Neu angekommen. Hier willst du dir ein neues Leben aufbauen. Abseits von all dem Stress. Als Farmer.
Deine Werkzeuge sind ganz einfach, alt, aber sie helfen dir den Job zu erledigen. Im Wald Bäume fällen, Steine abbauen, Erze suchen. Zu Beginn sind die Tage kurz, es gibt nicht ganz so viel zu tun. Dein Hof muss erst wachsen, du musst dich erstmal mit der Umgebung vertraut machen.
Mit der Zeit weißt du dann schon besser wie der Hase läuft, hast deine Werkzeuge verbessert, Beziehungen geknüpft, kennst die Umgebung und weißt wo die begehrtesten Fische beißen.
Bevor du jetzt denkst: "Was hat dieser Stardew Valley Bericht in einer Brettspielgruppe zu suchen?" Ich spreche von Tend.
Tend ist ein Kickstarter Flip and Write. Doch Vorsicht! Lass dich auf keine falsche Fährte führen. All meine anderen Flip/Roll and Writes würden wohl in die Schachtel von Tend passen. So groß ist die!
Bei Tend bekommt jeder Spieler 2 Din A4 Zettel, 6 Stifte mit Stempel Funktion, eine Übersichtspappe wieviel jeder Gegenstand wert ist und wie groß er ist, wenn er verstaut wird und ein Scratch Sheet.
Die 4 Aktionen sind dabei an sich ganz einfach: Fischen, wähle den Ort zum Fischen, wirft 2 Würfel, schau was du gefangen hast. Holz abbauen, rubble auf dem Scratch Sheet 1 Feld frei und nimm dir die Belohnung. Stein abbauen, mach das gleiche wie beim Holz nur im Minen Bereich. Pflegen, bestell deinen Acker, pflanze an oder wässere.
Im Laufe des Spiels kommen spezielle Aktionskarten ins Spiel, bei denen man immer eine Standardaktiln ausführen darf und zusätzlich eine Bonusaktion oder eine Belohnung erhält, wenn man eine Bedingung erfüllt. Die Bedingungen sind dabei sehr sehr unterschiedlich. Das macht die ersten Runden sehr kurz und die späteren etwas länger und ertragreicher.
Punkte sammelt man vorallem indem man die verschiedensten Waren in seinen Lagerbereich packt. Zum Glück sind hier wundervolle Stempelstifte dabei, die das eintragen zum Vergnügen machen. Für gefüllte Zeilen gibt's außerdem noch Bonusaktionen.
Spielerinteraktion kommt durch Nachbarschaftskarten. Hier schenkt man immer mal wieder verschiedene Güter an seine Nachbarn, um spezielle, ziemlich wertvolle, Belohnungen abzusahnen. Außerdem gibt's am Ende Punkte, wenn man mehr als seine Nachbarn verschenkt hat.
Tend hat mich kalt erwischt. Erstmal wars die Boxgröße, die mich umgehauen hat. Dann hab ich echt erstmal gute 2h gebraucht, um alles zu sichten, die Anleitung zu lesen und losspielen zu können. Und dann hat die erste Solo Partie auch noch 2h gedauert.
Ich finds erstmal ziemlich cool!
Man darf sich von dem Flip and Write Charakter nicht täuschen lassen! Tend ist ein dickes Ding, dass die grauen Zellen durch Kombinationsüberlegungen zum Arbeiten bringt.
Lustigerweise habe ich gestern das erste mal Stardew Valley gespielt und dachte mir heute bei Tend echt, wie witzig diese Ähnlichkeit ist! Man sieht ganz klar, was hier Vorbild war!
Ich denke, dass der Einstieg in Tend nicht ohne ist. Es gibt viel zu beachten und vieles kann man am Anfang gar nicht einschätzen. Ich denke aber trotzdem, dass den meisten auch die Erstpartie viel Spaß machen wird, da das Spiel sehr rund abläuft und man mit den ergatterten Ressourcen immer etwas sinnvolles anfangen kann. Wenn auch nur ins Lager packen. Sind am Ende Siegpunkte!
Nach dem ersten Kennenlernen sehe ich hier sehr viel Optimierungspotenzial und wiederspielreiz. Ich freu mich drauf 🙂
Weitere Bilder meiner ersten Partie sind angehängt 🙂