erweiterung für Troyes spielen können. Mich irritiert nur sehr diese Ausrichtung auf den französischen (?) Markt, der diesen Look offenbar heiß und innig liebt, während quasi alle Spiele in gleicher Optik in Deutschland wie Blei in den Regalen liegen und recht schnell verramscht werden. Da fragt man sich ja schon, ob dieser dusselige faux-medieval-Stil nicht durch einen international kompatibleren Look (wenn es denn sowas gibt) ersetzt werden sollten. Oder man zumindest nicht die Übersichtlichkeit dabei auch noch reduziert.

    Ich vermute mir fehlt der Überblick, um diese Kritik mitgehen zu können, aber ich bin ernsthaft interessiert. Wo ist denn die Troyes-Neuauflage mehr faux-medieval als die alte Version? Und ist das nicht auch hierzulande ein etablierter Look – siehe bspw. Orleans oder die zweite Edition von Der König ist tot? Bei Village ist mein Problem mit der Neugestaltung viel mehr, dass es aussieht wie 2004 in Macromedia Flash gemacht.

    Was man bislang vom Board sieht, ist zugegeben eher langweilig. Es könnte sein, dass die Illustration der Stadt im Detail liebevoller aussieht, als es diese ersten Fotos vermitteln. Aber dieses durchillustrierte Board finde ich auch schon die größte Besonderheit für Ian O'Toole, der sonst ja gerne abstraktere und aufgeräumtere Spielpläne entwirft. Das könnte ein Wunsch des Verlags gewesen sein, sich damit näher an die Erstauflage zu halten? Ich weiß es natürlich nicht. Das bisschen, was man von der Schachtel sehen konnte, ist für mich weniger überraschend. Das scheint in eine Richtung zu gehen, die O'Toole (nicht selten für Knizia-Neuauflagen) schon das eine oder andere mal eingeschlagen hat. Ich denke an Cascadero/Cascadito, auch bei Blazon ging's schon mal um Heraldik und auch bei dem neuen Rheinländer gibt's ein Mittelalter-Setting (was gleichzeitig an den Look der Neuauflagen von Ra und Euphrat & Tigris anschließt).

    Oder wahrscheinlich weiß ich einfach zu wenig über mittelalterlichen Stil, um zu wissen an welcher Stelle du dort den Fehlgriff siehst.

  • Oder wahrscheinlich weiß ich einfach zu wenig über mittelalterlichen Stil, um zu wissen an welcher Stelle du dort den Fehlgriff siehst.

    Na dann hole ich mal kurz meine rudimentären mediävistisch-kunsthistorischen Kenntnisse raus (der Name meines Vaters hängt am Kölner Mittelaltermuseum als einer der Großspender, da muss ich ihm ja Ehre machen):

    Die ältere Ausgabe hat klar eine größere stilistische Nähe zu mittelalterlicher Bildproduktion, nicht im Sinne einer archäologisch korrekten Rekonstruktion, sondern hinsichtlich der verwendeten Bildlogik. Das beginnt bei der Raumauffassung. Die alte Ausgabe arbeitet weitgehend flächig. Figuren und Architektur werden eher additiv nebeneinandergesetzt, als in einen konsistenten Tiefenraum eingebunden. Perspektive ist vorhanden, aber nicht im neuzeitlichen Sinn mathematisch organisiert. Größenverhältnisse folgen stärker der Bedeutung als einer optischen Plausibilität. Ein Bischof, ein Ritter oder ein Bogenschütze muss vor allem als solcher erkennbar sein und nicht überzeugend in einem realistischen Raum stehen.

    Auch die Figurenzeichnung geht in diese Richtung. Die Personen der alten Ausgabe sind frontal beziehungsweise leicht gedreht, vergleichsweise steif, physiognomisch typisiert und klar konturiert. Hände, Körper und Faltenwürfe sind nicht naturalistisch modelliert, sondern dienen einer eindeutigen ikonographischen Lesbarkeit. Man könnte etwas überspitzt sagen: Das sind weniger Individuen als Bildzeichen für gesellschaftliche Funktionen. Gerade darin liegt die Nähe zu illuminierter Handschriftenmalerei. Hinzu kommen die Rahmungen, Schriftbänder, heraldischen Elemente und die insgesamt stark ornamentale Organisation der Bildfläche. Das Spielbrett der alten Ausgabe wirkt dadurch nicht primär wie ein Ort, sondern wie eine Tafel aus einzelnen Bedeutungseinheiten. Man liest es fast eher als Bildprogramm denn als Stadtplan.

    Die Neuauflage geht einen deutlich anderen Weg. Dort wird Troyes als zusammenhängender Stadtraum dargestellt. Man schaut aus erhöhter Perspektive auf Straßen, Häuser, Plätze, Flussläufe und größere Baukörper. Die Stadt ist topographisch organisiert und grundsätzlich begehbar gedacht. Das ist bereits eine sehr viel modernere Raumvorstellung. Damit nähert sich die neue Ausgabe weniger der mittelalterlichen Buchmalerei als vielmehr der Tradition der Vogelschau und der kartographischen Stadtansicht an. Solche Formen sind zwar keineswegs erst modern, die gibt es etwa seit der frühen Neuzeit. Dennoch ist die Bildlogik eine andere. Der Raum soll nun geografisch plausibel erscheinen. Man möchte verstehen, wo etwas liegt. Die neue Ausgabe erinnert eher an eine moderne historische Illustrationskarte beziehungsweise an eine touristische Vogelschaukarte, die mittelalterliche Motive verwendet.

    Das Entscheidende ist also die Differenz zwischen historischer Motivik und historischer Bildsprache. Besonders interessant ist dabei die Struktur des Spielbretts. In der alten Ausgabe erscheinen die Funktionsbereiche stärker voneinander getrennt, fast wie Register oder einzelne Szenen innerhalb eines größeren Bildträgers. Das entspricht sehr genau einer vormodernen Bildorganisation. In der Neuauflage dagegen werden die Spielbereiche in einen kontinuierlichen Stadtraum integriert. Das folgt viel eher unserem heutigen Bedürfnis nach räumlicher Kohärenz.

    Kurz gesagt: Die alte Ausgabe imitiert eine mittelalterliche Art, Welt bildlich zu ordnen. Die neue Ausgabe zeigt dagegen eher eine moderne Vorstellung davon, wie eine mittelalterliche Stadt ausgesehen haben könnte. Und genau deshalb wirkt die alte Ausgabe auf mich stilistisch geschlossener. Die vermeintliche Ungelenkheit ist hier kein Mangel, sondern Teil der Bildidee. Die Neuauflage ist sehr viel "moderner", nimmt damit aber gerade die Fortschreibung des Spielthemas in die gesamte grafische Gestaltung weg.

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  • Schachtelmeer : Danke für Deine Ausführungen.

    Ich mag die alte Version von Troyes und kann die Schwächen der neuen Gestaltung bezüglich der Übersichtlichkeit erkennen, mag aber auch den modernen Ansatz der Gestaltung. Sie vermittelt für mich als Laien ausreichend das Gefühl von Mittelalter.

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

  • Immer wieder erstaunlich, was für kunsthistorisch überdurchschnittlich Bewanderte sich hier tummeln. Dann reihe ich mich brav ein in die Reihe, neige das Haupt und ziehe mit dem Zeigefinger die Hutkrempe nach zum Salut. Endlich verdient warme Worte für eines der Meisterwerke. Ehrlicherweise fällt mir jetzt ein Stein vom Herzen, denn das alte von vielen belächelte hässliche Entlein verzückt nicht nur mit Wiedererkennungswert, wenn selbst ein 16 Jahre später fokussierter, mit Starartist versehener, neuer Versuch im Schatten verharren muss- so zumindest Stand Heute Anfang Oktober 2026.

    Troyes. Das Spiel, dass noch immer in jede Sammlung gehört, wenn sich jemand für und von Diceplacern begeistern kann (kam erst letzte Woche wieder auf dem Tisch und es störte sich niemand am Design- die Schachtel mit den drei stoischen Gestalten kann man außer Reichweite legen).

    Wenn ich mir die paar Bildschnipsel der Neuauflage ansehe (Karten) und das ganze Konstrukt des Spielbretts, dann muss ich vor Alexandre Roche’s Kunst den Hut ziehen. Da kommt ein Ian O‘Toole bei Weitem nicht ran, denn diese unruhige überkonturierte Ansicht bringt der Übersichtlichkeit keinen Vorteil. Die Karten (überaus nüchtern und funktional gehalten) heben sich nicht mehr stimmungsvoll ab, sondern vermischen sich mit dem Beiwerk. Auch Halbgötter können fehlen, eine mittelalterliche Stadt muss O‘Toole erst noch besuchen, könnte man meinen.

    Das Ende vom Loblied wird die Gewissheit sein, dass die braune Schachtel hier sicherer lagert als jemals zuvor. Die Erweiterung ist womöglich die Beste, die je für ein Brettspiel entworfen wurde.

    Stilp. Außenbezirksgalopp.

    habe die Ehre *hutzieh*

  • Mir gefällt das was ich bisher von der Neuauflage gesehen habe, speziell die Illustrationen auf den Karten sind für mich sehr stimmig. Das soll aber kein Aussage gegen die Version von 2010 sein, im Gegenteil diese glänzt durch Übersichtlichkeit und Mut bei Farbwahl und Design.

    Bei dem Darstellung darf man ruhig etwas wohlwollender mit Ian O‘Toole sein, immerhin umfasste der Zeitpunkt des Kathedralenbau in Troyes mehr als 4 Jahrhunderte und wurde erst im 17. Jahrhundert abgeschlossen, von einem einheitlichen Stil in der Kunst zu dieser Zeit kann also nicht gesprochen werden.

  • Das Spiel setzt zwar um 1200 ein und umfasst später auch weitere Jahrhunderte. Der Verweis auf den langen Bauzeitraum der Kathedrale trifft meinen Punkt aber nicht ganz.

    Mir geht es weniger um die exakte Datierung einzelner Bauzustände als um die Bildsprache. Die alte Ausgabe lehnt sich in Raumauffassung, Figurenzeichnung und Flächenorganisation deutlich stärker an mittelalterliche Bildkonventionen an. Die neue arbeitet dagegen mit einer zusammenhängenden, topographisch gedachten Stadtansicht aus erhöhter Perspektive, also mit einer deutlich moderneren Bildlogik.

    Natürlich kann einem das besser gefallen. Historische Motivik und historisch passende Darstellungsweise sind aber zwei verschiedene Dinge. Und bei Letzterem sehe ich die alte Ausgabe weiterhin deutlich näher am Gegenstand, das war mein Argument.

  • Interessante Diskussion hier, mir gefallen beide Versionen ehrlich gesagt. O-Tooles als auf den ersten Blick modernere, gefälligere Version und das Original mit seinem historischen Stil. Im übrigen bin ich der Meinung das die Village Big Box als optisches Verbrechen, zerstört werden muss.

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  • Das Spiel setzt zwar um 1200 ein und umfasst später auch weitere Jahrhunderte. Der Verweis auf den langen Bauzeitraum der Kathedrale trifft meinen Punkt aber nicht ganz.

    Mir geht es weniger um die exakte Datierung einzelner Bauzustände als um die Bildsprache. Die alte Ausgabe lehnt sich in Raumauffassung, Figurenzeichnung und Flächenorganisation deutlich stärker an mittelalterliche Bildkonventionen an. Die neue arbeitet dagegen mit einer zusammenhängenden, topographisch gedachten Stadtansicht aus erhöhter Perspektive, also mit einer deutlich moderneren Bildlogik.

    Natürlich kann einem das besser gefallen. Historische Motivik und historisch passende Darstellungsweise sind aber zwei verschiedene Dinge. Und bei Letzterem sehe ich die alte Ausgabe weiterhin deutlich näher am Gegenstand, das war mein Argument.

    Es geht darum mit dem Künstler nicht zu hart ins Gericht zu gehen, den er hat sich um eine neue Sicht bemüht und an späteren Darstellungen der Stadt orientiert. Zwar kennt das Früh- und Spätmittelalter so gut wie keine topographischen Darstellungen von Städten. Doch deshalb mein Verweis auf die lange Bauzeit der Kathedrale bis in die Frühe Neuzeit hinein. Im ausgehenden Mittelalter beginnt die Anfertigung von sogenannten Vogelschauplänen in Zentraleuropa und an dieser Technik bedient sich O‘Toole hier. Damit bleibt er natürlich in seiner Komfortzone und entfernt sich wenig von seiner sehr funktionalen und reduzierten Bildsprache. Wäre vielleicht mal ein schönes Experiment ihn sein Lineal wegzunehmen und seine Farbpalette und vertauschen oder ihn mit The Micro an ein Projekt zu setzen. :/

  • Das Spiel setzt zwar um 1200 ein und umfasst später auch weitere Jahrhunderte. Der Verweis auf den langen Bauzeitraum der Kathedrale trifft meinen Punkt aber nicht ganz.

    Mir geht es weniger um die exakte Datierung einzelner Bauzustände als um die Bildsprache. Die alte Ausgabe lehnt sich in Raumauffassung, Figurenzeichnung und Flächenorganisation deutlich stärker an mittelalterliche Bildkonventionen an. Die neue arbeitet dagegen mit einer zusammenhängenden, topographisch gedachten Stadtansicht aus erhöhter Perspektive, also mit einer deutlich moderneren Bildlogik.

    Natürlich kann einem das besser gefallen. Historische Motivik und historisch passende Darstellungsweise sind aber zwei verschiedene Dinge. Und bei Letzterem sehe ich die alte Ausgabe weiterhin deutlich näher am Gegenstand, das war mein Argument.

    Es geht darum mit dem Künstler nicht zu hart ins Gericht zu gehen, den er hat sich um eine neue Sicht bemüht und an späteren Darstellungen der Stadt orientiert. Zwar kennt das Früh- und Spätmittelalter so gut wie keine topographischen Darstellungen von Städten. Doch deshalb mein Verweis auf die lange Bauzeit der Kathedrale bis in die Frühe Neuzeit hinein. Im ausgehenden Mittelalter beginnt die Anfertigung von sogenannten Vogelschauplänen in Zentraleuropa und an dieser Technik bedient sich O‘Toole hier. Damit bleibt er natürlich in seiner Komfortzone und entfernt sich wenig von seiner sehr funktionalen und reduzierten Bildsprache. Wäre vielleicht mal ein schönes Experiment ihn sein Lineal wegzunehmen und seine Farbpalette und vertauschen oder ihn mit The Micro an ein Projekt zu setzen. :/

    Nur sehen die mittelalterlichen Pläne eben nicht aus wie dieser. Das Störende ist die Verschiebung der Ästhetik zu neuzeitlicheren, für den Gegenwartsgeschmack besser verdaulichen, Darstellungen. Zumindest bei der Stadt – die Figuren sind nicht gut genug erkennbar, könnten aber wahrscheinlich kaum noch gegen diesen Stadtplan anstinken oder wirkten dann sogar wieder als stilistischer Bruch.

    Letzten Endes ist die Neuauflage sicher funktional und gibt neuen Spielern die Möglichkeit dieses hervorragende Spiel zu spielen.

  • Um mal zum Spiel zurückzukommen: ich habe Troyes ja noch nicht gespielt, mir irgendwann aber mal Black Angel bei einem der Ramschangebote geholt. Da habe ich den Eindruck, dass das unter anderem deshalb so untergegangen ist, weil es sort of wie Troyes ist aber nicht wirklich besser. Kann mir jemand einen Pitch geben, ob ich Troyes auch noch brauche oder lieber mal wieder Black Angel rauskrame?

  • Ich ziseliere das mal auseinander:

    Troyes lohnt sich auch dann noch, wenn Black Angel schon im Regal steht. Die beiden sind klar verwandt. In beiden Fällen stehen farbige Würfel herum, die bestimmen, wie stark man Aktionen ausführt, und man darf sich notfalls auch bei den Mitspielern bedienen. Das ist aber eher gemeinsame Familiennase als eineiige Zwillingsgeburt.

    Black Angel nimmt diese Grundidee und baut ein ziemlich großes Raumschiff drumherum: Technologien, Missionen, ein wanderndes Weltraumfeld, Bedrohungen, verschiedene Ressourcen und allerlei Zeug, das blinkt und irgendwo noch einen kleinen Hebel hat. Troyes macht fast das Gegenteil. Es hat weniger Systeme, aber die hängen enger zusammen und treten einem häufiger gegenseitig auf die Füße. Der große Unterschied ist schon der Umgang mit den Würfeln. In Troyes nimmt man nicht einfach einen Würfel und macht damit etwas, sondern kann bis zu drei gleichfarbige Würfel zu einer Aktion zusammenfassen. Und plötzlich wird aus „Ich nehme die 6“ die Frage: Reichen meine Würfel? Kaufe ich dem anderen seinen guten Würfel weg und ärgere ihn als günstigen Beifang auch noch? Kann ich mir das leisten? Verbrate ich dafür mein Geld, das ich eigentlich woanders brauche? Das klingt nach wenig, macht aber einen großen Unterschied.

    Überhaupt ist Troyes knapper und giftiger. Geld fehlt, Einfluss fehlt, gute Würfel fehlen, und wenn ausnahmsweise einmal alles da ist, sitzt meistens jemand am Tisch, der es ebenfalls gebrauchen könnte. Dazu kommen gemeinsame Ereignisse, Plätze auf Aktionskarten und ein paar weitere Stellen, an denen man sich durchaus in die Quere kommt. Black Angel ist dagegen das größere, modernere und regelreichere Spiel. Und definitiv das nettere. Troyes ist dafür kleiner, aber nicht simpler. Eher im Gegenteil: Bei Black Angel denkt man darüber nach, welche Maschine man heute bauen möchte. Bei Troyes eher darüber, welchen Teil seiner schönen Maschine man heute leider nicht schafft.

    Im Unterschied zu den meisten hierzulande fand ich Black Angel gar nicht so schlecht (und es ist in den letzten Jahren auf wundersame Weise auf BGG nach oben gekraxelt, die zum Zeitpunkt seines Erscheinens nicht für möglich gehalten worden wäre). Aber wenn dir die Würfelidee daran gefällt, würde ich Troyes trotzdem nicht abhaken. Es ist nicht „Black Angel, nur älter“, sondern eher die konzentriertere und etwas unangenehmere Variante derselben Grundidee.

    Oder kurz: Black Angel hat mehr blinkende Schalter, es macht Spaß sie alle zu drücken, aber es bleibt auch etwas beliebig. Troyes haut Dir auf die Finger, wenn Du nach dem einen Schalter greifst, der Dein Licht aufgehen lässt.

  • Ich finde Troyes klasse und Black Angel ziemlich belanglos. Troyes ist interaktiver, pro Partie jeweils anders (durch zufällige ausliegende Karten) und bei den Ressourcen passieren auch interessantere Entscheidungen. Black Angel hat zwar die nette Idee mit dem Aktionsgrid, das gefiel mir schon, aber ich würde Troyes in jeder Konstellation vorziehen.

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