Ehrlich gesagt: Ich kenne eigentlich keine Spiele bei denen ich das Glück als schlimm, zu dominant oder was ähnliches empfunden habe. Oder ich kann mich gerade an keins erinnern. (Zugegeben, mein Erinnerungsvermögen ist gerne mal löchrig wie Käse.)
Weil eigentlich alle komplexeren Spiele morgen das ab. Und zwar oft über mehrere Maßnahmen:
- Die Verteilungen der Zufälle sind prinzipiell bekannt
- Wenn es offene Auslagen gibt, kommen die Karten oft mit einem abnehmenden Preismechanismus ins Spiel. Das heißt, wenn nicht ein Spieler bereit ist viel für eine neue Karte zu bezahlen haben auch andere Spieler die Möglichkeit die Karte zu nehmen. Oder man hat Einfluss auf die Reihenfolge in der man was aus der Auslage erhält.
- Das Spielmaterial bietet in sich schon Diversifikation, man hat Multi-Use-Karten oder man kann Karten für einen Weltwunderbau (bekanntes Beispiel) verschwinden lassen.
- Riskante Aktionen mit Würfeln lassen sich ebenfalls oft abmildern. Entweder man macht die ziemlich oft (über die Zeit gleicht sich das aus) oder man kann die Anzahl der investierten Würfel erhöhen oder durch andere Investitionen die eigenen Chancen erhöhen.
Aber für mich ist der jeweilige Zufall halt auch Teil des Spiels. Die dabei verwendeten Verteilungen wichtiger Teil des Spieldesigns. (Quasi genau wie Workerplacement.) Oder um es noch deutlicher zu sagen. Zufall ist die eine Art von Unsicherheit, Interaktion mit den Mitspielern ist die zweite Art von Unsicherheit. Beides sollte ich in meinen spielerischen planen berücksichtigen. Denn erst die Unsicherheit macht das eigentliche Spiel aus. Ohne Unsicherheit wäre es ein Puzzle. Und weder Zufall noch Interaktion sind per se gut oder schlecht. Wichtig ist, dass am Ende ein guter Mix mit den jeweiligen Mechaniken dabei heraus kommt.
Und meiner Meinung nach gelingt das überwiegend und ich finde eigentlich im gesamten Spektrum Spiele die mir gefallen.