Das Alfa Problem - für den Alfa Spieler!

  • Klar ist Brettspiel besser als PC, aber irgendirgendwas stimmt da dann halt doch nicht vom Gefühl her wenn man alleine ein Gesellschaftsspiel spielt. Ich spiele aber auch noch GBA auf dem Klo ( alleine natürlich :) )

    Das ist ohnehin etwas, das ich seltsam finde. Alleine an PC oder Konsole zocken ist okay, Kreuzworträtsel auch, Puzzles ebenso, aber Brettspiele sind es nicht?

    ja, ich finde es auch komisch und auch falsch, aber rein gefühlt, finde ich es trotzdem. Vielleicht weil es immer noch mehr nach Kinderzimmer aussieht? Vielleicht hat am PC spielen auch eher noch was von Arbeitszimmer. Ich kann mich an einen sehr guten Artikel erinnern, wo der Auto beschrieb, dass es doch einen sehr grossen Unterschied zwischen seinem damals Raspberry und ich glaube I phone gäbe: Bei seinem iPhone würde seien Freundin nie im Leben folgendes sagen, wenn er darauf abends im Bett noch irgendein Towerdefense daddeln würde: "musst du immer noch arbeiten"

  • Klar ist Brettspiel besser als PC, aber irgendirgendwas stimmt da dann halt doch nicht vom Gefühl her wenn man alleine ein Gesellschaftsspiel spielt. Ich spiele aber auch noch GBA auf dem Klo ( alleine natürlich :) )

    Das ist ohnehin etwas, das ich seltsam finde. Alleine an PC oder Konsole zocken ist okay, Kreuzworträtsel auch, Puzzles ebenso, aber Brettspiele sind es nicht?

    Ich glaube die meisten die das nicht nachvollziehen können finden einfach, dass Solospiel-Erfahrungen - und im Besonderen Solo-Brettspiel-Erfahrungen - digital viel besser funktionieren als physikalisch am Tisch. Man hat eben den ganzen Aufbau, Abbau, die Buchhalterei, das Rumschieben der Steinchen, Kartenmischen usw. nicht. Mit anderen Spielern am Tisch ist das dann doch nochmal eine andere Dimension, weil eben die Gesellschaft noch dazu kommt, da macht es eben viel mehr Spaß - zumindest mir.

    Ein Brettspiel Solo als Digitalversion spiele ich schon auch hin und wieder mal, das ist ganz launig und geht fix. Aber nur zur Selbstbespaßung würde ich mir nicht die Mühe machen das alles am Tisch auszubreiten. Wenn ich was Händisches machen will geh ich lieber in meine Werkstatt und bastele/heimwerkere.

    Dennoch finde ich Solo-Brettspielen ist ein legitimes Hobby, auch wenn ich es nicht verstehe.

    Alles was ich so von mir gebe ist meine eigene Meinung. Auch wenn ich diese vehement vertrete, behaupte ich üblicherweise nicht, dass sie die einzig richtige Meinung ist oder objektiv besser als andere Meinungen ist. Wenn jemand die Dinge anders sieht: alles fein. Wenn jemand sagt, ich sehe die Dinge falsch: let's discuss!

  • nö wie ich es finde ist erstrangig. sonst würde ich es ja anders schreiben

    Spannend. Dir ist also egal, wie andere User das finden ...

    Man kann sich ja ohne Probleme einfach mal vertippen. Das kommt hier ständig vor, wird aber nicht ständig korrigiert. Das wäre kein Problem.

    Sobald eine falsche Rechtschreibung aber dazu führt, dass man falsch verstanden wird (und das haben inzwischen mehrere User hier so kundgetan), wäre es nett und wertschätzend gegenüber den anderen Usern, den Fehler mal zu editieren. Das weiterhin nicht zu tun, ist halt das Gegenteil von wertschätzend, man könnte es auch ignorant nennen.

    Dann noch zuerst zu behaupten, man würde es ja korrigieren, es aber trotzdem nicht zu tun, unterstreicht die Ignoranz.

    Und nun lässt du noch durchblicken, dass dir sowieso egal ist, wie andere es finden. Das sagt viel über dich aus.

    Echt geil wie hier manche der Meinung sind es sei eine gute Verwendung ihrer Freizeit (und der der hier Mitlesenden) andere Leute dazu zu nötigen ihre Rechtschreibung zu korrigieren.

    Wer hat denn hier "genötigt"? Ich zum Beispiel schrieb in meinem ersten Beitrag, ich fände es schön, wenn er Rücksicht nehmen würde. Das finde ich eigentlich recht freundlich formuliert.

    Wir haben ja nicht ohne Grund gewisse Forenregeln.

    André Zottmann / Thygra Spiele - u. a. viel für Pegasus Spiele tätig
    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

    Friendly Reminder (for me and for you)

  • Ich finde Robinson ein super Spiel für Spieletreffs. Sehr schnell erklärt und los gehts. Alles was über die Grundregeln hinausgeht, wird erst während des Spiels erklärt, sobald es relevant wird.


    Sonst immer die Möglichkeiten nennen, sagen was wir Nahrung brauchen. Erinnern, dass man ohne Hütte Schaden bekommt. Die Karten mit etwas Fantasie ausschmücken.


    Ist immer wieder ein schönes Erlebnis. Setze meine Arbeitssteine dann einfach immer zuletzt.

  • Spannend, dass #RobinsonCrusoe als Alpha-Spieler problematisch gesehen wird. Ich halte RC für das Paradebeispiel eines kooperativen Spiels mit vollständig offenen Informationen, das dieses Problem genau nicht hat, denn: Die Spieler führen ihre Aktionen gemeinschaftlich aus, und es ist nur für die Konsequenzen einer Aktion von Bedeutung, wessen Spielstein oben liegt, welcher Charakter also welche Aktion ausführt. Wenn sich die Gruppe nicht gemeinsam darauf einigen kann, welche Aktionen in einer Runde ausgeführt werden sollen (und dann auch, wer die Konsequenzen tragen kann), ist das kein Alpha-Problem des Spiels. Ähnlich ist das z.B. bei #ThisWarOfMine, bei dem nicht mal eine Identifikation der Spieler mit den Charakteren vorgesehen ist.

    Anders sehe ich das bei Spielen, in denen die Spieler nacheinander an der Reihe sind oder Aktionen z.B. an den Ort ihrer Spielfigur gebunden sind wie etwa bei #Pandemie. Hier kann ein Alpha-Spieler unmittelbar in die Züge anderer Spieler hineinreden. Das hat für mich eine andere Qualität und lässt sich bei Pandemie z.B. dadurch verringern, dass die Karten auf die Hand genommen werden (und man natürlich weiterhin darüber spricht, die Informationen aber nicht komplett offen liegen).

    Der Argumentation kann ich überhaupt nicht folgen. Ein Spieler kann es doch in beiden Fällen (vermeintlich) besser wissen und die Aktion für alle bestimmen wollen. Warum sollte das Problem kleiner sein, wenn man sich nicht mit Charakteren identifiziert oder etwas als Gruppe entscheidet? (Sollte man nicht vielleicht auch bei Pandemie etwas als Gruppe entscheiden?)

  • Ich bin der festen Überzeugung, dass das Alpha-Spieler Problem ein Spieler Problem ist keines des Spiels.

    Ja es gibt Spiele die das leichter machen oder mehr forcieren, wie zB Pandemic wo sogar die Handkarten offen sind und jeder alle Informationen hat und andere Spiele, wie z.B. Spirit Island das es sich zur Designaufgabe gemacht hat es dem Alpha-Spieler möglichst schwer zu machen durch hoch asymmetrische Geister.

    Am Ende ist es aber ein Spieler der sich dazu entscheidet sich als Alpha-Spieler aufzuführen.

    Ich verliere lieber und jeder hat seine eigenen Entscheidungen gemacht als das ich gewinne und Leute sage wie sie zu spielen haben. Natürlich gebe ich gerne mal Tipps aber es ist mir wichtig, dass jeder Spaß am Spiel hat und seine Entscheidungen trifft.

    Hier sollte man mMn auch einfach weniger auf's Gewinnen fokussiert sein als darauf, dass man Spaß hat. Wenn man nur Spaß hat wenn man gewinnt, ist das natürlich nochmal ne anderes Thema, das separat behandeln werden könnte. Denn das kann wiederum ein Problem von Koop spielen und wieso sie nicht unbedingt super geeignet sind um Neulings ins Hobby zu holen: hier kann manchmal ein Spieler das Spiel für alle verlieren und wenn die Gruppe damit ungünstig umgeht fühlt sich einer schlecht und die anderen sind angepisst und das hinterlässt einfach kein gutes Gefühl.

    Bottom-Line: Sei einfach kein Alpha-Spieler und gut is.

  • Und was ist mit den Schulter zuckenden Hab ich Euch doch gesagt Mitspielern? Sozusagen der wissende, aber bewusst nicht auf die beste Lösung beharrende Spieler?

    Das finde ich eine gute / spannende Frage. Ja, was ist mit denen?

    Auf der einen Seite ziehe ich mal den Vergleich in die Wirtschaft und zitiere

    Filmkritiker

    Bei "Filmkritikern"handelt es sich um Projektmitarbeiter oder andere Personen aus dem Firmenumfeld, deren Beitrag zum Projekt darin besteht, aufzuzeigen, was falsch gelaufen ist und was gut ist, die aber keine persönliche Verantwortung übernehmen, um sicherzustellen, dass alles gut geht.

    [...]

    Nicht alle Projektkritiker sind Filmkritiker. Der Hauptunterschied ist der Zeitpunkt der Kritik. [...] Sie treten vor und teilen ihre Gedanken [...] so früh wie möglich, weil Sie wissen, das Zeit immer knapp ist. [...] Filmkritiker schalten sich erst ein, wenn der Film fertig ist oder so kurz vor der Fertigstellung steht, dass keine Zeit mehr für Korrekturen bleibt.

    und auf der anderen Seite den erwähnten "Alpha-Spieler" als Gegenpol.

    Als Erfahrener Spieler in einem Spiel voller Anfänger stehst du im Konflikt, dass das gemeinsame Spiel mitunter erfolgreicher wäre, wenn du das Zepter an dich reißen würdest und Alpha-Spieler würdest.
    Auf der anderen Seite stehst du in der Gefahr, zum Filmkritiker zu verkommen. Ich denke, dass ist eine Gratwanderung und ich würde denken, in der Situation wäre es das beste, bei wichtigen Entscheidungen Kritik zu äußern und auf Optionen zeitnah hinzuweisen, aber die Gruppe auch ihre Fehler machen zu lassen und das Spiel nicht an sich zu reißen - zumindest nicht, wenn Sie nicht explizit um Hilfe fragt.

    Das bedeutet mitunter, dass man der Gruppe aus seiner eigenen Position zuschaut, wie sie auf den Eisberg zusteuert.
    Wenn du zuvor darauf hingewiesen hast, dass euer Boot nicht unsinkbar ist und dort Eisberge lauern und das Team das Risiko eingeht und / oder dich bspw. überstimmt hat: dann ist dem so.
    Ich würde das Spielerlebnis höher gewichten als das Spielziel die Mission zu gewinnen. Im Zweifel, wenn ich daran keinen Spaß habe, würde ich die Option wählen in der Runde dann mitunter nicht mitzuspielen / auszusetzen.

    Einmal editiert, zuletzt von Tyrfing (4. Dezember 2025 um 10:58) aus folgendem Grund: Typo

  • Spannend, dass #RobinsonCrusoe als Alpha-Spieler problematisch gesehen wird. Ich halte RC für das Paradebeispiel eines kooperativen Spiels mit vollständig offenen Informationen, das dieses Problem genau nicht hat, denn: Die Spieler führen ihre Aktionen gemeinschaftlich aus, und es ist nur für die Konsequenzen einer Aktion von Bedeutung, wessen Spielstein oben liegt, welcher Charakter also welche Aktion ausführt. Wenn sich die Gruppe nicht gemeinsam darauf einigen kann, welche Aktionen in einer Runde ausgeführt werden sollen (und dann auch, wer die Konsequenzen tragen kann), ist das kein Alpha-Problem des Spiels. Ähnlich ist das z.B. bei #ThisWarOfMine, bei dem nicht mal eine Identifikation der Spieler mit den Charakteren vorgesehen ist.

    Anders sehe ich das bei Spielen, in denen die Spieler nacheinander an der Reihe sind oder Aktionen z.B. an den Ort ihrer Spielfigur gebunden sind wie etwa bei #Pandemie. Hier kann ein Alpha-Spieler unmittelbar in die Züge anderer Spieler hineinreden. Das hat für mich eine andere Qualität und lässt sich bei Pandemie z.B. dadurch verringern, dass die Karten auf die Hand genommen werden (und man natürlich weiterhin darüber spricht, die Informationen aber nicht komplett offen liegen).

    Der Argumentation kann ich überhaupt nicht folgen. Ein Spieler kann es doch in beiden Fällen (vermeintlich) besser wissen und die Aktion für alle bestimmen wollen. Warum sollte das Problem kleiner sein, wenn man sich nicht mit Charakteren identifiziert oder etwas als Gruppe entscheidet? (Sollte man nicht vielleicht auch bei Pandemie etwas als Gruppe entscheiden?)

    Aus meiner Erfahrung mit beiden Spielen in derselben Gruppe macht das für mich einen erheblichen Unterschied.

    Dazu muss ich vielleicht konkretisieren, dass diese Gruppe quasi 2 Alpha-Spieler enthält: mich als AP-Spieler und einen Bauchspieler. Alpha nicht in dem Sinne, dass wir unsere Meinung unbedingt durchsetzen wollen, sondern in dem Sinne, dass es uns eher gelingt als den beiden anderen, Strategien und Pläne für das gemeinsame Spiel zu finden. Von den beiden anderen würde ich einen als Beta-Spieler einordnen im Sinn, dass er für eher kurzfristigere Pläne en par diskutiert, den anderen als Omega im Sinn "sagt mir bitte, was ich tun soll". Ein wenig so, wie roman777 es im Ausgangs-Post beschreibt.

    Bei Robinson Crusoe planen und diskutieren wir den Zug der Gruppe gemeinsam (das ist auch super thematisch für das Setting). Das funktioniert prima für alle, und niemand entscheidet allein über den Zug, auch nicht beide Alphas.

    Bei Pandemie ist dagegen nur jeweils ein Spieler am Zug. Die anderen geben vielleicht Ratschläge, die Entscheidung liegt aber beim Spieler. Nur Omega fragt immer wieder, was er tun solle. Auch wenn das in der Gruppe letztlich funktioniert und alle gemeinsam Spaß haben, ist mir diese direkte Hilfe eher unangenehm, und ich überlasse eine Antwort meist den beiden anderen.

    Mit diesen Erfahrungen habe ich die Pandemic Legacy-Spiele mit meinen Kindern (die sich glücklicherweise nicht wie Omega verhalten) wie oben genannt mit verdeckten Karten gespielt und damit ähnliche Erfahrungen in der Diskussion gemacht wie bei Robinson Crusoe. Die Regel sieht es aber anders vor.

    Aber natürlich macht jeder seine eigenen Erfahrungen.

    Disclaimer: Obige Einteilung ist weder wertend noch überheblich gemeint. Mein Eindruck ist, dass die Dynamik in Spielgruppen oft komplexer ist als ein Alpha-Spieler, der alles bestimmen will.

  • Genau, das Erleben der Gruppendynamik ist das, was das Koopspielen für mich so schön macht.

    Und um auf den Einangspost zu kommen: JA, zu viert ist RC immer wieder ein tolles Erlebnis. Und dank Sternenfahrer werde ich beim nächsten Spiel zu fünft den Hund spielen.

    Wichtig ist für mich beim Koop auch das verlieren. Wenn ich mir aber tatsächlich irgendwann Sorgen machen würde, dass die Kinder wegen zu vieler Niederlagen den Spaß an RC verlieren, unterbreite ich Ihnen natürlich mein besseres Wissen und erklär auch wo ich den Vorteil bei meinem Vorschlag sehe. Aber wenn sie das so nicht wollen und weiter verlieren und den Spaß an RC verlieren, dann ist das zwar schade, aber das muss ich dann akzeptieren.

    Oder man macht mal ne längere Auszeit von dem Spiel, vielleicht fallen ihnen dann bessere Lösungen ein?