Würfelpech gleicht sich aus, wenn viel gewürfelt wird?

  • Da aber so viel gewürfelt wird, sollte (nicht muss!) sich das ausgleichen im Laufe einer Partie.

    Es ist doch aber in aller Regel so, dass auch der Zeitpunkt des Pechs eine Rolle spielt und schlechte Würfe zu bestimmten Zeitpunkten relevanter sind als zu einem anderen Zeitpunkt.

    Ich finde, dass sich da oft nichts ausgleicht.

    Gerade auch bei Spielen, in denen gekämpft wird, da nicht jeder Kampf die gleiche Relevanz hat.

    Oder bei Aufbauspielen, bei denen man gerade am Anfang mit schlechten Würfen den Anschluss verliert.

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."

    Meine Spiele: Klick mich

  • Entweder hat man Glück oder Pech beim Würfeln, deshalb spiele ich mittlerweile auch ungern Spiele mit Würfeln. Da gleicht sich nichts aus.

    Beispiel:

    Ich habe damals eine ganze Zeit lang mit meinem Arbeitskollegen in der Mittagspause Backgammon gespielt. Wir haben eine Strichliste mit den jeweiligen Siegen geführt. Nach einem Stand von 243 zu 72 für ihn, habe ich dann meine Backgammonkarriere aufgegeben. Er hat einfach immer so ein unfassbares Glück beim Würfeln gehabt.

  • Meinst du das ernst?

    Keine Frage, es gibt Partien da hat man mal mehr mal weniger Würfelglück und wenn man dann ein Brettspiel nur 1-5 mal spielt kann das Glück relevant sein.

    315 Partien Back Gammon bedeuten ca.10.000 Würfelwürfe pro Spieler (bei 20-40 Würfen pro Spiel). Auf die lange Sicht muss sich das statistisch ausgleichen, da ist nicht mehr viel mit Glück.

    Für mich ein perfektes Beispiel das zeigt, das man einfach vielleicht ein Spiel nicht so gut beherrscht wie sein Gegenüber.

  • Anzeige
  • Wenn man immer den richtigen Wurf im richtigen Moment hat, hat das meiner Meinung nach, nichts mit Können zu tun. Klar, gibt es bei Backgammon Strategien, aber was nutzt es dir, wenn dein Gegenüber diese durch seine Würfe immer durchkreuzt?

  • Ich denke, unsere Sicht auf die Welt (bzw. auf das Ergebnis 243 zu 72) ist so fundamental unterschiedlich, das wir da keine gemeinsame Basis für eine Diskussion haben, Stoney . Ich zumindest weiß nicht, was ich zu Deiner Interpretation sagen soll. ¯\_(ツ)_/¯

    Vielleicht soviel: In meiner Bubble wird ein so eindeutiges Ergebnis über so viele Partien eher als Beweis dafür angesehen, daß Können eine größere Rolle zu spielen scheint, als Würfelglück. Du siehst das genau umgekehrt, für mich überraschend, aber natürlich auch eine valide Sicht (vor allem, weil Du dabei warst, und ich nur das Ergebnis wie Du es hier beschreibst, sehe).

    UpLive [bgg for trade] - einfach anschreiben, wenn Dich davon was interessiert!

  • In einer Partie kann das Würfelpech schon zuschlagen, über eine eine ganze Reihe von Partien gleicht sich das aus.

    Aber was bringt mir das in einer 3h+ Partie, in der ich nur Pech habe. Spielspaß ist für mich was anderes dann!

    Wenn das Würfelpech ein Spielerlebnis so kaputt machen kann, hinkt das Spieldesign für mich.

  • Auf das einzelne Spiel bezogen wird regelmäßig zu wenig gewürfelt. Da ist eine Serie guter oder schlechter Würfe, wie sie beim Zufall vorkommt, auch ausschlaggebend und kann selbst bei fehlerfreiem Spiel die sichere Niederlage bedeuten. Damit muss man umgehen können.

    Über viele Partien hinweg ist die Wahrscheinlichkeit aber wie sie ist: es gleicht sich aus. Dieser Effekt kann aber, je nach Spiel, durch andere Variablen verdeckt werden. Wie im Eingangsbeitrag beschrieben, ist nicht unbedingt jeder Wurf im Spiel gleich viel wert. Ein Spiel hat neben dem Wurf aber noch Entscheidungen, die gut oder schlecht sein können und völlig unabhängig vom Ergebnis der Würfel sind (und beispielsweise auch beeinflussen, wie einflussreich der jeweilige Wurf ist). Wenn man in einem Spiel nicht so gut ist wie die Mitspieler, garantieren auch gute eigene Würfelserien nicht den Sieg.

    Dazu kommen dann noch kognitive Verzerrungen. Wir merken uns Negatives leichter und länger und gestehen uns eigene Schwächen nicht unbedingt ein. Da hat die Mathematik (oder auch jede andere Wissenschaft) einen schweren Stand.

  • Es mag ja sein, dass mein Kollege das Spiel wesentlich besser beherrscht. Das streite ich gar nicht ab. Aber es war in vielen Partien schon sehr auffällig, dass er immer genau das gewürfelt hat, was er benötigte.

    Vielleicht hätte sich das Ganze auch nach weiteren 573 Partien wieder ausgeglichen. 😉

  • Anzeige
  • Dazu kommen dann noch kognitive Verzerrungen.

    Aber es war in vielen Partien schon sehr auffällig, dass er immer genau das gewürfelt hat, was er benötigte.

    q. e. d.

    »Remember to look up at the stars …

    … and not down at your feet. Try to make sense of what you see and wonder about what makes the universe exist. Be curious. And however difficult life may seem, there is always something you can do and succeed at. It matters that you don't just give up.«
    Stephen Hawking

  • Ich finde, dass sich da oft nichts ausgleicht.

    Die statistische Wahrscheinlichkeit berücksichtigt ja nur die absolute Menge an Würfen, nicht den jeweiligen anders gewichteten Zeitpunkt. Deshalb sind gute Spiele die, wo es eben nicht nur auf einen Wurf ankommt. Idealerweise sollten auch Möglichkeiten zur Manipulation vorhanden sein.

    Ein perfektes Beispiel dafür wäre Civolution, wenn dann wirklich mal nichts so recht aus dem Wurf zu holen ist, den Mitspielern gehts bestimmt auch mal so.

    Wo sich sich das statistische Mittel wiederum hervorragend darstellt ist Can‘t Stop. Allein die optische Darstellung mit wenig Feldern bei 2 und 12 stehen im krassen Gegensatz zur 7, die eben am wahrscheinlichsten mit 2 Würfeln gewürfelt wird.

    Bei wenigen, aber dann durchaus mal wichtigen Würfen, wo ein gutes Ergebnis erwartet wird aber leider nicht kommt. Kommen eben die Begrifflichkeiten Glück und Pech ins Spiel. Die sorgen aber auch für so manch Spannungselement!

    Mögen dir die Würfel zukünftig gewogen sein, und denke immer dran - positives Karma auf die Würfel einwirken hilft! ;)

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine fürs Archiv :/

  • Es mag ja sein, dass mein Kollege das Spiel wesentlich besser beherrscht. Das streite ich gar nicht ab. Aber es war in vielen Partien schon sehr auffällig, dass er immer genau das gewürfelt hat, was er benötigte.

    Vielleicht hätte sich das Ganze auch nach weiteren 573 Partien wieder ausgeglichen. 😉

    Da setzt Du etwas spät an. Meine Interpretation wäre: Er hat sich so positioniert, dass die Wahrscheinlichkeit die Augen zu würfeln, die ihm helfen, hoch war.

    Ich habe auch mal über mehrere Monate zweimal täglich Backgammon gespielt und wurde von meinem gegenüber zu Beginn auf dessen Wissen gecoacht. Wir haben einen Punktestand gezählt und oszillierten die ganze Zeit über um Null. Mit Ausreißern in die eine oder andere Richtung.

  • Mögen dir die Würfel zukünftig gewogen sein, und denke immer dran - positives Karma auf die Würfel einwirken hilft! ;)

    Eine Erfahrung die ich teile, übrigens ganz ohne Smiley. Und wer weiß, was es da noch zwischen Himmel und Erde gibt, das noch nicht von unserem Verstand erfasst und erforscht wurde...

    Freiheit für :lachwein: - "Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag" (Charlie Chaplin)

    200+ Bauanleitungen zu Inserts aus Schaumkern, 50+ Kurzspielregeln, Praxis-Tipps, ...

  • Das Thema Glück / Pech im Spiel berührt ja andere Bereiche wie z.B. verdeckte Karten, Steine aus Beuteln usw. ziehen. Sehr gute Spieler bauen ihr Spiel breiter auf und können mehr aus den Ergebnissen machen. Sind insgesamt flexibler. Müssen das auch sein, weil sie öfter behindert werden von anderen (was dazu führt das sie trotzdem besser werden) Unerfahrene Spieler verfolgen oft nur eine Strategie und wenn die nicht aufgeht weil genau die eine Karte/Würfelzahl usw. fehlt, dann wird das als eigene Pech oder das Glück des Anderen gesehen. Der Fehler liegt aber im eigenen zu risikoreichem/unflexiblen Spielstil.

  • Anzeige
  • Ich finde, dass sich da oft nichts ausgleicht.

    Glück und Pech sind im Grunde dasselbe: Illusionen. Steht man dem Würfel unvoreingenommen gegenüber, sieht man besser dessen Fähigkeit, zu jeder Zeit jedes Ergebnis liefern zu können. Wie ein Kämpfer, der sechs Angriffs- und Verteidigungstechniken beherrscht. Welche davon jeweils angewendet wird, ist ungewiss; eine davon ist sicher. Ist das nicht tröstlich?

  • In einer Partie kann das Würfelpech schon zuschlagen, über eine eine ganze Reihe von Partien gleicht sich das aus.

    Aber was bringt mir das in einer 3h+ Partie, in der ich nur Pech habe. Spielspaß ist für mich was anderes dann!

    Wenn das Würfelpech ein Spielerlebnis so kaputt machen kann, hinkt das Spieldesign für mich.

    Ganz klares Indiz: Eine der anderen 1000 Neuheiten pro Jahr spielen. Nicht jeder mag jedes Spiel. Ganz einfach eigentlich. In der Spielregel von Civolutionen gibt es einen eigenen Absatz über Würfelglück. Wenn danach trotzdem das Spiel nicht zusagt, einfach was Bekömmlicheres für einen spielen. Mach ich genauso. :)

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das Tagebuch der entspannten Brettspiele

  • Also vielleicht mal zur Klarstellung. Ich finde Würfel bringen Emotionen ins Spiel und eine Ebene, die man mitigieren muss.

    Ich finden aber auch, dass sich da nichts ausgleicht und die Ebene, dass neben dem "Pech" auch der Zeitpunkt im Spiel relevant ist zu wenig Beachtung findet bei einer Aussage "...gleicht sich eh aus...".

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."

    Meine Spiele: Klick mich

  • Das, was Sankt Peter meint, sehe ich auch so. Nicht alle Würfe sind in einem Spiel gleich relevant, nicht alle Ergebnisse bei gleichem Ergebnis immer gleich gut. (auch bei Backgammon hab ich schon Sechserpasch gewürfelt, bei dem ich dann nichts machen konnte. Im Kern haben mein Gegner und ich dann ggf. gleich oft sechserpasch gewürfelt - nur hat seiner ihm zum Sieg verholfen und meiner nichts gebracht).

    WENN man die statistische Häufung betrachtet, dann bei gleichen Würfen in gleichen (ähnlichen) Situationen. Selbst bei Mensch ärger Dich nicht:

    • Wie oft würfele ich eine Zahl, die ich brauche, um jemanden raus zu werfen
    • Wie oft würfele ich genau dann eine 6, wenn ich raus kommen will?
    • Wie oft würfele ich die passende Zahl, die ich brauche, um ins Ziel zu kommen?

    Hier wird deutlich: Nicht die gleichmäßige Verteilung der Würfe ist relevant, sondern die Situation. Bei Tabletop ist es noch relevante: Würfele ich den Save für meinen Superpunkteträchtigen-Superhelden oder für einen 08/15 Tyraniden?

    Bei demselben Spiel sollte sich das dennoch irgendwann ausgehen - aber welche Spiele spielt man schon 10.000x?

  • In einer Partie kann das Würfelpech schon zuschlagen, über eine eine ganze Reihe von Partien gleicht sich das aus.

    Erkläre das Mal den Catan-Spielern auf BGA. Da ist die Meinung sehr verbreitet, dass die Würfe in jeder einzelnen Partie exakt der Glockenkurve entsprechen müssen, und sehen das als Beweis, dass die Würfel nicht zufällig genug sind. :lachwein:

  • Anzeige
  • Mögen dir die Würfel zukünftig gewogen sein, und denke immer dran - positives Karma auf die Würfel einwirken hilft! ;)

    Ach, jetzt aber. Würfen und Karma sind reiner Aberglaube, sage ich als aufgeklärt-rationaler Vertreter der westlichen Zivilisation. Würfelerziehung hat mit Esoterik oder sonst was Überirdischem gar nichts zu tun.

    Würfelerziehung ist ganz im Gegenteil einfach angewandte Wissenschaft, also konkret angewandte Psychologie. "Wissenstransfer" lautet das Stichwort, zum Beispiel aus dem Schulischen. Und da gibt's ja auch Erkenntnisfortschritte. Das wandelt sich durchaus. Früher dachte man ja beispielsweise, Zuckerbrot und Peitsche, gut dosiert angewendet, und das idealerweise von Anfang an, wenn der Würfelwelpe noch lernfähig ist -- das ist es. So wird da eine runde bzw. kubische Sache draus. Heute hingegen ja viel mehr Fördern statt Fordern. Die Prügelstrafe beispielsweise würde ich heute nicht mehr in der Erziehung anwenden, und auch keine Würfel mehr zur Strafe mit Vollkaracho an die Wand werden oder so. Und dann auch immer an das Positive denken. Man muss den Würfel auch mal loben, wenn er was richtig macht, und nicht immer nur strafen, wenn er mal in Twilight Struggle wieder beim Italien-Coup versagt. Wenn ich meine Mitspieler so beobachte, denn fluchen die Leute ja viel, aber dass der Würfel auch mal positiven Zuspruch bekommt, sagen wir mal sowas wie: "So ist er brav, so ist er ganz braaaav", und dann ein bisschen Streicheleinheit, wenn er überperformt, das erlebe ich echt selten. Also eigentlich gar nicht.

    Soziale Medien fügen Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.

    2 Mal editiert, zuletzt von Fury von Dracula (12. September 2026 um 11:27)

  • Also vielleicht mal zur Klarstellung. Ich finde Würfel bringen Emotionen ins Spiel und eine Ebene, die man mitigieren muss.

    Ich finden aber auch, dass sich da nichts ausgleicht und die Ebene, dass neben dem "Pech" auch der Zeitpunkt im Spiel relevant ist zu wenig Beachtung findet bei einer Aussage "...gleicht sich eh aus...".

    Wenn der Zeitpunkt unabhängig von Entscheidungen ist, also auchzufällig wie bei Mädn, dann erhöht das nur die Anzahl an Partien, die notwendig ist, damit sich beobachtete Ergebnisse an die Wahrscheinlichkeit annähern.

    Bei allem anderen wird Können (unterschiedlich) relevant.

  • Natürlich gleicht sich das alles irgendwann aus. Die Anzahl an benötigten Würfen und Partien um eine einigermaßen erkennbare Normalverteilung zu erreichen kann aber ganz erheblich - praxisfern - hoch sein. Ich bin daher kein Freund des Würfelns; auch nicht des manipulierten wie etwa bei Burgen von Burgund, da das den unerwünscht hohen Glückafaktor lediglich abmildert, aber nicht behebt.

  • Wenn ich meine Mitspieler so beobachte, denn fluchen die Leute ja viel, aber dass der Würfel auch mal positiven Zuspruch bekommt, sagen wir mal sowas wie: "So ist er brav, so ist er ganz braaaav", und dann ein bisschen Streicheleinheit, wenn er überperformt

    :lachwein::lachwein::lachwein:

    Freiheit für :lachwein: - "Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag" (Charlie Chaplin)

    200+ Bauanleitungen zu Inserts aus Schaumkern, 50+ Kurzspielregeln, Praxis-Tipps, ...

  • Anzeige
  • Also vielleicht mal zur Klarstellung. Ich finde Würfel bringen Emotionen ins Spiel und eine Ebene, die man mitigieren muss.

    Ich finden aber auch, dass sich da nichts ausgleicht und die Ebene, dass neben dem "Pech" auch der Zeitpunkt im Spiel relevant ist zu wenig Beachtung findet bei einer Aussage "...gleicht sich eh aus...".

    Wenn der Zeitpunkt unabhängig von Entscheidungen ist, also auchzufällig wie bei Mädn, dann erhöht das nur die Anzahl an Partien, die notwendig ist, damit sich beobachtete Ergebnisse an die Wahrscheinlichkeit annähern.

    Bei allem anderen wird Können (unterschiedlich) relevant.

    Das bestreitet niemand.

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."

    Meine Spiele: Klick mich

  • Wenn der Zeitpunkt unabhängig von Entscheidungen ist, also auchzufällig wie bei Mädn, dann erhöht das nur die Anzahl an Partien, die notwendig ist, damit sich beobachtete Ergebnisse an die Wahrscheinlichkeit annähern.

    Bei allem anderen wird Können (unterschiedlich) relevant.

    Das bestreitet niemand.

    Dann verstehe ich falsch, wo das Problem liegt?

    Die Aussage "gleicht sich eh aus" ist ein nichtssagender Allgemeinplatz, der bei Mädn helfen soll das Zufallselend zu ertragen, während es sich zieht und zieht und zieht. Bei anderen Spielen ist die Intention des Sprechers weniger eindeutig und mir fiele nicht ein, warum ich jemanden damit traktieren sollte.

    Einmal editiert, zuletzt von BeyTian (12. September 2026 um 12:51)

  • Bei Warhammer Fantasy habe ich früher die Skaven gespielt. Die haben extrem viele Glückselemente und gefühlt hat es sich dadurch ungefähr ausgeglichen.

    Von den ca. 7 fragwürdigen Kriegsmaschinen, magischen Gegenständen haben dann recht konstant 2 (sehr)gut, 3 mittel und 2 (katastrophal) schlecht funktioniert.


    Aber wenn dich dann bei 40k der verlorene Würfelwurf ums Anfangen oder bei Fantasy die Magiefehlfunktionstabelle (Vampirgeneral jagt sich in die Luft) das Spiel kostet, gleichen sich die Würfe nicht mehr aus.

    Ich vermeide daher (unabhängig ob Würfel oder Karten) stark glückslastige Spiele, die lange gehen.

    Es ist einfach nervig, für mich inzwischen inakzeptabel, wenn man ein 2 Stunden Spiel durch einen entscheidenden schlechten Würfelwurf verliert oder gewinnt und alle vorigen Entscheidungen dadurch egal waren.

    Einzige Ausnahme ist Nemesis. Das ist so gut und imersiv, dass es trotzdem genug Spaß macht.

    Einmal editiert, zuletzt von Dark_Mirror (13. September 2026 um 14:46)

  • Sehr interessantes Thema dazu wollte ich schon lange was schreiben.

    Als jemand der unglaublich viel Pech in Spielen mit Zufallselementen hat meide ich diese mittlerweile außer sie sind kooperativ.

    Lustigerweise behaupten in meinem Umfeld gerade die Leute die außergewöhnlich viel Glück haben das sich Wahrscheinlichkeiten immer ausgleichen.

    Mein bester Freund zB ist unschlagbar in Terraforming Mars. Er bekommt wirklich immer extrem gute Starthände und hat innerhalb kürzester Zeit die Produktion aus der Hölle. Er ist Gelegenheitsspieler und ich habe TfM heftig online gesuchtet aber bis jetzt in 15 - 20 Partien noch nie gewonnen. Seine Frau hat ihn beim Spielen sogar schon richtig überwacht weil sie dachte das er Schummelt😄


    Mal ein kleiner Auszug wie das bei mir normalerweise läuft:


    Letztes Jahr bei einem Spieletag kam zu erst Death May Die auf den Tisch. 2 Partien jeweils innerhalb einer halben Stunde verloren weil ich einmal mit 15 Würfeln keine 3 Erfolge und einmal mit 14 Würfeln keine 2 Erfolge erreicht habe.


    Dann wurde Wonderlands War gespielt. Wollte ich schon immer mal ausprobieren bis ich den Beutel gesehen habe da schwante mir schon bösses🤪
    Erste Runde geht los, ich ziehe aus dem Beutel 3x die Niete, packe sie wieder rein und ziehe Niete, Niete, nicht Niete und wieder Niete. Alle anderen hatten Gebiete erobert, Burgen gebaut und Fähigkeiten frei geschaltet wohin gegen für mich für mich die Runde eine komplette Nullnummer war. Das war das einzige Mal das ich vorzeitig aus einem Spiel aussteigen und gehen wollte, weil mir klar war dass das Spiel für mich gelaufen ist und ich für die nächsten 4 Stunden wahrscheinlich nur noch ein Statist bin… Leider haben wir bei mir gespielt und es gab keine Option auf Flucht😂😂
    (Mag sein das es nicht zu 100% so stimmt weil ich die Partie verdrängt habe aber ungefähr ist es so gelaufen)


    Danach noch Cyclades. Ich hatte einen Zug in dem ich alle Monumente (4 sind es glaub ich?) von meinen Gegnern erobern konnte und das Spiel gewinne. Meine Armee war groß und nur im letzten Gebiet hatte ein Gegner mehrere Einheiten. Ich konnte das Spiel nur verlieren wenn er 4 oder 5 mal die 3 und ich immer die 0 würfele und er danach auch höher würfelt. Genau das ist passiert und anstatt dem vermeintlich sicheren Sieg flog ich als erstes raus.


    Das waren nur ein paar Beispiele und ich könnte noch seitenweise weitere Beispiele für mein Pech nennen. Natürlich könnte man jetzt sagen das es nur rum geheule ist weil man mal verliert aber wenn man bei jedem Spiel wo die Möglichkeit besteht ohne eigene Entscheidungen komplett abgeschlagen zu sein die A-Karte zieht ist das auf Dauer einfach nur frustrierend und macht keinen Spaß.

    Darum würde ich zB Wonderlands War nie wieder spielen. Es wäre für mich fast noch schlimmer wenn das einem Mitspieler passiert und ich ihm mehrere Stunden dabei zu sehen muss wie er sich durch quält.


    Beim Spielen geht es mir nicht ums gewinnen falls das so rüber kam aber Spiele sind für mich immer am spannendsten wenn sie auf Augenhöhe statt finden und sich erst am Schluss entscheiden und nicht schon am Anfang durch zwei schlechte Würfel Würfe.


    Noch ein Gegenbeispiel:

    Als ich vor ein paar Jahren so richtig ins Hobby eingestiegen bin bestand meine einzige feste Gruppe aus Hardcore Expertenspielern. Meine ganze Euro Erfahrung bestand bis dahin aus 2x Agricola Solo. Bei unseren zweiten Treffen kam gleich The Great Wall auf den Tisch und natürlich mit fast allen Erweiterungen. Ich habe mich noch nie bei einem Brettspiel so dumm und unfähig gefühlt und hab wirklich überhaupt nichts kapiert. Am Ende hatte ich nur die Hälfte der Punkte vom dritt platzierten und somit auch die heftigste Niederlage meiner Brettspiel Karriere. Man könnte meinen dass das Spiel damit für mich verbrannt war aber ganz im Gegenteil - ich lag in der Nacht noch zwei Stunden wach und habe über Strategien und meine Fehler nachgedacht und was das für ein grandios Spiel ist, auch wenn es damals deutlich zu komplex war. Mittlerweile steht es bei mir selber im Regal. Ich bin immer noch nicht gut darin aber wenn ich verliere weiß ich wenigstens das ich es selber verzockt habe😄


    Was ich damit sagen will - Wahrscheinlichkeiten gleichen sich bestimmt irgendwann aus aber bei Brettspielen ist die samplesize selten groß genug und nach X schlechten Erfahrungen bin ich zumindest mit solchen Spielen durch.


    Sorry für den Rant aber das musste schon lange mal raus😂😂


    Cheers

    2 Mal editiert, zuletzt von Naikkon (12. September 2026 um 11:51)

  • Wenn das Würfelpech ein Spielerlebnis so kaputt machen kann, hinkt das Spieldesign für mich.

    Also sind fast alle Spiele außer so etwas wie Schach und Go schlecht designt? Nahezu alle Spiele haben eine Glückskomponente und das kann immer ausschlaggebend für Sieg und Niederlage sein.

    "Wenn das Würfelpech ein Spielerlebnis so kaputt machen kann."

    Das ist bei sehr sehr sehr vielen Spielen mit Würfeln nicht der Fall 🙂

    Einmal editiert, zuletzt von BSV (12. September 2026 um 11:48)

  • Anzeige
  • Was hier etwas untergeht, ist, dass es in dem meisten Spielen mit Würfeln ja gerade die Kunst ist, sie so zu spielen, dass man letztlich eben nicht von "dem einen" Wurf abhängig ist. Bei Burgen von Burgund ist es mir in der Regel fast relativ egal, was ich würfel, weil ich meist versuche so zu positionieren, dass ich mit möglichst vielen Würfelergebnissen was Anfangen kann. Das Glückselement hier liegt eher bei den Plättchen als bei den Würfeln.

    Es gibt wirklich kaum Spiele, wo das nicht beeinflussbar ist. Das hier schon erwähnte Nemesis is so ein Gegenbeispiel für in meinen Augen wirklich richtig schlechtes Spieldesign, da hier in einigen Situation ohne zutun des Spielers (!) etwas sehr negatives passieren kann bis hin zum Ausscheiden aus dem Spiel. Ich hab dem Spiel inzwischen 5 Chancen in verschiedenen Gruppen gegeben und fand es immer absolut willkürlich und unbefriedigend, dabei hab ich es sogar zwei mal gewonnen.

  • Mögen dir die Würfel zukünftig gewogen sein, und denke immer dran - positives Karma auf die Würfel einwirken hilft! ;)

    Ach, jetzt aber. Würfen und Karma sind reiner Aberglaube, sage ich als aufgeklärt-rationaler Vertreter der westlichen Zivilisation. Würfelerziehung hat mit Esoterik oder sonst was Überirdischem gar nichts zu tun.

    Würfelerziehung ist ganz im Gegenteil einfach angewandte Wissenschaft, also konkret angewandte Psychologie. "Wissenstransfer" lautet das Stichwort, zum Beispiel aus dem Schulischen. Und da gibt's ja auch Erkenntnisfortschritte. Das wandelt sich durchaus. Früher dachte man ja beispielsweise, Zuckerbrot und Peitsche, gut dosiert angewendet, und das idealerweise von Anfang an, wenn der Würfelwelpe noch lernfähig ist -- das ist es. So wird da eine runde bzw. kubische Sache draus. Heute hingegen ja viel mehr Fördern statt Fordern. Die Prügelstrafe beispielsweise würde ich heute nicht mehr in der Erziehung anwenden, und auch keine Würfel mehr zur Strafe mit Vollkaracho an die Wand werden oder so. Und dann auch immer an das Positive denken. Man muss den Würfel auch mal loben, wenn er was richtig macht, und nicht immer nur strafen, wenn er mal in Twilight Struggle wieder beim Italien-Coup versagt. Wenn ich meine Mitspieler so beobachte, denn fluchen die Leute ja viel, aber dass der Würfel auch mal positiven Zuspruch bekommt, sagen wir mal sowas wie: "So ist er brav, so ist er ganz braaaav", und dann ein bisschen Streicheleinheit, wenn er überperformt, das erlebe ich echt selten. Also eigentlich gar nicht.

    :D 100% Agree


    ich zeig euch mal wie man´s macht 8o


    Externer Inhalt www.youtube.com
    Inhalte von externen Seiten werden ohne deine Zustimmung nicht automatisch geladen und angezeigt.

  • Spielt Ihr oder rechnet Ihr Euch schon vor dem Würfelwurf die Wahrscheinlichkeit aus, dass das alles nicht hinhauen wird? 😜

    Wenn ich die Wahl habe überlege ich natürlich. Niemandem (und mir am allerwenigsten) ist geholfen, wenn ich bei Root die Waldallianz mit ihrem Verteidigungsvorteil (sie bekommen die höhere Augenzahl) angreife, wenn es jemand anderes tun könnte. 🤪

  • Ich finden aber auch, dass sich da nichts ausgleicht und die Ebene, dass neben dem "Pech" auch der Zeitpunkt im Spiel relevant ist zu wenig Beachtung findet bei einer Aussage "...gleicht sich eh aus...".

    Wenn dich der Zufall bei wichtigen Entscheidungen im Spiel nervt, ersetze den Würfel mit - je nach Würfel 6 oder sonstwie - Zetteln mit seinen Zahlen und spiele eine davon pro Wurf aus. Dann kannst du den Erfolg besser einschätzen und weißt auch um den zukünftigen Mißerfolg bei kommenden Entscheidungen. Die kannst du dann aber taktisch einplanen und entkoppelst damit den Zufall.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine fürs Archiv :/

  • Anzeige
  • Hier wird deutlich: Nicht die gleichmäßige Verteilung der Würfe ist relevant, sondern die Situation. Bei Tabletop ist es noch relevante: Würfele ich den Save für meinen Superpunkteträchtigen-Superhelden oder für einen 08/15 Tyraniden?

    Richtiger Bereich: Ich habe vor Jahren mehrfach bei 40k gegen Leute gezoggt, die durch ihre Armeen wesentlich mehr Würfel als meine Grey Knights oder Custodes hatten und gleichzeitig die wesentlich schlechteren Entscheidungen auf der Platte getroffen, nur um letztlich doch zu gewinnen, da 60 Würfel gegen 10 Würfel schon unverhältnismäßig sind. Naja, habe ich wohl Pech gehabt...so fühlte es sich aber nicht an, sondern es fühlte sich sehr unausgeglichen an.

    Bei Rebellion habe ich gegen einen anderen Spieler mehr Würfelglück bzw. er Pech und das gefühlt jedes Mal.

    Emotional (im Innern, ich bin kein emotionaler Spieler und habe nach Außen wenig Probleme damit zu verlieren) nehmen mich die Negativbeispiele aber länger mit bzw. bleiben eher in Erinnerung, weswegen ich irgendwann auch aus dem TT Verein ausgetreten bin und es im Nachgang nicht bereut habe. Ich fühle mich Würfeln gegenüber wesentlich ausgelieferter als gegenüber eines Kartenstapels...keine Ahnung warum.

  • Ich finden aber auch, dass sich da nichts ausgleicht und die Ebene, dass neben dem "Pech" auch der Zeitpunkt im Spiel relevant ist zu wenig Beachtung findet bei einer Aussage "...gleicht sich eh aus...".

    Wenn dich der Zufall bei wichtigen Entscheidungen im Spiel nervt, ersetze den Würfel mit - je nach Würfel 6 oder sonstwie - Zetteln mit seinen Zahlen und spiele eine davon pro Wurf aus. Dann kannst du den Erfolg besser einschätzen und weißt auch um den zukünftigen Mißerfolg bei kommenden Entscheidungen. Die kannst du dann aber taktisch einplanen und entkoppelst damit den Zufall.

    Völlig legitimes Vorgehen.

    Allerdings kann es, je nach Spiel, die zu treffenden Entscheidungen verschieben von "kann ich/muss ich das Risiko eines kompletten Fehlschlags der Aktion eingehen" zu "wenn ich noch das und das mache, kann ich meine eins unbeschadet unterbringen". Die gegenüberstehenden Entscheidungen der Mitspieler dann auch.

  • Ich finden aber auch, dass sich da nichts ausgleicht und die Ebene, dass neben dem "Pech" auch der Zeitpunkt im Spiel relevant ist zu wenig Beachtung findet bei einer Aussage "...gleicht sich eh aus...".

    Wenn dich der Zufall bei wichtigen Entscheidungen im Spiel nervt, ersetze den Würfel mit - je nach Würfel 6 oder sonstwie - Zetteln mit seinen Zahlen und spiele eine davon pro Wurf aus. Dann kannst du den Erfolg besser einschätzen und weißt auch um den zukünftigen Mißerfolg bei kommenden Entscheidungen. Die kannst du dann aber taktisch einplanen und entkoppelst damit den Zufall.

    ?

    Mich nervt nichts.

    "We are the unknowns. Lower your shields and surrender your ships. We will add your biological and technological distinctiveness to our own. Your culture will adapt to service us. Resistance is futile."

    Meine Spiele: Klick mich

  • Ich finde es immer wieder überraschend, wie viele davon ausgehen, dass es sich immer ausgleicht (ganz besonders in Spielen, die man gar nicht oft genug spielt). Kann es ja gar nicht, da es immer die Randfälle geben muss. Der Schnitt ist eben nur genau das, ein Schnitt. Es muss auch die Fälle geben, die verhältnismäßig schlecht würfeln, selbst nach 100.000 Versuchen und dazu reicht es aus, wenn man nur marginal unter dem Schnitt bleibt, während jemand anderes marginal darüber liegt.

    Am Ende ist die Wahrscheinlichkeit nur eine Menschengemachte, rein theoretische Zahl, bei der keine "echte" Information vorliegt.

  • Anzeige