Meine Frau und ich sind bei unseren Spieleabenden zu zweit auf etwas gestoßen, bei dem uns interessieren würde, ob es anderen genauso geht.
Angefangen hat das schon damals mit #GloomhavenPrankenDeLöwen, welches wir nach 5 Runden verkauft haben, weil der Material- und Regelüberfluss für uns nicht im Verhältnis zum daraus entstehenden Spielspaß bei uns war.
Später ist uns das ganze erstmals richtig bewusst bei #Voidfall aufgefallen, das wir nichtmal auf den Tisch bekommen hatten, da wir nach über einer Stunde Aufbauzeit keinerlei Lust mehr verspürten, nochmal mehr Zeit fürs Lernen der Anleitung aufzuwenden, bevor es dann erstmal überhaupt zum Spiel kommt. Dabei war tatsächlich weniger die Komplexität das Problem, stattdessen eher der Umfang. Wir haben es dann ungespielt verkauft.
Hier steht auch die #Septima-Deluxeausgabe, bei welcher wir vor längerer Zeit die Erstpartie hatten. Gestern habe ich nachmittags geschaut, ob wir das mal spielen, aber die über 30-seitige klein geschriebene Anleitung und die (zugegeben toll aussehende) Materialmenge hat uns dann stattdessen zu einem anderen Spiel greifen lassen, welches wir innerhalb weniger Minuten spielen konnten trotz vollständiger Regelauffrischung.
Des weiteren stehen hier die #Perseverance-Schachteln, wo die Größe der Schachtel selbst mir schon sagt, dass ich mich auf eine endlose Zeit für Aufbau und Regel einstellen kann. Wir hatten Episode 1 vor Jahren gespielt und fanden es ganz gut; dann hatten wir versucht, irgendwann mal abends Episode 2 zu spielen, haben aber so ewig daran aufgebaut, dass uns die Spielzeit abends ausgegangen ist und wir wieder abbauen mussten.
Am häufigsten ging uns das bisher so mit Mindclash-Spielen, aber auch die AwakenRealms-Titel sind ähnlich zäh für uns - #TaintedGrail einige Runden gespielt, dann abgebrochen, #Tamashii eine Runde gespielt, dann verkauft. #ISSVanguard direkt verkauft ohne anspielen. #DragonEclipse steht da und sieht bedrohlich groß aus.
Geht das nur uns so, dass wir verlernt haben uns an Materialfülle zu erfreuen?
Uns erschlägt das mittlerweile oft und wir haben dann von vornherein wenig Lust, so viel Zeit zu investieren, wenn wir ein ähnlich gutes anderes Spiel spielen könnten bei dem wir vorher nicht Stunden verlieren. Ist das eine normale Reaktion nach einigen Jahren im Brettspielkosmos, dass ich immer weniger Bereitschaft für das Drumherum aufbringen kann, weil mich das vom eigentlichen Spielen abhält und sich oft so unnötig kompliziert anfühlt?
Oder liegt das eher an meinem ursprünglichen Zugang zum Brettspielen über abstrakte Spiele wie Go, dass ich empfindlicher bin gegen Overhead? Für mich passt dann oft das Verhältnis Aufwand zu Spielspaß nicht. Das Problem ist dabei explizit nicht Komplexität, sondern eher Kleinteiligkeit und Regelfülle, die sich für mich mittlerweile anfühlt wie unnötige Kompliziertheit und mangelnde Eleganz und einfach zu viel Zeit kostet.
Oder ist das Problem schlicht, dass man nur wenig solche kleinteiligen Spiele haben sollte, damit man von diesen die Regeln im Kopf behalten kann und sie blind aufgebaut kriegt - und wir einfach das ein oder andere zu viel hatten?
Ich bin gespannt auf Meinungen und Diskussion dazu ![]()