[2026] Happy Holiday (Matthew Dunstan & Brett J. Gilbert)

  • Happy Holiday oder: Ich plane meinen Urlaub - Das nächste Spiel

    Auf nach Japan! hat vorgemacht, wie ein solides Spiel rund um die eigene Urlaubsplanung aussehen kann. Dabei fokussiert sich das Spiel recht stark auf die Set Collection-Mechanik, die in einer großen Schlusswertung zum Tragen kommt.

    Als deutlich thematischer, aber wesentlich komplexer und anstrengender, empfinde ich das thematisch ähnlich gelagerte Abroad. Abroad geht mit Mehrheitenwertungen, Ressourcen-Management und einigen anderen Mechanismen deutlich über das effiziente Anordnen der Karten auf einem Kalender hinaus und fühlte sich spielerisch deutlich anders an als Auf nach Japan!

    Ganz anders Happy Holiday. Eine freundliche, bunte Grafik von Antje Stephan, 30 bis 45 Minuten Spielzeit, die Kosmos-eigene Einstufung und ein Spielverlauf, der auf dreieinhalb Seiten des achtseitigen Regelwerks erklärt wird, schreien einem förmlich entgegen: "Ich bin ein Familienspiel!"

    Der zentrale Spielplan zeigt die Hauptstädte Europas und deren Verbindungen untereinander, sowie drei farbliche Bereiche, aus denen Plättchen genommen werden.

    Plättchen repräsentieren dabei die Städte, die man besucht und die Aktivitäten, die man dort unternimmt. Außerdem gibt es Einschränkungen, in welchen Teil des Urlaubsplaners sie gelegt werden dürfen (Monat bis Freitag, am Wochenende, in der 1., 2. oder 3. Woche oder an einem bestimmten Tag). Kann man Plättchen nicht regelkonform anlegen, dreht man sie auf sie Rückseite und man hat einen Ruhetag in der Stadt.

    Nimmt man ein Plättchen aus einem der 3 farbigen Bereiche, füllt man den leeren gewordenen Platz nicht wieder auf, sondern platziert einen Koffer in der entsprechenden Farbe auf dem leer gewordenen Platz. Nimmt man das 2. Plättchen aus dem Bereich, erhält man den vorher platzierten Koffer vom leeren Platz. 2 Koffer erhält man, wenn das letzte Feld geleert wird, erst dann wird wieder aufgefüllt.

    Wozu braucht man die Koffer? Wenn am Spielende auf dem Urlaubsplaner zwischen den Städten gewechselt wird, muss man pro Verbindung 2 Koffer abgeben. Graue, wenn man Straßen nutzt, schwarze für die Schiene. Für diese erhält man Siegpunkte. Mit weißen Koffern kann man weiter entfernt liegende Städte direkt anfliegen und spart sich graue und schwarze Koffer, bekommt im Gegenzug aber auch keine Siegpunkte für Flugverbindungen. Verbindungen, die nicht mit Koffern bezahlt werden können, bringen Minuspunkte.

    Siegpunkte gibt es nicht nur für Verbindungen, sondern auch für die Tage, die man in der gleichen Stadt verbringt (0 Punkte für einen Tag, bis zu 10 Punkte für 4 oder mehr Tage) und für Aufgabenkarten. Sie beziehen sich darauf, wie Städte und Aktivitäten im Urlaubsplaner angeordnet sind. Dadurch wird es für die Wertung wichtig, was in welcher Zeile oder Spalte liegt.

    Einige kleine Details habe ich jetzt nicht genannt, aber ich hoffe, dass die grobe Zusammenfassung ausreichend ist.

    Kleines Fazit:

    Ich habe zwar nur eine Partie zu zweit hinter mir, kann mir aber vorstellen, dass sich Happy Holiday in allen Besetzung ähnlich gut spielt. Die Auslage wird sich natürlich schneller ändern, aber bei mehr Mitspielern ist der Durchsatz an Plättchen deutlich höher. Die verschiedenen Aufgabenkarten werden für etwas Varianz sorgen, werden das Spielgefühl einer Partie eher nur dezent ändern.

    Der Versuch, die verschiedene Wertungen möglichst gut unter einen Hut zu bekommen, stellt die Spieler vor nette Dilemmata. Gerne nimmt man auch mal eine unpassende Stadt, um an 2 Koffer für die Städteverbindungen zu kommen.

    Die Interaktion beschränkt sich auf das Nutzen der Kartenauslage. Der Glücksfaktor ist nicht klein, aber für die kurze Spielzeit okay. Man fühlt sich Fortuna nicht ausgeliefert

    Das Material ist absolut in Ordnung, die Grafik von Antje Stephan weiß zu gefallen. Trotz vieler bunter Bilder bleibt das Spiel übersichtlich.


    Wie gefällt Happy Holiday am Ende?

    Gut. Solide. Schön unkompliziert.

    Durch die Wertung bekommt Happy Holiday einen recht starken Legespiel-Charakter und geht schon in Richtung eines Grid Puzzles mit einem 3 x 7 Raster. Es unterscheidet sich damit deutlich von Auf nach Japan! und Abroad und ist nicht nur ein etwas weniger komplexer Abklatsch. Ich mag's.

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

    3 Mal editiert, zuletzt von Lighthammel (13. März 2026 um 08:09)

  • Vielen Dank für Deinen ersten Eindruck. War gestern zum ersten Mal im Onlineshop von Spieletastisch auf Happy Holiday gestoßen und habe dann erst mal bei Kosmos nach ein paar weiteren Informationen gesucht. Vibes von Auf nach Japan! kommen bei solcher Urlaubsplanung ja schon auf - gut zu lesen, dass dem spielerisch nicht so ist, da mir Auf nach Japan! nicht sonderlich gefallen hatte.

    Interessant, dass das Spiel aktuell nicht mal bei BGG geführt.

    Letting your mind play is the best way to solve problems. (Bill Watterson)

    Bin auch immer mal in der FAIRPLAY zu lesen.

  • Vibes von Auf nach Japan! kommen bei solcher Urlaubsplanung ja schon auf - gut zu lesen, dass dem spielerisch nicht so ist, da mir Auf nach Japan! nicht sonderlich gefallen hatte.

    Es sind schon Parallelen zwischen den Spielen vorhanden. Ganz offensichtlich die thematische Einbettung (die ich bei Auf nach Japan! etwas gelungener fand), das Anordnen von 3 Tiles oder Karten in einer Spalte, das Nutzen der Verkehrsmittel beim Wechseln der Städte, eine Form von Drafting bei der Auswahl der Tiles / Karten (Open Drafting bei Happy Holiday, Kartendraft bei Auf nach Japan!) und beide Spiele steuern auf eine große Endwertung zu.

    Der größte Unterscheid zeigt sich nachher in der Wertung: Bei Auf nach Japan! ist wichtig, wann welcher Marker wie weit auf der Leiste vorgeschoben wird, um möglichst viele Wertungen auszulösen. Bei Happy Holiday wird gewertet, wie gut man die Aktivitäten und Städte auf dem Tableau angeordnet hat. Die Aufgaben in unserer ersten Partie waren: Für 2 oder 3 gleiche Aktivitäten in einer Spalte gibt es 2 bzw, 5 Siegpunkte; 5 (oder vielleicht auch mehr) Punkte für eine Stadt. die man in jeder Woche mindestens ein Mal besucht hat und die Standard-Wertung 0/3/6/10 Punkte für 1/2/3/4+ Tage in einer Stadt. Daher kommt für mich der Eindruck, dass sich Happy Holiday eher nach Legespiel und Grid Puzzle anfühlt.

    Wenn Dir Auf nach Japan! nicht gefallen hat, dann könnte es durchaus sein, dass Dir Happy Holiday ebenfalls nicht gefällt.

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

    Einmal editiert, zuletzt von Lighthammel (13. März 2026 um 08:10)

  • Toll, dass das Spiel bei euch so gut angekommen ist. Uns hat es viel Spaß gemacht, das Spiel redaktionell zu betreuen. Das ist einer der Fälle, bei dem uns das Thema von Anfang an begeistert hat. Auch wenn der Prototyp noch nicht die vielen bunten Bildchen hatte, hatten wir beim Spielen immer wieder Kopfkino: 3 Tage Prag mit Besuch im Kafka-Museum, Biertour und Besuch im Schwarzlicht-Theater, danach für 2 Tage nach Berlin zum Filmpark Babelsberg und Brandenburger Tor und im Anschluss ein Abstecher für eine Grachtenfahrt in Amsterdam ...

    Die Illustrationen und das Cover stammen übrigens von Claus Stephan. Seine Schwester Antje hat einen super Job bei der Grafik gemacht, d. h. sie hat u. a. die Stanztableaus erstellt, die Schachtel montiert und die Anleitung gesetzt. Von ihr stammen aber auch die kleinen stimmungsvollen Kritzeleien auf den Wochenplanern und auf der Europakarte.

    Wir haben bei diesem Spiel sogar den Originaltitel der beiden Autoren Brett J. Gilbert und Matthew Dunstan beibehalten, wohlwissend, dass unsere Lizenzpartner den Namen ändern werden. Wir finden "Happy Holiday" einfach passend zur Atmosphäre des Spiels.

    Wolfgang Lüdtke

    Kosmos Verlag

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  • Lieben Dank für deine weiteren Erläuterungen, Lighthammel . Bei Auf nach Japan fand ich das Drafting für mich komplett unpassend zum Spiel und diese Verkopfung für das Punkten der Karten gefiel mir da nicht. Generell das Thema mit Urlaubsplanung reizt schon sehr und thematisch war Auf nach Japan da schon klasse. Grid-Puzzle im Stil Cascadias sagt mir schon zu. Und beim Autorenduo Dunstan&Gilbert werde ich auch immer hellhörig, da mir deren gemeinsame Werke sehr häufig zusagen. Mal auf die nähere Merkliste gesetzt - vielleicht bringt das ja der Osterhase vorbei. :D

    Letting your mind play is the best way to solve problems. (Bill Watterson)

    Bin auch immer mal in der FAIRPLAY zu lesen.

  • Wie gefällt Happy Holiday am Ende?

    Gut. Solide. Schön unkompliziert.

    Danke für deinen Eindruck! Hatte das Spiel die Tage bei Spieletastisch entdeckt und spontan mitbestellt, weil mich die ersten Infos und das Autorenduo doch sehr angesprochen haben. Nun freue ich mich direkt noch etwas mehr auf mein Paket heute. :)

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