JonTheDons kuratiertes Spieleregal

  • Jetzt, wo alle Regalschauen durch sind und das Thema längst wieder out ist, bin ich dann auch mal bereit, mein Regal vorzustellen. :saint:

    Stichwort „Kuratieren“: da der Platz für die Sammlung definiert ist, bleibt nur (zumindest theoretisch), was auch gespielt wird. Kuratieren bedeutet auch, dass ca. ein Drittel der Sammlung in Rotation ist. Die Titel aus einem Genre, die begeistern, bleiben, andere rotieren wieder raus. Das Kaufen und Verkaufen ist damit zu einem Teil des Hobbys geworden.

    Etwas zur Struktur:

    Oben links stehen die zwei Solo-Spiele, die ich als Nicht-Solo-Spieler habe. Oben in der Mitte Duell-Spiele.

    In der Mitte links Spiele für viele und kleinere Kartenspiele, in der Mitte rechts One-Shots und die Spiele, die zum Verkauf stehen. Ansonsten hat die Mitte Spiele aus der mittleren und leichten Gewichtsklasse und hier findet auch die größte Rotation statt.

    Unten rechts Spiele aus den Bereichen Geschicklichkeit, Memo und Deduktion/Bluff/Einschätzung. Aus meiner Sicht lassen sich diese Genres gut abgrenzen. Ansonsten liegen unten eher die größeren und längeren Spiele.

    Einmal editiert, zuletzt von JonTheDon (29. Dezember 2025 um 09:43)

  • Mein erster Gedanke: Warum wurde das Regal so extrem verzerrt aus der Froschperspektive aufgenommen.

    Mein zweiter Gedanke: Achso... ein Dachschrägenregal.

    Mein letzter Gedanke: Danke für den Einblick und ja das leichte/mittlere Spielgewicht hat auch bei mir die größte Rotation...wobei ich glaube da langsam zur Ruhe zu kommen...also zumindest diesen Winter habe ich überraschend wenig ausgetauscht.

  • Mein Vorhaben (mal schauen, ob ich es auch umsetze 😅) ist, zu jedem Spiel zu schreiben, wie es in meine Sammlung kam, welchen Slot es ausfüllt und ggf. Vorschläge zu erhalten, was ich - nach dem Motto „Das Bessere ist des Guten Feind“ - gegebenenfalls austauschen könnte, um mein gut kuratiertes Regal noch zu verbessern. Mit 30 Jahren Erfahrung im Hobby erwarte ich mir da zwar nicht viele unbekannte Perlen zu finden, aber wer weiß.

    Zunächst aber die vier Grundsätze, nach denen meine Sammlung aufgebaut bzw. kuratiert ist.

    1. Eleganz: Ich mag Spiele, die mit wenig (Grund-) Regeln viel machen. Je weniger aufwändig und kleinteilig ein Spiel ist, desto besser. Eleganz löst bei mir ein sehr angenehmes Gefühl aus - beim Spielen und im Leben.
    2. Optik/Haptik: Bei der Vielzahl an Spielen muss ein Spiel für mich nicht nur von den Mechanismen her „schön“ sein, sondern auch gut aussehen bzw. sich gut anfühlen. Je „schöner“ ein Spiel, desto wahrscheinlicher wird es auf dem Tisch landen.
    3. Thema/Immersion: Es gibt so viele Spiele, da spiele ich normalerweise nur Themen, auf die ich auch Lust habe. Ich mag gute IP-Umsetzungen, und sie haben mich des Öfteren dazu gebracht, mir die entsprechenden Filme oder Bücher anzuschauen. Immersion bedeutet für mich Fühlen des Themas während des Spiels. Elegante Mechanismen (= wenig Regelnachschlagen während des Spiels) und attraktive Optik/Haptik erleichtern die Immersion. Immersion ist einer der Gründe, warum Euros es bei mir eher schwer haben.

      Je mehr dieser drei Grundsätze ein Spiel auf sich vereinigt, desto wahrscheinlicher wird es mir gefallen.
    4. Umfeld: ich spiele hauptsächlich mit meiner Frau und ansonsten nur im Freundeskreis. Ein Spiel wie Root, für welches mir das Umfeld fehlt, hat normalerweise keine Chance.
  • Interessante Auswahl und mit zwei Pandemic Legacy Spielen hast du noch Platzspar Potenzial;)

    Stimmt. Sind zwar zwei unterschiedliche (Season 0 und 2); sie warten auf ihren zweiten Durchlauf. Einmal haben meine Frau und ich die komplette Trilogie bereits durch. Season 1 (für uns das mit Abstand schwächste der drei) sogar schon zwei mal. Mehr dazu, wenn ich zu Coop komme. ;)


  • Beginnen wir mit den Solospielen.


    Es gibt eine ganze Reihe von Gründen, warum ich eigentlich nicht gern solo spiele.

    a) hat Solospielen viel Konkurrenz: Lesen, vor allem aber auch Onlineaktivitäten (nicht zuletzt auch Online-Spiele).

    b) missfällt mir an Solospielen der Verwaltungsaufwand, der mir nicht so liegt, und bei dem ich regelmäßig etwas vergesse.

    c) spiele ich Gesellschaftsspiele halt vor allem der Gesellschaft wegen. Und am wichtigsten:

    d) führt Solospielen schnell dazu, dass ich in einem Spiel „zu gut“ werde und es mir daher für gemeinsame Partien mit Freunden „kaputt“ mache.

    Daraus folgt, dass ich Solospiele nur kaufe, wenn ich vorhabe, sie auch nur solo zu spielen. Und wenn ich analog spielen möchte (was ich auch bei solo als unmittelbarer und relevanter - im Sinne von stärkerer Erinnerung und Identifikation als bei einem Onlinespiel - wahrnehme).


    Diesen Slot füllen aktuell zwei Spiele für mich:

    #Imperium: Ich mag das Thema, die Beihefte mit einzelnen Strategien und dass jedes Volk eine separate Spielweise hat. In bisher 10 bis 15 Partien habe ich nur mit/gegen die drei oder vier einfachsten Völker gespielt. Meine Vorstellung ist, mit jedem Volk mal gegen jedes Volk zu spielen, was bei einem Zeitaufwand von 90 bis 120 Minuten völlig unrealistisch ist.

    Stichwort Strategie: ich mag es gerade bei Solospielen, wenn es einen strategischen Handlungsbogen vom ersten bis zum letzten Zug gibt. Bei Mehrpersonenspielen führt ein solcher Strategiebogen nicht selten zu erheblichen Erfahrungsvorteilen oder alternativ zu Langeweile, weil der beste Gewinnweg schon vorgezeichnet ist. Im Solospiel kann ich das mal ausloten, ohne potenziellen Mitspielern gegenüber einen zu großen Vorteil zu erlangen.


    #KönigreichLegacy: Das Spiel hat wirklich den Suchtfaktor, von dem alle sprechen. Es spricht den Entdecker an, der in den meisten Spielern steckt (Welche Karten kommen als Nächstes? Was passiert, wenn ich diese Karte weiter upgrade?). Leider sind die Regeln sehr fehleranfällig (was vor allem wegen des Legacy-Aspekts rückwirkend nicht mehr zu kitten ist) und eine Vergleichbarkeit der Ergebnisse auch deswegen kaum gegeben. Der Entdeckeraspekt wiegt das aber auf.


    Spaß hatte ich außerdem solo mit #VillageGreen, #TheGame und #RaceForTheGalaxy. Letzteres findet sich auch noch in meinem Bestand und wie bei Imperium plane ich noch, einmal alle Startwelten im Ligasystem durchzuspielen (hatte ich übrigens mal zu großen Teilen mit vielleicht 50, 60 Solopartien). Es ist aber auch ein Beispiel eines Top-Spieles (bgg 10/10), das ich mir durchs Solospielen für Gesellschaft kaputtgemacht habe.

  • Bei Duellspielen lege ich Wert auf Dynamik, Kürze und Eleganz.

    Da ich Duellspiele häufiger gespielt habe als mein Gegenüber sollte es dynamisch sein, damit jederzeit (oder möglichst lang) das Gefühl da ist, das Ruder noch herumreißen zu können. Kurz, damit es vorbei ist, wenn es entschieden ist. Und elegant, damit der Gegenüber direkt ein Gefühl dafür bekommt, was zu tun ist. „Agency“ würde Georgios Panagiotidis es vielleicht nennen.


    #RevolteInRom füllt diesen Slot hervorragend (und schon seit ca. 18 Jahren). Die Siegbedingungen - den Gegner auf 0 bringen oder bei Ausschöpfung des kleinen Siegpunktepools mehr zu haben als der Gegner - sind leicht verständlich. Das Spiel hat eine große Dynamik und Varianz. Durch die Stand-Alone-Erweiterung #ArenaRevolteInRomII können die beiden Spieler mit asymmetrischen Decks gegeneinander antreten. Mein mittlerweile einziges Stefan-Feld-Spiel (von dem wir in unserer Euro-Phase fast jedes Spiel gespielt hatten). Grafisch seiner Zeit voraus (eines der ersten Menzel-Spiele).

    #CaperEurope bietet ebenfalls große Eleganz, Dynamik und ist auch optisch und thematisch toll. Hier ist das Drafting für zwei top umgesetzt. Die Regeln sind etwas kniffliger, aber man weiß sofort, was man machen soll. Varianz entsteht über die vier Schauplätze.

    #AgentAvenue war bei mir Liebe auf den zweiten Blick. Nachdem es fast schon verkauft war, fand ich einen Mitspieler, mit dem ich dieses Mindgame „Ich denke, dass du denkst…“ zelebrieren konnte. Auch dieses Spiel bringt seinen Mechsnismus absolut auf den Punkt. Varianz entsteht durch den Schwarzmarkt. Die Erweiterung Division M habe ich bereits gespielt und für super befunden. Sie wird noch einziehen.

    #Robotory ist ein abstraktes Spiel, bei dem beide Spieler Bewegungstoken auslegen, die von beiden benutzt werden können, um (Siegbedingung) zwei von drei Robotern aus der Mitte des Spielfelds in den eigenen Zielbereich zu bewegen. Äußerst elegante Regeln, die dazu führen, dass das Spiel nicht mehr als 10 Minuten dauert. Ich schätze solche kurzen „Nochmal“-Spiele. Gerade, dass man mehrere Partien hintereinander spielen kann, macht Lernkurven erlebbar. Leider (Thema Haptik) sehr labbriges Spielbrett.

    #Schach gehört zu meinen absoluten Lieblingsspielen. Die Regeln sind - für die Spieltiefe - einfach, das Spiel dynamisch und direkt, Strategien, Pläne, Fallen, überraschende Wendungen durch eigene Fehler oder tolle Züge des Gegenüber, auch vergleichsweise kurze Spieldauer - alles ist drin. Die Aussage, Schach sei kein Spiel erscheint mir sehr snobistisch. Aus meiner Sicht hat sie hauptsächlich damit zu tun, dass man sich bewusst ist, dass es weltweit viele Spieler (inklusive Computer) gibt, die besser spielen als man selbst. Mit diesem Argument könnte man ganzen Genres ihre Existenzberechtigung absprechen. Ich liebe Schach, auch wenn ich auf einem Niveau unterhalb von Vereinsspielern spiele.

    #Zenith und #DerHerrDerRingeDuellUmMittelerde sind Duellspiele, die aktuell bei mir auf der Kippe stehen.

    Duell um Mittelerde hat aus meiner Sicht das „Trilogieproblem“: die ersten beiden Zeitalter sollen hauptsächlich das Finale vorbereiten. Natürlich sind die Züge bis dahin nicht sinnlos, aber es geht vor allem um die Schaffung einer Ausgangsbasis für das Finale. Außerdem schätze ich das mathematische Gefühl nicht allzu sehr, wenn man ausrechnet, wer eine bestimmte Karte nehmen darf bzw. muss.

    Zenith gefällt mir gut, mir fehlt aber etwas die Eleganz. Auch die Optik ist nicht ganz so meins. Und es hat das typische Problem von Tauziehspielen, dass es sich ziehen kann.


    Bei den Duellspielen, die ich mit Begeisterung gespielt habe, wäre auf jeden Fall auch noch #StarRealms zu nennen, welches das Thema Deckbuilding perfekt auf den Punkt bringt. Auch #MachtUndOhnmacht von Andreas Steding ist ein superspannendes und ungewöhnliches Duellspiel, das ich letzten Endes verkauft habe, weil es schwerer zu vermitteln war als die anderen Spiele.

    Natürlich ist nicht jedes 2-Personenspiel ein Duellspiel. Um andere 2-Personenspiele geht es im nächsten Beitrag.

    Einmal editiert, zuletzt von JonTheDon (30. Dezember 2025 um 11:12)

  • Auch wenn ich Schach super finde wurde es bei mir mittlerweile komplett von #Onitama abgelöst.

    Es hat das gleiche Feeling, ist aber deutlich schneller, variabler und einsteigerfreundlicher. Beim Schach braucht man eigentlich zwei relativ gleich starke Spieler damit es beiden Spaß macht. Bei Onitama ist die Range deutlich größer.

    (Schach hat trotzdem noch einen Platz im nicht so präsenten Schrank im Arbeitszimmer ;) )

    Aber sehr coole Sammlung und vielen Dank für die Ausführungen!

    :?: x 7

  • Mein Vorhaben (...) ist, zu jedem Spiel (...) Vorschläge zu erhalten, was ich (...) gegebenenfalls austauschen könnte, um mein gut kuratiertes Regal noch zu verbessern. (...)

    Gemäß Deiner IP/Immersions-Grundsätze – vielleicht "Star Trek: Captain's Chair" vs. #Imperium ?

    UpLive [bgg for trade] - einfach anschreiben, wenn Dich davon was interessiert!

  • Mein Vorhaben (...) ist, zu jedem Spiel (...) Vorschläge zu erhalten, was ich (...) gegebenenfalls austauschen könnte, um mein gut kuratiertes Regal noch zu verbessern. (...)

    Gemäß Deiner IP/Immersions-Grundsätze – vielleicht "Star Trek: Captain's Chair" vs. #Imperium ?

    Guter Tipp. Hab allerdings auch noch eine Solo-Matte von Imperium; und mag auch historische Themen eigentlich ganz gern. Aber grundsätzlich bin ich genau auf die Art Tipps gespannt.

  • Das Konzept eine festgelegte räumliche Grenze für seine Sammlung zu definieren (Ein Schrank, Regal oder Zimmer) kann ich wärmstens empfehlen. In der Theorie funktioniert das bei mir genauso. In der Praxis quillt die Sammlung dann doch manchmal aus diesem Rahmen heraus. Aber es kommen dann (zumindest bei mir) Phasen wo man so einen Frühjarsputz-Zwang bekommt und radikal aussortiert um wieder den Feng-Shui-mäßigen Status Quo herzustellen.

    Alles was ich so von mir gebe ist meine eigene Meinung. Auch wenn ich diese vehement vertrete, behaupte ich üblicherweise nicht, dass sie die einzig richtige Meinung ist oder objektiv besser als andere Meinungen ist. Wenn jemand die Dinge anders sieht: alles fein. Wenn jemand sagt, ich sehe die Dinge falsch: let's discuss!

    2 Mal editiert, zuletzt von lazerlight (30. Dezember 2025 um 22:03)

  • Da ich Duellspiele häufiger gespielt habe als mein Gegenüber sollte es dynamisch sein, damit jederzeit (oder möglichst lang) das Gefühl da ist, das Ruder noch herumreißen zu können.

    Das geht, ja, ist aber meiner Meinung nach mit wenigen Ausnahmen (vielleicht Agent Avenue) bei deiner Spieleauswahl nicht der Fall. Wenn ich Duell um Mittelerde, Zenith oder Schach (krassestes Gegenbeispiel IMO) gegen einen unerfahrenen Gegner spiele, hat der keine Schnitte und ich gewinne 9/10. Die Spiele werden fast immer durch Erfahrung und Skilllevel entschieden.

    Da gibt es Duelle, die besser für diesen Dynamikfaktor geeignet wären, wie z.B. Patchwork, Tokaido Duo, Ganz schön clever etc.

    Hierfür werde ich zu 100% gebannt.

  • Da ich Duellspiele häufiger gespielt habe als mein Gegenüber sollte es dynamisch sein, damit jederzeit (oder möglichst lang) das Gefühl da ist, das Ruder noch herumreißen zu können.

    Das geht, ja, ist aber meiner Meinung nach mit wenigen Ausnahmen (vielleicht Agent Avenue) bei deiner Spieleauswahl nicht der Fall. Wenn ich Duell um Mittelerde, Zenith oder Schach (krassestes Gegenbeispiel IMO) gegen einen unerfahrenen Gegner spiele, hat der keine Schnitte und ich gewinne 9/10. Die Spiele werden fast immer durch Erfahrung und Skilllevel entschieden.

    Da gibt es Duelle, die besser für diesen Dynamikfaktor geeignet wären, wie z.B. Patchwork, Tokaido Duo, Ganz schön clever etc.

    Das waren auch meine Gedanken - ich würde hier auch noch Radlands zum Thema „Ruder rumreißen“ als aus meiner Sicht Must-Have erwähnen, da kann man noch ziemlich lange strugglen, wenn man schon dachte, das Ding geschaukelt zu haben.

  • Mir geht es bei Schach ähnlich wie dir, ist ein zeitloser Klassiker, an dem ich trotz meines geringen Spiellevels viel Spaß habe. Es hat aber einen, in meinen Augen, gravierenden Mangel für ein Duellspiel: Im Grunde genommen gibt es wenig Möglichkeiten, dass ganze zu "balancen". Natürlich kann eine Seite auf Figuren verzichten, aber das ist auf Grund der heterogen Figuren nicht so wirklich einfach. Welcher andere Klassiker das besser macht, ist in meinen Augen Go. Ist in vielen Aspekten ähnlich zu Schach, die Regeln sind sogar noch deutlich einfacher, die Tiefe kann sogar größer als beim Schach sein, man kann es Casual spielen (ich spiele auch nur alle Jubeljahre mal) oder man kann es "versnobbt" zum Lebensmittelpunkt erklären. Aber hier gibt es einfache Möglichkeiten es quasi "stufenlos" für eine Seite schwerer zu machen, in dem die Andere ein paar Steine Vorsprung bekommt.

    Ein weiterer Vorteil ist, dass man es nicht nur auf einem 19x19 Boards spielen kann, ich glaube die anderen sind 9x9 oder 13x13. Wenn man nicht soviel Zeit hat, sind die genau richtig.

    Einmal editiert, zuletzt von Flolo (9. Januar 2026 um 22:25)

  • Vor dem nächsten Beitrag erst mal ein bisschen was beantworten. 😅


    TerraformingArse Patchwork und Ganz schön clever reizen mich optisch und thematisch leider nicht und wiegen das auch spielerisch (für mich) nicht auf. Tokaido Duo fand ich sogar schrecklich (alle drei bereits gespielt).


    Schach ist natürlich kein Spiel, um es jemandem beizubringen. Glücklicherweise können es auch viele „Nichtspieler“ durch Prägung aus dem Familienkreis und viele gar nicht schlecht. Zu einer Schachpartie wird im allgemeinen nur jemand auffordern, der sich selbst für einen „ordentlichen“ Spieler hält.


    LeGon Radlands wäre durchaus ein Spiel für mich - sowohl optisch als auch thematisch. Bisher noch nicht gespielt, könnte aber noch kommen. ☺️

    Flolo Go reizt mich leider optisch nicht, sieht mir viel zu abstrakt aus. Da ich aber auch kein Problem habe, ebenbürtige Spielpartner für Schach zu finden und mit Neulingen ohnehin etwas anderes spielen würde, ist auch kein Bedarf für einen weiteren „Klassiker“ da.

    @ElDuque (?) Danke für den Tipp mit Fugitive. Gespielt habe ich das mal mit einem Freund, hat auch Spaß gemacht, so gereizt wie (im dritten Anlauf oder so, das Spiel war auch schon fast weg) Agent Avenue hat es mich ber nicht.

    Allen vielen Dank für die Tipps und Überlegungen bisher, bin gespannt, was noch so kommt. 😊

    Einmal editiert, zuletzt von JonTheDon (12. Januar 2026 um 19:51)

  • Im letzten Beitrag schrieb ich „Natürlich ist nicht jedes 2-Personenspiel ein Duellspiel. Um andere 2-Personenspiele geht es im nächsten Beitrag.“ Im Nachgang, denke ich, muss ich diese Aussage etwas relativieren. In einem gewissen Rahmen ist jedes kompetitive 2-Personenspiel ein Duellspiel. Nicht jede Interaktion ist aber gleichermaßen aggressiv oder direkt. Wobei sich auch da das subjektive Emfpinden unterscheiden kann.

    #EinfachGenialReiseedition ist DAS Spiel, das meine Frau und mich durch unsere Ehe und unsere Urlaube begleitet hat. Strandtauglich, friedlich nebeneinanderher spielbar und vor allem mit einem genügend großen Glücksanteil, dass nicht immer „der Bessere“ gewinnt. Das unterscheidet es meiner Meinung nach auch von einem #BlokusDuo oder #Hive, die ich aus diesem Grund auch eher in die „Duellspiele“ einsortieren würde. Nach ca. 150 Partien mittlerweile eher Zeitvertreib als Spiel.

    2-Personen-Spiele, die im Laufe der Jahre Kaffee-und-Kuchen- oder Wohlfühlspiele für uns waren, wären auch #SchottenTotten und #LostCities (hoher Knizia-Anteil).


    #Naishi und #DieWildenFußballkerle haben erst je eine Partie auf dem Buckel und es ist fraglich, ob noch mehr dazu kommt. Die wilden Fußballkerle zeigt einen meiner Influencer-Einflüsse: auf Udo Bartschs Blog kam es in diesem „Vor 20 Jahren“-Beitrag vor: https://rezensionen-fuer-millionen.blogspot.com/2023/10/vor-20…die-wilden.html Danach habe ich es mir zugelegt. Ich mag Sportspiele und die eine Partie hat mir auch gefallen, aber offensichtlich nicht so sehr, dass mehr dazukam. Ein Kandidat für den Verkauf also - aber ohne Markt. 😅

    Naishi gefiel meiner Frau nicht. Und auch für mich war es weniger eingängig, dafür aber „vorgegebener“ als z.B. Castle Combo und Yro (kommen noch). Wie gesagt, Eindruck einer Partie.


    #RisingCultures ist ein 2025er Messeerwerb, der aber völlig untergegangen zu sein scheint. Bis heute nur 43 Bewertungen auf bgg. Von manchen mit 7 Wonders Duel verglichen. Ich sehe den Duell-Charakter als geringer an: jeder hat sein eigenes Deck (4 asymmetrische Decks vierer spielbarer Völker) und man konkurriert „nur“ um eine Provinzkarte pro Runde, die keine zu große Einflussnahme auf das eigene Spiel hat. Jede meiner bisher 3 Partien hat mir gefallen, das Spiel hatte aber auch noch keinen Durchburch. Hört sich nach einem Kandidat für die Rotation in 2026 an.


    #SkyTeam ist eins der Lieblingsspiele meiner Frau, zeigt mir aber auch, welche Coop-Spiele ich schätze und welche weniger. Ich mag Story, Kampagne und Entwicklung - oder Rätsel. Und einen überschaubaren Schwierigkeitsgrad (oder anders ausgedrückt: bei kooperativen Spielen hätte ich gern Erfolgserlebnisse). Sky Team war deswegen nach ca. 40 Partien bei mir durchgespielt; die „schwarzen“ (sehr schweren) Flughäfen sind noch offen. Mal schauen, ob das Spiel eine zweite Luft und eventuell sogar noch die Erweiterung spendiert bekommt, oder ob es langsam rausgeht.


    Viele Spiele, die meine Frau und ich gern spielen, sind keine offiziellen 2-Personen-Spiele.

    In den nächsten Beiträgen soll es aber erst mal um Spiele gehen, die aus meiner Sicht Randbereiche des „klassischen“ Gesellschaftsspiels abdecken: Spiele, deren Reiz nicht aus strategischen, sondern aus kreativen, kommunikativen, Gedächtnis-, Deduktions- oder Geschicklichkeitselementen erwächst.

    Einmal editiert, zuletzt von JonTheDon (12. Januar 2026 um 19:56)

  • Patchwork und Ganz schön clever reizen mich optischen thematisch leider nicht und wiegen das auch spielerisch (für mich) nicht auf. Tokaido Duo fand ich sogar schrecklich (alle drei bereits gespielt).

    Allen vielen Dank für die Tipps

    Die waren nicht als Empfehlung gemeint, sondern als Beispiele für meine Argumentation.

    Hierfür werde ich zu 100% gebannt.

  • Mein Vorhaben (mal schauen, ob ich es auch umsetze 😅) ist, zu jedem Spiel zu schreiben, wie es in meine Sammlung kam, welchen Slot es ausfüllt und ggf. Vorschläge zu erhalten, was ich - nach dem Motto „Das Bessere ist des Guten Feind“ - gegebenenfalls austauschen könnte, um mein gut kuratiertes Regal noch zu verbessern. Mit 30 Jahren Erfahrung im Hobby erwarte ich mir da zwar nicht viele unbekannte Perlen zu finden, aber wer weiß.

    Zunächst aber die vier Grundsätze, nach denen meine Sammlung aufgebaut bzw. kuratiert ist.

    1. Eleganz: Ich mag Spiele, die mit wenig (Grund-) Regeln viel machen. Je weniger aufwändig und kleinteilig ein Spiel ist, desto besser. Eleganz löst bei mir ein sehr angenehmes Gefühl aus - beim Spielen und im Leben.
    2. Optik/Haptik: Bei der Vielzahl an Spielen muss ein Spiel für mich nicht nur von den Mechanismen her „schön“ sein, sondern auch gut aussehen bzw. sich gut anfühlen. Je „schöner“ ein Spiel, desto wahrscheinlicher wird es auf dem Tisch landen.
    3. Thema/Immersion: Es gibt so viele Spiele, da spiele ich normalerweise nur Themen, auf die ich auch Lust habe. Ich mag gute IP-Umsetzungen, und sie haben mich des Öfteren dazu gebracht, mir die entsprechenden Filme oder Bücher anzuschauen. Immersion bedeutet für mich Fühlen des Themas während des Spiels. Elegante Mechanismen (= wenig Regelnachschlagen während des Spiels) und attraktive Optik/Haptik erleichtern die Immersion. Immersion ist einer der Gründe, warum Euros es bei mir eher schwer haben.

      Je mehr dieser drei Grundsätze ein Spiel auf sich vereinigt, desto wahrscheinlicher wird es mir gefallen.
    4. Umfeld: ich spiele hauptsächlich mit meiner Frau und ansonsten nur im Freundeskreis. Ein Spiel wie Root, für welches mir das Umfeld fehlt, hat normalerweise keine Chance.

    Ich hoffe, du hast ein Go-Spiel. Ein schönes Go-Set ist an Eleganz, Optik und Haptik nicht zu überbieten. Thema gibt es allerdings nicht so viel. Wichtig ist, dass man auch ein 9x9 Brett hat, da 19x19 Partien für Anfänger meistens recht zäh und planlos sind.

    Lieblingsspiele: Go, Arnak, die Weiße Burg, Mischwald (Dartmoor), Faraway