Ich habe „Ernesto Caipibara“ mittlerweile mehr als 15 Mal gespielt. Es ist ein seltsames kleines Spiel mit viel Zufall, aber es gefällt mir ganz gut.
Worum geht es?
Ziel ist es sich möglichst wenig an Streiks zu beteiligen, denn wer einen Streik anführt, bekommt im Falle einer Revolution Minuspunkte. Streiks sind ausliegende Karten auf denen die Spielermarker verteilt werden. Man möchte dort nicht oder nur in der Minderheit vertreten sein.
Gesteuert wird das Ganze über Aktionskarten die jeweils einen anderen Caipibara darstellen. Man darf beliebig viele Karten der gleichen Farbe in seinem Zug ausspielen.
Hier alle Karten von mir übersetzt, das Spiel gibt es auf Englisch und Russisch
Was ist daran seltsam?
Das Spiel greift auf Mechanismen wie den Ereignisstapel aus „Pandemic“ oder bestimmte Effekte aus komplexeren Areacontrol-Spielen zurück und setzt sie in einem recht einfachen Spiel ein.
Für mich war es leicht zu verstehen, aber manche Leute hatten Schwierigkeiten, den Dreh rauszubekommen.
Wir haben versucht, den Fortgeschrittenenmodus zu erklären, nachdem wir etwa 10 Partien Grundspiel.gespielt hatten, aber niemand wollte sich mit noch mehr komplizierten Regeln herumschlagen, die man sich merken muss. (In diesem Modus haben die einzelnen Streiks noch Sondereffekte, was eine Prise worker placement hinein bringt.
Was kann man daran nicht mögen?
Die Kartenfarben haben keine Symbole, sodass es bei schlechtem Licht schwer ist, die Farben auseinanderzuhalten. Das gilt auch für einige der Spielermarker. Dieses Problem ist im Fortgeschrittenenmodus noch größer, da dort ein Symbol darauf hinweist, dass man eine bestimmte Farbe auf einer bestimmten Karte nicht spielen darf. Es ist sehr schwer, diese auseinanderzuhalten.
In bestimmten Situationen sind manche Karteneffekte offensichtlich nutzlos. Die Regeln decken dies mit einem Ersatz-Spielzug ab, den man ausführen kann, anstatt die Karteneffekte zu nutzen. Bei einigen Karten ist jedoch nirgendwo klar, ob sie nicht doch verwendet werden können. Besonders die „Copy-Bara“-Karte bleibt unklar.
Was gefällt daran?
Die Illustrationen sind super süß. Das Basisspiel hat eine angenehme Spieldauer (20–30 Minuten). Und auch wenn es sehr zufallsabhängig ist, hat man meistens das Gefühl, dass man etwas tun kann.
Es ist fies und zufallsabhängig, ich denke, der russische Ursprung ist deutlich zu erkennen. (Durak lässt grüßen)
Wir hatten viel Spaß und haben viel gelacht.
Insgesamt bin ich sehr froh, dieses Spiel zu haben. Es ist gehaltvoller als Uno, Durak, Lama und andere leichte Kartenspiele, aber dennoch einfach genug, um es mit der ganzen Familie zu spielen.