Meine Frau und ich sind bei unseren Spieleabenden zu zweit auf etwas gestoßen, bei dem uns interessieren würde, ob es anderen genauso geht.
Angefangen hat das schon damals mit #GloomhavenPrankenDeLöwen, welches wir nach 5 Runden verkauft haben, weil der Material- und Regelüberfluss für uns nicht im Verhältnis zum daraus entstehenden Spielspaß bei uns war.
Ich bin gespannt auf Meinungen und Diskussion dazu
Hier gibt es ja schon viele gute Beiträge, deswegen will ich mich auf diesen spezifischen Punkt konzentrieren: Jaws ist sicher komplex, aber ich habe es lieben gelernt und es über ein Jahr mit unseren kleinen Kindern gespielt. Zu Spielbeginn 5, 7 und 8 Jahre alt jetzt jeweils 1 Jahr älter, wir haben es fast durchgeschafft, ich glaube das können nicht viele Erwachsene sagen, deswegen hab ich mir überlegt, wie es sein kann, dass ausgerechnet Jaws das bei Euch ausgelöst hat, Ihr seid sicher nicht viel blöder als meine 3 kleinen Mädchen. Kann vielleicht folgendes der Unterschied sein: mir wurde das Spiel von einem Freund beigebracht. Ich finde das ist so ein Meilenweiterunterschied, bei vielen gar nicht so schwierigen Spielen wie zB Galaxy Trucker, Bloodborne oder sogar Quacks zweifelte ich manchmal an meiner eigenen Zurechnungsfähigkeit, weil ich nach dem Lesen der Regeln mir nicht vorstellen konnte, wie das Spiel funktioniert, worauf man achten muss, was eine Gewinnstrategie ist usw. Ich brauchte erstmal paar YouTube Videos, Forumnachfragen. Wenn ich danach nochmal durch die Papierregeln durch bin, war es klarer, wenn ich das Spiel dann konnte, war meistens die Erkenntnis, das in diesem fall die Papierregeln entweder verschwurbelt formuliert waren (Quaks fängt irgendwie bei der Spieleerklärung von hinten an) oder es sich einfach nicht so richtig für Paierregeln eignet, oder diese einfach unübersichtlich sind (Bloodborne). Wenn es jemand erklärt, der es schon kann, ist das menschliche Gehirn scheibar viel geeigneter parallel komplexe Zusammenhänge zu erfassen, als wenn man nacheinander die verschiedenen Regeln liest und zum Schluss daraus ein Spiel bauen muss. Sowas in der Art...
Ich kann das gut nachvollziehen auch wenn ich nicht sicher bin ob wir beide bei denselben Punkten dieses Gefühl entwickeln. Ich lese eigentlich immer alle Regeln der Spiele selbst, die wir spielen, da wir eine überwältigende Mehrheit der Spiele zu zweit spielen.
Aber vielleicht kann ich es so zusammenfassen, dass Spiele wie zuletzt #TooManyBones mich zweifeln lassen, ob ich für das Commitment, damit richtig Spaß zu entwickeln bereit bin…das ist bei Kampagnenspielen mit 400 Seiten Story oft so, aber auch bei Spielen mit großem Regelumfang mit vielen Sonderregeln oder mit großem Karton. Eigentlich immer dann, wenn das Gefühl von Hobby und Freizeit in „Arbeit“ kippt. Der Grund, warum das passiert ist sehr individuell… selbst bei mir selbst unterscheidet sich das stark. Manchmal wenn ich den riesigen Karton sehe. Manchmal, wenn sich ein kleiner Kern Story unter einem großen Berg Grinding versteckt. Und manchmal, wenn ich beim ansehen der Seitennummer der letzten Seite in der Anleitung schon die Lust aufs Spiel verliere.
Letztlich reduziert sich das vermutlich aufs Gefühl, wertvolle Zeit zu verschwenden die man effektiver für Dinge nutzen könnte die mehr Spass machen.