Limit (Ludonaute, Spielworxx)

  • Ich habe mir heute die englische Anleitung durchgelesen. Klingt alles sehr spannend, aber irgendwie kann ich mir nicht wirklich etwas darunter vorstellen.

    Hat das schon mal jemand hier gespielt und kann was dazu sagen?

    Mit welchem bekannten Spiel kann man es am ehesten vergleichen?

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  • Hallo zusammen,

    ich habe kürzlich erstmalig von Limit gehört (https://boardgamegeek.com/boardgame/439306/limit).

    Auf deutsch kommt es demnächst von Spielworxx raus und wird in Kürze bei ihnen verfügbar sein.

    Im Forum hier habe ich darüber aber noch gar nichts gelesen Sieht definitiv nach einem interessanten Zivilisationsspiel aus, wirkt auf den ersten Blick aber recht komplex.

    Könnt ihr dazu etwas berichten? Hat es schon jemand gespielt, evtl. auf der Messe?

    Freue mich über eure Eindrücke dazu. :)

  • thomaslehner
    24. Juli 2025 um 20:05
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  • Ich hab das Spiel auf der Messe probegespielt - die ersten zwei Runden. Ich fands auf den ersten Blick phantastisch und hab's gleich bei Spielworxx vorbestellt. Das Spiel wirkt auf mich wie eine "Staatssandbox", in welcher man seinen jeweiligen Staat entlang diverser Dimensionen in jede nur erdenkliche Richtung entwickeln kann (wenn ich's recht erinnere 19 jh bis heute). Volkswirtschaft- und Staatstheorien scheinen hier schön spielbar gemacht worden zu sein. Als kleines Beispiel: die Bevölkerung teilt sich in 5 Gruppen entlang ihrer jeweiligen finanziellen Potenz. Die Frage, die man sich nun stellen muss, ist: welche der Gruppen entlaste/belaste/fördere ich? Für ein hohes Wirtschaftswachstum hilft mir die Förderung der reichen Gruppen, für den Erhalt des inneren Friedens hilft die Förderung der ärmeren Gesellschaftsschichten. Dies nur als ein kleines Beispiel für zu treffende Entscheidungen, Taktiken und Strategien.
    Ich hab beispielsweise in meinem Staat bereits im Zuge der industriellen Revolution Recycling eingeführt, was eine ziemlich blöde Idee war - niemand wollte seine Holzmöbel wiederverwerten lassen 😉

    Naja, ich konnte nur kurz reinschnuppern in das Spiel und schreibe daher hier eher wirres und wenig hilfreiches Zeug. Wollte nur kurz meine Begeisterung teilen (welche meinen Mitreisenden über die Tage ziemlich auf die Nerven gefallen ist).

  • yzemaze 1. November 2025 um 12:48

    Hat den Titel des Themas von „Limit by Spielworxx“ zu „Limit (Ludonaute, Spielworxx)“ geändert.
  • Schreibt doch bitte in dem älteren Thread weiter, wenn Puma den schon freundlicherweise verlinkt.

    Hätte ich auch gerne gleich gemacht, wenn ich den gefunden hätte.;)

    Ich hab das Spiel auf der Messe probegespielt - die ersten zwei Runden. Ich fands auf den ersten Blick phantastisch und hab's gleich bei Spielworxx vorbestellt. Das Spiel wirkt auf mich wie eine "Staatssandbox", in welcher man seinen jeweiligen Staat entlang diverser Dimensionen in jede nur erdenkliche Richtung entwickeln kann (wenn ich's recht erinnere 19 jh bis heute). Volkswirtschaft- und Staatstheorien scheinen hier schön spielbar gemacht worden zu sein. Als kleines Beispiel: die Bevölkerung teilt sich in 5 Gruppen entlang ihrer jeweiligen finanziellen Potenz. Die Frage, die man sich nun stellen muss, ist: welche der Gruppen entlaste/belaste/fördere ich? Für ein hohes Wirtschaftswachstum hilft mir die Förderung der reichen Gruppen, für den Erhalt des inneren Friedens hilft die Förderung der ärmeren Gesellschaftsschichten. Dies nur als ein kleines Beispiel für zu treffende Entscheidungen, Taktiken und Strategien.
    Ich hab beispielsweise in meinem Staat bereits im Zuge der industriellen Revolution Recycling eingeführt, was eine ziemlich blöde Idee war - niemand wollte seine Holzmöbel wiederverwerten lassen 😉

    Naja, ich konnte nur kurz reinschnuppern in das Spiel und schreibe daher hier eher wirres und wenig hilfreiches Zeug. Wollte nur kurz meine Begeisterung teilen (welche meinen Mitreisenden über die Tage ziemlich auf die Nerven gefallen ist).

    Vielen Dank für deine Eindrücke. :)

    Was mich mit am meisten interessieren würde ist wie die Komplexität im Allgemeinen ist und der Wiederspielwert (gibt ja doch nur recht wenige unterschiedliche Karten oder?).

    Und wie steht es um die Spielerinteraktion? (Ich bin kein Freund von Multiplayer-Solitär und bei mir darf es gerne direkt Interaktio sein, bei der man sich auch mal schön was zerschießen kann). Was geht da mit bzw. gegen die anderen Spieler? :)

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  • Ich hab es nach einem Pitch direkt vorbestellt. Einfacheres Hegemony mit viel Potential

    Der Vergleich mag naheliegen, aber tatsächlich liegt die einzige Gemeinsamkeit meines Erachtens darin, dass es um Ökonomie geht und in beiden Spielen Handkarten zum Einsatz kommen. Limit hat mich auch gecatcht, aber das Spiel ist tatsächlich eher eine sehr schöne Excel Pivot Tabelle auf der wir Regler einstellen und anpassen und sich daraus Konsequenzen und Probleme ergeben, gegen die wir wieder nachsteuern müssen. Das Ziel ist, bei all den möglichen Konsequenzen und Katastrophen nicht den Gau auszulösen und am Ende von (naturgemäß) allen - wenn man so will - Verlierern der Sieger zu sein.

    Nicht falsch verstehen: mich hat das zugrundeliegende Wirtschaftsmodell fasziniert und ich werde mir das Spiel auch besorgen, aber zu Hegemony sehe ich keine Parallelen :)

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  • Moin,

    habe die deutsche Version direkt bei Spielworxx bestellt. Bisher ist das Spiel noch nicht angekommen. Wird bestimmt demnächst hier aufschlagen.

    Habe gerade auf der Homepage nachgeschaut: Das Spiel ist gerade bei Spielworxx angekommen und geht nun in den Versand.

    https://www.spielworxx.de/2025/11/14/limit-trailer/

    2 Mal editiert, zuletzt von MarkoMyyry (16. November 2025 um 22:01)

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  • Kann jemand der es schon gespielt hat so grob die Mechaniken und den Ablauf darstellen?

    Das Spiel hat viele Leisten und dazu eine Spielehilfe die auch ein flow Chart sein könnte.

    Du hast neben einer Bevölkerungsleiste fünf Leisten für deine sozialen Klassen (A bis E) in jeweils vier Stufen. Siegpunkte gibt es nachher u.a. für deine Bevölkerungsanzahl als auch die Klassen A, C und E. Die jeweils höheren Klassen müssen zuerst entwickelt werden, also Oberschicht vor Unterschicht. Diese geben vor wo es danach auf dem Flowchart vorwärts geht. Wenn du beispielsweise A auf die zweite Stufe gebracht hast, hast du den freien Markt eingeführt und die letzte Stufe ist die Atombombe.

    Im ersten Teil geht's darum Karten aus eigenen Stapeln (jeder bekommt die gleichen Decks) zu draften und dir damit deine Hand zusammenzustellen. Du bekommst die für die nächste Runde wieder. Es gibt drei Stapel und du darfst dir nur von einem Stapel jede Runde neue Karten nehmen. Damit kann man sich dann auch in eine Richtung entwickeln, z.B. sind die roten Karten relativ interaktiv. Nach dem Draft spielt jeder 1 bis 2 Karten als Aktionen aus bis alle gepasst haben, so wie bei TfM.

    Der zweite Teil kann simultan geschehen und ist eine Abarbeitung der Spielerhilfe, dieses Mal in Abhängigkeit von Klasse C. Ernähren, evtl. Konsumgüter abgeben (umso fortgeschrittener umso mehr) schauen wie viel Nahrung man lagern kann, eventuell Geburten abhandeln (umso unterentwickelter umso mehr Bevölkerungswachstum), Produktion (die irgendwann sehr teuer wird und man Öl oder Land brauch), Entwicklung der Industrien, Steuereinnahmen, Stimmung in der Bevölkerung (Abstand zwischen den Klassen A und E, umso größer dieser ist, umso eher kommt's zum Aufruhr).

    Im dritten Teil wird noch geschaut ob's eine der drei Krisen gibt. Die Finanzkrise tritt auf wenn die Weltbank kein Geld mehr hat, Umweltkrise wenn zu viele Umweltmarker ausgegeben wurden, usw. Innerhalb der Krisen bekommen diejenigen die am meisten zu irgendwas beigetragen haben die größten Mali, aber trotzdem bekommen alle irgendwelche Abzüge.

    Alle Verknüpfungen machen irgendwie Sinn. Betriebe ich mehr Landwirtschaft, brauche ich mehr Land. Produziere ich mehr, verbrauche ich mehr Öl und bekomme mehr Umweltverschmutzungsmarker. Schlage ich einen Aufruhr mit Militär nieder, verbrauche ich Panzer und erhalte dafür auch Mali. Ist meine Zivilisation weiter muss ich das Volk mit Geld befrieden usw.

    Das fühlt sich schon alles sehr nach Spiel an und ist thematisch. Mir hat meine Spielerfahrung sehr gefallen. Nur taugts nicht für 10 Partien in einer Woche weil es doch sehr symmetrisch ist. Auch würde ich es jetzt nicht zu sechst spielen wollen obwohl sehr viel simultan abgehandelt wird, da es dann trotzdem recht lange dauern könnte.

  • Vielen Dank

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  • Und wie hat sich Limit bisher bei Euch so geschlagen? Finde das Thema interessant, kann es nur mal so gar nicht einschätzen, ob es spielerisch in meinen Runden was taugen könnte. Für einen Blindkauf aber mit 50 Euro über meine Einfach-mal-antesten-Grenze.

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das Tagebuch der entspannten Brettspiele

  • Ich habe LIMIT auch mittlerweile mehrfach gespielt (Video gibbet auf dem Kanal).

    Zuerst einmal wirkt das Spiel wirklich komplex. Allein das Übersichtsblatt mag den ein oder anderen abschrecken. Wenn man sich aber darauf einlässt und die einzelnen Schritte von oben nach unten durchgeht, dann ist es nicht besonders schwer.

    Spielmechanisch haben wir es mit einem Handmanagement Mechanismus zu tun. Abhängig von unserer Oberschicht (Reihe der Bevölkerung A) wird Politik gemacht... Irre... da kommt man bereits ins Grübeln. Je weiter die Oberschicht entwickelt ist, desto mehr karten zieht man, desto mehr darf man behalten, desto größer ist die Hand ... und man schaltet besondere Karten frei. Jetzt werden wir aktiv. Wir spielen reihum Karten aus und programmieren damit unsere Gesellschaft. HIER werden Entscheidungen getroffen. Grundsätzlich ist einfach mal alles möglich. Investition in Bildung, Militär, Umwelt... Am besten legt man hier einfach mal intuitiv los. Später wird man jedoch sehr strategische Entscheidungen treffen...


    ... denn ich der darauffolgenden Gesellschaftsphase handeln wir Auswirkungen ab. Diese bekommt die Mittelschicht ab! Faszinierend! Jetzt muss die Bevölkerung ernährt werden, Konsum will zur Verfügung gestellt werden, Steuern werden erhoben und die Bevölkerung wächst... vielleicht. Jetzt zeigt sich ob die Planung in der Politikphase gut durchdacht war. Das ist so faszinierend. Mehr ein Sozialexperiment fast schon denn ein Spiel. Nun spüren wir auch Titel und Thema des Spiels! Wenn nämlich irgendwo Grenzen erreicht sind (LIMITS!!!), dann kracht es und Krisen treten ein... zu wenig Geld... keine Verschmutzung mehr möglich... Destabilisierung... alles möglich. Die Gesellschaft erfährt dann einen Mangel. Das wirkt sich auf unsere Volkswirtschaft aus .... es ist faszinierend.

    Ich könnte hier ewig weiterschreiben. Über den allgemeinen Markt und seine einfachen aber gut funktionierenden Mechanismen hab ich noch gar nicht geredet. Das Spiel muss man probieren. Jeder sollte es spielen. Und danach in sich gehen. Gemeinsam reflektieren.

    Ich müsste mal eine Prädikatsvergabe institutionalisieren. Dieses hier bekäme ohne Zweifel: äußerst wertvoll!

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  • Ich müsste mal eine Prädikatsvergabe institutionalisieren. Dieses hier bekäme ohne Zweifel: äußerst wertvoll!

    Thematisch geb ich dir recht, recht realistisch dargestellte volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Spielerisch jedoch ist und bleibt es ein recht trockener - je nach Empfinden sogar dröge - Verschiebebahnhof auf einigen Leisten. Hier ein Cube nach oben, da nach rechts, dort nach unten…

    Hatte ich schon in einem meiner letzten Wochenberichten bemängelt, Spielspass/Erlebnis geht anders. Für Liebhaber von Exceltabellen jedoch ein Fest. Auch ungewöhnlich - es gibt kein zentrales Board, jeder verwaltet nur sein eigenes Playerboard.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine fürs Archiv :/

  • Ich müsste mal eine Prädikatsvergabe institutionalisieren. Dieses hier bekäme ohne Zweifel: äußerst wertvoll!

    Thematisch geb ich dir recht, recht realistisch dargestellte volkswirtschaftliche Zusammenhänge. Spielerisch jedoch ist und bleibt es ein recht trockener - je nach Empfinden sogar dröge - Verschiebebahnhof auf einigen Leisten. Hier ein Cube nach oben, da nach rechts, dort nach unten…

    Hatte ich schon in einem meiner letzten Wochenberichten bemängelt, Spielspass/Erlebnis geht anders. Für Liebhaber von Exceltabellen jedoch ein Fest. Auch ungewöhnlich - es gibt kein zentrales Board, jeder verwaltet nur sein eigenes Playerboard.

    Aber es gibt doch das zentrale Board. Dort ist der Weltmarkt mit seinem Angebots- und Nachfragemechanismus. Wir selbst arbeiten freilich auf unseren Tableaus aber in der Mitte auf dem Markt treffen wir regelmäßig zusammen.

    Ja wenn man es so sehen will... wobei das ja dann auf ganz viele EURO-Spiele zutrifft, richtig? Ich finde das Erlebnis einfach großartig. Habe ja schon weit über 100 EUROs gespielt. Den meisten merkt man schon an, wenn das Thema aufgesetzt ist. Hier gar nicht.

    Also ja deine Kritik kann ich nachvollziehen. Aber das betrifft dann eigentlich den ganzen Markt an Nicht-Ameritrash Spielen.

  • Endlich kann ich es auch mein Eigen nennen.

    Ich als Solist bin echt gespannt auf meine ersten Partien, und freue mich total drauf. Das was ich bis jetzt insgesamt gehört, gesehen und gelesen habe, hat mich echt überzeugt. Das Erscheinen des Spiels war an mir komplett vorbei gegangen.

    Erstmal die (bisherige, kleine) Errata der Regeln ins Heft übertragen, und dann aus den Boards quasi Doublelayer Boards gemacht (mach ich eigentlich immer bei nur ausgestanzten, einfachen Boards...mein Monk will das so😅).

    Zur Inspiration hier mal 'n paar Bildchen.😉

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