[2026] Frosted Blooms (Bruno Cathala & Ludovic Maublanc, Synapses Games)

  • Willkommen im Land unterm Meeresspiegel, im Land der blühenden Tulpenfelder und Windmühlen. Wie kann man diesem Setting mehr gerecht werden als mit einem abstrakten Legespiel?

    20260322_084639.webp

    Oberflächlich sieht Frosted Blooms erstmal wie eine Patchwork-Variation aus, was in Teilen sicherlich zutrifft, aber es ist tatsächlich etwas mehr als nur ein uninspirierter Klon, auch wenn die Mechanismen grundsätzlich bekannt sind.

    Wir starten mit einem kreuzförmigen Tile und ein wenig Geld. Der Punktezähler steht auf 0, es liegen je nach Spielerzahl unterschiedlich viele Ziele aus, dazu bekommt jeder einen identischen Satz aus 10 Wertungskarten - los geht's.

    20260322_085115.webp

    Die Plättchen sind alle gleich aufgebaut: Sie bestehen aus 5 Feldern: 3 Tulpenfelder, bei denen die Summe der Blüten 6 ergibt, und 2 zusammenhängende Wasserfelder. Sehr schön übrigens, wie die Blütenspitzen mit einem glänzenden Druck gehighlightet wurden.

    Ein Spielzug besteht aus mehreren Schritten:

    1) Plättchenwahl aus dem Rundkurs. Vom Blumenmarker ausgehend ist das erste Tile kostenfrei, jedes Überspringen kostet eine Münze. Liegen an dem ausgewählten Plättchen Münzen, bekommt man diese.

    2) Anlegen nach Standard-Legespiel-Regeln. Nothing special here.

    3) Wertungskarte spielen: Von den 10 Wertungskarten hat man stets 3 zufällige auf der Hand. Nach jedem gejegten Plättchen spielt man eine aus und wertet die Art und Anzahl der gerade gelegten Blüten oder Wasserfelder + die Gruppe gleichartiger Felder, die an dem gerade gelegten orthogonal angrenzen.

    4) Verbesserungen platzieren. Bei Frosted Blooms will man Löcher in der Landschaft haben. Dort werden Arbeiter, Scheunen und Windmühlen platziert. Für einen Arbeiter reicht ein einzelnes Feld, er bringt 3 Punkte und eine Münze (Yay, ich kann wieder Plättchen skippen!), Scheunen (10 Punkte) benötigen 2 Felder, in eine 3er-Lücke passen eine Scheune und ein Arbeiter. Und je nach Form der 4 Felder großen Lücke wird diese entweder mit einer Scheune und 2 Arbeitern, mit 2 Scheunen oder - wenn die vier Felder ein Quadrat ergeben - mit einer Windmühle für 25 Punkte belegt.

    5) Ziele beanspruchen. Erreicht man mit dem gerade gelegten Tile die Vorgabe eines Zielplättchens, kann man dieses beanspruchen, muss es aber nicht. Man kann versuchen, ein höherwertiges Ziel der gleichen Sorte zu erreichen, wobei da die Gefahr des Wegschnappens besteht.

    Man spielt 10 Runden, bis man keine Wertungskarten mehr hat. Punkte werden addiert und wer die meisten hat, gewinnt.


    Kleines Fazit nach der ersten Partie zu viert:

    Frosted Blooms gewinnt keinen Innovationspreis, weil viele Mechanismen einfach bekannt sind. Aber die Kombination erzeugt ein Spielgefühl, das eigenständig genug ist, um die Existenz des Spiels zu rechtfertigen. Das Regelwerk ist äußerst schlank gehalten, die grauen Zellen werden trotzdem gut involviert durch die Herausforderung, Lücken, Zielplättchen und Wertungskarten von Zug zu Zug optimal zu kombinieren. Bis auf die etwas popeligen Punktemarker ist das Material toll, wenn auch ein bisschen kitschig gestaltet - ich liebe den Look des Spiels.

    Insgesamt hat mich Frosted Blooms positiv überrascht, fast sogar ein wenig begeistert. Schönes Ding!

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

    7 Mal editiert, zuletzt von Lighthammel (22. März 2026 um 12:16)

  • Hab ja schon im Wochenbericht geschrieben. Finde es richtig stark umgesetzt und spaßig, auch wenn es effektiv einfach nur Patchwork/Nova Luna + Kingdomino + x ist. Also kein Funken Originalität im Knochen, aber es spielt sich sehr sehr gut.


    Ach ja: bei mir waren die Holzteile z.T. noch feucht beim einpacken und klebten fest aneinander. Hatte Angst dass das den Druck beschädigt. War das bei dir auch?

    Einmal editiert, zuletzt von Schachtelmeer (22. März 2026 um 09:36)

  • FB ist das weiterentwickelte Patchwork, dass ich mir statt der ständigen Reskins erhofft hatte.

    Insgesamt ein sehr flottes Spiel, das auch den Block nicht unbedingt gebraucht hätte und mit einem 200/300-Marker völlig ausreichend bedient wäre. Man muss sich echt zwingen Lücken zu lassen und nicht nur auf die Karten und Plättchen zu achten... und dann gibts ja auch noch die Plättchen auf dem Board die man nicht vergessen sollte.

    Kam bei unseren Spielrunden sehr gut an und die Glitzeroptik fanden alle recht passend.

    L'Art Noir
    Game Design, Translation and Media Studio

  • Ich hatte heute meine Erstpartie und die hat mir recht gut gefallen. Ich würde aber gerne mal eure Meinung wissen, ob ich der einzige bin den Folgen stört:

    Meine Einschätzung nach gibt es eien riesigen StartSpielerVorteil: so hatten wir es zweimal, dass der StartSpieler in derselben Spielrunde vor dem zweiten Spieler ein Zielplättchen von 25 Punkten erfüllen konnte (von denen es auch nur eines jeweils in der Spalte gab). Mit anderen Worten hat der StartSpieler dieselbe Anzahl von Runden gebraucht, um die Ziele zu erfüllen wie der Spieler direkt nach ihm. Er hat dafür aber 50 Punkte bekommen der Spieler nach ihm null. Die eine Münze , die es am Start als Ausgleich gibt, war gelinde gesagt, ein Witz in besagtem Fall.

    Sind wir die einzige Runde, die sowas extrem stört? (bis hin dazu, dass der zweite Spieler jetzt glaube ich das Spiel gar nicht mehr spielen will, weil er das so ungerecht empfand)?

    Ich hatte dieselbe Diskussion hier im Forum mal zu dem Spiel wundersame Wesen mitverfolgt, aber hier stört es mich noch mehr, da es nur 10 Runden gibt.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

  • Anzeige
  • Ich hatte heute meine Erstpartie und die hat mir recht gut gefallen. Ich würde aber gerne mal eure Meinung wissen, ob ich der einzige bin den Folgen stört:

    Meine Einschätzung nach gibt es eien riesigen StartSpielerVorteil: so hatten wir es zweimal, dass der StartSpieler in derselben Spielrunde vor dem zweiten Spieler ein Zielplättchen von 25 Punkten erfüllen konnte (von denen es auch nur eines jeweils in der Spalte gab). Mit anderen Worten hat der StartSpieler dieselbe Anzahl von Runden gebraucht, um die Ziele zu erfüllen wie der Spieler direkt nach ihm. Er hat dafür aber 50 Punkte bekommen der Spieler nach ihm null. Die eine Münze , die es am Start als Ausgleich gibt, war gelinde gesagt, ein Witz in besagtem Fall.

    Sind wir die einzige Runde, die sowas extrem stört? (bis hin dazu, dass der zweite Spieler jetzt glaube ich das Spiel gar nicht mehr spielen will, weil er das so ungerecht empfand)?

    Ich hatte dieselbe Diskussion hier im Forum mal zu dem Spiel wundersame Wesen mitverfolgt, aber hier stört es mich noch mehr, da es nur 10 Runden gibt.

    Hat jemand ähnliche Erfahrungen gemacht?

    Ich denke, der zweite Spieler hätte, spätestens nachdem der erste Spieler sein drittes Plättchen gelegt hat, sehen können, auf welches 25 Punkte-Plättchen der Startspieler sein Augenmerk legt und hätte sich mehr auf das andere 25-Punkte-Plättchen fokussieren sollen. Denn dass ein Spieler fast gleichzeitig 2 Vorgaben mit 25 Punkten fertigbekommt, halte ich bei der Anordnung der Blumen und Wasserfelder auf jedem einzelnen Plättchen für unmöglich. Man muss zu Beginn des Spiels die Auslage der Belohnungsplättchen „lesen“ und genau darauf achten, was die MitspielrInnen wohl so vorhaben und welche Möglichkeiten sie haben. Nur vor sich hinpuzzeln, ohne die MitspielerInnen im Auge zu behalten ist nicht zielführend. Das Spiel hat mehr Tiefe, als es anfangs den Anschein hat - so zumindest MEINE Erkenntnis nach einigen Partien.

  • larse

    Achtung, das Folgende aus der Sicht von jemandem, der beide Spiele (Frosted Blooms und Wundersame Wesen) sehr gut findet, beides aber bislang nur im Zweiermodus gespielt hat:

    Ich sehe das Problem nicht, zumindest ist es bei uns noch nicht aufgetreten. Ich spiele meist als Zweites und finde die Situation sogar gut, weil ich zum einen Ressourcenvorteile besitze und zum anderen ich schon eine erste Abschätzung machen kann, auf was mein Gegner spielt bzw. meine Gegner spielen. Und das Gewinnen oder Verlieren hält sich ordentlich die Waage, egal wer anfängt

    Mag sein, dass das bei beiden Spielen in höheren Besetzungen anders ist.


    Dennoch erlaube mir ein Aber:

    Im Grunde gilt die Diskussion dann ja für alle Spiele mit offenen Zielen. Dem möchte ich entgegenhalten, dass zum einen - und das gilt auch hier für beide Spiele - Glück eine nicht zu unterschätzende Rolle spielt. Wenn einfach kein passendes Teil in Reichweite ist, mit dem du Mühlenfelder legen kannst, dann wird es damit einfach nix, ganz egal, ob du Startspieler bist oder nicht.

    Zum anderen gehört zu einem Spiel immer auch, dass man beobachtet, was mein Gegner macht. Merke ich, dass der andere / die anderen voll auf Windmühlen spielen, sollte ich mir überlegen, auf was anderes zu spielen (meine Frau hat das letzte Spiel trotz drei Windmühlen und dem 25er Ziel für Windmühlen verloren, weil ich parallel auf die Scheunen-Arbeitet-Kombi gesetzt und damit voll gepunktet habe).

    Aber das, wie gesagt, sind jetzt meine Erfahrungen, primär aus Zweierspielen. Da müssten noch andere Spieler ihre Erfahrung teilen 😅

  • gab62 und Jochen86

    Danke erst mal für euren Input und es freut mich für euch, dass ihr es noch nie als Problem empfunden habt.

    Zudem habt ihr natürlich beide recht, dass man nach mehreren Partien da wohl einen Blick für bekommt, zu schauen, was der andere macht (das trägt ja vielleicht sogar zur Interaktion bei).

    Dennoch entschärft das, so meine ich, eigentlich nicht das Argument, dass der Startspieler einen Vorteil hat. Zwar ist im Spiel ohnehin Glück vorhanden, aber die Ausgangslage zu Beginn ist erst mal ein Vorteil für den StartSpieler. Zwar kann der so viel Pech haben, dass sich der StartSpielerVorteil ausgleicht. Das Pech kann natürlich aber auch gerade den anderen treffen…

    Ich hatte genau darüber lange Diskussionen mit meinem Redakteur bei Kilia und er hat argumentiert, dass sich an so etwas ohnehin nur Vielspieler stören könnten. Dem gebe ich einerseits recht, andererseits kam die oben genannte Situation tatsächlich im zwei-Spieler Spiel mit meinem Sohn auf, und Kinder sind da meiner Erfahrung nach, was Gerechtigkeit angeht, noch sturköpfiger als Vielspieler.


    Jochen86

    Tatsächlich war es bei uns auch ein zwei-Spieler-Spiel, in dem die Situation auftrat. Und ja, dieses Problem betrifft grundsätzlich alle Spiele mit offenen Zielen, wobei es Spiele gibt, die dann, wenn ein Ziel in der laufenden Runde erreicht wird ,die gleiche Punktzahl vergeben.
    Ich hatte überlegt, wie man dies in Frosted Blooms hausregeln könnte, aber meistens braucht man für so eine Regelung mehr Spielmaterial (mehrere Plättchen derselben Art). Mir fällt höchstens ein, dass der erste, der ein Ziel erfüllt, dieses zunächst einmal umdreht sowie die punkte direkt auf der leiste abträgt, und jeder der dasselbe in der Runde noch erfüllt, sich die Punkte auf der Leiste enenfalls abträgt. Am Rundenende nimmt der erste das Plättchen weg (das Spiel will ja aber eigentlich, dass eine gewisse Spannung bis zum Schluss bleibt, wer noch Punkte über Plättchen bekommt)….

    Im Endeffekt ist das natürlich nur ein „aus einer Mücke einen Elefanten machen“, aber wenn das Spielgefühl in einer Erstpartie so beeinträchtigt werden kann, finde ich schon, das dies dem an sich schönen Spiel nicht gerecht wird…

  • larse : gerade in einer Partie zu zweit, denke ich , dass der zweite Spieler es versäumt hat, gezielt auf das andere 25-Punkte Plättchen zu spielen, was auslag.

    Falls in einer 2-Spieler-Partie nur ein Plättchen mit 25 Punkten Belohnung ausliegt (und das noch als einziges in der Kategorie), würde ich als Startspieler geradlinig dieses Ziel verfolgen. Aber auch da kommt es ja auch meistens auf die ausliegenden Plättchen an. Die einzige Ausnahme ist das Wasserplättchen, das bekommst Du als Startspieler immer hin, wenn Du nur darauf achtest, Wasserfelder aneinander zu legen.

    Aber ich bleibe dabei, dass der zweite Spieler die Situation nicht richtig beobachtet hat. Das ist ja auch nachvollziehbar in einer Erstpartie. Das würde ich aber nicht dem Spiel ankreiden oder als schlechtes Design bezeichnen, was man hausregeln müsste.

    Genauso gut können in der Auslage auch erreichbare Plättchen für den Startspieler liegen, die seiner Zielverfolgung wenig dienlich sind, er aber nicht genügend Geld hat, um an für ihn bessere Plättchen zu kommen.

    Ich streite nicht ab, dass ein gewisser Glücksfaktor ( oder Pechfaktor) im Spiel ist, aber das betrifft alle Spieler, nicht nur die Spieler, die später am Zug sind.

  • Hmm hab es gestern auch zum ersten mal gespielt, auch zu zweit, und ist mir nicht negativ aufgefallen. Stimme gab62 zu, dass es dann am Gegenüber liegt, auf ein anderes Bonusplättchen zu gehen, wenn er merkt, dass der andere es auf ein bestimmtes abgezielt hat. Wenn überhaupt gibt es das gleiche "Problem" ja auch bei anderen Spielen bei denen eine bestimmte Menge öffentlicher Ziele ausliegen, auf die es einen Run gibt (Bärenpark fällt mir jetzt adhoc ein).

  • Anzeige
  • gab62

    Also, ich wollte nicht sagen, dass das ein schlechtes Design ist oder eine schlechte DesignEntscheidung. Ich kann die Entscheidung gut nachvollziehen, insbesondere da es sich um ein Familienspiel handelt , und dieser Fall wohl wenigen Leuten auffallen wird.
    Die Designer waren sich ja auch im Klaren, dass es ein en StarspielerVorteil gibt. Deshalb erhält der nachfolgende Spieler eine Münze mehr.
    Mir gefällt diese Entscheidung bloß persönlich nicht.
    Für mein Spiel werde ich jetzt einfach ein paar völlig neutrale 5,10 und 25 Marker beilegen. Die kann sich dann ein Spieler nehmen, wenn er in derselben Runde ein Ziel erfüllt wie ein Spieler vor ihm. Da habe ich wenig Aufwand für die Herstellung dieser Marke, ich muss sie beim Aufbau nicht sortieren und hab mein Problem gelöst :) (und mein Sohn spielt wieder mit mir das Spiel).


    flyonthewall

    Vielleicht fällt das auch nur auf, wenn man da besonders drauf achtet ( und eine solche Sitution zufällig auftritt) und man da selber schon bei einem eigenen SpielDesign drüber gestoßen ist. Tatsächlich betrifft es, wie du richtig sagst, sämtliche solche allgemeinen Ziele bei anderen Spielen,und es gibt sehr unterschiedliche Möglichkeiten, damit umzugehen. Gerade viele Familienspiele lösen das aber so wie auch frosted Blooms, und es wird allgemein nicht als störend wahrgenommen. Gerade bei komplexen spielen stößt einigen VielSpielern das dann schon mal auf, bei Interesse kannst du dir ja mal den Thread zu wundersame Wesen ansehen. Da kam noch hinzu, dass am Spielenende die Runde, glaube ich, nicht mehr zu Ende gespielt wurde (wie es bei Frosted Blooms ja der Fall ist).

  • Bisher mein einziger Frühjahrs-Neuheiten-Kauf weiß uns das Spiel sehr zu gefallen. Klar, dass ich jetzt noch ein wenig basteln musste :)

     

    Freiheit für :lachwein: - "Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag" (Charlie Chaplin)

    180+ Bauanleitungen zu Inserts aus Schaumkern, Kurzspielregeln, Praxis-Tipps, ...

    Einmal editiert, zuletzt von Smuntz (4. Mai 2026 um 15:22) aus folgendem Grund: Typo

  • Ich hatte das gestern auf einem Spieltreff mit jemanden gespielt, der das Spiel schon kannte, aber wir hatten es noch nie zusammen gespielt.

    Dabei ist dann rausgekommen, dass wir das Beanspruchen von Zielen beide unterschiedlich gespielt haben und auch noch beide falsch!

    Deshalb wollte ich hier nur mal auf die Antwort des OriginalVerlages bei BGG verweisen, da ich mir vorstellen könnte, dass das anderen auch ähnlich geht (jedenfalls in der deutschen Anleitung ist dies imho nicht klar dargelegt):

    Wenn ich also beispielsweise meine zweite Scheune baue und mich entscheide, das Ziel für zwei Scheunen nicht zu nehmen, sondern auf das Ziel drei Scheunen spekuliere, hatte ich immer gedacht, man kann, wenn man sich verspekuliert, das zwei Scheunentiel nie wieder nehmen. Mein Mitspieler war der Meinung, man könnte dies jederzeit nehmen in seinem eigene Zug, auch später noch.

    Tatsächlich ist es laut bgg so, dass man dieses Ziel, was man bei Erreichen zunächst verschmäht hat, nur nehmen kann, wenn man dann später noch ein entsprechendes Gebäude derselben Art baut, in dem Beispiel also die dritte Scheune.

    Da uns das beiden neu war, wollte ich es hier einmal posten, vielleicht habt ihr es aber auch alle intuitiv richtig gespielt…

  • Nicht intuitiv, sondern nach Regeln richtig gespielt ;).

    Moment☝️

    Ich hab mir die Regel gerade noch mal angeguckt und wollte dir erst zustimmen, aber ich halte sie immer noch für nicht ganz klar. So steht da:

    „Mit einer oder mehreren Verbesserungen, die du in diesem Zug gelegt hast, erreicht oder übersteigt deine Gesamtzahl die erforderliche Anzahl an Verbesserungen für das gewünschte Ziel.“

    Beispiel: Zuele 1/2/3 Mühlen. Angenommen, du hast das Ziel eine Mühle bei Erreichen nicht genommen. Du hast dann irgendwann die zweite Mühle gebaut. Nun baust du die dritte Mühle, aber ein Mitspieler hat dir das Ziel dritte Mühle gerade weggeschnappt. Es ist nur noch das Ziel 1 Mühle vorhanden. Darfst du es nehmen?

    Vom Spielgefühl her: ja

    Nach der zitierten Regel: beim Schritt von zwei auf drei Mühlen hast du „eine Mühle“weder erreicht noch mit der Verbesserung die du in diesem Zug gelegt hast überschritten . Du dürftest dir das Ziel „eine Mühle“ also nicht nehmen..?

    Einmal editiert, zuletzt von larse (7. Juli 2026 um 15:12)

  • Anzeige
  • Nach der zitierten Regel: beim Schritt von zwei auf drei Mühlen hast du „eine Mühle“weder erreicht noch mit der Verbesserung die du in diesem Zug gelegt hast überschritten . Du dürftest dir das Ziel „eine Mühle“ also nicht nehmen..?

    Es geht darum, dass du dich in der Kategorie „Mühlen“ verbessert hast und dann darfst du auch ein Ziel mit geringerem Wert, also auch eins nehmen.

  • Wenn ich drei Mühlen erreiche, überschreite ich sowohl das Ziel zwei Mühlen als auch das Ziel eine Mühle.

    Äh: nein , das ist jedenfalls nicht klar… übersteigen heist für mich: von einer hinteren Position oder einer gleichen Position ausgehend „in Führung gehen“ ( und geade nicht „eine Führung ausbauen; es heißt ja explizit „mit der in diesem Zug gelegten Verbesserung“ und nicht mit einer in einer borigen Runde gelegten Verbesserung)…


    Aber das ist andererseits auch völlig müßig, darüber zu diskutieren. Ich denke, es wird so gemeint sein, wie wie ihr es beschrieben habt…

    3 Mal editiert, zuletzt von larse (7. Juli 2026 um 18:08)

  • Bei dem ganzen Aufdröseln der Regeln sollte meines Erachtens der erste Satz nicht vergessen werden.

    Zitat

    Du DARFST ein oder mehrere Zielplättchen vom Haupt-Spielplan beanspruchen, falls du ihre Anforderungen erfüllst.

    Das ist für mich die oberste Direktive. Ich checke zuerst, ob ich die Anforderungen für ein ausliegendes Zielplättchen im aktuellen Zug erreicht habe. Falls ja (der Wert an Landschaften/Arbeitern/Scheunen/Mühlen entspricht mindestens der Vorgabe), kommt es nun darauf an, was ich im aktuellen Zug mit dem angelegten Puzzleteil gemacht habe. Darauf weist schließlich die nähere Ausführung der Regel hin.

    „Mit einer oder mehreren Verbesserungen, die du in diesem Zug gelegt hast, erreicht oder übersteigt deine Gesamtzahl die erforderliche Anzahl an Verbesserungen für das gewünschte Ziel.“

    Habe ich dank des Platzieren des Plättchens nun vier statt drei Mühlen? Dann ist alles gut und ich darf mir ein verfügbares Mühlen-Zielplättchen nehmen, sofern ich noch keines besitze. Hatte ich jedoch vorher drei Mühlen und nach dem Platzieren des Puzzleteils immer noch drei, dann muß ich das Zielplättchen auf dem Spielplan liegen lassen, da ich in diesem Bereich nicht besser geworden bin.

  • Anzeige
  • Äh: nein , das ist jedenfalls nicht klar… übersteigen heist für mich: von einer hinteren Position oder einer gleichen Position ausgehend „in Führung gehen“

    Ich verbinde mit dem Wort übersteigen in diesem Kontext (also den ganzen Satz der Regel lesend) nicht das Überschreiten einer Schwelle (von noch irgendwo drunter nach drüber) sondern das Übertreffen einer Mindestanforderung. So gesehen hatte ich damit bislang kein Problem. Die Wahrnehmung von Worten ist mitunter regional sehr verschieden. Da ist kein Regelschreiber zu beneiden.

    Anekdötchen

    Einst von Berlin in den Ruhrpott gezogen wurde meine Frau auf Arbeit (Filiale mit Kundenbetrieb) morgens gebeten, sie möge "die Tür losmachen" - woraufhin sie irritiert zurück fragte, ob sie jetzt Werkzeug holen solle ;) "losmachen" mit "öffnen" gleichzusetzen kommt mir auch 30 Jahre später noch nicht in den Sinn, das ist für mich umgangssprachlich eher bei "abmontieren" usw.

    Freiheit für :lachwein: - "Ein Tag ohne Lachen ist ein verlorener Tag" (Charlie Chaplin)

    180+ Bauanleitungen zu Inserts aus Schaumkern, Kurzspielregeln, Praxis-Tipps, ...

    Einmal editiert, zuletzt von Smuntz (8. Juli 2026 um 11:09)

  • Smuntz ja genau, das ist der springende Punkt, mir ging es um die Auslegung des Begriffes „übersteigt“. Ich glaube, die meisten verstehen es direkt so wie du, daher scheint die Regel an der Stelle auch hinreichend klar, auch wenn ich die Übersetzung unglücklich finde . Meiner Meinung nach, hat man sich da zu sehr am Original „Exceed“ orientiert und hätte hier etwas, wie „gleichviel oder mehr“ schreiben sollen ( evtl wäre „übertrifft“ schon klarer gewesen).

    Puma und Freizeitvernichter
    Danke für die Erläuterung, aber ich denke, wir sind uns alle klar, dass es so gespielt werden soll. Mir ging es um etwas anderes: so hatte Storkas darauf hingewiesen, dass er es intuitiv korrekt laut Regel gespielt hatte. Ich wollte ihn lediglich darauf hinweisen, dass die Regel an der Stelle aber nicht 100-prozentig klar ist…. Man kann sie halt auch so verstehen, dass man das 1erPlättchen in dem beschriebenen Fall nicht mehr nehmen darf, auch wenn dies bei verständiger Auslegung vielleicht die weniger sinnige Interpretation der Regel ist… Insofern war mein Post lediglich als Klarstellung gedacht…

    … ist aber wie gesagt, völlig müßig, darüber zu diskutieren, da ja geklärt ist, wie es gemeint ist…

    Einmal editiert, zuletzt von larse (8. Juli 2026 um 09:31)