Spiele mit Verrätermechanismus

  • Wenn ich mir meine Sammlung an Spielen ansehe, so stelle ich immer wieder fest, dass ich gerne noch ein interaktives Spiel mit Verrätermechanismus hätte.

    Gerne mag ich zum Beispiel bei #Nemesis, wenn nie so ganz klar ist, ob die Triebwerke nun wirklich repariert wurden, usw. Doch ist mir das im Hinblick auf Verrat und Interaktion noch zu wenig.

    Ich hatte früher auch mal #Battlestar besessen und auch #Abgrundtief mal mitgespielt, beide gehen schon ganz gut in die Richtung, die ich meine, und es kann gut sein, dass ich mir aufgrund fehlender Alternativen #Abgrundtief doch mal zulege, aber vielleicht gibt es von euch noch gute Vorschläge.

    Nach Recherche hier im Forum und bei BGG bin ich lediglich auf einen Uralt-Thread bzw. auf meist recht alte Spiele gestoßen. Hab mal nach Traitor, Bluffing, Hidden Roles, etc. gesucht...

    In den Fokus geraten sind bisher:

    • betrayal at the house on the hill (kein Verräter)
    • winter der Toten (kein guter Verräter)
    • feed the kraken (mehr als 6 Personen)
    • stationfall (kein Verräter)
    • among cultists (...hm gefällt nicht; Feedthekraken besser)


    ... Alte Schinken / Old but Gold?!

    • schatten über camelot
    • deception: murder in hong kong
    • a study in emerald
    • avalon


    ... Neue Vorschläge:

    • Battlestar Galactica / Abgrundtief
    • New Angeles
    • Intrige (kein Hidden Traitor)
    • Room 25
    • Escape from the alien of outer space
    • Under our sun
    • The Thing
    • Obscurio
    • Verräter
    • MantisFalls
    • Human Punishment
    • DarkMoon

    Bin gerade noch dabei, die Treffer zu sichten. Weiß also nicht mal ob die Liste was taugt. Gibt es Erfahrungen, weitere Vorschläge?

    Edit: Es wäre toll, wenn der Verräter auch wirklich Möglichkeiten hat, anstatt nur eine Weile den Kopf untenzuhalten.

    4 Mal editiert, zuletzt von Hessbert84 (29. März 2026 um 11:16)

  • Beitrag von fohu (28. März 2026 um 21:25)

    Dieser Beitrag wurde vom Autor gelöscht (28. März 2026 um 21:27).
  • Betrayal at the house on the hill hat keinen Verräter in dem von dir gesuchten Sinn, auch wenn es der Name suggeriert.

    Man denkt Omenkarten auf und würfelt, hat man weniger Augen erwürfelt als es Omen gibt, startet der Fluch (oder so ähnlich, zuletzt während Corona über Steam gespielt). Da steht sehr genau angegeben, wer ab jetzt der Verräter ist und den Bösen spielt.

    Gutes Spiel, aber ich hatte noch kein Szenario, bei dem nicht von Anfang an klar war, wer nun böse ist.

    Winter der Toten mochte ich auch, ist aber ebenfalls nicht mit einer herausragenden Verräter Mechanik bestückt.

    Mit freundlichen kollegialen Grüßen

    Syrophir

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    "Die Menschen hungern nach der Wahrheit, doch wissen sie selten ihren Geschmack zu schätzen."

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  • Stationfall ist komplett anders als Nemesis, und hat auch im Prinzip keine Verräter-Mechanik. Es ist ein Hidden Role-Spiel, bei dem jeder die Ziele einer der auf der Station steuerbaren Figuren umsetzen möchte (bzw. von zweien), aber niemand zu Beginn weiß, wer was intendiert. Das kristallisiert sich aber im Laufe des Spieles heraus.

    Viel "härter" als Battlestar Galactika/Abgrundtief geht es mE aber auch nicht. Ich wüsste nicht, wie das anzustellen wäre - beide Spiele haben diverse Stellschrauben, an denen man manipulieren/sabotieren kann, wenn man das will.

    Es gibt noch "Among Cultists", was an "Among Us" angelehnt ist, aber das hat so seine Ecken und Kanten ...

  • Der hatte u.a. noch New Angeles genannt.

    Ich halte New Angeles für das beste Hidden-Traitor-Spiel überhaupt, gerade weil der Verräter nicht garantiert im Spiel ist.
    Das erzeugt eine paranoide, merkwürdige, konstante Spannung. Direkt dahinter kommt Battlestar Galactica als bestes Gesamtpaket und für mich so was wie der heilige Gral der Verräterspiele.

    Stationfall und Nemesis sind super gut, aber per se keine Verräterspiele, da hat jeder unterschiedliche Charaktere mit eigenen Zielen. Alles andere was bisher hier im Thread genannt wurde geht für mich in eine leichtere, partyspielige Richtung und bietet nicht die gleiche Tiefe.

    Doch ist mir das im Hinblick auf Verrat und Interaktion noch zu wenig.

    Wenn dir bei Nemesis dieses „Man weiß nie, ob man sich wirklich trauen kann“ gefällt, aber dir der Verrat noch zu wenig ist, würde ich tatsächlich #Intrige in den Raum werfen.

    Ist zwar kein klassisches Verräterspiel, sondern offene Verhandlung am Tisch, aber das Backstabbing fühlt sich dort deutlich direkter und auch „schmerzhafter“ an als in vielen Hidden-Traitor-Games. Da geht’s nicht um versteckte Rollen, sondern um Vertrauen das zum richtigen Zeitpunkt gebrochen wird :evil: funktioniert aber nur mit der richtigen Runde, die das auch aushält.

    Ist auf jeden Fall eine andere Richtung, trifft aber dieses Bedürfnis nach mehr Interaktion und Misstrauen ganz gut.

    3 Mal editiert, zuletzt von uf0mammut (28. März 2026 um 23:09)

  • Schau Dir mal "Room 25" an, das dürfte was für Dich sein. Bei 6 Spielern sind 4 Flüchtete und 2 Wärter dabei, die Aufgabe der Wärter ist es, die Flucht zu verhindern.

    Oder aber "Escape from the alien of outer space" - der Vorteil ist: scheidet man aus, wird man als Alien wiedergeboren und beginnt mit der Jagd auf die Flüchtlinge ...

    Sollte beides für Dich interessant sein!

    Einmal editiert, zuletzt von Masterjedi75 (28. März 2026 um 23:31)

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  • Ich finde Among Cultists in allen belangen schlechter als Feed the Kraken. Das einzige was an Among Cultists besser ist, ist der Preis (weil man es auf dem Sekundärmarkt (zurecht) hinterhergeworfen bekommt).

    #FeedTheKraken selbst ist mein Goto-Spiel für 7-10 Personen. Großartige Tischpräsenz. Spannend von Anfang bis Ende, aber tatsächlich auch sehr Einsteigerfreundlich.

    #SecretHitler ist ähnlich aber in etwas abgespeckter Version. Auch ein sehr gutes Spiel.

    #BloodOnTheClocktower ist Werwolf in großartig. Solltest du dir definitiv mal anschauen. Es braucht zwar einen Spielleiter und 12 Spieler sind schon nicht verkehrt aber es gibt genug (sehr nette) Discord communities in der es Anfängerrunden gibt bei denen man auch mal zuschauen kann.

    #TempelDesSchreckens (oder auch #TimeBomb) sind die zugänglichsten Spiele weil sie kaum Regeln haben aber das was sie machen machen sie super.


    P.s.: ich liebe solche Threads, man findet immer was neues, jetzt muss ich mir mal New Angeles anschauen

    :?: x 7

  • Ist zwar kein klassisches Verräterspiel, sondern offene Verhandlung am Tisch, aber das Backstabbing fühlt sich dort deutlich direkter und auch „schmerzhafter“ an als in vielen Hidden-Traitor-Games. Da geht’s nicht um versteckte Rollen, sondern um Vertrauen das zum richtigen Zeitpunkt gebrochen wird :evil: funktioniert aber nur mit der richtigen Runde, die das auch aushält.

    Intrige habe ich vor...sehr langer Zeit 😅... mal zu fünft gespielt, aber es hat bleibenden Eindruck hinterlassen. Mein damaliger Freund und ich fanden es echt gut. Aber das andere Pärchen hat sich dermaßen in die Wolle bekommen, dass der Abend doch eine Weile brauchte um wieder in die Gänge zu kommen. Mir fiel beim Thema "Verräter-Mechanismus" tatsächlich auch diese Runde wieder ein. Wollte es nicht vorschlagen, weil es Deine Anforderung an den Verräter vielleicht nicht erfüllt, aber ich kann uf0mammut zu 100% zustimmen. Die Mitspieler müssen da schon "Spiel" und "reales Leben" trennen können.


    Tempel des Schreckens meiner Erfahrung nach auch von der Runde. Nein ersten Mal mit 7 Personen haben wir nach drei Runden etwas enttäuscht abgebrochen. Keiner wusste so richtig was er machen sollte und jeder hat etwas lustlos auf irgendwelche Karten gezeigt. Einen zweiten Versuch wollten wir dem Spiel geben und haben es (mit 6 Personen) gleich mehrmals hintereinander gespielt, weil es so gut ankam. Die Mitspieler mussten schon Spaß am verdächtigen und diskutieren bzw. beobachten haben.

    Einmal editiert, zuletzt von MKween (28. März 2026 um 23:44) aus folgendem Grund: Ergänzung zu Tempel des Schreckens

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  • Auch wenn das Spiel im Markt verdroschen wurde, möchte ich mal Human Punishment the Beginning reinwerfen. Das Spiel hat mit den bis zu vier verdeckten Fraktionen ein sehr einzigartiges Spielgefühl. In der deluxe Variante sieht es einfach richtig gut auf dem Tischaus und du bekommst es quasi zum Preis für drei Packungen Milch. Wenn man die Regeln für ein beschleunigtes Spiel benutzt relativiert sich auch der größte Kritikpunkt des Spiels mit der Spieldauer. Wenn man prinzipiell Spiele wie Nemesis oder Battlestar mag, sollte man es sich zumindest mal anschauen.

  • Andere Richtung:

    Keine heimliche Rollen, aber ständig werden Bündnisse geschmiedet und wiederum verraten, um am meisten Entwicklungshilfegelder auf die Schweizer Bank zu bekommen und zu Putschen in der Bananenrepublik

    Junta


    Edit: Junta funktioniert zu 5:gut und zu 7 am besten. Alles andere ist nicht zu empfehlen.

    Einmal editiert, zuletzt von Sir Pech (29. März 2026 um 11:08)

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  • Weiß nicht ob es zu den bisherigen Vorschlägen passt, welche ja eher in die Social Deduction Richtung denken.

    Mir kam noch Pax Pamir in Sinn. Da kann man ja meines Wissens nach auch relativ regelmäßig die Seiten wechseln und ehemaligen "Verbündeten" in den Rücken fallen.

  • Erst mal vielen Dank für die vielen Rückmeldungen. Ich werde als nächstes gleich mal meine Liste oben editieren, anhand der Posts.

    • Partyspiele fliegen raus, das ist nicht das, was ich suche.
    • Unsere Gruppe besteht aus 6 Personen, von denen einer ein miserabler Lügner ist ( Lukeee ja du!). Das wäre die Zielgröße.
    • Was mir gut gefällt, ist nicht zu wissen, ob ein Verräter dabei ist, oder nicht. Das kam in ein paar Vorschlägen auch vor, konnte ich zunächst aber noch gar nicht so benennen. Super!
  • Spiele, die in hohem Maße von Verrat leben:

    A game of thrones 

    Diplomacy

    Hier ist der Verrat kein Mechanismus, sondern leben die Spiele davon, dass die menschliche Natur früher oder später zu Tage tritt, wenn Absprachen ignoriert oder Bündnisse hintergangen werden. Sehr böse Spiele!

    Imperial ist zwar kein Spiel mit Verräter-Mechanismus. Dadurch aber, dass wir hier als Investoren in Großmächte des frühen 20. Jahrhunderts agieren, tun sich immer wieder Situationen auf, in denen wir als Spieler gegenüber den Nationen "Verrat" üben und diese auch mal wie ein heißer Stein fallen gelassen werden. Oder aber es ergeben sich unvorhergesehene Bündnisse! Höchst interaktiv!

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  • Ich würde diese Art von Spiele noch in "Spielform/Mechanismus" unterteilen, nämlich Semi-Coperativ, Cooperativ oder competitiv. Das hat mMn große Auswirkungen auf die Spieldynamik und vor allem auf die Emotionen in der Gruppe. In jüngster Zeit sind vermehrt Spiele veröffentlicht worden, die sowohl cooperative und semi-cooperative Spielmodi aufweisen. Gutes Beispiel hierfür ist Nemesis. Ich weiß nicht, ob ich diese Entwicklung für gut halten soll. Meistens entscheide ich mich für eine Spielform, hier in diesem Fall Semi-Cooperativ, und ignoriere das andere Angebot.

    Beim Cooperativen-Spiel ist die Paranoia am Stärksten (hidden Traitor). Man muss zusammenarbeiten, um die vom Spiel vorgegebene Ziele zu erreichen. Gleichzeitig belauert man sich und versucht den Verräter ausfindig zu machen, um ihn zu isolieren. Es ist elektrisierend, die Atmosphäre vibriert vor Spannung, der Jubel entsprechend groß, wenn das Ziel erreicht wird. Nachteil bei dieser Art von Spielen. Es hängt sehr vom Verräter ab. Auf der einen Seite muss er seine Rolle als Dungeon-Master interpretieren, damit der vorhin beschriebene Zustand ereicht wird. Ist die Rolle des Verräter zu früh klar, verpufft die Paranoia schnell.

    Spiele aus dieser Katergorie wären:

    • Battlestar Galactica/ Abgrundtief
    • Schatten über Camelot
    • The Thing
    • Winter der Toten
    • Among Cultist
    • Werwolf/ Blood on the Clockwater (habe ich noch nicht gespielt)
    • (Nemesis)


    Beim Semi-Cooperativen Spiel ist die Spannungslage anders. In der Regel kann nur eine Person gewinnen. Man muss zwar zusammenarbeiten, aber allen ist klar, dass jede Person ein zusätzliches Geheimziel (hidden role) hat. Hier wirft man sich Knüppel zwischen die Beine und wartet selbst nur darauf, dass bzw. wann die Person einen hintergeht. Hier herrschen knallharte Kosten-Nutzen-Rechnungen. Das kann bei bestimmten Personen für böses Blut sorgen und daher sind solche Spiele nicht für jede Gruppe geeignet.

    Spiele aus dieser Kategorie wären:

    • Nemesis
    • New Angeles
    • Archipelago
    • (Studie in Smaragdgrün)
    • Klapperschlange
    • Stationfall

    Dann gibt es die kompetitiven Spiele mit großartigen backstabbing-Elemente. Diese zeichnen sich durch intensive Verhandlungen und kurze Allianzen aus, die jederzeit gebrochen werden können. Auch hier muss die Gruppe passen, denn Vertragsbrüche kommen sehr häufig vor, bzw. sind Teil des Spiels. Hier erzeugt das Spiel die Spannung, gehen meine Mitspieler auf das Angebot ein, dass für sie scheinbar vorteilhaft wirkt, letztendlich mir aber die Möglichkeit gibt ihn zu verraten, damit ich das Spiel gewinnen kann.

    Spiele aus dieser Kategorie wären

    • Diplomacy
    • Eiserner Thron
    • Junta
    • (Stationfall)
  • Drei Anmerkungen zu oben erwähnten:


    Auch bei #SchattenÜberCamelot ist es nicht von Beginn der Partie an klar ob es überhaupt einen Verräter gibt.


    Ich bitte Sprüche wie "da zeigt sich wie wahre Natur der Menschen" zu unterlassen. Die Fassadentheorie ist glücklicherweise, mittlerweile nur noch in Hollywood haltbar. Als Literaturtipp hierzu: "Im Grunde gut. Eine neue Geschichte der Menschheit" von Rutger Bergman. Tut mir leid für den Ausbruch ins RSP, aber ich kann so etwas nicht unkommentiert stehen lassen. Die Fassadentheorie führt zu Ausgrenzung und Zwietracht und ist schlicht Öl ins Feuer der Populisten.


    Ich muss auch der These, dass #WinterDerToten keinen guten Verrätermechanismus hat widersprechen. Ich habe leider nur eine, aber dafür grandiose Partie zu viert gespielt, in der ich als Verräter so richtig viel Zwietracht und Paranoia sähen konnte. Ein Mitspieler hatte zwei dumme kleine Fehler gemacht die ich dann so weit aufbauschen konnte bis alle glaubten, er müsse der Verräter sein. Er hatte sich verteidigt, konnte aber nichts wirklich dagegensetzten, da seine kleinen Fehlentscheidungen zum falschen Zeitpunkt tatsächlich im geringen Maße gegen das Gruppeninteresse liefen. Als es, nach seinem Ausschluss aus unserem Lager, weiterhin nicht ruhig war, haben die anderen Beiden (mit meinem aktiven Zuspruch) sich gegenseitig beschuldigt. Wir hatten als Gruppe gar keine Chance mehr, aber meine Agenda als Mörder konnte ich nebenbei erfüllen. Das war einfach herrlich.

    Wobei ich natürlich nicht versprechen kann, dass das nicht eine außerordentliche, eventuell sogar mit Regelfehlern gespickte Partie war. Ich möchte nur nicht, dass Winter der Toten nur wegen einer Aussage aus der obigen Liste genommen wird. Jemand eine dritte Meinung zu dem Verrat in Winter der Toten?

  • Ich muss auch der These, dass #WinterDerToten keinen guten Verrätermechanismus hat widersprechen. Ich habe leider nur eine, aber dafür grandiose Partie zu viert gespielt, in der ich als Verräter so richtig viel Zwietracht und Paranoia sähen konnte. Ein Mitspieler hatte zwei dumme kleine Fehler gemacht die ich dann so weit aufbauschen konnte bis alle glaubten, er müsse der Verräter sein. Er hatte sich verteidigt, konnte aber nichts wirklich dagegensetzten, da seine kleinen Fehlentscheidungen zum falschen Zeitpunkt tatsächlich im geringen Maße gegen das Gruppeninteresse liefen. Als es, nach seinem Ausschluss aus unserem Lager, weiterhin nicht ruhig war, haben die anderen Beiden (mit meinem aktiven Zuspruch) sich gegenseitig beschuldigt. Wir hatten als Gruppe gar keine Chance mehr, aber meine Agenda als Mörder konnte ich nebenbei erfüllen. Das war einfach herrlich.

    Wobei ich natürlich nicht versprechen kann, dass das nicht eine außerordentliche, eventuell sogar mit Regelfehlern gespickte Partie war. Ich möchte nur nicht, dass Winter der Toten nur wegen einer Aussage aus der obigen Liste genommen wird. Jemand eine dritte Meinung zu dem Verrat in Winter der Toten?

    Winter der Toten hatte auch bei uns einige denkwürdige Partien. Eine Sache gab es im Grundspiel: Da der Startmarker gegen den Uhrzeigersinn weitergegeben wird ergaben sich Situationen, in denen der Veräter letzer Spieler der aktuellen Runde und erster Spieler der nächsten Runde wurde. Man konnte dann in diesem Doppelzug so viel Schaden anrichten, ohne, dass jemand eingreifen konnte. Die Standalone-Erweiterung ändert die Regeln in soweit, dass man eine Abstimmung verlangen kann, ob der Startspielermarker weitergegeben werden kann. So negiert sich dieses Problem eine Doppelzugs praktisch komplett.

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  • Wenn Verrätermechanismus auch wechselnde Fraktionen mit gegenläufigen Zielen sein kann, bei der man die andere Fraktion durchaus als Verräter bezeichnen könnte, weil die sich allzu gerne als eigene Fraktion tarnt, dann möchte das Falsche Schlangen von den Brands anführen. Eher auf Niveau von Tempel des Schreckens. Aber durch seine Komprimiertheit auf die zwei Mechanismen "Bluffen & Deduktion" und die zusätzliche Kommunikationsebene fernab Table-Trash-Talk über die weitergereichte Karte, was die wirklich ist und was man angesagt hat, eine ganz besondere Spielstimmung. Allerdings auch eine, in die man fernab der spielmechanischen Ebene erstmal reinfinden muss. Mir gefällt es, empfehle aber mindestens 2-3 Runden, um das Spiel wirklich efassen zu können. Und genau das ist die Hürde, obwohl eine Partie nur 15 Minuten dauert. Sozusagen Blood in the Clocktower für die Hosentasche.

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das Tagebuch der entspannten Brettspiele

  • Ich habe viel Gutes ueber "Mantis Falls" gehoert (fuer drei Spieler), wir haben es auf der Liste fuer "bald probieren", Erfahrungen habe ich selbst noch nicht. Kann aber wohl ein bischen fies sein, gut thematisch eingebettet, und der Mix aus Coop und Misstrauen, ob es den Verraeter unter den Spielern gibt (kann, aber muss nicht sein) soll spannend sein... so wurde es mir berichtet. Geht nur fuer zwei oder drei Spieler.

    Mantis Falls
    Work together to flee mob-ruled Mantis Falls... but are you all who you claim to be?
    boardgamegeek.com


    edit: Die positive Einschaetzung kommt von Menschen, die das Spiel mehrfch gespielt haben und die ich "in echt" kenne und deren Urteil, also nicht irgendwelhe reviews, oder posts oder Influencer auf sozialen Medien.

    Einmal editiert, zuletzt von Torii (29. März 2026 um 18:06)

  • Wenn man sehr out of the Box denken möchte wäre möglicherweise auch ein "refereed quadruple-blind RPG hybrid of space adventure" eine Idee.

    Ich hatte bei meiner einen Partie vor rund 10 Jahren jede Menge Spaß mit Last Frontier : The Artifact

    Last Frontier: The Artifact
    Unique refereed quadruple-blind RPG hybrid of space adventure.
    boardgamegeek.com

    Ich gebe hier, auch wenn ich es im Text nicht explizit erwähne, immer meine persönliche Meinung wieder.

  • winter der Toten (kein guter Verräter)

    Winter der Toten mochte ich auch, ist aber ebenfalls nicht mit einer herausragenden Verräter Mechanik bestückt.

    Hessbert84 Hast Du das Spiel gestrichen mit "kein guter Verräter", weil Syrophir ohne Begründung gesagt hat, dass es "keine herausgeragende Verräter Mechanik" hat? Oder war Deine Datenbasis ein bisschen größer?

    Daher kommt nach Ptera und Daehae nun die dritte Person recht hat, um zu sagen, dass „Winter der Toten“ einen guten Verrätermechanismus hat. Vor allem gemäß Deinen verstärkten Kriterien:

    Was mir gut gefällt, ist nicht zu wissen, ob ein Verräter dabei ist, oder nicht.

    #WinterDerToten hat einen sehr guten Verrätermechanismus, weil alle zu einem Zeitpunkt gegen die Gemeinschaft spielen müssen, um zu gewinnen. Sprich, jeder hat persönliche Ziele und um die zu erreichen, muss man manchmal gefühlt unsinnige Dinge tun, was einen sofort verdächtig macht. Davon lebt das Spiel. Der Nachteil ist: Es ist halt semi-kooperativ. Am Ende gewinnt nur einer. Und es gibt das typische Problem: Wenn ich sehe, dass ich mein eigenes Ziel nicht erreichen kann, arbeite ich dann dennoch für die Gemeinschaft? Sprich, opfere ich meinen Sieg für die Gemeinschaft oder ignoriere ich die gemeinschaftlichen Ziele? Das funktioniert nicht in jeder Gruppe!

    #Room25 mag ich als sehr gutes Spiel, sowohl Koop als auch mit Verräter. Aber: Im Gegensatz zu „Winter der Toten“ oder BSG sind die Aktionen eines Verräters eher offensichtlich. Sprich, der/die Verräter sabotieren eher nicht im Kleinen, sondern warten auf den richtigen Zeitpunkt, um einmal zuzuschlagen. Es ist dennoch sehr spaßig. Aber auf alle Fälle die Erweiterung dazu nehmen, welche die Räume zufällig verschiebt.

    #PanicStation haben wir damals auch massig rauf und runtergespielt. Hier weiß man, dass ein Verräter dabei ist, aber eben nicht wer. Und das werden immer mehr. Jeder Tausch von Handkarten kann dich infizieren. Hauptproblem war hier, dass man irgendwann, wenn man die Ahnung hat, dass fast alle infiziert sind, man sich freiwillig infizieren lässt, um nicht zum Verliererteam zu gehören. Dennoch gab es einige denkwürdige Partien.

    Bei #Avalon ist der Verräter sicher dabei. Besser als bei Werwölfe gibt es aber ein paar Informationen bei den Abstimmungen und Teamfindungen. Das macht für sich Spaß, aber ist halt eher ein kurzes Deduktionsspiel und füllt keinen Abend.

    #BSG ist in meinen Augen Klassenprimus. Das kennst Du ja schon.

    Gruß Dee

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  • Guten Morgen,

    ja das war jetzt schon erstmal der Grund. Aber ich versuche, die Liste eher als living document zu benutzen, daher auch streichen statt löschen. Und nach euren Rückmeldungen würde ich es wahrscheinlich eher wieder aktivieren.

    Es ist sehr spannend, was alles zu Tage tritt. Machiavelli101 s Beitrag fand ich auch nochmal hilfreich, um für mich klarzukriegen, dass ich etwa semikooperativ nicht will. Es soll schon um paranoia, anschuldigungen, etc. gehen.

    ich bin jetzt ein paar Tage unterwegs, am Wochenende würde ich aber gerne meinen Stand der Recherche darlegen und auch die Liste anpassen.

    Gerade in der Review: Mantis, Thing und Winter der Toten.

  • Was mir gerade in den Sinn kam, ist Syncanite Foundation. Das ist wohl ganz anders, als alles bisher genannte und es gibt nicht den einen Verräter.

    Allerdings ist es möglich, verdeckte Attentate zu spielen, bei denen man dann nicht weiß, wer es gespielt hat und wieso er es gegen den gerichtet hat, gegen den es gespielt wurde. Spieleranzahl 2-6.

    Mir gefällts. Ansonsten geht Nemesis natürlich immer :)

  • Stop the Train:

    Bis 6 Spieler, einfaches Englisch, deutsche Kartenübersetzung auf BGG

    Partie geht aber nur so 20- 30 Min

    Link:

    Stop the Train!, via @Kickstarter

    Externer Inhalt www.kickstarter.com
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    3 Mal editiert, zuletzt von noRules (31. März 2026 um 08:36) aus folgendem Grund: Link

  • A Study in Emerald kannst du mit den Kriterien aussortieren. Da spielt man in Teams deren Besetzung und genaue Größe anfangs nicht klar ist. Aber ein Spiel mit Verräter ist es nicht.

    Schatten über Camelot passt als Vorreiter in der Richtung schon, ist aber halt vom mechanischen her recht einfach. Bedeutet aber auch, dass es leichter zu spielen ist und mein Eindruck war, dass es gut mit der Spielerzahl skaliert. Besonders war bei dem Spiel, dass du auch hier eine unbekannte Zahl an Verrätern hattest (ich glaube 0-2) und es die Möglichkeit gibt einen Verräter anzuklagen (was sich positiv auswirkt, wenn man richtig liegt und negativ, wenn man den falschen angeklagt hat).


    Avalon ist halt Resistance mit mehr Rollen, also mehr Social Deduction.

  • Wenn ich mir meine Sammlung an Spielen ansehe, so stelle ich immer wieder fest, dass ich gerne noch ein interaktives Spiel mit Verrätermechanismus hätte.

    Gerne mag ich zum Beispiel bei #Nemesis, wenn nie so ganz klar ist, ob die Triebwerke nun wirklich repariert wurden, usw. Doch ist mir das im Hinblick auf Verrat und Interaktion noch zu wenig.

    Nemesis ist ja auch kein Spiel mit Verräter-Mechanik, sondern ein Spiel bei den jeder Spieler nur gewinnt, wenn er überlebt und sein Ziel erfüllt. Dabei darf er selbst wählen, welches Ziel er von zweien erfüllen möchte und es ist ihm selbst überlassen, wie er es erfüllt. Dass das hier und da bei anderen aneckt ist potentiell möglich. Aber einen wirklichen Verräter an anderen gibt es da nicht.

    Ich werfe noch Schatten über Camelot als Spiel mit Verräter-Mechanik in den Ring. Spielt sich aber auch gut ohne Verräter ;)

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