Der dreißigjährige Krieg / 30 years war

  • Nachdem jetzt demnächst ein paar Spiele zum Thema erscheinen werden dachte ich mir vielleicht wäre ein Sammelthread für das Thema angebracht.

    Also von Thirty Years War (GMT) über Won by the sword und Musket and Pike zu Cuius Regio, Thirty Years of Misery und No Peace for 30 Years, alles hier rein...

    Hat jemand schon Cuius Regio daheim und kann was drüber erzählen? Ich habe meine P500 order gecancelled und bin auf No Peace for 30 Years geschwenkt... Muss ich die Entscheidung bereuen? 8o

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    Einmal editiert, zuletzt von carlosspicyweener (16. Juli 2026 um 08:56)

  • Das 30 Years War Quad von SPI wollte ich natürlich nicht außen vor lassen. :S

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  • Bei Thirty Years War (GMT) gab es irgendwie bei zwei Spielen mal sehr früh einen Patt. Beide Seiten hatten sich verausgabt und die falschen Karten auf der Hand - aus meinem Gedächtnis. Es dauerte recht lange die nächste Epoche einzuläuten und das nächste Kartenset zu erhalten.

    Es gab zwischenzeitlich noch ein neues Spiel mit separatem Schlachtfeld, das hatte ich erst im Auge, aber dann doch verworfen. Kam wohl auch nicht so gut weg. Warten wie mal auf die nächsten Veröffentlichungen.

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  • Es gab zwischenzeitlich noch ein neues Spiel mit separatem Schlachtfeld, das hatte ich erst im Auge, aber dann doch verworfen. Kam wohl auch nicht so gut weg.

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  • Es gab zwischenzeitlich noch ein neues Spiel mit separatem Schlachtfeld, das hatte ich erst im Auge, aber dann doch verworfen. Kam wohl auch nicht so gut weg.

    Meinst du Won by the Sword?

    Ich glaube, es hieß etwas mit Holy Roman Empire. Ich finde es aber auch gerade nicht

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  • Ok, das sagt mir auch nichts. Aber WbtS hätte auf alles gepasst. :D 30Y, separates Schlachtfeld, nach 30YW erschienen, nicht so gut angekommen (ist untertrieben und leider auch etwas ungerechtfertigt)...


    Aber wenn ich jetzt eh schon dabei bin, kann ich es auch etwas ausführen:

    Won by the Sword wurde von GMT veröffentlicht und dermaßen zerrissen, dass GMT ein neues Regelbuch und komplett neue Karten ausgeliefert hat. Bei den Karten hab ich ehrlicherweise gar nicht so den großen Unterschied gesehen. Die alten Regeln habe ich nicht gelesen, deswegen kann ich da nichts dazu sagen.

    Jedenfalls war WbtS in meinen Augen ein gutes Spiel. Card driven, man musste mehrere Armeen verwalten, diese konnten je nach Zusammenstellung anders agieren, man konnte Späher aussenden... und die drei USPs waren:

    -die Belagerungsmechanik: Eine Belagerung war erfolgreich, die Frage ist nur wie lange es dauert. Irgendwann brechen die Verteidiger zusammen... wenn die Angreifer lange genug durchhalten...

    -die Versorgung (wurde später bei Nevsky wieder verwendet): je mehr Einheiten sich im Tross befinden desto mehr Nachschub braucht man und das Wachstum ist nicht linear. Hierzu musste man bei der eigenen oder fremden Bevölkerung plündern. Man konnte auch mit einer Reitergruppe zumziehen und die Lager ausräumen und dann die Vorräte bei der Belagerung absetzen und so die Belagerungsarmee zu stärken. Und bei allem war die Überlegung wichtig wann is was plündere... die Orte die dem Gegner dienen könnten? Feindliche für Punkte?

    -das Schlachtfeld: zu Beginn der großen Feldschlacht (man konnte einer Schlacht aus ausweichen und je nach Zusammenstellung kam es evtl gar nicht zu einer großen) musste man seine Einheiten auf drei Flügel verteilen. Die Flanken wiederum sind gegen ihr gegenüber angetreten und haben am Ende die Schlacht im Zentrum beeinflusst. Sehr coole Idee. Ich hätte mir etwas mehr Flexibilität bei der Aufstellung und mehr Einfluss durch die Flanken gewünscht aber mir hat das sehr viel Spaß bereitet.

    Was das Spiel für mich aber gekillt hat war der immer gleiche Verlauf. Dadurch, dass sich WbtS (als Teil 1 der Serie, die nicht fortgesetzt wurde) auf Süddeutschland konzentriert hat sieht man immer wieder die gleichen Orte im Fokus. Da macht es dann auch keinen Unterschied ob man 20-25 Szenarien (war echt ne gewaltige Menge) hat wenn sich alle sehr ähnlich bis gleich spielen.

    Ich finde es sehr schade was mit dem Spiel passiert ist und dass die Reihe nicht weiterentwickelt wurde. Hätte gerne gesehen was daraus noch werden kann... so musste es aber gehen.

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  • Es gibt zumindest schon mindestens einen Thread dazu, wobei ein neuer in Anbetracht dessen Alters sicher auch nicht schadet.

    Spiele mit dem Thema „Dreißigjähriger Krieg“?

    Rein von der Schreibweise im Threadtitel vlt. lieber Dreißigjähriger Krieg? Damit es auch gefunden werden kann später …

  • carlosspicyweener 17. Juli 2026 um 09:11

    Hat den Titel des Themas von „Der 30-Jährige Krieg“ zu „Der dreißigjährige Krieg / 30 years war“ geändert.
  • Rein von der Schreibweise im Threadtitel vlt. lieber Dreißigjähriger Krieg? Damit es auch gefunden werden kann später …

    Jawollinger, euer Wunsch sei mir Befehl ;)

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  • Cuius Regio wollte ich mir eigentlich auf jeden Fall holen. Nicht jedoch, weil mir diese historische Epoche sonderlich interessiert, sondern weil ich den Designer, Paco Gradaille, sehr spannend finde und seine Spiele sehr mag.

    Hab mir jetzt ein paar unboxings angesehen und bin recht enttäuscht von der paper map. Dies ist tatsächlich auch der Grund, warum ich von einem kauf derzeit absehe.

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  • Cuius Regio finde ich auch interessant und befindet sich auf meiner "Vielleicht-Liste". Paper maps stören mich bei Cosims nicht, das ist ja eher die Regel als die Ausnahme. Der dreissigjährige Krieg interessiert mich an sich nur als Gesamtkonflikt und insofern würde CR schon gut für mich passen. Ich warte mal ab, was über die Solitärtauglichkeit berichtet wird.

    Ich hatte früher Lion of the North ( ungespielt) und das oben erwähnte CDG von GMT, das mir spielerisch aber nicht gefiel, so dass jetzt einzig Wallenstein von Queen Games als Euro thematisch übrig geblieben ist.

  • Wallenstein von Queen Games

    Das hab ich auch noch hier. Das macht auch richtig Laune.

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  • Wallenstein von Queen Games

    Das hab ich auch noch hier. Das macht auch richtig Laune.

    Ein Klassiker. Ich habe noch die erste Auflage.

    Mit Gewaltlosigkeit hat noch nie jemand etwas erreicht. (Montgomery Burns)

    Ich habe zwar keine Lösung, aber ich bewundere das Problem. Präsident der EZB. (Das Känguru)

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    Jaws of Victory. Illusions of Glory. Fall Blau/Kharkov Battles. Empire of the Sun. GMT 194x-Reihe. Napoleon against Europe. Where there is Discord. GMT GBACW-Reihe. 1914 - Nach Paris. GMT 1914-Reihe.

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    Einmal editiert, zuletzt von Gerrit (17. Juli 2026 um 11:19)

  • Cuius Regio wollte ich mir eigentlich auf jeden Fall holen. Nicht jedoch, weil mir diese historische Epoche sonderlich interessiert, sondern weil ich den Designer, Paco Gradaille, sehr spannend finde und seine Spiele sehr mag.

    Hab mir jetzt ein paar unboxings angesehen und bin recht enttäuscht von der paper map. Dies ist tatsächlich auch der Grund, warum ich von einem kauf derzeit absehe.

    Dass es sich nur um eine Paper Map handelt, könnte an dem kruden Format von 34x33 Inch liegen und dass es sich um eine zweigeteilte Karte handelt. Wäre die Map im Standardformat 34x22, hätte man dem Spiel bestimmt eine Mounted Map spendiert.

    Jedenfalls würde ich bei einem kommerziellen Erfolg des Spieles die Möglichkeit nicht ausschließen, dass man diese nachträglich noch anbietet. Mounted Maps sind - wenn es sich nicht gerade um mehrteilige, zusammengesetzte Hex-Maps handelt - bei GMT ja inzwischen fast Standard. Die Hoffnung würde ich also nicht aufgeben.

    The dice decide my fate. And that's a shame.

  • Lion of the North hab ich auch noch und fand es damals schon recht eingängig und gut.


    Was noch dem Spielen harrt ist "Gustav Adolf the Great: With God and Victorious Arms" ... aber nach dem Umzug ist bestimmt Zeit. Für den dienstlichen Kontext ist es eher die falsche Epoche.

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  • Lion of the North hab ich auch noch und fand es damals schon recht eingängig und gut.


    Was noch dem Spielen harrt ist "Gustav Adolf the Great: With God and Victorious Arms" ... aber nach dem Umzug ist bestimmt Zeit. Für den dienstlichen Kontext ist es eher die falsche Epoche.

    Ach, ich hatte damals sämtliche ersten GBOH bis Cataphract nahezu ungespielt (Alexander, Samurai und Cataphract nen Tick angespielt) im Regal stehen und kam mir im Laufe der Jahre ein bischen blöd vor, so dass ich 4 behielt und mich vom Rest trennte. Die 4 Veteranen sind nun meine ältesten ungespielten Titel.

  • Ich habe mir die Beschreibung von Thirty Years of Misery auf der Homepage von Vuca und ein Box Opening auf YT angeschaut. Danach ist das Spiel relativ stark angelehnt an der Birth of America Serie von Academy Games. Dieses Spielprinzip finde ich an sich ganz gut und kenne es von Vikings 878 und Plains Indian Wars. Hier ist aber im Spiel zu viert möglich zwischen Teamspiel mit gemeinsamen Sieg und verbündet aber eigene Siegesbedingubgen zu wählen. Der Designer meinte auf BGG, dass das Spiel ursprünglich für Academy geplant gewesen sei und nach dem Wechsel zu Vuca noch ein wenig mehr chrome abgekommen habe. Ist hier jemand an dem Spiel interessiert ?

  • Ich habe mir die Beschreibung von Thirty Years of Misery auf der Homepage von Vuca und ein Box Opening auf YT angeschaut. Danach ist das Spiel relativ stark angelehnt an der Birth of America Serie von Academy Games. Dieses Spielprinzip finde ich an sich ganz gut und kenne es von Vikings 878 und Plains Indian Wars. Hier ist aber im Spiel zu viert möglich zwischen Teamspiel mit gemeinsamen Sieg und verbündet aber eigene Siegesbedingubgen zu wählen. Der Designer meinte auf BGG, dass das Spiel ursprünglich für Academy geplant gewesen sei und nach dem Wechsel zu Vuca noch ein wenig mehr chrome abgekommen habe. Ist hier jemand an dem Spiel interessiert ?

    Den dreißigjährigen Krieg finde ich in Spielen auf strategischer Ebene sehr interessant. Insofern danke für deine Info und ja, ich interessiere mich (noch) für das Spiel, auch wenn ich die Birth of America Serie "nur OK" finde - bin gespannt, wie das VUCA umsetzt. Die Bilder auf BGG sind erst einmal vielversprechend.

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  • Da schließe ich mich Mixosaurus an. Die Birth of America-Serie ist ganz unterhaltsam und mit 878 Vikings habe ich auch einen entfernten Ableger in meinem Fundus. Der macht schon Laune und auf den ein oder anderen Titel - aus thematischen Gründen am ehesten "1754: Conquest – The French and Indian War" - will ich schon länger mal einen näheren Blick werfen.

    Beim dreißigjährigen Krieg bin ich da erstmal leicht skeptisch und werde auch die ersten Reviews abwarten. Im Moment bin ich eher dazu geneigt auf "No Peace for Thirty Years" (Instabuy - die "No Peace..."-Serie finde ich sehr gelungen) von Compass zu warten und dann abzuwägen ob "Thirty Years of Misery" auch einziehen darf.

    Mit der kurzen Spieldauer, der Eignung für 4 Spieler und weiteren Punkten wie z.B: Point-to-Point vs. Areas hat es da aber schon ein paar Punkte die dann doch dazu führen, beide Titel gar nicht direkt miteinander vergleichen zu können. Und vielleicht gibt das den Ausschlag doch beide anzuschaffen...

    To make a long story short: schaun' mer mal. :saint:

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  • Ich habe mir jetzt noch die Regel näher angesehen. Das ist klar das Grundregelwerk von Birth of America zusätzlich insbesondere mit Allies, Leaders, Religionswechseln und Ereigniskarten (German Troubles). Mal schauen, noch kann man es mit 10 % Rabatt vorbestellen, klüger ist bestimmt es sich auf eine 6 monatige Wiedervorlage zu setzen..

    Jo, beim mir ist es auch von "Must have" auf "Mal schau'n" gerutscht

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  • Ich habe mir jetzt noch die Regel näher angesehen. Das ist klar das Grundregelwerk von Birth of America zusätzlich insbesondere mit Allies, Leaders, Religionswechseln und Ereigniskarten (German Troubles). Mal schauen, noch kann man es mit 10 % Rabatt vorbestellen, klüger ist bestimmt es sich auf eine 6 monatige Wiedervorlage zu setzen..

    Jo, beim mir ist es auch von "Must have" auf "Mal schau'n" gerutscht

    Ich bin schwach geworden.....

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  • =O Kreislauf? Schwindel? Muskelschwäche? Irgendwas mit „…ose“? :saint:

    Ja, ne ganz üble Preorderitis.

    Eieiei, gute Besserung, ich hoffe du ziehst dir keine Folgeerkrankungen zu wie Kickstarteropathie mit Symptomen wie „Stretch‑Goal‑Fieber“ und „Early‑Bird‑Tachykardie“ die führt oft zu übervollen Kallax, der gefürchteten Kallaxhypertrophie.

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  • Ja, ne ganz üble Preorderitis.

    Eieiei, gute Besserung, ich hoffe du ziehst dir keine Folgeerkrankungen zu wie Kickstarteropathie mit Symptomen wie „Stretch‑Goal‑Fieber“ und „Early‑Bird‑Tachykardie“ die führt oft zu übervollen Kallax, der gefürchteten Kallaxhypertrophie.

    Herzallerliebste Genesungswünsche, dankeschön. Gegen Kickerstarteropathie habe ich mich nach 3 Erkrankungen erfolgreich impfen lassen, gegen Stretchopathie und der Vogelkrankheit bin ich immun. Komischerweise leide ich trotzdem an übervollem Kallax, wahrscheinlich verdaue ich Cosims zu langsam.

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  • Ich find das wiederum voll niedlich.

    Ich bin aber auch die Generation, die mit "Das gallische Dorf" Bastelbücher aufwuchs und dort als auch in den Mickey Mäusen reichlich Papierstandees über den Tisch schob...

    Ich tät Plastik/Holzmodelle auch nett finden - aber die Pappdinger erfüllen unaufdringlich ihren Zweck.

    Mit der Nase auf meinem smarten Device getippt.

  • Ersteindruck zu #ThirtyYearsofMisery

    Es ist nun doch auf eine 4 händig Solopartie hinausgelaufen. Mein Vater hat sich gnädig meine Kurzbeschreibung des Spiels angehört und nach einem Blick auf die erste Kartenhand einer beliebigen Fraktion freundlich aber bestimmt mir viel Spass für meine Solopargie gewünscht.

    Ich habe die ersten sieben Runden gespielt.

    Die Schweden sind Ende Runde 5 per Ereigniskarte (German Troubles) in den Krieg eingetreten. Die Franzosen sind noch neutral. Ein vorzeitiges Ende ist noch nicht in Sicht, da erst 1 von hierfür notwendigen 3 Karten Westfälischer Frieden ausgespielt worden sind. Aktuell führt die katholische Seite mit 2 Siegpunkten. Innerhalb dieser Seite führt die katholische Liga mit 8:7 gegenüber den Harbsburgern. Da nächste Runde hätte den Eintritt Frankreichs per German Troubles in den Krieg gesehen. Die Karten in den Niederlanden und entlang des Rheins wären neu gemischt worden, sowohl zwischen Katholiken und Protestanten als auch innerhalb der Allianzen.

    Das Spiel gefällt mir bislang sehr gut. Die Unterscheidung zwischen Kontrolle und religiöser Ausrichtung einer Provinz ist tricky. Die Kontrolle von Heimatländern und Kurfürstentümer ist grundsätzlich erst zu Spielende wichtig, sollte man aber auch im Verlauf des Spiels nicht aus den Augen verlieren. Jede Fraktion hat Ihre eigenen Schwerpunkte und führt zu Spannungen innerhalb der jeweiligen Seiten, da jede Fraktion ihre eigenen regionalen Schwerpunkte hat und z.B. nur die Habsburger und Franzosen an einer Mehrheit an kontrollierten Kurfürtstentümern interessiert sind. Das richtige Mass an gemeinsamer Truppenführung zu finden ist im 4er Spiel sicherlich sehr interessant und entfällt in einer 2er Partie. Ich kann mir aber schon vorstellen, dass eine Partid zu zweit Spass macht.

    Von der Frage Spiel zu zweit oder zu viert abgesehen, gefallen mir folgende Elemente insbesondere im Vergleich zu Wikinger 878 sehr gut:

    Viele Spielkarten:

    Jede Fraktion hat 27 Karten, jede Karte ist in alter CDG Tradition als Ereignis oder aber zur Aktivierung der Armeen nutzbar. Bei Vikings hatte man, glaube ich, 10 Bewegungskarten und 5 Ereigniskarten per Fraktion. Hier kann man durchschnitzlich 2-3 Karten pro Runde auspielen. Bei 30YoM hat man viel mehr kartentechnisch zu entscheiden. Baller ich in einer Kartenrunde alle 4 Handkarten raus und laufe zum Spielende Gefahr unflexibel zu sein. Das klassische CDG Dilemma Aktion oder Ereignis. Das Spiel ist natürlich kein klassisches CDG, aber manchmal verspürt man schon einen Hauch davon. Und natürlich kommen durch die vielen Ereigniskarten historische Ereignisse aufs Spielbrett wie der Wechsel des Kurfürstensitzes von der Pfalz zu Bayern, der dänische Krieg oder die Ermordung Walkensteins.

    Das Spielbrett:

    Katholische und protestantische Länder, Kurfürstentümer, Heimatgebiete, das wechselhafte Sachsen, Allierte in Form von Sachsen, Spanische Niederlande, Festungen, die elementar wichtig sind für Reinforcements bieten erst einmal viel zu entdecken. Das Spielbrett ist angenem wuselig und bietet Anlass diverse Sachen auszuprobieren, glaube ich zumindest ohne wesentliche Spielerfahrung. In dem Zusammenhang finde ich die Standmarker übersichtlich und auch hübsch. Ich glaube, dass ich lieber mit Holzkötzchen statt mit den hübschen Pappmarkern spiele, da mir das übersichtlicher erscheint. Das werde ich aber trotzdem noch ausprobieren.

    Die Fraktionen:

    Die Fraktionen fühlen sich unterschiedlich an mit ihren eigenen Zielen und Allierten. Bei Vikings 878 fand ich die Unterscheidung in Berserker und Nordmänner künstlich und zu viert wollte ich das Spiel nicht spielen. Bei 30YoM machen bestimmt beide Varianten Spass. Im Spiel zu zweit geht evtl. der historische Kontext der einzelnen Fraktionen flöten, weil dann z.B. egal ist, ob die Katholiken Böhmen oder die untere Pfalz kontrollieren. Im Vierer ist die Pfalz bayrischer Siegpunktlieferant, Böhmen habsburgischer Sehnsuchtsort. Insofern ist ein Partie zu viert sicherlich die Idealbesetzung. Vielleicht ist es aber auch nicht jedermanns Sache nur eine Fraktion wie Frankreich zu spielen, die evtl.erst im letzten Dritttel des Spiel mit eigenen Truppen in den Krieg eingreift und bis dahin nur für das Überleben der deutschen Protestanten zu sorgen hat. Für diejenigen bietet sich vielldicht eher die 2 Personen Variante an. Für mich kann ich nur sagen, dass ich Stand heute füt beide Varianten zu haben wäre.

    Spiellänge:

    Ich habe jetzt an 3 Abenden jeweils mindestens 2 Runden gespielt. Eine Runde dauerte ca. 30 Minuten. Ich denke zu viert ist man schneller, da man seine Kartenhand natürlich besser kennt im Gegensatz zum Solospieler, vielleicht gleicht sich das durch hitzige Strategiedebatten innerhalb des eigenen Lagers wieder aus. Diese Spiellänge finde ich recht angenehm und dürfte über Wikinger 878 liegen, bei dem es aus meiner Sicht nicht allzu viel zu überlegen gibt, aber trotzdem Spass macht. Plains Indian Wars dürfte zeitlich dazwischen liegen, aber das habe ich nur 1x solo durchgespielt.

    Das Spielmaterial:

    Ich bin einfach gestrickt: Mounted board, Auswahl bei den Truppen zwischen Holzklötzchen und Countern , Pappstandees für protestantische Kirchen, katholische Dome und die Anführer, 4 stabile Spielhilfen, ein Regelheft, das mir alle aufkommenden Fragen letztendlich beantwortet hat, historisch wirkendes Titelcover, und ich bin glücklich. Die Aufsteller für die Kirchen sind recht praktisch beim Durchzählen der Siegpunkte bezogen auf die religiöse Ausrichtung. In der Regel versteckten sich teilweise hartnäckig Regeldetails in den roten markierten play notes. Das finde ich unglücklich, ist aber kein Weltuntergang, da die Regel mit rund netto 12 Seiten relativ kurz ist. Ich hatte mir länger die Zähne an der Frage ausgebissen, ob abgeworfene Karten in der draw phase ebenfalls aus dem Spiel entfernt werden wie ausgespielte Karten. Die Antwort lautet übrigens ja. 😉

  • Ersteindruck zu #ThirtyYearsofMisery

    Danke für den ausführlichen Eindruck. Als ich mitbekommen habe, dass das Spiel die Mechanismen von 878 Vikings et al. aufgreift, habe ich es von meiner Want Liste genommen. Nach deiner Beschreibung habe ich es jetzt wieder daraufgesetzt 🙂

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  • Man fühlt/ leidet mit. Historisch ziemlich auf den Punkt gebrachte Werke am Ende der Zugänglichkeit und nur den absoluten Nerds im Hobby geläufig. Alltag und Auswahl/ Vorlieben potenzieller Mitspieler erschweren für in die Praxis umzusetzenden Spielrunden. Bekannte, verdammte und unabänderbare Zustände. Zugang (Regeleinführung) und Spieldauer (4h) verschärfen den Zustand noch.

    Da könnte man jetzt auch noch das kürzlich veröffentlichte #BalticEmpires aufzählen. Wundervoll stimmig und ebenso traumhaft zum Scheitern verurteilt, da der Tag nur 24 Stunden hat und das Wochenende wohlmeinend auch nur zwei einhalb Tage dafür vorsieht. Immer wenn ich in solche Threads hineinschlittere, dann befürchte ich, dass das Innenleben von #Maria sich verselbstständigt und einen großen Feldzug gegen die in Verwendung befindlichen benachbarten Euros plant und auch irgendwann in die Tat umsetzt, alle Materialien konfisziert, brandschatzt und die Spielpläne marodiert. Ein unhaltbarer Zustand ohne Lösung in Sicht.

    Schlagen wir die Brücke zum Thema. Dirk Henns #Wallenstein wurde hier schon genannt. Innovativer Kartenmechanismus und hintenraus doch nur eine vereinfachte Wirtschaftssimulation mit Mehrheitenwertung. Damals hochgelobt, heute vergessen und nur noch in den Hobbyludotheken auffindbar. Zwanzig Jahre später würde sich ein Verlag, der das Thema im Kenner+Bereich platziert und ordentlich überarbeitet, sich gehörig die Finger verbrennen. Nur so am Rande.

    Stilp. Rebellionsmarkervorrat.

    habe die Ehre *hutzieh*

    Einmal editiert, zuletzt von Stilp (3. Oktober 2026 um 13:01)

  • Kann ich nicht nachvollziehen Stilp

    Das Thema ist nicht marktgängig, war es auch nie. Vor der Genese der Euros führte schon Lieber bayrisch Sterben ein Nischendasein. Die Euros haben nichts verdrängt und CDGs verwässern auch nicht die marktgängigen Komfortspiele aus Einfachheit und zeitlicher Begrenzung. Aber die Nische der war themed games / narrativen Strategiespielen mit den Mechanismen Counter & Hex & CDG & COIN & Point Movement & mehr wächst. Nicht unbedingt die Auflagengröße einzelner Titel, aber die Anzahl an Titeln. 30 years war klingt nicht nach more of the same, sondern mehr nach neues zu altem Thema.

    Ob ein neues aufgepimptes Wallenstein keine Chance hätte? Vermutlich. Sooo toll ist es ja auch nicht.

  • Sir Pech Jein Euer Ehren. Das Thema ist auf jeden Fall nischig genug, die Hartgesottenen dort abzuholen, wo sie sich wohlfühlen- in Ihrem Universum der Coins/ Cosims. Nur für eine sich mehr oder weniger regelmäßig treffende Spielegruppe braucht es dafür die richtigen Mitspieler und daneben noch die notwendige Zeit und Muße, die Bereitschaft mitzubringen sich da einzuarbeiten. Die Tischgenossen mit Ihrem eigenen Fundus, der mitunter abweicht, muss man zudem unter einen Hut bringen.

    Eine neuangelegte stromlinienförmige Neuauflage vom guten alten Herzog von Friedland (Eger ist von mir zuhause vielleicht grade mal 40km Luftlinie entfernt), der dem Spiel seinen Namen gab, wäre vermutlich für die damalige Zielgruppe heutzutage tatsächlich verloren. Man müsste es zielgruppenkompatibel scharf ändern. Damals dachte ich 2012, mit dem Riesenklopper den Stein der Weißen der Brettspiele erheischt zu haben. Ne handvoll Partien sinds dann doch nur geworden. Shogun mit den Inseln soll das Manövrieren etwas anspruchsvoller in Szene gesetzt haben (hört/liest man), neben dem Umstand, dass der ludophine Amerikaner da steilgeht, Sternenfahrerwird mir da sicher beipflichten. Siebzehntes Jahrhundert in Europa scheint da viel zu kompliziert, dachte ich immer. Aber die da drüben dürfen sich auch ruhig weiterentwickeln.

    Stilp. Feiertagsbierchen.

    habe die Ehre *hutzieh*

  • Stilp Thirty Years of Misery ist für diese Art von Spielen schon relativ zugänglich. Mein Vater ist nun mal schon 79 Jahre alt und beherrscht nicht die englische Sprache, insofern hatte ich nicht damit gerechnet mit ihm das Ding auf konventionelle Art zu spielen. Ich dachte eher an etwas wie immer wenn der Katholik dran ist zeige ich ihm 2 - 3 Optionen auf und er entscheidet sich für eine. Für ein Axis & Allies wäre er aber noch zu haben, auch wenn nicht mehr über viele Stunden, sondern wohl portioniert.

    Du hast aber Recht, dass bei vielen das Thema Krieg ein No Go darstellt. Das war aber schon immer so, ich erinnere mich an entsprechende Kommentare zu Targui im Studentenwohnheim Anfang der 90er.

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