Aussagekraft von Rezensionen bei kostenfreien Rezensionsexemplaren

  • Weil es anfänglich in einem anderen Thema diskutiert wurde und ich das durchaus ein spannendes Thema finde, habe ich einfach mal ein entsprechendes Thema eröffnet.

    Ich tue mich selbst als Konsument schwer mit dem Thema. Einerseits sind mir Rezensionen wichtig (vor allem in Videoform), weil ich dadurch einen besseren Eindruck bekomme als rein durch das Lesen der Spielregeln. Andererseits tue ich mich schwer mit folgender Situation: Ich habe gerade letztens in eine Runde gefragt, ob jemand bei einem bestimmten Crowdfunding-Projekt eingestiegen ist. Dort kam von einem Content Creator die Antwort "nein, ich hab keinen Platz im Regal, daher kaufe ich kaum etwas, aber ein kostenfreies Rezensionsexemplar habe ich angefragt". Dadurch habe ich schon sehr hinterfragt, wie leicht man vielleicht auch einen positiven Blick auf ein Spiel bekommt, wenn man sich die Kostenfrage eben nicht stellen muss. Ich unterstelle da erstmal keine Absicht, aber wenn mich ein Spiel keinen Cent kostet und ich es, wenn es mir irgendwann langweilig wird, einfach ohne Wertverlust verschenken kann (oder sogar noch Gewinn mache, indem ich es verkaufe), dann glaube ich schon, dass man unkritischer ist.

    Wie seht ihr das?

  • Es kommt sehr auf den Kanal und das spezielle Videoformat an. Manche Kanäle reiten nur auf der Social Media Welle und verdienen ihr Geld über Klicks und Werbung bzw. den Verkauf der kostenlosen Review-Exemplare. Andere haben einen höheren journalistischen Anspruch und verdienen auch viel über Abos und Unterstützerspenden, zum Beispiel (m.M.n.) The Dice Tower. Andererseits gibt es auch dort ein Format namens "DT Preview" das eher Werbecharakter hat und für das sie (meines Wissens) auch Geld vom Publisher bekommen.

    Man muss da glaube ich Medienkompetenz beweisen und sich die Rezensenten raussuchen, die am seriösesten erscheinen und sich am ehesten mit dem eigenen Geschmack decken.

    Alles was ich so von mir gebe ist meine eigene Meinung. Auch wenn ich diese vehement vertrete, behaupte ich üblicherweise nicht, dass sie die einzig richtige Meinung ist oder objektiv besser als andere Meinungen ist. Wenn jemand die Dinge anders sieht: alles fein. Wenn jemand sagt, ich sehe die Dinge falsch: let's discuss!

    2 Mal editiert, zuletzt von lazerlight (6. April 2026 um 12:30)

  • Naja, der allgemeine "Vorwurf" an die Content Creator ist ja eher, dass man beim aktuellen Spiel nicht zu negativ rezensiert, damit man auch das nächste Spiel noch kostenlos bekommt. Denn es könnte ja sein, dass man nichts mehr bekommt, wenn man mal nicht ausreichend positiv rezensiert hat.

    2 Mal editiert, zuletzt von Mad_Fox (6. April 2026 um 12:30)

  • Fobs
    6. Januar 2023 um 10:43

    Hier wird das Thema leicht angeschnitten, insbesondere Brettspiel Dude äußert sich hier als Rezensent zumindest ein bisschen in deine Richtung.

    Grundsätzlich musst du als Konsument entscheiden, wem du dabei vertraust. Ich persönlich gebe auf die meisten Rezensionen gar nichts; mir hilft die Vorstellung der Spielabläufe deutlich mehr um zu entscheiden, ob es mir gefällt. Jeder hat einen anderen Geschmack, ein Euro-Liebhaber-Rezensent wird mich auch bei unerschwinglich guter Kritik nicht davon überzeugen, dass mir das zu gefallen hat.

    Hierfür werde ich zu 100% gebannt.

  • Also sas mir beim neusten ShutUp&SitDown-Video über das Herr der Rinde Stichspiel positiv aufgefallen ist:

    Die Karten sehen im Video solide genutzt aus. Und für mich ist das eher ein Zeichen von: Viel gespielt und damit eher glaubwürdige Meinung.

    Auch wenn es sein könnte, das die Kartenqualität eher ...meh ... ist. Aber die gehen finde ich immer sehr transparent um. Auch zu der Magical Athlete-Review, wo sie sagten: Ey yo. Der Verlag veröffentlicht auch unsere Spiele. Schaut euch lieber unabhängige Reviews an. Aber hier ist unsere Meinung.

    ...miste. Abgeschiffen...


    Aber zurück zum Thema:

    Ich finde auch immer Rezensionen realistischer, von Spielen, die schon länger im besitzt sind. Schönes Beispiel, bei dem alte Rezensionen im Rückblick betrachtet werden ( Insgesamt ein sehr entspannter Typ, der einen gefühlt fundierten Blick hat...halt meinen, der eher weniger Mechanikern in einem Spiel mag (= :(

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  • (...)Dadurch habe ich schon sehr hinterfragt, wie leicht man vielleicht auch einen positiven Blick auf ein Spiel bekommt, wenn man sich die Kostenfrage eben nicht stellen muss. Ich unterstelle da erstmal keine Absicht, aber wenn mich ein Spiel keinen Cent kostet und ich es, wenn es mir irgendwann langweilig wird, einfach ohne Wertverlust verschenken kann (oder sogar noch Gewinn mache, indem ich es verkaufe), dann glaube ich schon, dass man unkritischer ist.

    This. Ich sehe das ähnlich, was aber nicht bedeutet, dass ich die Rezensionen von sog. "Content Creator" ignoriere. Sie haben aber bei weitem nicht das gleiche Gewicht wie Bewertungen, die ich aus meinem persönlichen, spielerischen Umfeld bekomme. Ich selbst nehme aber auch nur einer Handvoll Content Creatoren wirklich ernst (aufgrund eines "Matches" was den Spielegeschmack angeht) und der Rest wird nur aus generellem Interesse geschaut wenn überhaupt .

    Eine Problematik dabei ist auch, dass ich nicht immer erkennen kann, ob das Rezensionsexemplar kostenlos war und außerdem, dass die Rezensionen von CCs einen erheblichen Zeitvorsprung haben, da sie das Spiel früher bekommen als es in meinen Runden ankommt.

    The dice decide my fate. And that's a shame.

  • Hah - welcher journalischer Anspruch wird denn erhoben, wenn der Erstellungsaufwand dem Konsumenten / Nutzer nichts wert ist? Vielleicht ist ja der Nutznießer das Problem? Und das Muster nur ein gestelltes Arbeitsmittel. :/

    Ich sag immer, jeder bekommt, was er verdient. 8o

    Liebe Grüsse

    Nils (hat jahrelang für regionale Printmedien Empfehlungen für lau verfasst. Aber beim Anzeigengeschäft fand sich kein einziger Händler, dem die anfallenden Druckkosten etwas wert waren. Thats Life)

    3 Mal editiert, zuletzt von widow_s_cruse (6. April 2026 um 12:51)

  • Ich würde sagen, dass man bei Rezensionsexemplaren sicherlich ein Stück weit "befangen" ist und zwar mindestens genauso, wie wenn man sich ein Spiel kauft und dann rezensiert.

    Ich zB kaufe auch ab und zu mal blind ein Spiel, weil mir das Thema gefällt und ich irgendwo was gutes drüber gelesen habe. Dann will ich das Spiel aber mögen und gehe sehr positiv an die Sache heran. Würde dann vermutlich auch gerne was gutes darüber berichten, und mir keinen Fehlkauf eingestehen.

    Aber am Ende kommts schon auf den Testbericht an. Ob sowas glaubwürdig ist oder wie weit man einem Rezensenten vertrauen kann, merkt man ja mit der Zeit. Ich glaube, es besteht auch ein Risiko dabei, ein Spiel besser zu bewerten, als man es letztendlich findet... denn die Community würde das mit der Zeit merken und darunter leiden dann die Influencer.

    Ich gehe also an Rezensionen mit kostenlosen Exemplaren immer offen heran und habe da absolut nichts dagegen.

    --- Jeder siebte Post von mir enthält etwas Sinnvolles ---

  • Wenn ich Spielerezensionen als Beruf machen würde, dann wären Rezensionsexemplare reine Arbeitsmittel, die mir der Verlag auf Anfrage zur Verfügung stellt und die ich nach Nutzung wieder zurückschicke. Nur wollen die allerwenigsten Verlage ihre Rezensionsexemplare wiederhaben, auch weil denen der Aufwand zu groß ist und die längst als Werbekosten steuerlich abgeschrieben sind. Je nach Rezensent kann man sich da in einer gewissen Abhängigkeit und Verpflichtung dem Verlag gegenüber sehen, dann hat man aber seinen Job nicht verstanden. Besonders wenn es nicht bei Rezensionsexemplaren bleibt, sondern man noch irgendwohin eingeladen und verköstigt wird, um eine angenehme Atmosphäre zu erzeugen.

    Im Videospielumfeld der 2000er-Jahre habe ich da so meine Erfahrungen gemacht - mal eben das neue FIFA von EA anspielen können und danach ab ins Stadion in Reihe 1 oder vor Ort beim Entwicklerteam das neue Assassin’s Creed anspielen und dabei im 5 Sterne Luxushotel eingebucht werden. Da muss man dann den eigenen Abstand wahren und Rahmen und Produkt voneinander trennen können. Habe damals aber auch einige "Kollegen" erlebt, die sich regelrecht bei Publishern angebiedert haben, um möglichst viele Events und Auslandsreisen mitnehmen zu können.

    Deshalb sehe ich persönlich Rezensionsexemplare kritisch und lehne die grundsätzlich für mich (!) ab, sofern mir die nicht aufgedrängt werden (was extremst selten passiert, auch weil ich nie danach frage!). Deshalb fühle ich mich auch niemanden für irgendwas verpflichtet, wenn ich über die Spiele erzähle, die ich mitgespielt oder selbst gekauft habe. Weil dann habe ich dafür den Betrag X selbst bezahlt und kann den Gegenwert auch einschätzen, den ich dafür bekommen habe. Wer professionell als Journalist unterwegs ist und dem Pressecodex folgt, sollte mit dem aber keinerlei Probleme haben, ob Rezensionsexemplar oder auch nicht.

    Ob eine Rezension eine Aussagekraft hat, würde ich persönlich aber nie nur von einem Rezensionsexemplar abhängig machen. Ist ja auch immer die Frage, wie "Rezension" verstanden und interpretiert und erwartet und umgesetzt wird. Da sollte jeder aber ausreichend Medienkompetenz haben, um das selbst beurteilen zu können, wem man vertraut und wem eher nicht. Oder eben auch, ob jemand ganz andere Wertungsmaßstäbe als man selbst anlegt.

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  • Ich hab überhaupt kein Problem mit Rezensionsexemplaren. Damit die entsprechenden Rezensenten den aktuellen Markt abbilden können, sind sie auf diese Zuwendungen der Verlage angewiesen und für mich als Leser / Konsument ist es wünschenswert, aktuelle Spiele besprochen zu sehen. (Das variiert natürlich auch je nach Anspruch des Rezensenten. No Pun Included können auf Reziexemplare verzichten, weil sie aber auch nicht alle Neuheiten zeitnah besprechen wollen.)

    In anderen Branchen ist das total üblich und geht ja weit darüber hinaus. Da werden Rezensenten in teure Hotels eingeflogen, um drei Tage all-inklu das neue Call of Duty vorgestellt zu bekommen.

    Das entscheidende ist doch, wie die Kanäle damit umgehen. Ich als Konsument sortiere Kanäle sofort aus, sobald ich den Eindruck bekomme, dass Spiele nicht objektiv besprochen werden. Ich konsumiere Kanäle die authentisch sind/wirken und auch bereit sind, ein Spiel ehrlich zu bewerten. Die offenlegen, dass woher die Spiele kommen und auch die Kosten für mich als Käufer berücksichtigen. (Ist der verlangte Preis ok für das, was ich bekommen.) wenn das gegeben ist, ist es mir egal, woher die Exemplare kommen.

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  • Die Karten sehen im Video solide genutzt aus. Und für mich ist das eher ein Zeichen von: Viel gespielt und damit eher glaubwürdige Meinung.

    Das ist mir auch wichtiger. Reziexemplar hin oder her - wenn ein Video schon anfängt mit "Ersteindruck nach einer Partie: alle Designfehler dieses hochkomplexen Euros", dann mache ich das Video aus und weiß, dass der Kanal nichts für mich ist. (Gilt natürlich auch für Artikel.)

  • Die ewig alte und immer wieder langweilige Geschichte…

    Nur mal ein paar Gedanken:

    Fritz Gruber (der Gute!) dreht sich im Grabe herum: Rezensionsexemplare, was soll das denn sein?

    Eine gute Rezension kann ich von einer weniger gelungenen unterscheiden ohne das Spiel zu kennen.

    Als Rezensent:

    Ich habe in meinem Leben leider schon tausende schlechter Spiele spielen müssen. Und ich schreibe also gut darüber um weiter schlechte Spiele zugeschickt zu bekommen? Echt?

    Dann betreibe ich doch vielleicht eine strengere Auswahl, wenn es um Titel geht, die ich rezensieren möchte.
    Auch sollte man nicht unterschätzen, dass sich leidensfähige Mitspieler mit viel Geduld zur Verfügung stellen müssen. Irgendwann spiele ich meine „Rezensionsexemplare“ alleine.

    Als Konsument:

    Wenn ich für siebentrilliarden Euro ein aufgeballertes Miniaturenungetüm erworben habe MUSS das doch gut sein. Oder soll ich öffentlich bekennen einem Crowdfundingscharlatan aufgesessen zu sein? Wenn ich viel Geld versenke ist mein Blick womöglich eher getrübt, als wenn ich diesen überteuerten und überbewerteten Quatsch für umsonst bekomme (umsonst, mit allerdings der Verpflichtung viel Lebenszeit zu investieren).

    Vielleicht haben Verlage ihrerseits ein größeres Interesse an gut verfassten Rezis als an Lobhudeleien ….

  • Frohe Ostern!

    Was ich generellt viel schlimmer finde, sind die Skalen, mit der Bewertungen durchgeführt werden. Da wird z.B. eine Note von 1-10 vergeben, ohne genau zu definieren, was ein solche Note überhaupt aussagt. Da werden "Überdurchschnittlich, sehr gut, etc" vergeben, ohne dass dem Rezensenten und/oder dem Autor klar ist, was diese Note überhaupt aussagt.

    Auch die Beurteilungskriterien sind meistens ein Witz. Da werden Schlagwörter benutzt, die weder dem Rezensenten noch dem Leser verdeutlichen, was exakt beurteilt wurde. Eigentlich sollten alle Rezensenten sich mal eine Schulung gönnen, wie man das richtig macht.

    In der professionellen Eignungsdiagnostik wird zum Beispiel die Methode der kritischen Ereignisse angewendet, um valide Beurteilungsbögen zu erstellen. Das wäre hier im Spielebereich sicher auch eine Bereicherung.

    Insgesamt kann ich bisher sagen, dass ich Spielerezensionen nur von Rezensenten ernst nehme, die den gleichen Geschmack haben wie ich. Unbekannte Rezensenten kann ich aufgrund der Mängel in der Bewertung nicht wirklich als hilfreich bezeichnen. Mehr noch, für mich sind sie überflüssig.

    Wie seht ihr das?

    Gruß

    Marc

    3 Mal editiert, zuletzt von Jimmy_Dean (6. April 2026 um 13:15)

  • Was ich generellt viel schlimmer finde, sind die Skalen, mit der Bewertungen durchgeführt werden. Da wird z.B. eine Note von 1-10 vergeben, ohne genau zu definieren, was ein solche Note überhaupt aussagt. Da werden "Überdurchschnittlich, sehr gut, etc" vergeben, ohne dass dem Rezensenten und/oder dem Autor klar ist, was diese Note überhaupt aussagt.

    Bei einer Brettspielrezension sollte glaube ich jedem klar sein, dass die Bewertung danach vergeben wird, wie gut dem Rezensenten das Spiel gefallen hat. Da geht es ums Empfinden und nicht um messbare Kennzahlen. Die Gründe für die Bewertung werden doch normalerweise nicht in der Note transportiert sondern im Rest der Rezension.

    Davon abgesehen würde mir persönlich auch ein dreistufiges System genügen: z.B. Daumen hoch, Daumen runter oder seitlicher Daumen (so was wie neutral/situationsabhängig)

    Alles was ich so von mir gebe ist meine eigene Meinung. Auch wenn ich diese vehement vertrete, behaupte ich üblicherweise nicht, dass sie die einzig richtige Meinung ist oder objektiv besser als andere Meinungen ist. Wenn jemand die Dinge anders sieht: alles fein. Wenn jemand sagt, ich sehe die Dinge falsch: let's discuss!

  • Auch die Beurteilungskriterien sind meistens ein Witz. Da werden Schlagwörter benutzt, die weder dem Rezensenten noch dem Leser verdeutlichen, was exakt beurteilt wurde. Eigentlich sollten alle Rezensenten sich mal eine Schulung gönnen, wie man das richtig macht.

    In der professionellen Eignungsdiagnostik wird zum Beispiel die Methode der kritischen Ereignisse angewendet, um valide Beurteilungsbögen zu erstellen. Das wäre hier im Spielebereich sicher auch eine Bereicherung.

    Solange Brettspielrezensenten nicht genauso gut wie Berater in der freien Wirtschaft bezahlt werden, wird das nix mit "sich mal eine Schulung gönnen". Wer will als Konsument heutzutage schon Geld für Leistungen ausgeben, die größtenteils kostenfrei angeboten werden oder gegen die Währung "Zeit" und "Aufmerksamkeit", die noch nicht wirklich als Preishürde gesehen werden. Deshalb bis auf ganz wenige Ausnahmen von Influencern eine recht brotlose Kunst und deshalb für viele auch nur ein Hobby, an die ich als Konsument keine gerechtfertigten Ansprüche stellen kann. Entweder bin ich mit deren Angebot zufrieden oder ich meide es.

    Aber eigentlich ist das ganze Thema schon längst ausdiskutiert worden, nur eventuell nicht von jedem und nicht jeder hat die diversen Themenwiederholungen in den letzten Jahrzehnten mitbekommen. Gab es schon damals im spielbox-Forum und weiter zurück im FidoNet. An den Argumenten hat sich nichts geändert und am Ergebnis auch nicht.

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    Einmal editiert, zuletzt von ravn (6. April 2026 um 13:30)

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  • Insgesamt kann ich bisher sagen, dass ich Spielerezensionen nur von Rezensenten ernst nehme, die den gleichen Geschmack haben wie ich.

    Das ist auf jeden Fall ein gutes Kriterium. Ich gehe da sogar weiter.. das muss kein Rezensent sein. Da reichen mir auch weniger elaborierte Notizen von anerkannten Geschmacks-Buddies wie hier auf unknowns. Man kommt aber dennoch nicht umhin, einiges zu lesen und zu schauen, eben um diese überhaupt erst einmal als solche zu finden.

    Freiheit für :lachwein: - "Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag" (Charlie Chaplin)

    180+ Bauanleitungen zu Inserts aus Schaumkern, Kurzspielregeln, Praxis-Tipps, ...

  • Ist denn heute schon wieder Sommerloch? 🙂

    Also, nur weil ich ein Spiel als Rezensionsexemplar kostenlos zur Verfügung gestellt bekomme, kann ich weiterhin enttäuscht sein und das kundtun.

    Nur mache ich das halt nicht nach einer Partie, sondern mehreren, in denen ich schaue, ob ich etwas falsch gemacht habe, einfach meine Mitspieler gestört haben oder ob sich der Eindruck bestätigt. Aber deswegen bin ich halt auch langsamer…

  • Mir fehlt hier der Blick rüber in die anderen Medien:

    Bücher gibt's immer kostenlos für die Rezensentinnen, Kinotickets gibt's auch gratis - manchmal sogar mit Getränk, Musikalben ebenso.

    Es ist in der Kulturkritik üblich und wer sich von gesparten 30-70€ für ein Spiel beeinflussen lässt, ist wohl nicht gut geeignet für diese Rolle.

  • Solche Themen komme ja gerne mal auf und irgendwie immer wieder. Ich kenne die wenigsten Creator persönlich, konnte aber auf Messen und Spiele Events mich mit einigen sehr nett und konstruktiv austauschen. Und ich habe wenig das Gefühl, dass es da irgendwer nötig hat sich für ein 25-70 Euro Spiel "kaufen zu lassen". Ich denke nicht das dies einer von ihnen nötig hat.

    Auch habe ich noch nie gehört das ein Verlag Influencer für schlechte Wertungen nicht mehr bemustert. Das halte ich auch für Quatsch. Das hätte übrigens doch auch jeder Influencer direkt öffentlich gemacht, weil es geil für Klicks gewesen wäre.

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  • Wie im ersten Post bereits geschrieben finde ich halt eine ganz konkrete Aussage/Situation seltsam: "Kaufen würde ich mir das niemals, dafür habe ich keinen Platz / ich hab keine Lust auf das finanzielle Risiko / etc., aber kostenlos nehme ich es gerne!" Wie oft Content Creator das sagen/denken, kann ich natürlich nicht einsehen. Für mich fühlt es sich aus Konsumenten-Sicht sogar auch wieder "besser" an, wenn jemand quasi "alles was geht" mitnimmt, als Beispiele fallen mir da Steph und Nico von den Brettagogen sowie Michaela von den Brettspieltestern ein, die als Jurymitglieder einfach viele Spiele spielen müssen, oder Ben vom Brettspiel-Blog oder der Dice Tower, die meinem Gefühl nach eine gewisse Vollständigkeit bei der Vorstellung von Neuheiten erreichen wollen. Ich kann das gerade nicht rational argumentieren, aber für mich fühlt sich eben manches in Ordnung an und manches nicht.

    P.S.: Vielleicht ist es ja die gewisse "Ernsthaftigkeit", die hinter einem Blog/YouTube-/Instagram-Kanal steckt. Die von mir genannten Positivbeispiele spielen halt extrem viel und produzieren auch viel Content (bzw. bei der SdJ-Jury eben am Ende die Jurytätigkeit). Für mich fühlt es sich falsch an, wenn jemand so viel (bzw. eben vergleichsweise wenig) spielt wie ich, einmal die Woche einen 10-Zeiler in Instagram tickert oder alle 3 Monate ein Handy-Video auf YouTube hochlädt und dafür aber als Content-Creator Rezensions-Exemplare in Anspruch nimmt. Man möge mir Neid vorwerfen, vielleicht ist es das am Ende auch, keine Ahnung, aber es fühlt sich eben nicht richtig an.

  • Für mich fühlt es sich falsch an, wenn jemand so viel (bzw. eben vergleichsweise wenig) spielt wie ich, einmal die Woche einen 10-Zeiler in Instagram tickert oder alle 3 Monate ein Handy-Video auf YouTube hochlädt und dafür aber als Content-Creator Rezensions-Exemplare in Anspruch nimmt.

    Hast Du da Beispiele? Solche Personen dürften, so wie ich die Verlage kenne, gar keine Rezensionsexemplare erhalten.

    Ach ja? Definier mir "normal"!

  • Ja, aber die werde ich hier nicht öffentlich nennen.

    Nur um das noch einmal ein wenig ins Verhältnis zu setzen: Von einer klassischen Auflage werden normalerweise maximal 1% als Belegexemplare abgeschrieben. Wir reden also von meist etwa 30-50 Stück, teilweise weniger. Dann haben wir schon 10 Exemplare, die (bei passenden Spielen) an die Jury gehen. Ich kann mir so einfach nicht vorstellen, das dieser sehr schmale restliche "Werbeetat" an solche Personen abgegeben wird. Und schon gar nicht dauerhaft. Es mag sein, dass es bei entsprechend riesigen Followerzahlen ganz vereinzelt so jemanden gibt, aber sicher ist das nicht die Regel.

    Die restlichen Argumente wurden ja schon genannt, die muss ich nicht wiederholen.

    Ach ja? Definier mir "normal"!

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  • Es wird immer Menschen geben, die bereit sind positive Bewertungen oder Rezensionen zu schreiben, nur um irgendwas gratis zu bekommen (Stichwort Amazon Vine).

    Aber wie schon geschrieben werden Rezensionsexemplare im Brettspielbereich wohl nicht mit offenen Händen rausgegeben. Was für mich viel schwerer wiegt, sind zwei andere Aspekte:

    1. Content Creator sind häufig deshalb sehr beliebt, weil sie einfach sehr positive Menschen sind und an allem etwas Gutes finden oder enthusiastischer sind, als die meisten anderen Menschen. Bei Rezensionen aus diesem Personenkreis ziehe ich allein schon deshalb eigentlich immer gedanklich 1-2 Noten ab.

    2. Der persönliche Geschmack. Was nützt es mir, wenn eine andere Person ein bestimmtes Spiel ehrlich super findet, aber einfach einen ganz anderen Geschmack hat, als ich? Ich bevorzuge daher immer Bewertungen von Personen, deren Geschmack und Bewertungssystem ich nachvollziehen kann, weil ich weiß, wie sie oder er in der Vergangenheit Spiele bewertet hat, die ich bereits kenne.


    Und generell vertraue ich auch immer gern auf Schwarmwissen und schaue mir zB die Bewertungen auf BGG an und dort hauptsächlich danach, was die Leute an dem Spiel schlecht fanden und ob mich das auch stören würde. Was an einem Spiel möglicherweise gut ist, weiß ich vorher schon, denn sonst wäre es gar nicht auf meinem persönlichen Radar gelandet.

    3 Mal editiert, zuletzt von Napfkuchen (6. April 2026 um 19:46)

  • In meinem Fall muss ich sagen, dass ich je länger ich im Hobby bin und je intensiver ich mich selbst mit Brettspielen beschäftigte, desto weniger kann ich mit Rezensionen anfangen. Wenn ich ehrlich bin, lasse ich mir maximal noch meine eigene Meinung bestätigen. Wenn ich mir Videos ansehe, dann eher „How to Plays“ weil ich die Regeln so einfach besser lerne als nur durch Lesen. Dem Bewerten von Spielen durch jemanden, der es wahrscheinlich nur einmal gespielt hat, messe ich wenig Bedeutung bei.

    Einmal editiert, zuletzt von Kingschuler (6. April 2026 um 21:32)

  • Mich interessieren Spiele erst dann, wenn sie mindestens ein Jahr alt (und damit für alle Neuheiten-Jäger uninteressant geworden) sind. Social Media setzt da komplett falsche Anreize, vor allem Geschwindigkeit über Qualität. Natürlich wird dann jede Woche eine neue Sau durchs Dorf getrieben. Was die Influencer ihr Reviewexemplar gekostet hat, ist IMHO zweitrangig.

    Spätestens sobald man 100+ gute und sehr gute Spiele zuhause hat, kann man die Neuheiten-Hatz ganz problemlos anderen überlassen und sich ein Jahr später anschauen, was so gut ist, dass es auch als Nicht-Mehr-Neuheit immer noch gespielt wird.

  • Häufig liest man ja den Standardsatz: „Das Spiel wurde mir gestellt, beeinflusst meine Meinung aber nicht.“ Klar.
    Wer den finanziellen Schmerz nicht selbst spürt, kann aus meiner Sicht auch kaum beurteilen, ob ein Spiel seinen Preis wirklich wert ist. Auch die Kaufempfehlung von Influencern, die offensichtlich so gut verdienen, dass ein 500 € Fehlkauf nicht weh tut, bietet mir keinen wirklichen Mehrwert.

    Das ist aber alles auch ein zweischneidiges Schwert. Bei teuren, mittelmäßigen Crowdfunding-Spielen sind die ersten Bewertungen auf BGG auffällig oft überdurchschnittlich gut. Wer gerade ein halbes Jahresbudget versenkt hat, tut sich schwer damit auch einem durchwachsenen Spiel weniger als eine 8/10 zu attestieren (ist mir natürlich noch nie passiert 🙄).


    Unterm Strich nutze ich Reviews daher vor allem zur groben Orientierung. Wenn es um echte Kaufentscheidungen geht, verlasse ich mich lieber auf Berichte von Leuten, die das Spiel mehrfach gespielt haben.

  • Spiele, die mehr als 100 Euro kosten und/oder mehr als doppelt so groß sind wie eine normale 30cm-Quadrat-Schachtel, sind eh bis auf wenige Ausnahmen überproduzierter, überteuerter Schrott mit fehlendem Streamlining. Mehr als 90 Prozent dieser Sachen ist in drei Jahren vergessen.

    Influencer, die sowas reihenweise empfehlen (ohne ihr eigenes Geld dafür auszugeben!), kann ich schon lange nicht mehr ernst nehmen.

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  • Ist doch letztlich immer eine Sache der eigenen Erwartung. Erwartet denn wirklich ernsthaft jemand das ein Video bei Youtube eine "ernsthafte, allgemeingültige Rezension" sein kann? Ich für meinen Teil würde sogar soweit gehen, dass es so etwas wie eine objektive Rezension generell überhaupt nicht geben kann, egal von wem, in welchen Medium oder zu welchem Produkt. Letztlich ist jetzt Rezension immer eine Subjektive Einschätzung eines Einzelnen oder Mehreren, das zwa auf wiederum subjektiv zusammengestellten, vermeintlich objektiven Kriterien beruht, aber dennoch letztlich immer rein subjektiv bleibt. Jemand, der von sich behauptet, objektiv zu rezensieren, der leidet an absoluter Selbstüberschätzung. Selbst wenn er das von sich selbst glaubt, gibt es immer diverse interessante und externe Einflüsse, die bei einer Rezension mitschwingen, dazu gehört dann auch das hier gewählte Beispiel des "Beschaffungsweges" eines zu rezensierenden Spiels.

    Um letztlich aber neben dieser allgemeinen "Objektivitäts-Einordnung" auf meinen konkreten Punkt aus dem ersten Satz zu kommen: ich selbst würde auch niemals von jemandem aus der Brettspielbubble auch nur ansatzweise objektive Rezensionen erwarten. Das sind alles Jungs und Mädels, die das aus reiner "Spaß an der Freud", als Hobby machen, bin auf wirklich wenige Ausnahmen. Und niemand von denen, auch nicht die "wirklichen Profis", die davon leben, formulieren ihre Meinung als allgemeingültig, sondern betonen immet ihre konkrete Subjektivität.

    Letztlich ist in meinen Augen eine Rezension von einem Unbekannten nahezu wertlos. Erst wenn man so etwas wie eine "Bindung" zu jemandem aufgebaut hat, kann man die geäußerte Kritik für sich persönlich einordnen, was dann wiederum sehr wertvoll sein kann. Was nicht heisst, dass man nicht vorher auch schon einzelne Argumente informativ finden kann

  • Letztlich ist in meinen Augen eine Rezension von einem Unbekannten nahezu wertlos. Erst wenn man so etwas wie eine "Bindung" zu jemandem aufgebaut hat, kann man die geäußerte Kritik für sich persönlich einordnen, was dann wiederum sehr wertvoll sein kann.

    Eine gute Rezension ist nicht darauf angewiesen, dass man eine bereits bestehende Verbindung zur Verfasser:in hat. Zumindest dann, wenn man eine Rezension als mehr ansieht, als eine reine (Nicht-)Kaufentscheidungshilfe. Leider wird das zum einen von den Konsumenten gar nicht in der Mehrheit gewünscht. Da geht es eben oft nur um Daumen hoch/runter. Zum anderen erfordert das auch einen Aufwand, den man nicht immer schaffen kann und vielleicht das Spiel auch kein Angebot bietet, das man in einem Mehrwert der Rezension verwandeln kann.

    Ach ja? Definier mir "normal"!

  • Letztlich ist in meinen Augen eine Rezension von einem Unbekannten nahezu wertlos. Erst wenn man so etwas wie eine "Bindung" zu jemandem aufgebaut hat, kann man die geäußerte Kritik für sich persönlich einordnen, was dann wiederum sehr wertvoll sein kann.

    Eine gute Rezension ist nicht darauf angewiesen, dass man eine bereits bestehende Verbindung zur Verfasser:in hat. Zumindest dann, wenn man eine Rezension als mehr ansieht, als eine reine (Nicht-)Kaufentscheidungshilfe. Leider wird das zum einen von den Konsumenten gar nicht in der Mehrheit gewünscht. Da geht es eben oft nur um Daumen hoch/runter. Zum anderen erfordert das auch einen Aufwand, den man nicht immer schaffen kann und vielleicht das Spiel auch kein Angebot bietet, das man in einem Mehrwert der Rezension verwandeln kann.

    Ich sehe in einer Rezension natürlich auch mehr als eine reine Kaufentscheidung. Aber wenn ich den Rezensenten nicht kenne, gibt mit dessen Rezension absolut keinen mehrwert. Ich erfahre etwas über dessen Einschätzung und Argumente für seine Bewertung, was mir persönlich aber nichts bringt, wenn ich das nicht kontextualisieren kann.

  • Bei teuren, mittelmäßigen Crowdfunding-Spielen sind die ersten Bewertungen auf BGG auffällig oft überdurchschnittlich gut.

    Das Kriterium hierfür ist meinem Eindruck nach nicht zwingend nur der Preis. Es ist mittlerweile weiter gefasst: es gibt Verlage, Autoren und Illustratoren, die so einen Fankreis haben, dass die ersten paar hundert Bewertungen immer extrem positiv sind. Umgekehrt wird der Output von manchen Verlagen, aber auch Autorinnen von vorne weg kritischer betrachtet als angebracht.

    Zum Beispiel alles aus dem Wonderlands' War Universum bekommt Vorschusslorbeeren, bei Ian O'Toole reicht die Ankündigung für die ersten zwanzig guten Noten. Mit der Zeit gleich sich das aus und der BGG Algorithmus hilft dann auch.

  • Am liebsten lese ich Rezensionen von Spielen, die ich schon gespielt habe. Ich finde es interessant zu überprüfen, ob der Rezensent ein Spiel genauso empfindet wie ich.

    Wenn jemand ernsthaft Rezensionen verfasst, dann sind die Spiele Arbeitsmaterial. Ich finde es okay, auch solche Spiele anzufragen, die man sich selbst nicht kaufen würde (und sich ggf. positiv überraschen lassen) und diese Spiele nach getaner Arbeit auch wieder ausziehen zu lassen.

    Fabian Zimmermann - Autor von Tiefe Taschen / GoodCritters
    Fobs Games - Stand 5-D715 in Essen

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  • Ich verstehe auch nicht ganz worauf die Kritik abzielt. Welche Spiele als Rezensionsexemplare angefragt und besprochen werden ist an sich viel relevanter als die Frage ob das ein oder andere Spiel in einer Rezension vielleicht etwas zu gut weggekommen ist.

    Wenn ein Rezensent sich ein Spiel als Rezi-Exemplar anschauen möchte, sich aber nicht für einen eigenen Kauf durchringen würde, was sagt das denn aus? Dass er das Spiel prinzipiell interessant genug für eine Rezension findet? Oder dass er es nicht interessant genug für die eigene Sammlung findet? Beides wäre doch völlig unproblematisch. Möglicherweise hat er dafür auch zwei unterschiedliche Beute-Schemata. Und mal vorausgesetzt der Rezensent versteht sein Metier.

    In der Socialmedia-Welt lässt sich Cotent von Marketing doch eh kaum mehr trennen. Im Prinzip ist es ein Kompromiss: Konsumenten möchten sich informieren und für Produkte begeistern lassen, Cotent Creator möchten ein wenig Geld, ein wenig Spaß und ein wenig Fame - je nach Typ in unterschiedlicher Mischung. Die Bedürfnisse beider Seiten werden erfüllt.

    Ein mögliches Bedürfnis nach Qualitätsjournalismus wird nicht erfüllt. Aber ist das denn überhaupt notwendig? Wie kritisch deren Haltung zu den Produkten so ist, kann man bei den meisten erfolgreichen Kanälen nach wenigen Videos halbwegs beurteilen. Mehr braucht's eigentlich nicht.

    Für die Verlage ist relevant da überhaupt möglichst oft vorzukommen. Deswegen gibt's Rezensionsexemplare. Und Interesse und Auswahl der Creator unterliegen den gleichen Hype-Mechanismen wie über Interesse. Die versuchen genauso den Hype zu erraten oder auf der Welle mitzuschwimmen. Wenn der Rezensent also von dich aus ein Rezensionsexemplar anfragen will, hat der Vertrag mit seinem eigenen Crowd-Funding Marketing ja schon gewonnen.

  • Ortenauerin : Die Aussage ist widersprüchlich, ich habe keinen Platz im Regal und kaufe es deswegen nicht, aber für ein Reziexemplar habe ich Platz. Klingt schon etwas merkwürdig.

    Ich kann dazu nur folgendes sagen. Der Konsument will sich möglichst frühzeitig über Neuheiten informieren. Wenn Verlage ein paar Content Creatern frühzeitig Spiele zukommen lassen, dann ist das für alle eine Win-Win Situation. Man macht sich ja auch unglaubwürdig, wenn man ein ätzendes Spiel toll bewertet.

    Die Content Creater in meinem Umfeld, kaufen sich die meisten Spiele selbst. Die Spiele sind dann schon im Handel erhältlich.

    Wenn man dann mal ein Reziexeemplar erhält, dann ist das nice to have, aber mehr auch nicht. Hier wird gerne mal unterschätzt, dass man auch Zeit investiert die Spiele zu spielen und die Videos zu produzieren. Wir können uns glücklich schätzen, dass es so viele kleine und große Kanäle gibt, die Videos zu unserem Hobby produzieren. Man kann sich aussuchen, wem man gerne zuhört.

  • (…) Ich für meinen Teil würde sogar soweit gehen, dass es so etwas wie eine objektive Rezension generell überhaupt nicht geben kann, egal von wem, in welchen Medium oder zu welchem Produkt. (…)

    Doch, natürlich, bei Produkten mit einem klar definierten, meßbaren Zweck, viele Haushaltsgeräte z.B. Da hole ich mir immer die aktuellen Ergebnisse der Stiftung Warentest, die ihre Kriterien sehr transparent und ausführlich darlegen. Ich kann das dann für mich anders gewichten, aber z.B. ist bei einem Elektroauto die Reichweite und bei einem Staubsauger die Saugleistung objektivierbar und sehr wichtig für die Kaufentscheidung, wobei gleichzeitig die Herstellerangaben… nicht so nützlich sind.

    Bei Spielen ist die Schwierigkeit, dass sie hauptsächlich dem Vergnügen dienen, und das ist kaum von jemand anderem vorhersagbar.

    UpLive [bgg for trade] - einfach anschreiben, wenn Dich davon was interessiert!

  • Ich erfahre etwas über dessen Einschätzung und Argumente für seine Bewertung, was mir persönlich aber nichts bringt, wenn ich das nicht kontextualisieren kann.

    Ich bekomme Deine Gedanken nicht übereinander. Du kannst eine echte Theaterkritik (als Beispiel) doch auch lesen und verstehen, ohne die Autor:in zu kennen? Warum ist das bei Brettspielen anders? Oder es geht eben doch nur um eine Kaufentscheidungshilfe bzw. was gehört bei Dir sonst zu einer Rezension. Eine gute Rezension nach meinem Vertändnis bietet mindestens einen weiteren Aspekt oder ordnet in einen Gesamtkontext ein und beschränkt sich eben nicht auf "macht Spaß ja/nein".

    Ach ja? Definier mir "normal"!

  • Ich erfahre etwas über dessen Einschätzung und Argumente für seine Bewertung, was mir persönlich aber nichts bringt, wenn ich das nicht kontextualisieren kann.

    Ich bekomme Deine Gedanken nicht übereinander. Du kannst eine echte Theaterkritik (als Beispiel) doch auch lesen und verstehen, ohne die Autor:in zu kennen? Warum ist das bei Brettspielen anders? Oder es geht eben doch nur um eine Kaufentscheidungshilfe bzw. was gehört bei Dir sonst zu einer Rezension. Eine gute Rezension nach meinem Vertändnis bietet mindestens einen weiteren Aspekt oder ordnet in einen Gesamtkontext ein und beschränkt sich eben nicht auf "macht Spaß ja/nein".

    Ich kann die Theaterkritik natürlich auch lesen und verstehen, logisch. Aber wenn ich nicht weiss, wie die kritikerin sonst so bewertet, was ihre persönlichen "vorlieben" sind etc, dann bietet die mir doch nicht viel mehr, als einfach eine Einzelmeinung einer fremden Person? Sie wird bei einer guten Kritik natürlich Argumente für ihre Meinung liefern, was mir aber ja nicht sagt, ob ich das persönlich genauso sehen würde. Wenn ich von der Kritikerin aber schon einiges gelesen habe, dann kann ich das doch ganz anders einschätzen. Ich weiss dann z.B. das sie generell X und Y mehr/weniger mag als Z, was mir da hilft, diese Kritik besser einordnen zu können. Oder ich weiss, dass ihre Meinung oft mit meiner übereinstimmt, dann nehme ich auch viel mehr aus der Kritik mit, als wenn sie fremd ist. Objektiv ist auch diese Kritik nie, kann theaterkritik ja auch gar nicht sein

    Sternenfahrer prinzipiell stimmt das natürlich, aber in meinen Augen auch nicht komplett. Wie du schon indirekt sagst, ist das entscheidende hier die Gewichtung. Als Beispiele gibt die Stiftung Warentest einem Fernseher ein "sehr gut" und einem anderen ein "befriedigend". Wenn es jetzt aber so ist, dass bei der Grundlage dieser Noten die Ökobilanz 40 Prozent, die Einfachheit der Bedienung 30 Prozent, die Optik 10 Prozent, aber die eigentliche Bildqualität nur zu 20 Prozent entscheided ist, mir diese Dinge aber absolut egal wären, dann bringt mir diese Endnote nichts. So gesehen ist dann die Endnote auch nicht wirklich objektiv, da sie auf einer subjektiven Gewichtung basiert. Für mich selbst kann ich in dem Fall natürlich trotzdem in die einzelnen Unterpunkte gehen und mir hieraus meine Schlüssel ziehen, dass ist dann vergleichbar zur anderen Rezensionen

    Einmal editiert, zuletzt von HotSauce (7. April 2026 um 07:53)

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