Duell um Cardia [2025]

  • Ich habe in den letzten Tagen ein Spiel auf BGA entdeckt (es kommt aber auch in den Handel um ~15€), das mich wirklich überrascht und begeistert, nicht durch opulente Materialschlachten oder epische Spielpläne, sondern durch seine klare Mechanik, spannende Duelle und eine fein austarierte Spieltiefe. Der Name Duell um Cardia. Cardia ist ein intensives Duell, das mit jeder Partie taktisch reicher wird.

    Jeder Spieler hat ein Deck aus 16 Charakterkarten mit Werten von 1 bis 16. In jeder Runde werden Karten verdeckt von links nach rechts ausgespielt und gleichzeitig aufgedeckt. Wer den höheren Einflusswert hat, bekommt ein Siegel = Siegpunkt, wer verliert, darf die Spezialfähigkeit der Karte aktivieren. Und genau hier entfaltet sich das eigentliche Spiel: Manche Fähigkeiten sind mächtig, dass es sich lohnt in diesem Augenblick absichtlich zu verlieren. Die erste Partie fühlt sich leicht und zugänglich an – doch schon nach wenigen Spielen spürt man, wie viel psychologische Raffinesse und taktische Tiefe in diesem kleinen Kartenset steckt. Fähigkeiten, die Siegel verschieben, Modifikatoren, die Einflusswerte dauerhaft verändern, Karten, die andere kopieren, abwerfen oder Gleichstände erzwingen – das Ganze wird dabei nie unübersichtlich, sondern bleibt durch die kluge Struktur stets kontrollierbar.

    Was ich besonders schätze: Einfache Regeln, schnell erklärt, die Kartenillustrationen sind OK und durchdachtes Design. Ein Duellspiel mit Tiefgang, Bluff und Timing. Sehr gute Skalierung der Komplexität durch zwei Decks und optionale Schauplätze. Die Möglichkeit, auch nach Dutzenden Partien noch neue Kombinationen und Synergien zu entdecken. Ein zweites Kartenset mit ganz anderen Karten.

    Cardia richtet sich an Spieler, die Duellspiele mögen, Spaß an taktischem Denken haben und ein Spiel suchen, das auf kleinem Raum viel Spielgefühl entfaltet. Ich bin jedenfalls gerade ziemlich angefixt und hoffe, dass noch mehr Leute dieses kleine Juwel entdecken. Hat es hier schon jemand ausprobiert? Und wenn ja – wie gefällt euch das Deck II? Oder die Schauplätze?

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  • Compile halte ich für "strategischer" sofern man das bei der Spielzeit so nennen kann, da man viel länger seine Combos/Reihen aufbaut, und auch die Spielzeit ist länger. Bei Cardia sind die Möglichkeiten da begrenzter und es geht ein bisschen mehr darum zu wissen, was noch im Deck ist und kommen kann. Desweiteren ist Compile ja asymmetrisch und bei Cardia spielen beide das gleiche Deck.

  • Mag jemand es mit Compile vergleichen, der beide gespielt hat? :)

    Hab beide am Wochenende auf der BerlinCon gespielt und auch eingesackt.

    Beides sind 2 Personen Karten-Battler, das wars schon mit den Gemeinsamkeiten.

    Cardia ist schnell gespielt (pro Partie ca. 10 Minuten). Beide Spieler haben dasselbe Deck aus 16 Karten. Aus jeweils 5 Handkarten wird eine Karte verdeckt gespielt. Der Spieler mit dem höheren Wert bekommt ein Siegel, der mit dem niedrigeren Wert kann den teilweise durchaus sehr starken Effekt der Karte ausführen. Wer 5 Siegel hat gewinnt die Partie. Für mehr Abwechslung sorgen Ortskarten, die in unterschiedlichen Schwierigkeitsgraden vorhanden sind und zusätzliche Hürden einbauen. Superschnelles Spiel, mit genügend Tiefgang für diverse Kombinationsmöglichkeiten. Lt. hiG sind schon Erweiterungen etc. in Planung. Hab ein Turnier mitgemacht, das war sehr kurzweilig weil jeder Gegenspieler anders gespielt hat und ging trotzdem schnell. Grafisch Fantasy, nett gemacht. Komplexität ca. 2/5

    Bei Compile hingegen besteht das eigene Deck aus drei unterschiedlichen Protokollen mit je einem eigenen Kartendeck 0-6, die zuvor offen aus einem gemeinsamen Pool ausgewählt werden. Karten müssen Protokollrein offen in einer Reihe gespielt werden und jede Karte kann bis zu drei Effekte haben. Karten werden Umgedreht, in Reihen verschoben, Effekte ausgenutzt. Hochgradig taktisch, die Karten und Protokolle und ihre Möglichkeiten sollte man kennen, steile Lermkurve. Eine Partie kann durchaus 30 Minuten dauern und ist quasi ein Tauziehen. Wer zuerst alle seine Protokollreihen auf 10 Punkte gbracht hat und die jeweilige Reihe auch der Gegenaktion des Gegenüber standgehalten hat, gewinnt. Grafisch eher düster/ stylisch, Matrix-like, Komplexität ca. 3/5

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  • Endlich mal ein Spiel was an den genialen Kartenaktivierungsmechanismus von #Raptor angelehnt ist.

    Ich hab es gestern spontan im Brettspieleck in Braunschweig mitgenommen und habe es „reserviert“ mit meiner Tochter (11) exklusiv als erstes zu spielen wenn ich wieder daheim bin und mit ihr gemeinsam am Tisch zu entdecken.. also auf alle Fälle will ich mich noch nicht auf BGA spoilern.

  • Ich habe da - vollkommen subjektiv - ein ähnliches Spielgefühl wie bei Love Letter. Allerdings in einer ganz hervorragend funktionierenden 2-Spieler-Variante. Warum habe ich das Gefühl: Man versucht auch hier, den Gegner jeweils mit einer Karte auszumanövrieren. Jede Karte bringt zudem eine wichtige Entscheidung.

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  • Instant Liebe für das Spiel nach unserer Erstpartie heute. Wirklich ganz toll!

    Mindgame, Spannung und viel Wiederspielwert.

    Lebt auch davon, dass beide Seiten die Karten gut kennen.

    Kartenqualität empfinde ich als gut.

    Erinnert mich mit seinen Mechaniken an Agent Aveneu, Game of the Century und Riftforce. Gefällt mir mir sogar besser als die drei genannten und die finde ich auch schon richtig gut...

    Schachtel ist so groß wie bei skull king und ist somit wirklich super portabel...

    Ganz großes Tennis!

    Einmal editiert, zuletzt von PeeWee (12. August 2025 um 15:51)

  • Disclaimer: Ich hab nur das Einführungsspiel bislang gespielt.

    Im direkten Vergleich gefällt mir Mindbug besser.
    Aber das ist auch anders. Mindbug ist im weitesten Sinne ein Magic, also eigenes Tableau mit Monstern die sich auf die Mütze geben und dahinter ein Spieler, den es auszuschalten gilt.

    Cardia ist eher eins dieser "Schotten Totten" Spiele, wo man Karten an Positionen gegenanander spielt und viele der Positionen gewinnen muss.
    Dabei ist es gleichzeitig einfacher (nur eine Karte pro Position afaik, mag sich aber noch ändern) und dynamischer (du kannst rückwirkend und auch vorweggreifend Einfluss auf andere Positionen nehmen).
    Hier ist das Timing entscheidend, denn beide spielen mit identischen Decks - wobei man nicht zum gleichen Zeitpunkt die gleichen Karten auf der Hand hat. Wenn man das Deck allerdings durchspielt, werden beide Parteien (Interaktion ausgenommen) die identischen Karten gesehen haben.

    Das mag aber auch gut und gerne eine gewisse Prägung meinerseits mit Magic und dergleichen sein. Urteilt selbst ;)

    Einmal editiert, zuletzt von Tyrfing (12. August 2025 um 16:15)

  • Heute bei mir eingetroffen, noch nicht gepielt, aber beim Studieren der Karte, ist bei mir eine Frage aufgetaucht, ob der Djinn (16) nicht zu mächtig ist, da er sofort das Spielende auslöst. Natürlich nur dann, wenn die Karte auf der Gegenseite, den Effekt des sofortigen Sieges verhindern kann.

    Freue mich auf Rückmeldungen von Personen, die schon die einige Partien absolviert haben.

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  • Der Djinn gewinnt nur, wenn die andere Karte höher ist. Das geht nur mit Modifikatoren, was wiederum etwas ist, wo der Gegner gegenspieler kann. Oder er gewinnt, wenn er ausgespielt ist und irgendwann danach die 14 gespielt wird und diese dann die Begegnung verliert. Möglich, muss aber auch erstmal vorbereitet werden. Da kann man auch Gegenspieler.

    Mein persönliches Fazit: Das der Djinn den Sieg auslöst kommt vor, aber nicht besonders häufig. Also eher nicht zu mächtig.

  • Tatsächlich ist es wohl eher schwer mit dem Djinn zu gewinnen... Bereits nach der zweiten Partie grinste meine Frau, als ich eine Karte spielte, die die potentiele nächste Karte schwächt... Das ist Teil des Mindgames. Was bei uns vorkam, dass die 14 (oder 15) (jedenfalls die höchste gelbe Karte) den Effekt des Djinns auslösen konnte.

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  • Ist halt wirklich ein Spiel das davon lebt das beide Spieler ihr Deck kennen. Als ich es meiner Frau beigebracht habe, habe ich ihr auch gesagt, dass sie sich erst alle Karten durchlesen soll, was wir sonst bei einem Spiel nie machen würden. Aber hier ist es aufgrund der nur 16 Karten vom Aufwans überschaubar und auch essenziell um „gut“ spielen zu können.

  • Ich würde aber sagen, dass eine oder zwei Partien schon die Möglichkeiten eröffnet und die großen "Ahh" Momente da schon geklärt sind. Learning by Doing ist die Herangehensweise.

    Die Partien gehen so locker und schnell von der Hand, dass man da ruhig auch mal "unbewusst" ins Messer laufen kann. Daraus lernt man denk ich die Möglichkeiten am besten.

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  • Chirurg + Djinn hat ein paar mal geklappt (hab nicht mitgezählt) zum gewinnen. Häufig wird nach dem Chirurg auch gleich der Assasine gespielt, um den Djinn zu killen. Kann man auch gut für einen Bluff nutzen.


    Djinn +( 14) Magistra (löse den Effekt einer Karte mit mindestens gleichen Wert oder höher aus) ist genauso eine Instant-Kombo zum Gewinn einer Runde.

  • Wie gefällt euch eigentlich Deck 2?
    Für mich bleibt Deck 1 der klare Favorit. Die Verteilung der Fähigkeiten auf den einzelnen Karten empfinde ich als ausgesprochen gelungen und sehr ausgewogen.

    Deck 2 dagegen wirkt auf mich etwas zu einseitig, da sich vieles um das Verschieben der Stärkewerte um + oder – dreht oder um das abwerfen von Karten. Mir fehlt dort ein wenig der Überraschungseffekt, diese kleinen Momente, die das Spiel richtig spannend machen. Ich habe Deck 2 nun einige Male ausprobiert, werde es in Zukunft aber wohl nicht mehr weiterverfolgen.

    Deck 1 hingegen begeistert mich jedes Mal aufs Neue, für mich ist es wirklich genial zusammengestellt.

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  • Stimmt es, dass man gesleevte Karten nicht mehr alle in die Schachtel bekommt?

    Die Kartenqualität soll ja nicht die beste sein.

    ja leider. Wenn sie die wenigstens in jede Richtung nur 2 mm größer gemacht hätten, wäre es problemlos möglich gewesen. So bekommt man nur noch einen Stapel rein und der läuft schon über die Schachtel, selbst wenn noch nicht mal die Karten Stufe 2 von einem Deck und die Orte gesleevt sind.

  • Stimmt es, dass man gesleevte Karten nicht mehr alle in die Schachtel bekommt?

    Die Kartenqualität soll ja nicht die beste sein.

    ja leider. Wenn sie die wenigstens in jede Richtung nur 2 mm größer gemacht hätten, wäre es problemlos möglich gewesen. So bekommt man nur noch einen Stapel rein und der läuft schon über die Schachtel, selbst wenn noch nicht mal die Karten Stufe 2 von einem Deck und die Orte gesleevt sind.

    Kommt auf die Sleeves an. Welche verwendest du? Bei mir passen gerade so 2 Stapel nebeneinander gesleeved rein.

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