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Crown & Courage - Testspiel
Halls of Hegra ist einer meiner absoluten Lieblings Solo Brettspiele und so habe ich mich wirklich extrem darauf gefreut, das neue Spiel von Petter Schanke Olsen einmal online gemeinsam mit ihm zu spielen bzw. gezeigt zu bekommen (Tabletop Simulator ist da schon eine tolle Möglichkeit)
Crown & Courage spielt ebenfalls wieder im zweiten Weltkrieg, doch dieses Mal geht es um die Flucht des norwegischen Königs, der versucht den deutschen Besatzern zu entkommen.
Wenn man Halls of Hegra kennt, bekommt man direkt ein gewohntes Gefühl, wenn man das Spielbrett und die Übersichten darauf sieht. Es gibt unterschiedliche Bereiche, Charts und Ablagebereiche und irgendwie schafft Petter es, dass alle Übersichtsreferenzen mit auf dem Spielfeld stehen können.
Allerdings ist die Kern Mechanik dieses mal eine andere und ebenfalls wie gewohnt passiert extrem viel bei diesem Spiel, denn jede Entscheidung kann Vorteile mit sich bringen, aber man muss dafür auch immer etwas anderes Gutes auslassen, und insgesamt eskaliert die Situation immer mehr.
Auf dem linken Teil des Spiels sieht man eine Karte von Norwegen, mit einzelnen Städten, und einem Weg von Oslo aus in die Freiheit.
Das zentrale Element des Spiels, ist die Aktions und Aktivierungsmatrix, die einerseits bestimmt, welche Aktionen man selber abhandeln kann, andererseits die Gegner aktiviert (und noch so viel mehr).
Da die Effekte hier sehr verzahnt sind, fällt eine Beschreibung ein bisschen schwer, vor allem die vielen Auswirkungen zu beschreiben, aber ich versuche eine kurze Zusammenfassung:
Aus einem Beutel werden, Plättchen gezogen, die die unterschiedlichen Aktionen auslösen können. Diese Plättchen werden auf eine Auslage gelegt und hier beginnt schon der Twist. Das unterste Plättchen kann man kostenlos nehmen, will man eins der anderen beiden nutzen, muss man bezahlen, indem man Karten abwerfen muss, oder Stress nimmt (zu Stress später mehr)
Das Plättchen setzt man dann in eine 9x9 Matrix ein und ich kann direkt sagen, dieses Element macht so viel Spaß, ist knifflig und hochgradig taktisch und weitreichend.
Nach dem Einsetzen muss man durch das Platzieren von 1-3 verschiedenen Token noch festlegen, in welcher Reihenfolge und wann die Aktionen ausgelöst werden. Dann werden die Gegner in der Reihe oder Spalte aktiviert (die Gegner Plättchen sind am Rand drumherum platziert), und danach werden meine eigenen Aktionen abgehandelt und gegebenenfalls auch eigene Armee Plättchen von meinen Rand genutzt.
Die Aktionen sind ebenfalls sehr vielfältig und auch hier hängt alles zusammen, denn wie am Anfang beschrieben, gibt es viele Möglichkeiten und Fallstricke, für den fliehenden König.
Besonders wichtig sind zb. die Bewegungen, die sich auch wieder in verschiedene Unteraktionen ordnen lassen, so muss man sich permanent entscheiden, ob man weitere Schritte plant, oder lieber schnell reist, um der Armee noch eben zu entkommen. Allerdings bedeutet schnelle Reise natürlich wieder mehr Stress.
An der Stelle vielleicht ein paar Worte zum Stress.
Es gibt einige „Wertetabellen“, die stark in das Spielgeschehen eingreifen, und die auch über den Verlust entscheiden.
So steigt durch viele Einflüsse zb die das Stress Level, welches wiederrum mit dem Bedrohungslevel zusammenhängt und immer wenn dies über einen gewissen Schwellenwert gelangt, verliert man WIllpower, was letztlich auch dazu führt, dass man verlieren kann.
Ebenso ist die Moral wichtig, denn je mehr Moral man hat, desto mehr vertrauen die eigenen Truppen einem, oder man kann, wenn man Moral bekommt, neue Karten ziehen.
Karten? Ja die gibt’s ebenfalls, und sie werden für ihre Effekte, oder für den Kampf genutzt.
Kämpfe sind also auch vorhanden, diese werden allerdings deterministisch abgehandelt, es gibt kein Würfeln.
Die Kämpfe sind eine permanente Bedrohung und man muss stets darauf achten, wo deutsche Truppen vorrücken und sich zusammentun können, um nicht plötzlich von einer Übermacht überrannt zu werden. Klar ist aber auch, dass man nur fliehen kann und die eigenen spärlichen Truppen nur dazu nutzen kann, die Deutschen aufzuhalten.
Gleichzeitig rücken die Deutschen also immer weiter vor und je mehr Städte eingenommen sind, desto mehr Druck wird im Spielfluss durch immer mehr Negativeffekte erzeugt.
Aber noch einmal zurück zu den Aktionen und der Matrix. Es gibt 9 unterschiedliche Plättchen/Aktionen, die auch noch innerhalb des Spiels verbessert werden können. Man kann zb Stress verringern, Karten ziehen, Karten ausspielen, oder mit Truppen angreifen. Es gibt auch sehr mächtige bzw. wichtige Plättchen, wie die Bewegung, die Sabotage, oder das Wiederholen einer bereits ausgelösten Aktion in der Matrix.
Die Sabotage ist ein wichtiges Werkzeug, um die Deutschen in ihren Aktivierungen zu hindern und auch wieder eine sehr vielschichtige Angelegenheit.
Auch das Wiederholen einer Aktion ist extrem wichtig und kann zum richtigen Zeitpunkt eingesetzt sehr stark sein.
Und natürlich wäre es kein Spiel von Petter, wenn es nicht viele Möglichkeiten gäbe, wie der Gegner den Spieler mit Gemeinheiten traktieren kann, denn meist erzeugt jeder umgelegte positive Hebel, auch irgendwann etwas negatives.
Als Beispiel die Matrix: Je mehr Plättchen ich in einer Reihe oder Spalte platziere, desto mehr kann ich machen, aber muss ich mehrere Aktionsauswahl Token platzieren, erfolgt eine Reaktion der Deutschen.
Ist die Matrix irgendwann voll, wird das Rundenende abgehandelt und auch hier wird es immer schlimmer, denn die Plättchen, die vorher noch unsere Truppen aktiviert haben, werden mehr und mehr auf die deutsche Seite gedreht.
Man kann also sagen, der Druck ist permanent spürbar und durch die Mechanismen sehr gut umgesetzt.
Es gäbe noch viel mehr zu dem Spiel zu schreiben und einige Elemente habe ich erstmal ausgelassen, weil es sonst Zuviel werden würde, aber ich bin auf jeden Fall sehr begeistert von dem Design und der vielfältigen Tiefe des Spiels.
Man muss natürlich den hohen Schwierigkeitsgrad mögen und dass es sich immer eher gemein anfühlt und man mehr und mehr Dinge weggenommen bekommt, wäre man sich Schritt für Schritt kleinste Siege erkämpft.
Vor allem die vielen interessanten Entscheidungen finde ich super, und die spannende Verzahnung der ganzen Elemente.
Für mich bleibt am Schluss nur zu sagen, nachdem ich Halls of Hegra bereits so mochte, war ich überrascht, wie anders dieses Spiel hier ist, und ich freue mich schon jetzt auf die fertige Fassung.
Ps. Fotos dürfen leider noch nicht gezeigt werden, aber bald beginnt die offene Testphase, dann kann man auch da erste Eindrücke sammeln 🎉