Einfach zu viel: Wenn Aufbau, Regeln, Kleinteiligkeit oder Grind den Spielspaß auffressen

  • Meine Frau und ich sind bei unseren Spieleabenden zu zweit auf etwas gestoßen, bei dem uns interessieren würde, ob es anderen genauso geht.

    Angefangen hat das schon damals mit #GloomhavenPrankenDeLöwen, welches wir nach 5 Runden verkauft haben, weil der Material- und Regelüberfluss für uns nicht im Verhältnis zum daraus entstehenden Spielspaß bei uns war.
    Später ist uns das ganze erstmals richtig bewusst bei #Voidfall aufgefallen, das wir nichtmal auf den Tisch bekommen hatten, da wir nach über einer Stunde Aufbauzeit keinerlei Lust mehr verspürten, nochmal mehr Zeit fürs Lernen der Anleitung aufzuwenden, bevor es dann erstmal überhaupt zum Spiel kommt. Dabei war tatsächlich weniger die Komplexität das Problem, stattdessen eher der Umfang. Wir haben es dann ungespielt verkauft.
    Hier steht auch die #Septima-Deluxeausgabe, bei welcher wir vor längerer Zeit die Erstpartie hatten. Gestern habe ich nachmittags geschaut, ob wir das mal spielen, aber die über 30-seitige klein geschriebene Anleitung und die (zugegeben toll aussehende) Materialmenge hat uns dann stattdessen zu einem anderen Spiel greifen lassen, welches wir innerhalb weniger Minuten spielen konnten trotz vollständiger Regelauffrischung.
    Des weiteren stehen hier die #Perseverance-Schachteln, wo die Größe der Schachtel selbst mir schon sagt, dass ich mich auf eine endlose Zeit für Aufbau und Regel einstellen kann. Wir hatten Episode 1 vor Jahren gespielt und fanden es ganz gut; dann hatten wir versucht, irgendwann mal abends Episode 2 zu spielen, haben aber so ewig daran aufgebaut, dass uns die Spielzeit abends ausgegangen ist und wir wieder abbauen mussten.

    Am häufigsten ging uns das bisher so mit Mindclash-Spielen, aber auch die AwakenRealms-Titel sind ähnlich zäh für uns - #TaintedGrail einige Runden gespielt, dann abgebrochen, #Tamashii eine Runde gespielt, dann verkauft. #ISSVanguard direkt verkauft ohne anspielen. #DragonEclipse steht da und sieht bedrohlich groß aus.

    Geht das nur uns so, dass wir verlernt haben uns an Materialfülle zu erfreuen?
    Uns erschlägt das mittlerweile oft und wir haben dann von vornherein wenig Lust, so viel Zeit zu investieren, wenn wir ein ähnlich gutes anderes Spiel spielen könnten bei dem wir vorher nicht Stunden verlieren. Ist das eine normale Reaktion nach einigen Jahren im Brettspielkosmos, dass ich immer weniger Bereitschaft für das Drumherum aufbringen kann, weil mich das vom eigentlichen Spielen abhält und sich oft so unnötig kompliziert anfühlt?
    Oder liegt das eher an meinem ursprünglichen Zugang zum Brettspielen über abstrakte Spiele wie Go, dass ich empfindlicher bin gegen Overhead? Für mich passt dann oft das Verhältnis Aufwand zu Spielspaß nicht. Das Problem ist dabei explizit nicht Komplexität, sondern eher Kleinteiligkeit und Regelfülle, die sich für mich mittlerweile anfühlt wie unnötige Kompliziertheit und mangelnde Eleganz und einfach zu viel Zeit kostet.
    Oder ist das Problem schlicht, dass man nur wenig solche kleinteiligen Spiele haben sollte, damit man von diesen die Regeln im Kopf behalten kann und sie blind aufgebaut kriegt - und wir einfach das ein oder andere zu viel hatten?

    Ich bin gespannt auf Meinungen und Diskussion dazu :)

    Einmal editiert, zuletzt von kyrilin (7. April 2026 um 10:25)

  • Oder ist das Problem schlicht, dass man nur wenig solche kleinteiligen Spiele haben sollte, damit man von diesen die Regeln im Kopf behalten kann und sie blind aufgebaut kriegt - und wir einfach das ein oder andere zu viel hatten?

    Ja 😉

    Die Menge macht das Gift, ist natürlich nur Schade um die Spielerlebnisse, die man dann nicht hat wenn Voidfall o.Ä. ein Brecher zu viel sind.

    Warte auf: A More Perfect Union | Coastwatchers | First Monday in October | Halls of Montezuma | Hunt for Blackbeard | NightWitches | Shakespears First Folio | Peace 1905 | Queen´s Dilemma (DE)

  • Geht das nur uns so, dass wir verlernt haben uns an Materialfülle zu erfreuen?

    Das geht mir genau so. Ich kaufe und spiele in den letzten Monaten fast nur noch Familienspiele / seichte Kennerspiele. Meine Expertenkracher stauben ein. Das spielt niemand mit mir und solo ist mir der Aufwand oft zu groß.

    Dennoch behalte ich das Zeug. Es kommt sehr viel seltener raus, aber es kommt raus. Da muss aber alles passen, Zeit und Motivation.

    --- Jeder siebte Post von mir enthält etwas Sinnvolles ---

  • Nö, geht nicht nur dir so. Meine Kaufentscheidungen sind schon länger davon geprägt, wie lang/umfangreich die Anleitung ist.

    Gibt zwar auch wenige Ausnahmen, aber sich in kleinteiligen Regeln zu verlieren und im Zweifel immer wieder in der Anleitung nachschlagen zu müssen, weil irgendwas unklar ist (und durch redaktionell mäßig gute Anleitungen dann trotzdem noch Interpretationsspielräume hat), ist irgendwie einfach nicht mehr wirklich reizvoll, nur um ein Spiel eines ansprechenden Themas wegen zu spielen.

    Ich habe auch neulich wieder bei zwei Partien Kilia gemerkt, dass on top für mich noch der "Intuitivitätsfaktor" bzgl. Regeln kommt, der viel ausmacht. Wir hatten da, obwohl das Spiel eigentlich nicht superkomplex ist, bei drei von uns vier Spielenden das Problem, dass man intuitiv Dinge wiederkehrend falsch gemacht hat, auch wenn die Regeln dazu klar waren, aber für jeden auf Grund der Fülle an anderer Spiele, die man bisher schon spielte, man eben intuitiv anders handeln wollte.

    Hat mit dem Spiel selbst natürlich nichts zu tun, war für mich nur sehr auffällig und hat mir gezeigt, auf welchem Level für mich "kleinteilig" in Sachen Regeln mittlerweile teilweise schon beginnt.

  • Anzeige
  • kyrilin 7. April 2026 um 10:44

    Hat den Titel des Themas von „Zu viel?“ zu „Wenn der Aufbau den Spielspaß besiegt“ geändert.
  • In dem Zusammenhang frage ich mich selbst immer wieder, wie viele der Kenner / Expertenspiele ich ohne Regelbuch spielen oder aufbauen könnte und dann wird mir ganz anders.

    Trifft auf keins zu muss ich ehrlich sagen. Vielleicht noch auf eins, das ich im letzten Monat gespielt habe. Aber sobald so ein Monat vergangen ist, muss ich in die Anleitung gucken. Das kommt dann recht schnell wieder zurück, aber ohne würde das nicht gehen.

    Und auch darunter leidet dann die Motivation, so einen Klopper wieder auf den Tisch zu bringen.

    Dagegen sind es die kleinen, übersichtlichen Games, die man einfach rauszieht und schon beim Betrachten des Materials die Regeln wieder parat hat.

    --- Jeder siebte Post von mir enthält etwas Sinnvolles ---

  • Kommt drauf an.

    Unser Dauerbrenner TI4 mit über 1000 Komponenten, da ist die Materialmenge mittlerweile kein Problem mehr, weil wir das Spiel inzwischen in- und auswendig kennen. Das ist wie mit den wichtigsten Magic-Karten im Commander-Format, wenn man lange genug drin ist, wird selbst viel Material irgendwann „unsichtbar“. Man kennt sich aus.

    Bei Magic bin ich allerdings inzwischen seit ein paar Jahren raus, wegen des extremen Produkt-Overloads. Es wird so unglaublich viel produziert, dass ich irgendwann nicht mehr hinterherkam.

    Wir lieben außerdem Diplomatie- und Verhandlungsspiele, aber Fief verkaufen wir gerade auch als großes Paket, weil uns dort die Regeln einfach zu kleinteilig sind. Zu viele Ausnahmen, zu viel Detail, da passt für uns das Verhältnis zwischen Aufwand und Spielspaß nicht.

    Trotzdem bin ich sehr neugierig auf Spiele wie Aldarra, Old King’s Crown oder Here I Stand, obwohl die ja auch unterschiedlich viel Material und Regelaufwand mitbringen. Da gibt es so unfassbar viel Spannendes zu entdecken.

    Die letzten zwei Wochen haben wir jeden Freitagabend Cthulhu Wars gespielt und das war jedes Mal großartig: super schnell auf dem Tisch, einfache Regeln, direkt Spielspaß. Da meinte auch ein Mitspieler, dass das viele Plastik für gar nicht nötig wäre, einfache Meeple hätten es auch getan. Das fand ich einen spannenden Punkt, weil es zeigt, dass Materialfülle nicht automatisch mehr Spiel bedeutet. Trotzdem möchte ich auf meine absurd großen Miniaturen bei Cthulhu Wars nicht verzichten! :cthulhu:

    Es fühlt sich einfach gut an, diese Teile über die Map zu bewegen, wie ein Kind mit Actionfiguren. Ich liebe das.

  • Ich denke mal, daß es eine gute Mischung braucht, um so richtig zufrieden zu sein. Nach unzähligen Jahren im Hobby Brettspiel wäre ich mit einem Portfolio lediglich aus leichten Karten- und Familienspielen nicht glücklich. Andererseits bemerke ich natürlich auch, daß je größer die Boxen werden es zunehmend schwerer fällt sowohl Zeit als auch Mitspieler zu finden, um diese auf den Tisch bringen zu können. Insofern versuche ich mich seit ein paar Jahren ebenfalls darin, abzuwägen, welche Spiele ich möglichst komplettiere und welche ich erst gar nicht kaufe, um nicht der Versuchung zu erliegen, mich mit zuviel Zeug zuzu"müllen".

    Mein Bestreben geht also dahin, den Bestand an ausufernden Spielen nicht noch weiter anwachsen zu lassen und die Augen im Bereich ab dem gehobenen Familienspiel bis hin zum Kennerspiel offen zu halten, um eventuelle interessante Exemplare entdecken zu können, welche innerhalb von 10 min aufgebaut sind und trotzdem für zwei Stunden gut unterhalten. Allerdings haben es hier neue Spiele zunehmend schwerer, da ich merke, daß ich eigentlich mit dem, was bei mir daheim so rumsteht, eigentlich ganz zufrieden bin und es mir eh lieber wäre, wenn ich da regelfester wäre. ^^

  • Geht das nur uns so, dass wir verlernt haben uns an Materialfülle zu erfreuen?

    Warum bitte sollte man sich an reiner Materialfülle erfreuen?

    Ich erfreue mich an guten Spielen, und was Spiele gut macht, ist in aller Regel auch die Beschränkung auf das Wesentliche. So viele Regeln/Materialien/etc. wie nötig, so wenige wie möglich. Das ist das Ziel. Nicht möglichst viel edel anzusehendes Zeugs ohne spielerischen Mehrwert.

    Möglicherweise sind da einige hier stark Crowdfunding-geschädigt, wo einem sehr professionell das Gegenteil eingeredet wird.

  • Anzeige
  • In dem Zusammenhang frage ich mich selbst immer wieder, wie viele der Kenner / Expertenspiele ich ohne Regelbuch spielen oder aufbauen könnte und dann wird mir ganz anders.

    Trifft auf keins zu muss ich ehrlich sagen. Vielleicht noch auf eins, das ich im letzten Monat gespielt habe. Aber sobald so ein Monat vergangen ist, muss ich in die Anleitung gucken. Das kommt dann recht schnell wieder zurück, aber ohne würde das nicht gehen.

    Und auch darunter leidet dann die Motivation, so einen Klopper wieder auf den Tisch zu bringen.

    Dagegen sind es die kleinen, übersichtlichen Games, die man einfach rauszieht und schon beim Betrachten des Materials die Regeln wieder parat hat.

    Das geht uns genauso - wobei es echte Ausnahmen gibt bei uns, die trotz größerer Regel- und Materialmenge aus irgendeinem Grund zugänglicher für uns bleiben. Beispiele: #ArcheNova oder #Civolution. Beide haben auch einen nicht allzu geringen Regel- und Materialumfang, aber aus irgendeinem Grund bleiben die Regeln besser haften (oder die Symbolik ist so viel besser dass es sich leichtgängiger anfühlt) und der Aufbau geht schneller von der Hand.

    Einmal editiert, zuletzt von kyrilin (7. April 2026 um 10:52)

  • Uns geht es ähnlich. Die Expertenspiele sind mir viel zu regelintensiv und kleinteilig, als dass ich bei der Menge an Spielen, die wir haben, die Regeln für längere Zeit behalten könnte. Und jedes Mal die Regeln nachzuschlagen ist einfach unsexy - sprich es ist den Aufwand nicht wert. Es warten jede Menge tolle seichtere spiele darauf, gespielt zu werden.

    Vor kurzem zb haben wir let's go to japan entdeckt. Das Ding ist in einer minute gerichtet und man braucht auch nicht viele Regeln zu lernen.

    Wäre vielleicht auch anders wenn Brettspiele das einzige hobby wären. Aber da gibt es noch Videospiele, filme/kino, 3d Druck... Und von Sport fang ich gar nicht erst an.

  • In dem Zusammenhang frage ich mich selbst immer wieder, wie viele der Kenner / Expertenspiele ich ohne Regelbuch spielen oder aufbauen könnte und dann wird mir ganz anders.

    Trifft auf keins zu muss ich ehrlich sagen. Vielleicht noch auf eins, das ich im letzten Monat gespielt habe. Aber sobald so ein Monat vergangen ist, muss ich in die Anleitung gucken. Das kommt dann recht schnell wieder zurück, aber ohne würde das nicht gehen.

    Und auch darunter leidet dann die Motivation, so einen Klopper wieder auf den Tisch zu bringen.

    Dagegen sind es die kleinen, übersichtlichen Games, die man einfach rauszieht und schon beim Betrachten des Materials die Regeln wieder parat hat.

    Bei uns ist esl so, dass wir Verbotene Welten auch nur alle paar Monate auf den Tisch bringen. Da gehört es schon dazu, dass man zwischendurch mal nebenbei etwas im Referenzheft nachschlägt, während sich zwei Spieler gerade irgendwo kloppen. Das hat für uns auch irgendwie seinen eigenen Charme.

    Wir sind in der Hinsicht aber auch eine sehr entspannte Gruppe. Da muss nicht alles zu 100 % sitzen. Wenn mal ein Fehler passiert oder wir eine Regel erst später richtig entdecken, dann ist das für uns kein Drama. Dann spielt man es beim nächsten Mal eben richtig.

    Ich glaube, genau diese Gelassenheit hilft enorm dabei, solche größeren Spiele überhaupt regelmäßig genießen zu können. Wenn man den Anspruch hat, immer alles perfekt zu beherrschen, kann das schnell die Motivation nehmen.

    Die kleinen, übersichtlichen Spiele geben mir persönlich auf Dauer zu wenig. Über das Osterwochenende haben wir mit Familie und Kindern Cash and Guns, Flip 7 und Attacke gespielt und dafür war das auch wirklich nett, nebenbei bei Kaffee und Kuchen etwas spielen, lachen und gemeinsam Zeit verbringen. Aber langfristig wäre das für mich nichts. Mir fehlt da einfach oft die Tiefe und das Gefühl, in ein Spiel einzutauchen.

    Bevor dann später noch 6 nimmt! gestartet wurde, bin ich deshalb ausgestiegen ;)

    Geht das nur uns so, dass wir verlernt haben uns an Materialfülle zu erfreuen?

    Warum bitte sollte man sich an reiner Materialfülle erfreuen?

    Ich muss ehrlich sagen, dass ich früher ganz bewusst Spiele mit vielen Miniaturen gekauft habe. Ich hatte damals große Freude an dem Material und auch die romantische Vorstellung, dass ich die alle irgendwann bemalen werde. Ich musste allerdings erst lernen, dass Miniaturen bemalen nochmal ein komplett eigenes Hobby ist.

    Bei Cosmic Frog dachte ich zum Beispiel noch ganz naiv: „Ach, die sechs Frösche bemale ich in vier Stunden.“
    Am Ende war ich die ganze Woche damit beschäftigt.

    Das war für mich schon ein Aha-Moment, weil mir da erst richtig klar wurde, dass Materialfülle nicht nur am Spieltisch Zeit kosten kann, sondern noch ein ganz eigenes Hobby drumherum aufmacht.

    Heute sehe ich deshalb auch stärker den spielerischen Mehrwert im Vordergrund. Viel Material ist schön, wenn es Atmosphäre schafft oder das Spielgefühl verstärkt, nur „viel um des Vielen willen“ reizt mich längst nicht mehr so wie früher.

    Einmal editiert, zuletzt von uf0mammut (7. April 2026 um 11:03)

  • Für mich ist der Faktor Spaß zu Zeit entscheidend. Ein langes Spiel (Aufbau- und/oder Spielzeit) muss also entsprechend "geil" sein, damit es sich rentiert.

    Monopoly und Mensch ärgere dich wären in meinen Augen total akzeptabel, wenn sie jeweils 10 Minuten lange Absacker wären.

    Einige Spiele mit viel Material (Gloomhaven, Great Western Trail New Zealand) kämen ohne Organizer, der den Aufbau beschleunigt, vermutlich seltener auf den Tisch.

    Extrembeispiel ist vermutlich Tabletop mit vielen Minis (das alte Warhammer und 40k). Material aufwendig zu transportieren, höher Platzbedarf, lange Aufbauzeit, Spielprinzip ziemlich mäßig.

    Würde ihn heute nicht mehr spielen, weil ich in der Zeit auch 4 Brettspiele spielen könnte, die mir jeweils mehr Spaß machen würden

    Bei einem Kumpel ist es umgekehrt. Der sucht beim Spielen das "epische" Erlebnis. Daher führt er seit Jahren eine gestörte Beziehung mit 40k, tut sich aber mit Brettspielen schwer.

    Einmal editiert, zuletzt von Dark_Mirror (8. April 2026 um 09:15)

  • Das geht uns genauso - wobei es echte Ausnahmen gibt bei uns, die trotz größerer Regel- und Materialmenge aus irgendeinem Grund zugänglicher für uns bleiben. Beispiele: #ArcheNova oder #Civolution.

    Zwei sehr schöne Beispiele für meine These, dass bei der doppelten Größe einer klassischen Catan-Schachtel das Ende des spielerisch sinnvollen Bereichs von Materialmenge erreicht ist, und das auch nur mit intensiver redaktioneller Bearbeitung, wie ich sie nur wenigen Verlagen zutraue.

  • Anzeige
  • Das kommt wirklich drauf an. Im ersten Beitrag wurde der Begriff "unnötige Kompliziertheit" geprägt. Das ist für mich ein Killerkriterium, das aber erstmal mit Materialfülle nichts zu tun hat. Diese unnötigen Spielelemente haben mich damals nach 1 oder 2 Partien "Zhrough the ages" verkaufen und "Nations" behalten lassen. Ich habe aber nicht so viele Kracher, bei denen ich solch redundanten Krempel in der Spielmechanik habe, was daran liegen mag, dass ich weitestgehend Crowdfunding-immun bin.

    Der Aufbauspaß wird manchmal begrenzt allein durch die Tischgröße. Eine 4er-Partie Civolution mussten wir kürzlich aus diesem Grunde canceln. Ging nicht.

    Mir fällt eine solche Aufbauspaßbremse allerdings auch nicht so oft auf, weil ich es liebe, meine Spiele mal wieder haptisch zu erleben. Dabei spielt manchmal gar keine Rolle, ob ich sie dann spiele. Und ein weiterer Aspekt ist, dass ich als Solospieler ein Spiel auch mal aufgebaut lassen kann, da ich über einen extra dafür vorgesehenen Tisch verfüge. Das ist aber auch manchmal notwendig, da ich tatsächlich - um auf das Ausgangsthema zurückzukommen - nach dem Aufbau direkt keine große Lust mehr auf eine Partie verspüre. Dann bleibt es liegen und ich kümmere mich am nächsten Tag drum.

    Ich kann aber verstehen, wenn man z.B. Mage Knight allein wegen der Regeln nicht mit der Kneifzange anfasst. Aufbauen muss man es ja auch noch.

    Ein letzter Aspekt: Mein Drang, im Retail Klopper zu kaufen oder auch nur zu spielen, ist in den letzten Jahren ebenfalls deutlich gesunken. Bei Voidfall war ich über mich selbst überrascht, dass ich es unbedingt haben wollte. Es war aber das letzte Spiel seiner Art (und bei näherer Betrachtung ist es weniger komplex, als gedacht). Kann mit dem zunehmenden Alter zu tun haben, wer weiß.

    Was aber bei mir manchmal hilft, das Spiel inklusive Regeln und Aufbau besser zu durchdringen, ist es, Spiele als Projekte zu betrachten, was z.B. einschließt, es mehrfach hintereinander über - sagen wir - 1 bis 2 Wochen zu spielen. Erstens hat man es dann meist wirklich drauf und zweitens reicht es dann auch erstmal wieder und man hat es trotzdem nicht "ausgespielt". Ist für Solisten sicher einfacher als für Mitglieder von nach Neuigkeiten lechzenden Spielgruppen.

  • Gerade bei Mage Knight und Through the Ages haben mir die Apps ein Stück weit den Spaß wieder zurückgebracht, gleichzeitig verstauben die Brettspiele dadurch im Regal.

    Mit Paladin’s Oath bzw. der TTS Scripted Mod ist Mage Knight solo einfach so viel entspannter, wenn die ganze Verwaltung/Regeln automatisch läuft und ich mich nur auf die eigentlichen Entscheidungen im Spiel konzentrieren kann.

    Da merke ich, wie viel vom „Aufwand drumherum“ eigentlich gar nicht das ist, was ich am Spiel liebe.

  • Gerade bei Mage Knight und Through the Ages haben mir die Apps ein Stück weit den Spaß wieder zurückgebracht, gleichzeitig verstauben die Brettspiele dadurch im Regal.

    Mit Paladin’s Oath bzw. der TTS Scripted Mod ist Mage Knight solo einfach so viel entspannter, wenn die ganze Verwaltung/Regeln automatisch läuft und ich mich nur auf die eigentlichen Entscheidungen im Spiel konzentrieren kann.

    Da merke ich, wie viel vom „Aufwand drumherum“ eigentlich gar nicht das ist, was ich am Spiel liebe.

    Ich mag halt zu 95% keine App-Spiele. Ich brauche das Material zwischen meinen Fingern.

  • Das Aufbauen an sich finde ich noch den angenehmen Part. Mach das immer ganz gemütlich und baue eher langsam auf und höre dabei ein Hörspiel 😁
    Aber grundsätzlich kommen seit einiger Zeit eher Spiele auf den Tisch die weniger Expertig sind und bei max. 2 Stunden liegen, wenn man es kann. Eigentlich schade, aber meine Frau und ich arbeiten auch zeitlich teils sehr versetzt und da bleibt dann meist nur noch 1,5 Tage am Wochenende übrig und dann passiert es meist das was auf den Tisch kommt, was schneller von der Hand geht.

    Regel Pauken, mache ich zu 99,9% allein und meist innerhalb der Woche, damit es am Wochenende sitzt.

    Aufbau Hui, Regeln Pauken Pfui 🤣

  • Anzeige
  • Mir macht das Aufbauen sogar Spaß, es muss aber in einem Verhältnis zur Spieldauer stehen. Wenn ich für ein 3-4 Stunden Spiel, eine halbe Stunde aufbauen muss, finden ich das gar kein Problem. Ordne gerne alles passend an, überlege mir wo welcher Nachziehstapel am besten hingehört, ordne meine Figuren usw. Beim Solo-Spiel lasse ich mir dabei noch mehr Zeit und genieße die Aufbauzeit sogar.

    Ich komme dann schon langsam in Stimmung für das Spiel oder man geht im Kopf ein paar Regeln oder Strategien durch oder bespricht beim Aufbauen mit unerfahrenen Mitspielern noch ein paar Sonderregeln. Der Aufbau kam mir daher noch nie zu lang oder störend vor.

  • Gerade bei Mage Knight [...] haben mir die Apps ein Stück weit den Spaß wieder zurückgebracht,

    Wo existiert denn eine MK-App (also nicht der "Companion bzw. Dummyspieler)?

    Mit Paladin’s Oath bzw. der TTS Scripted Mod

    Hier als TTS Scripted Mod: https://steamcommunity.com/sharedfiles/fi…/?id=1721301081
    Hier als Paladin's Oath: https://store.steampowered.com/app/1671590/Paladins_Oath/

  • Ich stör mich nur marginal am Aufbau von Spielen und habe da sogar ein Meta Game draus gemacht, mit optimierten Inserts die Aufbau Zeit spürbar zu reduzieren. (Voidfall Soloszenario in 22:50 aufgebaut, yeah)

    Wenn ein Spiel Komplexität mit wenig Material transportiert bekommt, bin ich da durchaus Freund von. Auch intensives Regelstudium stößt mich nicht ab, sofern diese gut geschrieben sind (ja, alles von Awaken Realms ist scheiße geschrieben, gefühlt schon ein Markenzeichen). So krieg ich einen Krampf wenn ich die 16 Seiten Shackleton Base lesen muss, aber es ist mir eine Wonne die 44 Seite Civolution zu lesen. Zwischen den beiden Regeln liegen in der Qualität Welten.

    Auf der anderen Seite, öden mich viele seichtere Spiele an, wenn sie zu lange gehen. Zu sowas wie Everdell oder Concordia muss man mich schon zwingen, das fühlt sich für mich mehr nach Zeit totschlagen an, denn als Spielspaß.

  • Nach einigen Jahrzehnten im Hobby spielen wir zwar auch noch gerne Expertenspiele, auch mit viel Material, aber bevorzugt auf Treffen, wenn ein anderer Spieler diese regelsicher erklären kann. Bei Gefallen landen diese dann auch manchmal auf dem heimischen Tisch und die Regeln werden vertieft.

    Aber das ist mittlerweile eher seltener geworden. Auch wir sind dazu übergegangen, auf bekannte Titel zurückzugreifen, die uns Spaß machen und schnell auf den Tisch gebracht werden können.

    Wir haben einfach keine Lust mehr darauf, stundenlang Spielregeln zu lesen und Videos anzuschauen, anstatt zu spielen.

    Auswahl an schönen Spielen haben wir mehr als genug und es macht auch Spaß, mal wieder ein schönes älteres Spiel auf den Tisch zu legen, dessen Regeln schnell wieder aufgefrischt sind.

    Vermutlich ist das natürlich auch dem Alter und der Erfahrung geschuldet. Man ist einfach nicht mehr so heiß auf die ganzen Neuheiten und dementsprechend auch weniger von einer tollen Optik und einer Fülle an Material beeindruckt.

    Ich sehe den Vergleich in der Spielegruppe - die jüngeren Leute, die noch nicht so lange im Hobby sind, sind da wesentlich ‚hungriger‘ und arbeiten sich noch voller Elan in umfangreiche Spielanleitungen und kleinteilige Spiele ein. Wobei ich auch da feststelle , dass dann öfter zum gleichen Titel gegriffen wird.

  • Den größten Frust erzeugte bei mir vor paar Jahren #Frostpunk. Da bin ich beim Aufbau mehrfach fest gegangen. Auch das war ein Grund….aber danach war ja nicht gefragt.

    Man sollte die Arbeit am Setup möglichst auf mehrere Mitspieler aufteilen. Während des Spiels zwischen den Runden übernimmt schließlich auch je nach Sitzposition jeder Spieler (s)eine Aufgabe (bei uns zumindest). Da gibt es immer was zu tun, zumindest ab Kennerspiel aufwärts.

    Aber ja. Es kann nerven. Nicht umsonst erfreuen sich die Organizerlösungen großer Beliebtheit. Nur wem sag/schreib ich das hier.

    Stilp. VieleHändeSchnellesEnde.

    habe die Ehre *hutzieh*

    Einmal editiert, zuletzt von Stilp (7. April 2026 um 12:11)

  • Anzeige
  • Kann ich gut nachvollziehen.

    Noch ein mehr an Mechanismen und Ausnahmen und verschachtelte Optimierungen vom Mangel unter Druck von wenigen und umso wichtigeren Spielzügen brauche ich in meiner Freizeit nicht. Besonders nicht, wenn es sich nach Arbeit anfühlt. Deshalb solche Spiele zur Seite legen und welche spielen, die mich nicht vollkommen auslasten wollen. Jeder ist da anders und andere suche genau diese Herausforderung. Ich such Entspannung und dem Flow beim Spiel ohne mit Regeldetails und Zwängen zu ringen.

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das Tagebuch der entspannten Brettspiele

    Einmal editiert, zuletzt von ravn (7. April 2026 um 12:12)

  • Ich kann es leider auch nachvollziehen.

    Mein persönlicher Gegner sind modulare Spiele. Twilight Imperium, Orleans oder auch nur Revive.
    Macht man die Schachtel auf und man schaut auf ganz viele Säckchen und Tütchen. Selbst wenn die ordentlich beschriftet und verstaut sind, stellt sich die Frage: Und wie baut man nun das Spiel auf?

    Kann man in die Regel schauen. Ja, ja aber…
    Mittlerweile muss man ja dann alle Regel und alle Erweiterungen lesen. Gilt diese Aussage aus der Regel noch oder wurde die ergänzt?
    Wie sieht das aus, wenn ich Modul A hinzufüge?

    Alles klar, dann doch lieber das Basisspiel. Manchmal ist das allerdings Schade, denn einige Module sind es wert gespielt zu werden.
    Der einzige Ausweg: Usergeschriebene Regelzusammenfassungen oder wenn ein Verlag gute, zusammenfassende Gesamtregeln bereit stellt.

    Spin-Offs funktionieren da für mich besser, weil ich einfach alles zusammen in der Schachtel habe, was zusammen gehört.
    Bei Great Western Trail habe ich das Problem nicht so sehr.
    Oder wenn die Varianten nicht so ausufernd sind. Ob ich bei Dune Imperium Uprising die Aufträge mit dazu nehme oder nicht: spielt keine so große Rolle (mit Bloodlines wird das dann schon wieder schwieriger).

    Bei Through the Ages sind das Einsteiger, Fortgeschrittenen und Expertenregeln. X/


    Oft sind die Spiele, einmal wieder verstanden oder "im Flow" gar nicht so komplex. Aber wenn man die Sachen lange genug liegen lässt, steigt der Aufwand wieder "rein" zu kommen.
    Mage Knight hab ich mittlerweile schon doppelt wieder vergessen :crying:

  • Um ehrlich zu sein stört mich der Aufbau von Spielen überhaupt nicht. Klar bei den ersten 1-2 Spielen dauert es länger, weil man erst schauen muss was wo hinkommt, aber ab da denk ich mir immer:

    „Dauert der Aufbau zu lange, ist dein Inlay zu schlecht“….oder einfach nicht vorhanden 😂

    Inlay ist nicht gleich Inlay. Es sollte ein Inlay sein, welches nicht nur zum Lagern da ist, sondern idealerweise so out of the Box auf den Spielplan gestellt werden kann. Alles direkt passend Sortiert für die Spieler oder Szenarien und fertig. Das spart so immens viel Zeit. Da finde ich Regelhefte viel schlimmer.

  • Deswegen liebe ich unseren Brettspieltisch. So kann man aufbauen und Spiele für längere Zeit stehen lassen.

    Außerdem optimieren wir den Aufbau jedes Spiels durch Inlays, Tüten, Boxen usw. Und wir erstellen Kurzspielregeln, damit man eben nicht die Anleitung komplett neu lesen muss.

    Bitte Rechtschreibfehler ignorieren :S

    Tippe oft mit Handy in der einen Hand und Baby in der anderen :danke:

  • Anzeige
  • Mein persönlicher Gegner sind modulare Spiele. Twilight Imperium,
    Macht man die Schachtel auf und man schaut auf ganz viele Säckchen und Tütchen.

    ganz viele Säckchen und Tütchen?! =O ähm, nein?!

    Wenn ich die Schachtel aufmache und alles schön säuberlich getrennt ist, macht für mich der Auf- und Abbau richtig Spaß. Da hat jedes Teil seinen Platz und man kommt sofort ins Spiel.

    Wenn dagegen alles nur in irgendwelchen Säckchen und Tütchen wäre, würde ich die totale Krise bekommen <X hier ist ein guter Organizer Pflicht.

    Zitat

    Selbst wenn die ordentlich beschriftet und verstaut sind, stellt sich die Frage: Und wie baut man nun das Spiel auf?

    Wenn man das regelmäßig spielt, ist der Aufbau irgendwann kein Thema mehr und wenn es nur 1x im Jahr auf den Tisch kommt, dann plant man dafür ja sowieso bewusst Zeit ein :)

  • Inlays, die den Aufbau beschleunigen sind auch ein Kosten- und Gewichtsfaktor. Nutze ich nur bei absoluten Lieblingsspielen, die ich gerne regelmäßig oft spielen mag. Bei einem Gloomhaven im Schrank bringt mir das Inlay nix.

    Selbst gebastelt mit Foam Core ist billig und leicht. Und auch ohne Inlay, man spart wirklich schon sehr viel Zeit durch Deckboxen, Traces oder kleine Tüten, die sinnvoll (!!) gefüllt werden.

    Bitte Rechtschreibfehler ignorieren :S

    Tippe oft mit Handy in der einen Hand und Baby in der anderen :danke:

  • JA: Allerdings bin ich dazu übergegangen, mir persönliche Kurzanleitungen mit Informationen, die mir(!) wichtig sind, zu schreiben (habe ich mir von einer Bekannten abgeschaut: Danke Jenny!). Mittlerweile schreibe ich diese schon während des Regelstudiums und mit einer festen Struktur:
    - Thema
    - Bezeichnungen der Materialien und Elemente im Spiel
    - Spielaufbau
    - Spielablauf
    - Regeln

    Damit bin ich dann gut gerüstet, wenn ich das Spiel später mal wieder auf den Tisch bekomme: Bin schnell wieder im Spiel drin und habe einen Erklärleitfaden, so dass ich nichts wichtiges vergesse.

    Ja, dass ist etwas Arbeit. Aber es erspart mir später das erneute Studium des Regelheftes.

    Und somit:

    NEIN, denn durch diese Anleitungen im das Problem minimiert.

  • Inlays, die den Aufbau beschleunigen sind auch ein Kosten- und Gewichtsfaktor. Nutze ich nur bei absoluten Lieblingsspielen, die ich gerne regelmäßig oft spielen mag. Bei einem Gloomhaven im Schrank bringt mir das Inlay nix.

    Aber vielleicht würden manche deiner Spiele zu Lieblingsspielen werden, wenn du sie aufgrund eines tollen Inlays öfter spielen würdest? Henne-Ei-Problem :D

    kyrilin Ich stimme dir bei vielem zu. Eine der Lösungen ist für mich, weniger komplexe Spiele zu besitzen.

    Ich hatte mal ein interessantes Video zu Videospielen gesehen, wo es darum ging, welches Spiel man als nächstes Spielen will bzw. was man heute Abend zocken will. Ein wichtiger Faktor: Entscheidungen treffen. Wir treffen über den Tag so viele Entscheidungen, dass es anstrengend ist, sich am Abend noch für ein Spiel zu entscheiden. Daher lieber vorher entscheiden, was man spielt bzw. die Auswahl limitieren.
    Dabei hilft: Das Spiel vorher schon aufbauen. Bei großen Kloppern am besten am Tag davor.

    Denn mal Butter bei di Fische: Wer Voidfall, mit einem Weight-Rating von 4.61, an einem Tag aufbauen, lernen und spielen will, der hat meiner Meinung nach seine Hausaufgaben einfach nicht gemacht ;)

    Ein zweiter Faktor, warum man weniger Spiele haben sollte, wurde auch in dem Video besprochen: Routine. Unser Gehirn benötigt einiges an Zeit, um sich mit der Welt, Steuerung, Mechaniken etc. vertraut zu machen und so richtig in den "Flow" zu kommen. Das gleiche wird ja auch bei Brettspielen sein. Unzählige Symbole, Regeln, Aktionen, Siegbedingungen etc.; das kriegt unser Kopf einfach nicht gut hin, jedes mal bei 0 zu starten mit einem neuen Spiel.

    Mein Fazit: Wenn du grds. Bock auf komplexe Spiele hast dann 1. weniger Spiele zur Auswahl haben, 2. diese frühzeitig aufbauen und Regeln lernen und 3. am besten mehrfach hintereinander spielen, um "drin zu bleiben". :)

  • Wenn Aufbau oder Regeln den Spielspaß negativ beeinflussen, dann fliegt das Spiel ganz schnell wieder raus.

    Für mich ist zum Beispiel TI leider ein Spiel, dass mir keinen Spaß macht, weil Materialüberfluss und kleinteiliges Management kombiniert mit dem Metagame mich komplett überfordern.

    Star Wars Rebellion hingegen stört es mich überhaupt nicht.
    Allerdings habe ich mir jetzt nach der 5. apartie einen Sortiereinsatz bestellt 😅.

    Das hilft dann gegen nervigen Aufbau.


    🖖

  • Anzeige
  • Oder ist das Problem schlicht, dass man nur wenig solche kleinteiligen Spiele haben sollte, damit man von diesen die Regeln im Kopf behalten kann und sie blind aufgebaut kriegt - und wir einfach das ein oder andere zu viel hatten?

    Ja 😉

    Die Menge macht das Gift, ist natürlich nur Schade um die Spielerlebnisse, die man dann nicht hat wenn Voidfall o.Ä. ein Brecher zu viel sind.

    Ich bin mir auch sehr sicher dass uns das Spiel an sich (mechanisch) gefallen hätte. Nur gibt's bei uns das Spiel nicht ohne Aufbau und Regel-erklärung da wir meist zu zweit spielen. Und das würde die Stimmung vorher schon so in Arbeit kippen lassen dass es dann kaum noch zünden würde und eben kein Spielerlebnis mehr wäre.
    Vielleicht ist ja irgendwann man die Gelegenheit das bei irgendwem mitzuspielen der es bereits aufgebaut hat und uns die Regeln erklärt. Dann sieht das vielleicht anders aus. Du hast aber vollkommen recht. Zuviel ist vielleicht nicht nur beim Material zu viel sondern auch bei der Menge verschiedener Expertenkracher mit sehr viel Regeln und Material.

    kyrilin Ich stimme dir bei vielem zu. Eine der Lösungen ist für mich, weniger komplexe Spiele zu besitzen.

    Ich hatte mal ein interessantes Video zu Videospielen gesehen, wo es darum ging, welches Spiel man als nächstes Spielen will bzw. was man heute Abend zocken will. Ein wichtiger Faktor: Entscheidungen treffen. Wir treffen über den Tag so viele Entscheidungen, dass es anstrengend ist, sich am Abend noch für ein Spiel zu entscheiden. Daher lieber vorher entscheiden, was man spielt bzw. die Auswahl limitieren.
    Dabei hilft: Das Spiel vorher schon aufbauen. Bei großen Kloppern am besten am Tag davor.

    Denn mal Butter bei di Fische: Wer Voidfall, mit einem Weight-Rating von 4.61, an einem Tag aufbauen, lernen und spielen will, der hat meiner Meinung nach seine Hausaufgaben einfach nicht gemacht ;)

    Ein zweiter Faktor, warum man weniger Spiele haben sollte, wurde auch in dem Video besprochen: Routine. Unser Gehirn benötigt einiges an Zeit, um sich mit der Welt, Steuerung, Mechaniken etc. vertraut zu machen und so richtig in den "Flow" zu kommen. Das gleiche wird ja auch bei Brettspielen sein. Unzählige Symbole, Regeln, Aktionen, Siegbedingungen etc.; das kriegt unser Kopf einfach nicht gut hin, jedes mal bei 0 zu starten mit einem neuen Spiel.

    Mein Fazit: Wenn du grds. Bock auf komplexe Spiele hast dann 1. weniger Spiele zur Auswahl haben, 2. diese frühzeitig aufbauen und Regeln lernen und 3. am besten mehrfach hintereinander spielen, um "drin zu bleiben". :)

    Keweico alles gute und valide Punkte. Aber tatsächlich kriegen wir ein #Speakeasy oder auch #OnMars an einem Abend aufgebaut, erklärt, gespielt und abgebaut trotz Komplexität und ebenfalls nicht unerheblich viel Material.
    Ich vermute eher dass hier bei #Voidfall für uns eine Grenze überschritten wurde, entweder bei der Materialmenge, oder durch zu viele verschiedene materialintensive Expertenspiele über die Zeit, die unsere Schwelle nach und nach hat sinken lassen, wie viel Aufwand wir bereit sind, in ein Spiel zu stecken abseits der Partie selbst.

  • Ich kann mittlerweile elegante und gleichzeitig "tiefe" Spiele deutlich mehr wertschätzen. Als Beispiele fallen mir Hansa Teutonica, Primal, Wasserkraft oder Brass Birmingham ein. Oder aktuell Boss Fighters QR. Voidfall hab ich deswegen verkauft.

    Phantom Epoch zeigt mir gerade, wie unnötig aufwändig Frosthaven ist (die Stadtphase macht mich fertig, gehört imo komplett gestrichen). Hier war Gloomhaven deutlich angenehmer. Pranken des Löwen war aber kein Problem.

    Aeon Trespass Odyssey war lästig, aber auch lustig aufzubauen.

    Also, wie vorher woanders beschrieben, muss das Verhältnis passen. Ich bau halt auch sehr gerne auf. Wenn das Spiel adäquat Spaß macht, ists mir wurscht.

    Am unverständlichsten reden die Leute daher, denen die Sprache zu nichts anderem dient, als sich verständlich zu machen.

    - Karl Kraus

  • Ich empfinde es als sehr befriedigend mir komplexe gerne auch komplizierte Regelwerke anzueignen. Ich extrahiere sehr gerne die Regeldetails heraus. Das schult auch den Geist. Der Materialumfang spielt gar keine Rolle im Hinblick auf meine Motivation solche Spiele anzugehen. Thema, Setting, Optik müssen mich ansprechen. Dann bin ich motiviert mir alles anzueignen.

    Bei komplexen oder komplizierten Spielen ist stets meine einzige Hürde, dann tatsächlich die erste Partie anzufangen und das Gelesene, Verstandene in die Praxis umzusetzen. Da schwingt zu Beginn immer ein wenig Unsicherheit bei mir mit. Meistens lese ich das Regelwerk vorher zweimal, wobei das zweite Regelstudium zum Verinnerlichen und Abklären von Unklarheiten im Kopf entscheidend beiträgt.

    Und dann bemerke ich, dass die Regeln beim Spielen sehr schnell fest sitzen und alles doch nicht so komplex oder kompliziert ist, wie es vorher den Anschein hatte. Am Ende kochen die Designer, Entwickler auch nur mit Wasser ;). Bspw. Feudum. Da wurde geschrieben, überbordend komplex bzw. überfrachtet. Aber war gar nicht so. Wurde alles heißer gekocht als es gegessen wurde, finde ich zumindest.

    Nach meiner Erfahrung hat man Regeln umfangreicher Spiele auch wieder schnell parat, wenn sie einmal gesessen haben. Das Gehirn speichert da doch mehr ab als man vielleicht vermuten mag.

    Insgesamt benötige ich die Herausforderung der großen, umfangreichen Brettspiele, damit das Hobby für mich Sinn ergibt. Nichtsdestotrotz genieße ich es aber auch Gesellschaftsspiele wie Zug um Zug, Catan oder Black Fleet mit der Familie zu spielen. Abwechslung gehört dazu.

  • JA: Allerdings bin ich dazu übergegangen, mir persönliche Kurzanleitungen mit Informationen, die mir(!) wichtig sind, zu schreiben (habe ich mir von einer Bekannten abgeschaut: Danke Jenny!). Mittlerweile schreibe ich diese schon während des Regelstudiums und mit einer festen Struktur:
    - Thema
    - Bezeichnungen der Materialien und Elemente im Spiel
    - Spielaufbau
    - Spielablauf
    - Regeln

    Damit bin ich dann gut gerüstet, wenn ich das Spiel später mal wieder auf den Tisch bekomme: Bin schnell wieder im Spiel drin und habe einen Erklärleitfaden, so dass ich nichts wichtiges vergesse.

    Ja, dass ist etwas Arbeit. Aber es erspart mir später das erneute Studium des Regelheftes.

    Und somit:

    NEIN, denn durch diese Anleitungen im das Problem minimiert.

    Wir haben auch solche Kurzanleitungen, und dort, falls vorhanden, auch noch die Hausregeln notiert....

    Meine Brettspielsammlung auf Board Game Geek : Liste

  • Gerade bei Mage Knight und Through the Ages haben mir die Apps ein Stück weit den Spaß wieder zurückgebracht, gleichzeitig verstauben die Brettspiele dadurch im Regal.

    Mit Paladin’s Oath bzw. der TTS Scripted Mod ist Mage Knight solo einfach so viel entspannter, wenn die ganze Verwaltung/Regeln automatisch läuft und ich mich nur auf die eigentlichen Entscheidungen im Spiel konzentrieren kann.

    Da merke ich, wie viel vom „Aufwand drumherum“ eigentlich gar nicht das ist, was ich am Spiel liebe.

    Ich mag halt zu 95% keine App-Spiele. Ich brauche das Material zwischen meinen Fingern.

    Volle Zustimmung. Ich weiß, da gibt es unterschiedliche Sichtweisen dazu, aber für mich persönlich gehört ein Brettspiel analog gespielt um sich wie ein Brettspiel anzufühlen. Natürlich nimmt eine App viel Verwaltungs- und Regelaufwand ab. Aber dann fühle ich einfach zu wenig Unterschied zum direkt Videospiele spielen.

    JA: Allerdings bin ich dazu übergegangen, mir persönliche Kurzanleitungen mit Informationen, die mir(!) wichtig sind, zu schreiben (habe ich mir von einer Bekannten abgeschaut: Danke Jenny!). Mittlerweile schreibe ich diese schon während des Regelstudiums und mit einer festen Struktur:
    - Thema
    - Bezeichnungen der Materialien und Elemente im Spiel
    - Spielaufbau
    - Spielablauf
    - Regeln

    Damit bin ich dann gut gerüstet, wenn ich das Spiel später mal wieder auf den Tisch bekomme: Bin schnell wieder im Spiel drin und habe einen Erklärleitfaden, so dass ich nichts wichtiges vergesse.

    Ja, dass ist etwas Arbeit. Aber es erspart mir später das erneute Studium des Regelheftes.

    Und somit:

    NEIN, denn durch diese Anleitungen im das Problem minimiert.

    Beeindruckend - für mich klingt das aber nicht nur nach "etwas" Arbeit, sondern eher nach viel Arbeit. Für mich vielleicht zu nahe an meiner Arbeit (klingt ein bisschen nach Requirements Engineering und Akzeptanzkriterien), als dass ich das bereit wäre in meiner Freizeit zu tun.

  • Anzeige