Ich wurde dann tatsächlich etwas vom Spielende überrascht und hatte leider nur eine Operations-Kette (3 Würfel mit zwei Operatoren) vervollständigt.
Hmm... die Spieldauer ist mit 18 Runden gut definiert und kommt nicht sehr überraschend
Da ist auf jeden Fall noch Luft nach oben. Zwei Reihen am Limit (je 40 SP) sollte man sich schon vornehmen (was nicht heißt, dass das immer gelingt), der Rest ist dann Kür.
Stimmt alles. Ich hatte sogar gnädige 19 Züge. Und ja, es kommt eigentlich nicht überraschend, außer man achtet im ersten Spiel nicht so arg darauf und es passiert dann trotzdem ... Ich hatte da halt an zu vielen anderen Zeilen und Spalten schon angefangen und hatte am Ende leider gerade kein Messing... Der Sieger hatte auch drei komplettiert. Ich hatte immerhin eine am Limit.
Jetzt die zweite Hälfte meines Fronleichnam-Spiele-Wochenendes: Nachdem wir mit Here I stand schon überraschend früh fertig waren, wurden Mitspieler für das nächste noch längere und komplexere Projekt gesucht und ich habe mich überreden lassen. So nach dem Motto "neue Erfahrungen" und "wenn nicht jetzt, wann dann" ...
#EuropaUniversalis (Price of Power)
Das ist die Brettspiel-Umsetzung der gleichnamigen digitalen Paradox Grand-Strategy-Reihe.
Wir spielten zu viert, ein 1444-Szenario zum Sturm der Osmanen durch Osteuropa. Im Spiel waren die Osmanen, die Habsburger, die Polen und Moskau (ich). So sieht das zum Start aus:
Das Spiel fängt das Paradox 4X Gefühl relativ gut ein. Im Vergleich zu einem Computerspiel ist da viel gestreamlined, im Vergleich zu einem normalen Beispiel eher weniger. Aber zu Beginn bereitet man erst einmal das eigene Reich aus. Bekämpft, alliiert, heiratet, vassalisiert kleinere oder größere NPR (analog zu NPC, hier Non-Player-Realm), entwickelt Technologien, baut eine Armee oder Flotte auf und erfüllt Missionen. Ich war am Anfang etwas langsam, da ich ein paar Regeln zum Kampf und Rekrutieren von Truppen falsch verstanden hatte ... Zu meiner Verteidigung: ich hab am Vormittag erst die Regeln von Here I stand gelernt, und am Nachmittag nach lediglich zwei kleinen Kaffee das hier. Aber mit den Profis am Tisch, ließ sich das nach und nach alles super klären.
Naja, auf jeden Fall hatten die finanziell und militärisch überlegenen Polen dann schnell die Ukraine besetzt und schlossen kurz darauf auch ein Bündnis mit der goldenen Horde und damit meine Ausbreitung nach Süden stark eingeschränkt. Nach Westen hatte ich mich leider selbst eingeschränkt, da ich Nowgorod "vasalisiert" hatte und deswegen keine Claims weiter nach Westen legen konnte. Eine weitere "Subjugate" Karte für deren Integration ließ noch sehr lange auf sich warten. (Die hatte zum Beispiel der Pole auf der Hand. Für die um die goldene Horde als Vasallen zu bekommen, aber ich investierte einigen Einfluss um das nicht zuzulassen.) Also wandte ich mich doch Sibirien und den Steppen Kasachstans zu.
Ende des ersten Zeitalters:
Und genau wie es bei den Computer Spielen wurde es nach der anfänglichen Expansion etwas statischer und zäher. Polen eroberte Skandinavien und wurde Heiliger Römischer Kaiser, Habsburg breitete sich in Italien aus, die Osmanen rund ums schwarze Meer und ich erforschte halt Sibirien. Hier empfand ich das Spiel tatsächlich aus etwas zäh, weil die Machtverhältnisse und Pläne der einzelnen Reiche fest standen und eher etwas abgearbeitet wurden. In Stellaris (das einzige große Paradox Spiel weiches ich ausgiebiger gespielt habe) ist das im Mittelteil aber auch immer so. Aber diese Phase empfand ich als etwas länglich.
Außerdem war Polen Macht- und Siegpunkt-technisch uns anderen ziemlich enteilt. Ich genoß ja sowieso etwas Welpenschutz und wollte es den erfahreneren Spielern hier die Initiative überlassen. Außerdem hatte ich diese Würfel Ökonomie nicht so drauf. Ich habe meistens als Erster oder Zweiter gepasst und im Kriegsfall hätte der Pole noch fünf Züge machen können nachdem mir schon die Cubes ausgegangen gewesen wären.
Am Ende des zweiten Zeitalters kam es dann noch zum Krieg zwischen Polen und den Osmanen und die Habsburger griffen ebenfalls noch ein (auf Seite der Osmanen). Ich hatte aber keinen Kriegsgrund gegen Polen und war schon knapp an roten Würfeln, hielt mich also zurück. Die Polen konnten sich aber auch gegen zwei Spieler durchsetzen. Nach dem Ende des zweiten Zeitalters haben wir das Spiel gecalled und beendet. Die Siegpunkte waren relativ klar verteilt (Polen vorne, dann Habsburg), und es hatte bis dahin auch schon ungefähr 12 Stunden gedauert (inkl. Aufbau und Erklärung).
Vieles an dem Spiel finde ich richtig gut gemacht. Allen voran das Streamlining. Es spielt sich an sich unkompliziert und relativ zügig, also die Züge und Kämpfe sind allesamt schnell abgehandelt. Und es sind trotzdem jede Menge Aspekte der Grand Strategy im Spiel integriert. Anführer und Generäle mit relevanten Fähigkeiten, Claims, Allianzen, Vasallen, Hochzeiten, Söldner-Heere, Aufstände, Reichsstabilität, Religionen, Entdeckungen ...
Und das funktioniert alles ganz wunderbar und relativ unkompliziert. Nur, manche Missionen sind etwas ... nervig. Bei meinen Russen zum Beispiel die Mission in welcher man die ganzen Mini-Vasallen integrieren muss. Das ist wegen der knappen Subjugate Karten mega aufwendig. Und lohnt sich eigentlich für ein kleines Wappen nicht so wirklich. Und dieses Aktionsressourcen anhäufen, abwarten und hinten raus zuschlagen wenn der Gegner nicht mehr viele Aktionen hat, hat mich ein an Cthulhu Wars immer etwas gestört.
Ich bin sehr froh (und dankbar) um die Erfahrung, aber ich glaube mir ist es in Summe einfach zu lang. Und es ist halt von sich aus eher statisch. Ich fühle mich von der Spielzeit und Komplexität in einem Era of Tribes oder Dark Ages wohler. Und ich schätze an sich auch weniger strategische, sondern eher etwas dynamischere Spiele, in welchen sich schneller Verhältnisse ändern können.
Am weiteren Abend spielte ich dann noch
Zu fünft, drei Runden. Das war dann genau das richtige und ließ den Spieletag abgeben ausklingen. Ich finde das gut. Gerade als ruhiges Partyspiel für kleinere Gruppen. (Codenames finde ich ab sechs gut, Just One ab fünf, So Kleever macht schon zu dritt Sinn.) War eine tolle Runde
Heute Morgen wollte ich früh los und spielte deswegen nur noch eine Runde Castle Combo mit. Mir gefällt's sehr gut und es entwickelt sich in meinem Umfeld tatsächlich zu einem Dauerbrenner. Ist neben Bomb Busters das zweite Spiel der 2025er Listen, welches auf dieses Jahr noch richtig häufig und ausgiebig gespielt wird.