[Aus dem Thread über ein bestimmtes, hier nicht relevantes Spiel im Crowdfunding-Unterforum. Zitierter Beitrag war Antwort zu einem Bericht, wo jemand (sinngemäß) sagte: "Es war früh klar, dass ich da keine Chance mehr habe und dann einfach nur noch mitdödeln hat mir absolut keinen Spaß gemacht." Dort wurde auch diskutiert, ob es gut sei, wenn Spiele keine Siegpunkte hätten.]
Ich mag es sehr, wenn Spiele keine Victory Points haben sondern ne Siegbedingung, daher ist das für mich ein großes Plus.
Ich denke auch nicht, dass das Problem, das du ansprichst ne Sache von Siegpunkte oder keine Siegpunkte ist. Auch bei nem Euro kannst du Punktetechnisch soweit abgeschlagen sein, dass du keine Chance mehr hast und einfach raus bist.
Dass ein Spiel auch dann noch Spaß macht, wenn man nicht gewinnt, halte ich für ein wesentliches Merkmal, das sehr gute von "nur" guten Spielen unterscheidet. Auch für den kommerziellen Erfolg ist das nicht ganz unwesentlich.
Einen direkten Zusammenhang mit der Existenz bzw. Nichtexistenz von Siegpunkten sehe ich jedoch nicht. Irgendeine Art von Siegbedingung gibt es immer; auch "maximiere deine Siegpunkte" ist schließlich eine solche. Wie man im Wettkampf um den Spielsieg steht, ist vor einer eventuellen Schlusswertung mal mehr und mal weniger bekannt, aber ab Kennerspiel-Niveau (d.h. sobald man weiß, was alles vorkommen kann, incl. der eventuell notwendigen Vorausplanung) sehe ich da keinen direkten Zusammenhang mehr zum Spielspaß auch beim Kampf um die hinteren Plätze.
Alle richtig guten Spiele machen auch denen Spaß, die nicht gewinnen. Und in einer 4er-Partie sind das schließlich 75% aller Mitspieler. Von daher ist jeder Autor und jeder Redakteur gut beraten, auch an diese Spieler zu denken und deren Spielen nicht zum reinen Frusterlebnis werden zu lassen. Auch auf den hinteren Plätzen sollte man sich noch Ziele setzen und erreichen können. Ganz egal ob mit Siegpunkten oder ohne.