• Ich bleibe ja dabei, dass Path of Civilisations das m.E. gut in 1-2 Stunden hinbekommt, wenn man auf kriegerische Auseinandersetzung verzichten kann. Also eher solitär, aber dafür hatte ich bei wenigen Spielen dieser Komplexitätsstufe solche Civ-Vibes (also analog zum Computerspiel).

    Das auf jeden Fall, nur ist das kein „richtiges“ Ci-Spiel sondern „Kartenkauf und Ressourcenoptimierer“. Ich mag es aber auch! 😎

    Trotzdem hat man da aber mehr das Gefühl, am Ende eine Zivilisation zusammengebaut zu haben, als in Tapestry oder einer wundervollen Welt. Ging zumindest mir so. Aber wir sind uns ja einig dass es gut ist :).

  • Am Samstag eine Partie Undaunted: Battle of Britain zu zweit.

    Auch wenn hier der Bodenkampf durch den Luftkampf ersetzt wird, sind die Regelabweichungen zu Undaunted: Normandy sehr überschaubar. Undaunted ist ein taktisches Wargame, vom Komplexitätsgrad nochmal deutlich unter Combat Commander oder gar ASL, vom Spaßfaktor allerdings auch. Dafür haben die Platzhirsche halt kein Luftkampf-Modul. Für mich eine schwache 7/10.

    Gruß aus dem Münsterland
    Herbert

    ______________________________

    I'm old enough to know what's wise
    and young enough not to choose it

    2 Mal editiert, zuletzt von Herbert (3. November 2025 um 14:32)

  • Am Sonntag hatte wir wieder mal einen Spieletag. Gespielt wurde mit Pausen von12:00 bis 24:00 Uhr.

    Whispering Woods

    Das erste Spiel war Whispering Woods. Das Spiel kannte ich vorher nicht. Es geht bei dem Spiel darum farbig codierte Waldplättchen auszulegen. Diese wiederum geben Zielorte aus, die über bestimmte Plättchen erreicht werden müssen und daher benachbart zueinander gelegt werden sollten, so dass diese in der entsprechenden Reihenfolge abgelaufen werden können. Erreicht man den Zielort, kann das Plättchen als neuer Auftrag definiert werden und wird umgedreht. Das ursprüngliche Auftragsplättchen wird entfernt und liefert die angegebenen Punkte. Man kann dann weitere Ziele ablaufen, bis man einen der Aufträge nicht mehr erfüllen kann.

    Schafft man in einem Zug 2-5 Aufträge kann man sich eine Bonuskarte nehmen, die dann Extrapunkte gibt. Von diesen Karten liegt nur eine bestimmte Anzahl aus.

    Man spielt quasi Solitär, da keine Verbindung zu den Plättchen der Gegenspieler besteht. Das Spiel ist zwar sehr zugänglich, aber sehr anspruchsvoll. Gerade wenn man mehrere Aufträge nacheinander erledigen will.

    Freie Fahrt USA

    Bisher hatte ich nur Freie Fahrt (Europa) gespielt. Die Partie mit der USA-Version war meine erste Partie. Der Spielplan sieht aufgrund der farbigen Codierung schöner aus und ist auch zugänglicher, da diese mit den Auftragskarten übereinstimmt, so dass die Aufträge besser zugeordnet werden können, wenn man geografisch nicht zu bewandert ist.

    Das oftmals bemängelte Problem von Freie Fahrt (Europa), dass längere Strecken, bei wesentlich höheren Aufwand, genauso viele Punkte bringen, wie die kurzen, hat man durch die Ost-West-Verbindungen in Freie Fahrt USA zu lösen versucht, indem diese Extrageld geben. Dafür müssen aber die Auftragskarten in der Kartenauslage entsprechend liegen. In unserer Partie ist dies aber kein einziges Mal vorgekommen!

    Somit erhöht sich der ebenfalls von einigen bemängelte Zufallsfaktor bei der Kartenauslage noch einmal. Da finde ich die Lösung in Freie Fahrt (Europa) im Moment noch besser, da das Geld dort an den entfernten direkt ausliegt.

    Um das aber genau beurteilen zu können, muss ich Freie Fahrt USA noch ein- bis zweimal spielen. Insgesamt war es aber eine schöne Partie, die allen Spaß gemacht hat. Zu fünft hat sich das Spiel aber ganz schön in die Länge gezogen.

    Dice Town

    Da einige von uns gehen müssten, wollten wir noch ein etwas kürzeres Spiel spielen. Die Wahl viel auf Dice Town, zumal dieses Spiel aufgrund der einfachen Regeln und Spielmechanik sehr zugänglich ist. Im Grunde muss man nur Pokerkombinationen würfeln, um an den verschieden Lokationen auf dem Spielbrett den besten Wert vorweisen zu können, um Punkte durch Goldnuggets, Geld, Besitzkarten zu generieren, oder an anderen Orten Karten zu erhalten mit denen man den Mitspielern in die Parade fahren kann oder gar direkt wegzunehmen kann.

    Das Spiel kann dabei sehr fies als auch sehr lustig sein, wenn man mit der richtigen Spielergruppe spielt. Uns hat es jedenfalls wie immer sehr viel Spaß gemacht. Für mich ein Spiel, bei dem es nicht um das gewinnen geht, sondern einfach um Spaß zu haben.

    Great Western Trail

    Nachdem wir nur noch zu zweit waren, haben wir uns entschieden Great Western Trail zu spielen. Und das war die merkwürdigste Partie die ich je bei diesem Spiel erlebt habe!

    Auf dem Arbeitsmarkt wollten einfach keine Cowboys erscheinen. Das hatte ich so noch nie erlebt. Daher hatten wir ziemlich große Schwierigkeiten die Rinder auszuliefern. Nun sind mit Sicherheit keine Experten in dem Spiel und gibt garantiert noch andere Möglichkeiten sich in solchen Situationen zu behelfen. Ich konnte mir z. B. mit den temporären Zertifikaten und den Bahnhofplättchen, mit den dauerhaften Zertifikaten, ganz gut helfen, um die Anforderungen zu erfüllen.

    Wir hatten es auch lange nicht mehr gespielt. Vielleicht haben wir daher auch etwas falsch gemacht.

    Aber insgesamt war das ganze Spiel dadurch sehr zähflüssig. Wann wollte, aber man konnte nicht so richtig. Trotzdem ein wirklich sehr gutes Spiel, was natürlich wieder auf den Tisch kommt.

    Gipfel - Aufstieg in eisige Höhen

    Gipfel hatte ich mir erst vor ein paar Wochen gekauft und wollte es daher unbedingt auf den Tisch bringen. Das war eine spontane Entscheidung, so dass ich die Regeln vorab nicht studiert hatte. Obwohl die Regeln überhaupt nicht komplex sind, haben wir uns da wirklich durchgequält. Es war schon spät und die Konzentration ließ deutlich nach.

    Wie dem auch sei, wir hatten und für die kooperative Variante entschieden und diese mit Leichtigkeit gewonnen, so das wir uns gefragt haben, ob wir tatsächlich alles richtig gespielt haben.

    Das Potenzial dieses wirklich thematischen Spiels haben wir auf jeden Fall bemerkt. Wir werden das auf jeden Fall wieder auf den Tisch bringen und dann in Ruhe und Vorbereitung angehen.

    2 Mal editiert, zuletzt von Matjes (5. November 2025 um 09:18)

  • So, ich hatte mir ja vorgenommen, wieder regelmäßiger zu schreiben, und aktuell spiele ich auch sehr viel, damit ich die ganzen neuen Titel aus Essen auch zügig beurteilen kann.

    #MovingWild, solo
    Das macht mir solo total Spaß, obwohl es wirklich massiv glückslastig ist und ich selbst gegen den einfachsten Bot sehr selten gewinne. Wenn ich halt immer wieder 2 Elefanten oder Nilpferde auf der Hand habe, kaum Habitate bekomme und damit dem Bot bergeweise Punkte zuschustere, selbst aber nix legen kann, hab ich wenig Chancen. Aber das Spiel an sich macht mir einfach viel Laune, geht schnell, passt auf den Bürotisch für eine Mittagspause – richtig gutes Ding.

    #Froschreich, solo
    Bleibt ein schönes Spiel, auch solo. Hab mittlerweile auf unterschiedliche Frösche gespielt, auch mal viele Lebensräume platziert. Höchstpunktwert bisher sind 120 Punkte, damit kann ich schon ganz zufrieden sein, aber es geht noch mehr. Schnell gespielt, in der kurzen Zeit unterhaltsam, guter Solo-Modus, alles fein.

    #DieLetztenDroiden, solo
    Wunderschöne Optik und funktionales Design (Schachtel ist gleichzeitig Kartenspender und alles hat seinen Platz) treffen leichtes Enginebuilding und Punktesammeln. Dahinter steckt, wie man im Forum hier ja auch schon lesen konnte, ein relativ dünnes Spiel, wobei ich zu der gelobten 4er-Variante noch nichts sagen kann.
    Grundsätzlich bekommen wir jede Runde eine Karte mit einem Droiden und entscheiden dann lediglich, ob wir ihn zerlegen (wir erhalten Ressourcen), reparieren (wir erhalten die Karte) oder ihn ohne Belohnung ablegen und dafür einen der punkteträchtigen Haus-Droiden bauen möchten. Die Droiden, die wir für uns bauen, bringen uns mal Vorteile beim künftigen Zerlegen, mal bauen wir unseren Schuppen für mehr Lagerplatz aus, mal gibt es einfach nur Punkte fürs Spiel-Ende. Wir spielen durch 3 Jahreszeiten, die Droiden werden dann etwas stärker und teurer, und am Ende werden Punkte gezählt. Solo sammelt ein Bot ebenfalls Karten und punktet diese am Ende.
    Also viel dahinter ist da nicht, und solo hatte ich auch keinen großen Drang, mehr als 2 Partien zu spielen. Es gab noch eine Multiplayerpartie zu dritt, dazu berichte ich weiter unten :)

    #108Outlaws, solo
    Das Spiel beruht auf einer alten chinesischen Legende, laut der 108 verbannte Dämonen versehentlich freigelassen werden und sich als 108 Helden im Namen der Gerechtigkeit vereinen (oder so in etwa, bitte nicht so genau nehmen). Sie teilen sich in 72 „Earthly Fiends“ und 36 „Heavenly Stars“, und genau diese finden wir als 108 einzigartige Karten – was Gestaltung und Effekt angeht – im Spiel wieder. Dabei sind die „Heavenly“ Karten noch mit einem Goldschimmer versehen – mag mir auch die Grafik an sich nur so semi gefallen, qualitativ und optisch macht das durchaus was her. Daher war es mir die aufgerufenen 27.- Euro auch durchaus wert.

    Auch hier wollen wir wieder einmal unsere Handkarten durch Sammeln von Symbolen möglichst punkteträchtig in unsere Auslage ausspielen. Jede Runde entscheiden wir, ob wir unsere 2 Aktionspunkte ausgeben wollen, um Karten zu ziehen – entweder 2 aus der „earthly“, oder 1 aus der „heavenly“ Reihe. Letztere sind teurer, da sie uns mehr Symbole bringen und am Ende für bestimmte Symbol-Kombinationen punkten. Solo haben wir ein Handkartenlimit von 8, das multiplayer wegfällt. Wollen oder können wir keine Karten ziehen, spielen wir eine aus. Manche haben Bedingungen – andere Karten abwerfen, bestimmte Symbole schon in der Auslage, Karten in der Auslage müssen erschöpft werden u.ä., viele bringen dann aber auch Effekte mit – zusätzliche Karte ausspielen, Karte wieder aktiv machen etc. Am Ende unseres Zuges können wir noch eine Kampagne erfüllen, bedeutet einfach: die entsprechenden Symbole aktiv in der Auslage haben (und im Gegenzug danach erschöpfen). Die kleinen Kampagnen bringen 6-8 Punkte am Ende, die großen Kampagnen gerne mal 20. Danach haben wir aber erstmal jede Menge erschöpfte Karten, die uns im Spiel selbst erstmal nichts weiter bringen und die wir irgendwie wieder aktiv kriegen müssen.
    Sobald jemand 12 Karten in der Auslage hat, wird das Ende eingeläutet. Solo werden zwischenzeitlich noch Kampagnen entfernt und die Auslage getauscht, bei 12 Karten in der Auslage endet das Spiel am Ende des Zuges, man kann mit Hilfe eines Karteneffektes­ auch mehr Karten schaffen (durch den Effekt, Zusatzkarten auszuspielen). Dann werden die „heavenly“ Karten ausgewertet und die Kampagnenpunkte addiert.

    108 Outlaws bringt nichts wirklich neues mit, macht solo aber dennoch erstaunlich Laune. Es ist schnell gespielt, man muss kleine Entscheidungen treffen, und in der Symbolik ist man schnell drin. Die Karteneffekte wiederholen sich ja durchaus öfter, auch wenn die Kartensymbole dann vielleicht andere sind. Gefällt mir gut, Punkte sind auch noch ausbaufähig. Glücksfaktor muss man aber abkönnen, solo vor allem auch durch das Entfernen der Kampagnen – kann gerne passieren, dass nach dem vierten Zug quasi keine Kampagne mehr liegt und man die Punkte anders machen muss (was aber durchaus funktioniert).

    #Landgut, solo
    Bei Landgut bauen wir unseren kleinen Hof aus hübsch illustrierten Karten auf. Dabei haben wir zig Möglichkeiten, Punkte zu machen, und müssen uns im Laufe des Spiels immer wieder für neue Wege entscheiden.
    Ich hatte mir im Vorfeld die Regeln durchgelesen und es hatte mich direkt angesprochen. Viele Karten, viele Wege, viele Entscheidungen, ein bisschen Workerplacement, nette Grafik – klingt nach mir ^^ 2 Solo-Partien stehen bisher auf dem Zettel, reicht für einen kleinen Ersteindruck.

    In Landgut setzen wir jede Runde einen unserer Arbeiter auf ein freies Feld auf unserem Hof-Board. Dafür können wir dann neue Karten aufziehen, oder eben auch Karten ausspielen, indem wir ihre Kosten in Form von Sonnenstunden bezahlen. Karten können dabei alles mögliche sein – Tiere, Getreide, Obstbäume, Menschen die Produkte verarbeiten…. Diese Karten müssen in passende Gebiete gespielt werden – Tiere in den Stall, Menschen ins Haus, Weizen aufs Feld… Anfangs haben wir nur 3 Gebiete, können uns aber weitere holen. Jedes Gebiet hat auch ein Limit an Karten, die reingespielt werden dürfen.
    Viele Karten haben einen Soforteffekt. Zum Beispiel lege ich auf jedes Huhn direkt ein Ei, und wenn ich einen Hahn spiele, legt jedes Huhn, das ich habe, nochmals ein Ei. Spiele ich den Milchbauern, macht er mir aus einer Milch (die auf einer meiner Kühe liegt) direkt 3 Käse. Manche Karten, wie die Katze, lassen mich Karten ziehen usw.
    Das Ressourcenmanagement ist dabei ganz clever: ich habe zu Beginn 14 Körbe und 1 Geld (mit Geld kann ich fehlende Sonnenstunden bezahlen). Legt ein Huhn ein Ei, lege ich einen Korb auf das Huhn. Verkaufe ich später das Ei, drehe ich den Korb auf die Seite mit dem Geld. Leere ich den Korb, weil ich das Ei für was anderes benutze, kommt der Korb leer zu mir zurück. Simpel. Ich kann mir nicht mehr Körbe holen, ich muss schauen, dass ich sie irgendwie wieder leer kriege im Lauf des Spiels.
    Hier kommen die Aufträge ins Spiel. Da gibt es viele von. Zum einen legen wir zu Spielbeginn eine Reihe aus gemeinsamen Aufträgen aus. Diese werden zufällig gewählt und zusammengepuzzelt. Jeden Auftrag kann ich pro Partie einmal erfüllen – zum Beispiel muss ich 8 Geld abgeben, oder 4 gleiche Tiere in meinem Hof haben, oder eine bestimmte Menge von Waren abgeben können. Zur Belohnung gibt es Siegpunkte und manchmal noch einen Zusatzbonus – ein neues Gebiet, neue Karten, oder auch mal Geld.
    Des weiteren haben wir individuelle Aufträge auf unseren Gebieten – zum Beispiel muss ich 4 Eier abgeben, oder in genau diesem Gebiet müssen 3 unterschiedliche Personen liegen, oder oder oder. Hierfür gibt es dann auch Punkte.
    Die Erfüllung von Aufträgen zeigen wir mit kleinen Markern an, die wir von unserem Board nehmen und damit neue Plätze für unsere Arbeiter freischalten können. So können wir danach 2 Karten in einem Zug ausspielen o.ä.

    Statt Arbeiter einzusetzen, können wir den Tag auch beenden, dann machen wir alle Einsetzfelder wieder frei und bekommen noch eine Belohnung – zum Beispiel eine Marktaktion (Karte ziehen, Auslage tauschen, Ware verkaufen…). Auch hier können wir durch Abgabe von Auftragsmarkern neue Möglichkeiten freischalten. Am liebsten wollen wir das natürlich machen, wenn wir auch alle 4 Arbeiter eingesetzt haben. Bisher hat sich mir auch noch nicht erschlossen, warum ich früher schon den Tag beenden sollte, ich konnte immer alle 4 Arbeiter setzen und dann entsprechend erst zurückrufen.

    Sobald ein Siegpunkt-Marker die Ziellinie auf der Siegpunktleiste erreicht (29 Punkte) wird das Ende eingeläutet und dann am Ende von 2 weiteren Zügen geschaut, wer die meisten Punkte hat.
    Solo funktioniert komplett wie multiplayer, hat aber eine Zugbeschränkung: ich kann 5mal den Tag beenden, am Ende des 6. Tages zähle ich Punkte.

    Landgut gefällt mir sehr gut – es ist variabel, ich hab Lust die unterschiedlichen Punktewege zu erkunden, solo gibt es keinen extra Aufwand, ich mag die Mechanismen. Haken für mich: die Symbolsprache ist fiddelig und nicht selbsterklärend. Manche Symbole – wie die Kartenbeschränkung in den Gebieten – sind geradezu unverschämt winzig. Bis man sich in die Symbolik einfindet, dauert es auch ein wenig. Dazu kommt, dass ich in beiden Solo-Partien bisher in den hohen Punktekategorien rausgekommen bin, das nimmt immer direkt ein wenig den Reiz. Und für alle, die das stört: es ist solitär, man nimmt sich vielleicht die besten Plätze bei den Aufgaben weg, aber davon ab hat man wenig miteinander zu tun.

    Aber grundsätzlich ist das ein schöner Titel, angenehmes Spielgefühl, nicht zu grübelig, da die Startkarten eine Richtung vorgeben. Auch dieses mag ich :)

    #Oddland, solo
    Ich hab ein Faible für Spiele, in denen wir Karten mit Landschaftsfeldern in eine Auslage packen, angrenzend, oder auch überdeckend, weitere Karten anbauen und dabei Punktebedingungen erfüllen müssen. Dass Oddland noch dazu mit schrägen Tieren daher kommt (wie der „Owloose“, einer Mischung aus Eule und Elch, oder dem „Whalelephant“, einer Mischung aus – ihr ahnt es schon), die wir punkteträchtig platzieren wollen, gab einen weiteren Pluspunkt. Kleine Schachtel (etwas größer wäre schön gewesen, denn dann hätte die kleine Erweiterung noch reingepasst, so wird das nix), schöne große Landschafts- und Wertungskarten, und ein abwischbarer Punkteblock für die, die sowas nutzen (mit BG Stats ist er überflüssig). Die Tiere sind kleine Papp-Plättchen, mit echten Figuren wären es wohl keine 18.- Euro mehr gewesen ;)
    Das Spielprinzip ist super einfach: leg eine der beiden Landschaftskarten aus deiner Hand an, platziere eines deiner Tiere oder Pflanzen, ziehe auf 2 Karten auf. Fertig. Dabei gilt es aber natürlich, die Wertungskategorien der Spezies zu bedenken! Die eine möchte gerne in einer möglichst großen Wüste wohnen, der andere viele angrenzende Wasserfelder, und der nächste, der braucht Waldfelder in diagonaler Linie zu seinem Feld. Die Pflanzen bringen in der Basis-Variante selbst keine Punkte, sondern helfen beim Punkten für andere Spezies mit – oder blocken im Multiplayer-Spiel Gebiete, in die die anderen dann nichts eigenes mehr setzen dürfen. Ich glaube, Multiplayer wird das richtig fies, denn die Auslage ist eine gemeinsame. Ich kann mit meiner Karte also dem Gegner seine punkteträchtigen Felder einfach abschneiden, überplatzieren, oder ihm eine Pflanze vor die Nase setzen, die er grade gar nicht brauchen kann. Solo ist es dagegen ein knobeliges Puzzle, bei dem ich am Ende mit meinen Punkten eigentlich ganz zufrieden war, dann aber gesehen habe, dass ich am unteren Ende der Punktekategorien kratze xD
    Die Spezies haben noch eine andere Rückseite für mehr Varianz, so sind viele unterschiedliche Kombis möglich. Schönes Urlaubsspiel, und ich will das mal multiplayer ausprobieren.

    #ACarnivoreDidIt, solo
    Hier haben wir pure Deduktion vor uns. In 2.000 (!) Fällen versuchen wir, außer einer immer größer werdenden Menge von Verdächtigen den oder die Täter zu entlarven. Dazu müssen wir die Aussagen der Verdächtigen prüfen – wer lügt, wer sagt die Wahrheit? Der Fall gibt uns immer vor, wie viele Verdächtige im Spiel sind (von 3 bis 7), wie viele davon Täter sind (1-3) und wie viele Wahrheiten oder auch Lügen im Spiel sind. So sagt der Panther z.B., dass er es war. Der Hund aber sagt, der Täter war kleiner als er, was wiederum den Panther ausschließen würde. Der Pfau behauptet, dass einer der namensgebenden Carnivoren es gewesen sei – vielleicht will er aber auch nur von sich ablenken?! So gilt es, in jedem Fall die Aussagen zu analysieren und die eine richtige Lösung zu finden. Ob wir richtig geraten haben, verrät uns ein Blick durch die Rotfolie – hier kommt mein dicker Kritikpunkt ins Spiel: ich kann das oft sehr, sehr schlecht lesen. Mittlerweile habe ich rausgefunden, dass es mir hilft, ein Handyfoto zu machen, auf diesem erkenne ich die Zahlen oft besser. Ist aber natürlich umständlich.
    Das ändert aber nichts daran, dass ich schon sehr viel Spaß mit A Carnivore Did It hatte – ich habe auf den 20 Schwierigkeitsgraden mal die ersten Fälle durchgerätselt und alle geschafft, wobei mich Schwierigkeitsgrad 17 fast eine halbe Stunde und ein paar Nerven gekostet hat. Man kann es auch als Kampagne spielen, in 3 Schwierigkeitsgraden: immer 8 Fälle durchrätseln, und es gibt eine Sternewertung je nachdem, wie viel Zeit man gebraucht hat. Hab ich versucht, aber Zeitnahme stresst mich einfach.
    Absolute Empfehlung für Deduktions-Fans. Da das Spiel nur aus einem Kartenstapel und den Bögen besteht, ist es auch super für in den Urlaub.
    Beispielfall, damit man es sich vorstellen kann, Schwierigkeitsgrad 8/20, es gibt 1 Täter und 2 Wahrheiten.

    Lösung im Spoiler:

    Spoiler anzeigen

    Pferd, Nr. 6, ist der Täter; Pferd und Hund sagen die Wahrheit.

    Soooo, zusätzlich gab es noch einen Spielenachmittag zu dritt. Ich hatte meinen gelegenheitsspielenden Freunden im Vorfeld eine Auswahl der neuen Titel aus Essen geschickt und sie rein nach Optik und Bauchgefühl aussuchen lassen. Und alle Spiele haben es auch auf den Tisch geschafft =D

    #Skiwi
    Das kooperative Kartenspiel um eine skifahrende Kiwi hatte im Vorfeld schon für Spaß gesorgt und wurde als erstes ausprobiert. Ich hatte ja schon eine eher maue Solo-Erfahrung, und diese hat sich auch multi nicht verändert. Also wir hatten Spaß, aber halt weil wir es waren, weil wir rumgequatscht haben – das Spiel lässt auch einfach so viele kleine Regelfragen offen, das kommt wohl nie wieder aus dem Regal.

    #Pilgrims
    Das hatten sie sich sofort aufgrund des Covers ausgepickt – und es wurde das Highlight des Tages. Da die beiden seltener spielen, hat es mit Regelerklärung länger gedauert, als es dem Spiel eigentlich guttut, aber das wiederum fällt dann eher nur mir als Vielspielerin auf. Wir hatten sehr viel Spaß beim Karten sammeln, Symbole für Abenteuer wieder ausgeben und dem Aufrüsten unserer kleinen Abenteuertruppe. Es war auch einfach schön, den beiden anderen beim Entdecken des Spiels zuzuschauen.
    Zu den Mechaniken hatte ich ja schon ausführlicher geschrieben - Pilgrims gefällt mir solo und multiplayer richtig gut, man darf nur nicht mehr erwarten, als es ist.

    #Froschreich
    Auch das war ein Riesenerfolg. Frösche ins Raster spielen, um sie bestens zu punkten, dazu noch die Nahrungsquellen aufwerten, das hat allen gut gefallen. Ich konnte auch wieder unter Beweis stellen, dass ich ein wahrer Profi bin, als ich am Spiel-Ende festgestellt habe, dass ich mir mit einer der letzten Karten einfach mal meine 45-Punkte-Frosch-Familie zerschossen habe. Das ganze Spiel über drauf geachtet, dass es nur 3 Arten an Fröschen sein dürfen, und dann am Ende eine vierte reingelegt mit den Worten „Ach, 5 Punkte ist besser als nix.“ Ganz großes Kino! xD:lachwein: Wir haben herzhaft gelacht, und ich hab haushoch verloren.

    #DieLetztenDroiden
    Das war witzig. Ich hatte ja null Erwartungen nach meinen Solo- (und damit 2er-)Partien, hab aber natürlich nichts vorher gesagt, sondern wir haben einfach drauf losgespielt. Zu meiner Überraschung hat das richtig Spaß gemacht, den beiden anderen noch etwas mehr als mir, aber auch ich fand es richtig gut. Und das lag nicht daran, dass es 3 Spielende waren, denn da läuft das Spiel absolut gleich. Es ist auch immer noch banal. Vielleicht lag es einfach daran, dass ich um 22 Uhr erst mit der Regelerklärung angefangen habe, und es für diese Uhrzeit dann grade das richtige war. Wir haben auch wirklich sehr viel gelacht – am Anfang, als ich erklärt habe, dass man die süßen Droiden zerlegen kann, wurde das mit einem bedauernden „Oh neeeiiin, die sind aber so niedlich!!“ quittiert. Im späteren Verlauf des Spiels wurde daraus dann erst „ich mach ihn klein“, und dann „zerhack das Ding!!!“ xDxD
    Also was auch immer es war – das war ein toller Abschluss und richtig unterhaltsam.

    Somit war der Spielenachmittag ein voller Erfolg :)


    So. Ich setze mich mal wieder an meine Essen-Neuheiten, um zu schauen, was davon einen dauerhaften Regalplatz belegen darf. Bisher wird es eng ^^ Euch allen eine schöne Spielewoche!

  • Gut gesehen! Ist mir ein paar Tage später auch aufgefallen! Ich habe mich beim Aufbau sogar gewundert, die Symbole aber nicht wahrgenommen und es selbst erst durch ein anderes Bild gerafft. Hatte noch einen anderen Regelfehler in der Partie: Die Felder die einem mehr Karten ziehen lassen sind erst aktiv, wenn ein Plättchen und Straße angrenzt. Ich dachte man bräuchte nur eins von beidem.. das war ein ziemlicher Vorteil - sieht man im Bild links in meinem Schlaraffenland. Ganz so glorreich war die Erstpartie dann doch nicht. :crying:


    Wie findest du das Spiel? Ich mag es sehr, gleichzeitig finde ich es schon schwer - wenn man hohe Punktzahlen erreichen möchte. Bei mir löst es dann schon harte AP aus. Hab es bisher nur solo gespielt und da lass ich die AP dann auch zu.

    Dat is, wat dat is. Weer dat anners, weer dat nich so, wie dat is. Wenn man nix ännert, blifft dat ook so.

    3 Mal editiert, zuletzt von GonzoHeart (14. November 2025 um 21:50)

  • Gut gesehen! Ist mir ein paar Tage später auch aufgefallen! Ich habe mich beim Aufbau sogar gewundert, die Symbole aber nicht wahrgenommen und es selbst erst durch ein anderes Bild gerafft. Hatte noch einen anderen Regelfehler in der Partie: Die Felder die einem mehr Karten ziehen lassen sind erst aktiv, wenn ein Plättchen und Straße angrenzt. Ich dachte man bräuchte nur eins von beidem.. das war ein ziemlicher Vorteil - sieht man im Bild links in meinem Schlaraffenland. Ganz so glorreich war die Erstpartie dann doch nicht. :crying:


    Wie findest du das Spiel? Ich mag es sehr, gleichzeitig finde ich es schon schwer - wenn man hohe Punktzahlen erreichen möchte. Bei mir löst es dann schon harte AP aus. Hab es bisher nur solo gespielt und da lass ich die AP dann auch zu.

    Erstpartie (bei mir 150 Minuten, 193 Punkte) immer Lernpartie 😁

    Grade meine 2. Runde gespielt, die ging deutlich schneller (100 Minuten, 256 Punkte).


    Eine Regelfrage hab ich: zählen Automated Cards noch zu den ausgespielten Karten? Im Regelbuch hab ich nichts dazu gefunden, ich hab es so gespielt, dass sie nicht gezählt haben.

    Ich mag Sweet Lands wirklich sehr gerne, hohe Punkte sind aber echt nicht so einfach zu erreichen. Vor allem der Bau von Gebäuden kann große AP auslösen, da man dadurch viele Kettenzug-Möglichkeiten hat. Die vorhandenen Belohnungen auf dem blauen Board beeinflussen natürlich auch stark die Punkte, genau wie die gezogenen Karten.

    Im Solo Spiel finde ich die ziehe 2 Karten-Aktion irgendwie langweilig, da man sie immer nutzen wird, wenn der Bot diese nicht sperrt.

    Im Multiplayer wird das Tempo kosten und eventuell besetzen andere dann deine Worker-Placement Felder, im Solo Spiel hat man ja alle Zeit der Welt.


    Insgesamt ist Sweet Lands für mich eines der besten Spiele 2025, wenn nicht sogar das Beste. Für mich konkurrieren da 3 sehr unterschiedliche Spiele miteinander, weshalb das schwer zu sagen ist (Sweet Lands, Hollow Pact (Playtesting) und Primal - The Awakening).


    Am Mittwoch kommt dann die erste Runde zu 3., ich freu mich schon.

    Einmal editiert, zuletzt von Momo95 (15. November 2025 um 09:58) aus folgendem Grund: Kleinen Fehler bei der 2. Partie gefunden, brachte mir 7 Punkte mehr

  • Eine Regelfrage hab ich: zählen Automated Cards noch zu den ausgespielten Karten? Im Regelbuch hab ich nichts dazu gefunden, ich hab es so gespielt, dass sie nicht gezählt haben.

    Wäre dem nicht so, würde es sicher in den Regeln stehen. Es steht ja geschrieben: "You can only automate a card after playing it". Also du musst sie ja spielen, um sie zu automatisieren. Würde das dazu führen, dass sie nicht mehr als gespielt gilt, müsste es dort stehen. Zusätzlich wird ja noch mit einem roten Kastrn darauf hingewiesen, dass man die Karte danm so unter das Playerboard schiebt, dass nur der Effekt und die Sweettags zu sehen sind. Es zählen ja auch nur Tags gespielter Karten.


    Übrigens werden nur Terrainfelder gedreht an deren Kanten mind. eine Straße verläuft. Ecken zählen leider nicht :crying:

    "Edges"ist da bisl tricky und mit Corner nicht zu verwechseln. Ist mir so passiert.

    Dat is, wat dat is. Weer dat anners, weer dat nich so, wie dat is. Wenn man nix ännert, blifft dat ook so.

    4 Mal editiert, zuletzt von GonzoHeart (15. November 2025 um 12:01)

  • Wäre dem nicht so, würde es sicher in den Regeln stehen. Es steht ja geschrieben: "You can only automate a card after playing it". Also du musst sie ja spielen, um sie zu automatisieren. Würde das dazu führen, dass sie nicht mehr als gespielt gilt, müsste es dort stehen. Zusätzlich wird ja noch mit einem roten Kastrn darauf hingewiesen, dass man die Karte danm so unter das Playerboard schiebt, dass nur der Effekt und die Sweettags zu sehen sind. Es zählen ja auch nur Tags gespielter Karten.


    Übrigens werden nur Terrainfelder gedreht an deren Kanten mind. eine Straße verläuft. Ecken zählen leider nicht :crying:

    (Along) "Edges"ist da bisl tricky und mit Corner nicht zu verwechseln. Ist mir so passiert.

    Für die gespielten Karten hätte das bei mir wenig Unterschied gemacht, danke dir.


    „When 1 or more edges of a hex with a Terrain Tile are occupied by Road Tokens, flip the tile immediately.“ ich dachte wirklich, Edges sind die Ecken 😅


    Die weitere Diskussion verschieben wir vielleicht in den passenden Thread.

    Einmal editiert, zuletzt von Momo95 (15. November 2025 um 11:41)

  • Ich packe die nachgetragenen Berichte aus 9 Tagen Spiele-Treff in Rotenburg an der Fulda mal hierher.

    Alles anders diesen Herbst beim Spiele-Treff. Erstmals seit wir dabei sind, fiel die Herbstwoche nicht mit den bayerischen Herbstferien zusammen, so dass definitiv eine Teilnahme der inzwischen beiden schulpflichtigen Kinder zu deren großer Enttäuschung ausfiel. (Zum Glück hatte meine Frau frühzeitig den Weihnachtswunsch bei ihren frisch verrenteten Eltern platziert, diese mögen doch in dieser Woche die Kinder bei uns daheim betreuen. Das hat auch sehr gut funktioniert.)

    Zudem ungewollt am Startwochenende ein Overlap mit Essen. Die Planung des Spiele-Treffs mit Sicherung der Hotelkapazitäten findet deutlich früher statt als die Terminierung der SPIEL, so dass man manchmal einfach Pech hat. Nach dem Messestress waren daher viele Verlagsmitarbeiter und Autoren leider nicht vor Ort (been missing you darkpact) - aber einige schon, etwa Thygra mit dem Pegasus-Team oder Stefan Feld und Jens Merkl.

    Samstag

    Wir kamen am Samstag wie üblich ca. 5 Minuten nach Ende der allgemeinen Begrüßung im Hotel an; das Schreiben der To Do Liste mit allen unterwöchigen Terminen für Oma und Opa hatte offensichtlich zu lange gedauert (naja, und >400km Anfahrt dauern halt auch etwas). Neuheiten waren da noch nicht vor Ort - ich hatte auf die schon vorab verfügbaren Forestry und/oder The Druids of Edora gehofft und schon mal brav Regeln gelesen, damit man die auch spielen kann. (Lehre aus vielen Jahren Spielereise: Im Zweifel ist niemand greifbar, der Neuheiten erklären kann. Man wird als Mitspieler ungleich populärer, wenn man die Regeln kennt.) Aber ältere Jahrgänge haben auch schöne Spiele.

    Und so gab es eine Viererrunde #MenNefer , zwei Dreierrunden #Blockers und zwei Fünferrunden #13Wörter (allesamt aus unserem mitgebrachten Bestand, allesamt auf ihre Weise hervorragende Spiele) sowie eine Fünferrunde #OneRound , die mal wieder unter Beweis stellte, dass man unter Druck am besten arbeitet - wir hatten frühzeitig drei Leben verratzt und mussten dann den Großteil des Spiels gegen die Zeit und ohne Reserveleben nur noch Treffer generieren, was aber wunderbar funktionierte. Offenbar ist Overthinking ein Problem unserer Runde gewesen ... Trotzdem hat meine Begeisterung für One Round abgenommen - mit etwas Pech muss man sich immer tiefer in die Verfeinerung der schmalen Spanne zwischen zwei eh schon eng verwandten Begriffen eingraben, bis zu einem Punkt, wo es fast reines Guesswork wird.

    Sonntag

    Am Sonntag gab es dann eine Vielzahl v.a. kleinerer Spiele. Wir starteten mit #Spektakulär zu sechst, das sich allerdings als gar nicht so spektakulär herausstellte (der Titel leitet sich vom lateinischen Wort für Ausblick ab und hat mit einem Spektakel nichts zu tun). Wir draften eine Auswahl aus Würfeln und Plättchen und versuchen dabei, die richtigen Plättchen mit den richtigen Würfeln punkteträchtig zu aktivieren. Am Ende des Tages müsste man hier, um das gut zu spielen, die weitergereichten Tableaus aller Spieler ständig analysieren, um im Blick zu halten, welchen für einen selbst interessanten Würfel und Plättchen zu einem durchkommen werden bzw. könnten. Verzichtet man auf diese AP-anfällige Analyse nach jedem Zug, so dominiert Gevatter Zufall. War als Spiel OK, aber definitiv kein Highlight.

    #TrailsOfTucana in selber Sechserrunde war gewohnt nett, v.a. wenn man Synergien beim Wegenetz gut nutzen kann.

    #TheGang in anderer Sechserrunde und mit der Variante mit 3 Pocket Cards (weil da einfach mehr passiert als bestenfalls mal ein Pärchen) und immer ohne jegliche Sonderkarten brauchte erstmal einen 1:3 verlorenen Durchgang, damit wir uns als Team eingrooven konnten. Die beiden versierten Pokerspieler am Tisch taten sich ein bisschen schwer damit, offen die Qualität ihres Blattes darzustellen. Und manche Hände sind einfach so nah beieinander, dass es Quäntchen Glück dazu gehört. Im zweiten Durchgang lief das besser, nach dem 3:2 Sieg spielten wir auch noch eine Extrarunde und gewannen diese auch noch. Von The Gang scheint demnächst eine XL-Variante für bis zu 10 Spieler auf den Markt zu kommen. Ich vermute, diese wird bei uns einziehen.

    Dann kamen mit Ende der SPIEL die ersten Messebesucher zur nachgelagerten Spielewoche an und mit ihnen auch die ersten Neuheiten. Und so gab es direkt das vorbereitete #TheDruidsOfEdora zu viert. Dieses lässt mich noch etwas kopfkratzend zurück. Einerseits ist es durchaus reizvoll, seine Würfel zu managen und sie als Netzwerk durch den Waldplan auszubreiten. Andererseits ist das ganze doch sehr kleinteilig und tendenziell nicht sehr übersichtlich (hinsichtlich der Siegpunktsymbole war ich schon vorgewarnt, die haben uns keine Probleme bereitet). Beim Wettrennen um die Dolmen scheint bevorteilt, wer Startspieler ist, da die zu überbrückende Distanz ja immer für alle gleich groß ist. Enthält der einmalige Würfelwurf zu Beginn nicht hinreichend viele hohe Zahlenwerte, so fällt mir schwer, eine Vorgehensweise mit Siegchancen zu sehen (ich wette, es gibt sie) - sowohl beim Besetzen der Felder als auch beim Scoren für die Schlusswertung wird immer der Spieler mit dem hohen Würfelwert im Vorteil sein und Punkte machen. Dies scheint mir durch die preiswerteren Einsetzkosten niedrigerer Würfel schwach kompensiert. In Summe hatte ich mit dem Spiel weniger Freude, als ich damit haben wollte, und auch der Wiederspielreiz hielt sich leider in Grenzen. Trotzdem würde ich eine Gelegenheit für eine nochmalige Partie nutzen.

    Anschließend gab es #LUMEN (bzw. da mit unserem französischen Exemplar gespielt, #LUZ [was mir als Titel besser gefällt]) in selber Viererrunde. Ein Stichspiel, bei dem man die aufsteigend sortierten Karten nur von hinten sieht und damit die Farbe kennt und weiß wo man niedrige und hohe Werte einer Farbe hat - aber nicht ob die beiden gelben Karten nun 1 und 2 oder 9 und 10 sind. Ein wenig kann man das einschränken, da man die Blätter der Gegner sieht, aber immer sind auch Karten zufällig nicht im Spiel, so dass einige Fragezeichen verbleiben. Hier versucht man nun, die Zahl der eigenen Stiche möglichst korrekt vorherzusagen, wobei man punktemindernd bis zu einem Chip dazu nehmen kann, der für 0 oder 1 Stiche steht. So spielt man über 4 Runden, wobei jede Runde mehr Punkte vergeben werden als in der Runde zuvor. Das ist ein bisschen Chaos, ein bisschen Logik und ein bisschen Glück. Mir hat es gut gefallen, Empfehlung.

    #ClicketyClack zu viert ist ein schnelles Roll 6 Write im Geiste von Qwixx. Hier nimmt man einen Würfel aus dem Pool, summiert ihn mit einem im Pool verbleibenden Würfel und trägt das Ergebnis in eine von mehreren Reihen ein, so dort erlaubt. Das hat eine ganz hübsche interaktive Komponente, da man manchmal beeinflussen kann, dass für die Mitspieler nix Verwertbares mehr liegen bleibt, und die Reihen haben die Gemeinheit, dass sie zwar generell nach rechts hin wertvoller werden, aber auch 0 Punkte Felder enthalten - und ist die letzte Zahl in einem 0 Punkte Feld, ist die Zeile eben auch nur 0 Punkte wert. Hat gefallen, war evtl. einen Ticken zu lang.

    #2Win zu fünft war sehr sehr unspektakulär - wir legen Karten zu zweistelligen Zahlen ab und versuchen, immer noch eine höhere Zahl legen zu können. Wer zuletzt ausscheidet hat gewonnen. Verzichtbar.

    #PawsUp zu viert ist sogar ein Knizia, mit grausigem Instagram-Postings-Thema und süßen Tierwelpen-Illustrationen. Wir tauschen Karten und versuchen so, drei Gleiche in bestimmten Kategorien zu kriegen, um Aufträge schneller zu erfüllen als die Mitspieler. Die Karten geben wir nicht ab, sondern müssen von da aus weitertauschen, um den nächsten Auftrag zu erfüllen. Ich fand es belanglos, meine Frau richtig schlecht. Auf jeden Fall auch verzichtbar.

    #DieGlorreichenGildenVonButtonville zu viert wurde uns erklärt und mit einer zufälligen Zusammenstellung der enthaltenen Sets (man nannte uns drei Namen, wir wählten einen aus, usw.) gespielt. Letztlich versuchen wir, eine möglichst punkteträchtige Auslage hinzubekommen, dazu muss man die Karten in ihrem Zusammenwirken lesen und ein bisschen Glück haben, dass direkt vor dem eigenen Zug gute Karten in den Markt gelegt werden. Kann man schon mal spielen, hat jetzt aber auch keinen "Nochmal!"-Reiz ausgelöst.

    #Waffelzeit aus unserem Bestand zu viert ist ein fluffiger Absacker, bei dem man paarweise Früchte und Sahne auf seinen Waffelplan legt und dabei versucht, bestimmte Strukturen zu bauen, denn dann darf man punkteträchtig Sirup auf die Früchte legen. Da muss man schon ein bisschen vorausschauend spielen, gefällt mir wirklich gut und sieht überdies sehr sehr lecker aus.

    Außerdem gab es abends noch eine große Runde #TimesUp , in der meine Frau wie gewohnt klagte, nicht mit mir in einem Team zu sein, weil ich doch alle Leute kennen würde (was stimmt), um dann mit ihrem Team unseres zu überrollen. Egal, immer wieder ein Fest.

    Montag

    Wir begannen mit #Forestry zu viert, hatte ich ja schließlich vorbereitet. Ein sehr schönes Spiel, ich finde es thematisch auch sauber und nachvollziehbar (ein Gebiet wird beim Ernten halt nicht kahl geschlagen, sondern man entnimmt einen Teil der Stämme und darf dann erst wieder an anderer Stelle im selben Gebiet weitere Stämme entnehmen, wenn man aufgeforstet hat) und man hat interessante Entscheidungen zu treffen. Zum Ende des Spiels hin und speziell in Situationen, wenn Mitspieler Felder blockieren, führt der Aktionspunktmechanismus aber leider zu erheblicher Downtime. wer das abkann, wird mit einem gelungenen Spiel belohnt. Wir haben dabei noch mit den identischen Seiten der Charaktere gespielt, dabei aber schon Bonustäfelchen A genutzt. Empfehlung.

    Danach nochmal #LUMEN / #LUZ zu viert.

    Anschließend wurde uns #Kavango erklärt und zu viert gespielt. Holla, das braucht mal Tischplatz für die Kartenablage jedes Spielers. Ansonsten ist das eine sehr schön gestaltete Mischung aus dem Drafting und dem Sammeln von Ressourcenvoraussetzungen bei 7 Wonders und den Tierkategorien von Flügelschlag (aber ohne Karteneffekte). Wertungstechnisch spielen wir in jedem der 3 Durchgänge primär darauf, vier ausliegende Aufträge zu erfüllen, was jeder Spieler für volle Punkte tun kann - je größer der Erfüllungsgrad, desto mehr Punkte und Geldwürfel, die wiederum Voraussetzungen freischalten können. Das ist oberes Familienspiel- bzw. unteres Kennerspielniveau, spielt sich sehr fluffig und macht Spaß. Empfehlung. Manko eben nur der immense nötige Platz auf 2 mit der schmalen Seite aneinandergestellten Tischen.

    Ich hatte mir unterdessen #Kilia angelesen, das gab es dann zu viert. Die große Box täuscht dabei ein komplexeres Spiel an, als eigentlich drin steckt, das ist eher zu vergleichen etwa mit einem Speicherstadt oder so. Dabei braucht der Mechanismus eine Weile, bis er ans Laufen kommt, und gerade in den ersten Zügen ist man schon sehr vom Zufall abhängig, was so auf den ersten beiden Kartenplätzen liegt, denn anderes kann man sich eh nicht leisten. Schönes mittleres Spiel, Empfehlung.

    Dann unser #FunkenschlagKartenspiel zu dritt aus unserem Bestand. Ich bleibe dabei, dass hier das Spielgefühl des großen Bruders hervorragend eingefangen wird, obwohl man sich aufs Kraftwerke ersteigern und Ressourcen kaufen und verheizen beschränkt und keinen Plan und keine zu bauenden Häuser hat. Zudem ist es weniger Mathe-Hausaufgabe, da man mit sehr viel kleineren Zahlen rechnet. Hat für uns den großen Bruder verdrängt.

    Dann nochmal #Waffelzeit zu dritt und #TheGang zu sechst, und in einer Zehnerrunde #MatchMeIfYouCan. Das ist ein ganz großartiges Spiel, indem absurde Fragekarten in Familienduell-Manier vorgelesen werden ("Wir haben 9 Möwen gefragt, um welchen Snack beneidest Du Touristen am meisten?"). Jeder notiert geheim seine Antwort mit dem Ziel, unter den anderen Mitspielern mindestens einen mit derselben Antwort zu finden. Wir wollen also matchen. Wer trifft, jubelt und bleibt im Spiel, die anderen scheiden vorübergehend aus und tippen in den Folgerunden zunächst nur, ob die anderen mindestens ein Match hinbekommen oder nicht. Gespielt wird immer im Zyklus Kartenstapel A, Kartenstapel B, Kartenstapel C, Kartenstapel A usw. Immer wenn es wieder zu Stapel A geht, sind alle wieder als Schreiber dabei - hervorragend umgesetzt. Insgesamt für mich ein Highlight bei den Großgruppenspielen, mit viel Spaß und Hurra - nur Zahlenfragen schienen bei versierten Brettspielern nicht zu funktionieren, da zu schnell alle auf genau einen festen Wert eingenordet sind. Aber die Fragen kann man ja überspringen. Volle Empfehlung.

    Dienstag

    Wir wurden gebeten, eine Runde #SETI ohne Erweiterung zu erklären und mitzuspielen. Das war wieder eine Freude. Ich sehe keinerlei Bedarf an Schnellstartkarten, gerade das initiale Ausbreiten macht für mich einen wesentlichen Teil des Reizes bei SETI aus. Die asymmetrischen Fraktionen haben mich beim Durchlesen eher kalt gelassen, die neuen Aliens interessieren mich. Vermutlich wird das mal ein Gelegenheitskauf werden, aber SETI trägt auch als Grundspiel vollauf.

    Dann 2x #Brilliant zu dritt, sehr schönes Roll & Write mit einem Spielgefühl in der Nähe von Nochmal! Das wird sicherlich gelegentlich erworben.

    Nochmal #Kilia zu viert, weiterhin sehr schön.

    #ArtenGarten zu fünft hat uns etwas zwiegespalten zurückgelassen. Die Vereinfachungen sind schon gelungen, andererseits ist der Glücksanteil doch erheblich gestiegen. Wollen die für Dich zugänglichen oder verdeckt gezogenen Plättchen nicht zusammen und zu den Zielen passen, wirst Du auf keinen grünen Zweig kommen. Und auch Tier und Partner zu kriegen ist reines Glück. Wir hatten in jeder Partie einen Runaway Leader, das ist schon frustrierend. Trotzdem gefällt die niedrigere Einstiegshürde. Kaufreiz verspüre ich aber nicht.

    #OhMyWord zu sechst hat mich gestresst. Es wird ein Timer rumgereicht, der nach wechselnd großen Intervallen ein Signal gibt. Ist er dann gerade bei Dir, musst Du Minuspunkte nehmen. Weitergeben darfst Du ihn aber nur, nachdem Du einen Buchstabenchip gezogen und auf dem ausliegenden Kategorienteppich eine Kategorie unter Nennung eines zur Kategorie passenden Wortes mit dem gezogenen Anfangsbuchstaben genannt hast. Eigentlich bin ich gut in so was. Aber nicht mit dem Timer. Absoluter Brainfreeze. Spannende Spielerfahrung, aber ich bin zu schlecht darin um es zu kaufen.

    #LaCuenta zu sechst ist ein kleines Ärgerspiel mit Witz - wir spielen Tapaskarten in die Mitte, bis irgendwann jemand nicht spielen und sich auch nicht via Toilettenkarte aufs Klo verdrücken kann, der kriegt die Rechnung aufgeschrieben. Wer zuerst sein Budget aufgebraucht hat, hat verloren. Ist ganz witzig, besser wird es aber, wenn man Rotwein nicht nur als Karte ausspielt, sondern auch dazu trinkt.

    Mittwoch

    An diesem Tag gab es nur drei große Spiele und nix Kleines.

    #Aquaria zu dritt. Regel hatte ich irgendwann nachts um halb drei beim Schlafengehen gelesen, man muss ja sehen wo man bleibt. Wir puzzeln unser Aquarium voll, versuchen dabei die Regler oben und rechts in den für den Durchgang korrekten Farbbereich zu kriegen und müssen dabei schauen, dass wir genügend Sauerstoff (= Geld) und Perlen (= Aktionsverstärker) bekommen, um handlungsfähig zu bleiben. Durchaus schöne Mechanismen, fühlt sich dennoch begrenzter an als bspw. ein SETI vom gleichen Autor. Würde ich wieder mitspielen, aber ist vermutlich auch kein Kauf.

    Nochmals #Forestry zu viert, wieder gut, wieder lang.

    #MondbasisShackleton zu viert wurde uns erklärt, und wir sahen erstmal gar kein Land. Die Mehrheiten auf dem Mond gingen dahin, immerhin konnte ich als letzter Spieler der ersten Runde mehrere Mehrheiten noch so drehen, dass ich zahlreiche Männchen bekam, von denen ich den Rest der Partie zehren konnte. Ab da fokussierte ich mich voll auf die Weltraumtouristen, holte in Runde 2 stolze vier Karten und brachte diese Punkteengine voll zum Laufen. In der letzten Runde schaute ich dann, dass ich auch bei den anderen beiden Companies noch ein wenig mitmischen und niedrige Boni abgreifen konnte. Völlig überraschend reichte das zu einem knappen Sieg vor meiner ebenfalls im Dunkeln tappenden Frau, die eine andere, fast genauso erfolgreiche Extremstrategie fuhr. Merke: Bauwerke auf dem Mond sind nur Mittel zum Zweck, man muss nicht viel bauen, sondern nur das richtige. Aber das fühlte sich insgesamt schon sehr nach Arbeit an, das schränkt die Begeisterung etwas ein. Trotzdem, schönes Spiel, gerne mal wieder.

    Donnerstag

    Am Mittwoch hatte ich entdeckt, dass genau 1 Exemplar von #Orloj vor Ort war. Also nachts die Regel draufgeschafft und dann zu dritt mit Spielteufel ausprobiert. Leider hatte ich noch einen Halbsatz übersehen, so dass wir die Apostelräder nach Apostelkauf nicht weiterdrehten, wodurch unsere erste Runde SEEEEEHR lange dauerte (bis kurz vor Spielende). Am sonstigen Spielgefühl änderte der Fehler aber nicht, wie wir tags drauf in der Zweitpartie feststellen konnten. Insgesamt gefällt das Spiel mit seinem Rondell-Mechanismus gut, die Illustration ist natürlich toll - aber so richtig neu und anders ist nichts, was man hier tut. Bin also noch im Zwiespalt, würde aber auf jeden Fall wieder mitspielen.

    Anschließend musste ich den vielen langen Nächten (meist ist man nicht vor 3 im Bett, eher noch später) Tribut zollen und einen Mittagsschlaf halten. Abends spielten wir das japanische Spiel #RailwayBoom zu viert, aka Versteigerung - Das Spiel. Wir versteigern Lokomotiven und Waggons, wir versteigern das Recht zum Schienenbau, wir versteigern das Recht zum Platzieren auf Endwertungskarten, und dabei zahlen wir jedes Mal mit anderen Ressourcen, die wir eigentlich noch brauchen um zu bauen oder unsere Lok fahren zu lassen. Eigentlich reizvoll, aber die zu versteigernden Startstädte für den Schienenbau sind rein zufällig auf dem Plan verteilt, so dass man keine Chance hat, irgendwie zu planen, dass man seine separaten Netzteile verbinden und vielleicht einen der ausliegenden Streckenaufträge erreichen kann. Auch die ausliegenden Loks in Runde 1 können einen schon fast aussichtslos zurückwerfen, wenn man den letzten Dreck nehmen muss. Insofern ein interessantes Spiel und interessante Entscheidungen, aber zu großer Glücks- und Zufallsanteil. Schade.

    #PropellerIslands von Queen Games zu viert ist ein hübscher Plättchenleger, der es belohnt, wenn man farbgleich baut. Kann man gut mal spielen, hat durchaus Spaß gemacht.

    Nochmal #LaCuenta zu fünft, Urteil bleibt unverändert.

    #RebelPrincess zu dritt, als durch Sonderkarten etwas chaotisches Stichspiel ganz nett, aber andere Stichspiele gefallen uns besser.

    Freitag

    Morgens durften wir #Ink kennenlernen, das mit tollem Material (die Tintenfässchen) und cleveren Ideen wie der Separierung des Fässchenvorrats in Joker und farbgebundene ein abstraktes Spiel ähnlich Nova Luna aufwertet und mit den Boni für größere Farbflächen sowie den X-Plättchen, mit denen man eigene Felder überdecken muss, interessante Elemente hinzufügt. Hat sehr gut gefallen, Empfehlung.

    Dann #Ghostbumpers, eines der besagten spannenderen Stichspiele. Mit nur 2 Arten von Sonderkarten und einem Clou – jeder hat einen kleinen Stapel eigener Charakterkarten und dabei eine Erschrecken-Karte. Vor Beginn der Runde sortiert man letztere so ein, dass man möglichst punkten kann – für jeden eigenen Stich muss man die oberste Charakterkarte aufdecken. Ist es eine normale, ist alles gut – ist es aber die Erschrecken-Karte, hat man sofort die Runde verloren und kassiert üppig Minuspunkte. Es sei denn, man schafft einen Durchmarsch und deckt als letzte Karte des Stapels die Erschrecken-Karte auf, dann scheffelt man üppig Pluspunkte. Sonderkarten: Für jede 5 im Stich muss man 1 Charakterkarte extra aufdecken. Und die eine 0/10 im Spiel zählt nach Wahl des Ausspielenden 0 oder 10 Punkte, und wer sie im Stich „fängt“ muss die unterste Karte seines Charakterstapels nach ganz oben packen. Verbunden mit der Möglichkeit, gleiche Zahlen als Kommazahlen zu spielen (2x 6 = 2,6; 3x 7 = 3,7) ergibt sich ein wildes Stichspiel mit viel Spekulation und Gegenspekulation, das wirklich Spaß macht. Empfehlung.

    Anschließend machte sich bemerkbar, dass die wenigen anwesenden Kinder mit ihren Eltern zu Halloween durch den Ort zogen und diverse Teilnehmer nur eine verkürzte Woche hatten und schon abgefahren waren. Wir fanden ums Verrecken keine Mitspieler für #Orloj , so dass wir am Ende tatsächlich mal zu zweit spielen mussten (machen wir sonst eigentlich nicht). Insofern die Erkenntnis zur Erstpartie, dass es mit mehr Spielern spannend ist, das Spielgefühl sich durch unseren damaligen Fehler aber nicht wesentlich geändert hatte.

    Anschließend nochmals #Aquaria zu viert, was sich leider sehr in die Länge zog, wofür das Spiel nicht so gut trägt.

    Danach zwei Fünferrunden #OneRound , die waren ganz ok.

    Und zwei wirklich legendäre Runden #MatchMeIfYouCan in Achter- bzw. Neunerrunde, die ich beide für mich entscheiden konnte (die zweite Partie als geteilter Sieger). Jahaha, ich kenne halt meine Mitmenschen. 😊 Wundervolles Spiel und zurecht mein Spiel des Monats Oktober.


    Samstag

    Wir starteten nochmal mit einer Viererrunde #ArtenGarten , wieder mit Runaway Leader. Nur war das diesmal ich, und das machte schon Spaß. Wir haben gut gemischt, das muss ich vorausschicken, aber buchstäblich jedes Plättchen passte zu jedem, ich hätte drei Aufträge auf 5er-Niveau erfüllen können und bekam noch passende Gebäude dazu, die ich punkteträchtig umbauen konnte. Bei Spielende hatte ich so alle 4 Aufträge erfüllt, während alle anderen bestenfalls auf einen kamen. Ich hatte doppelt so viele Punkte wie der Zweitplatzierte. Und niemand konnte etwas dagegen machen, bis aufs Plättchennehmen ist ArtenGarten dann halt doch sehr solitär. So schön der Sieg auch war und so fluffig sich das spielte – für mich spricht es eher gegen das Spiel, dass das (schon wieder) möglich war.

    Danach nochmal #Kavango zu viert, wieder sehr schön. Einziger Stolperstein ist, dass man im gemeinsamen Fund rechtzeitig 5 Steine unterbringen sollte, da man ansonsten Gefahr läuft, nicht mehr auf die nötigen 8 für die Endwertung zu kommen.

    Neu kennen lernen durften wir #PointOfViewSpookyFestival von Haba zu viert, das uns vorher gar kein Begriff war. Aber das Entschlüsseln der Sachverhalte aus vier verschiedenen Perspektiven (Himmelsrichtungen) auf ein 3D-Wimmelbild war reizvoll. Wir haben nur die erste Mission gespielt, d.h. da ist auch noch viel zu entdecken. Ich habe verstanden, dass der Grafikstil nicht jedem liegt, aber uns hat es hervorragend gefallen.

    Dann nochmal #Ink zu viert. Diesmal war als Bonus für eine größere Fläche im Spiel, dass die Gegner ein X-Plättchen legen müssen. Damit ist das Spiel ganz schnell nicht mehr fluffig, sondern schon ganz schön fies. Aber man kann sich ja entscheiden, diesen Bonus nicht mit reinzunehmen, wenn man mit empfindlicheren Seelen spielt. Dennoch ein schönes Spiel.

    Dann drei Runden #BombBusters zu viert bzw. zu fünft (die für uns neuen Levels 31, 32 und 34), uns gefallen die Inhalte der bislang unbekannten neuen Box. Bomb Busters ist so ein großartiges Spiel, und generell war der Jahrgang letztes Jahr so großartig (würde noch SETI und Men-Nefer bei den Spielen aufzählen, wo noch während der ersten Partie klar war, das müssen wir haben – leider hat sich dieses Gefühl dieses Jahr bei den großen Spielen noch nicht eingestellt).

    Anschließend zwei oder drei Runden #TheVibe – es werden 5 Postkarten mit Kunstwerken (in der Regel echten Gemälden) und 5 abstrakte Begriffe aufgedeckt, und ein Spieler sortiert die Bilder in eine Rangfolge, um damit einen der 5 Begriffe zu umschreiben. Das war – Schulterzucken. Hat mich irgendwie gar nicht packen können.

    Darum schnell weiter zu #NEXT , einem Wortspiel, das doch wieder eine neue Facette zu diesem reichhaltigen Subgenre hinzufügt. Jeder zieht eine Karte und bekommt darüber 2 Wörter zugeteilt. Nun muss er das erste Wort auf seinen Zettel schreiben und dann eine Assoziationskette aus einer definierten Zahl weiterer Wörtern bilden, um zum zweiten Wort zu kommen. Die Mitspieler bekommen aber nur das erste Wort und den Anfangsbuchstaben jedes Folgeworts zu sehen und müssen gemeinsam raten, Buchstaben kaufen oder sich Begriffe pantomimisch oder zeichnerisch darstellen lasse (von diesen Jokern gibt es aber nur wenige). Bei falschen Rateversuchen gibt es den nächsten richtigen Buchstaben, aber einen abgekreuzten Fehler gegen das Fehlerbudget der Gruppe. Das hat mir schon Spaß gemacht. Wenn ich mich richtig erinnere, war das hier meine Assoziationskette (verschachteltes Verspoilern scheint nicht mehr zu gehen, daher in 1 Spoiler):


    FILM

    F

    S (Das musste ich pantomimisch darstellen. Wie stellt man das pantomimisch dar???)

    B

    N


    Spoiler anzeigen

    Fernseher

    Sendeschluss

    Bett

    Nacht

    Das hat gut gefallen, auch wenn es etwas grübelig werden kann.

    Zum Abschluss der letzten Nacht noch ein paar Begriffe im wunderbaren #SkizzIt und zwei Runden im kooperativen Länderquiz #QuizWiz , das war ganz in Ordnung ohne zu begeistern.


    Sonntag

    Am Sonntag stand leider nur noch packen und heim fahren auf dem Programm. Schön war’s wieder, für Ostern ist schon wieder angemeldet (dann wieder mit den Kindern). Mit denen gab es daheim abends noch 1x #Trio und 2x #BombBusters Level 31, das im zweiten Versuch dann auch da gewonnen wurde.

    Einmal editiert, zuletzt von LemuelG (18. November 2025 um 21:03)

  • Ich hatte mir unterdessen #Kilia angelesen, das gab es dann zu viert. Die große Box täuscht dabei ein komplexeres Spiel an, als eigentlich drin steckt, das ist eher zu vergleichen etwa mit einem Speicherstadt oder so. Dabei braucht der Mechanismus eine Weile, bis er ans Laufen kommt, und gerade in den ersten Zügen ist man schon sehr vom Zufall abhängig, was so auf den ersten beiden Kartenplätzen liegt, denn anderes kann man sich eh nicht leisten. Schönes mittleres Spiel, Empfehlung.

    Nochmal #Kilia zu viert, weiterhin sehr schön.

    Freut mich natürlich sehr, dass dir #kilia gefallen hat.

    Mit deiner Erwartungshaltung an ein größeres/„expertigeres“ Spiel bist du übrigens nicht allein: das habe ich schon öfter bemerkt, dass die Leute das vielleicht auch aufgrund von Thema und/oder Schachtelgrösse erwarten (dein Speicherstadt-Vergleich gefällt mir insofern ganz gut).

    In eine schmalere Box hätten aber wohl die Spielpläne mit den vier nebeneinander angeordneten KartenSlots einerseits und den übereinander angeordneten Kartenslots andererseits gar nicht gepasst…

    Einmal editiert, zuletzt von larse (20. November 2025 um 15:22)