Literatur / Sachbuch / Zeitschrift Was lest ihr gerade?

  • Dienstag kommt das neue Buch von Thomas Pynchon "Schattennummer".

    Nach jedem Roman von Pynchon habe ich den Eindruck, dass alles andere nur Kinderkram ist.

    Gestern im Kino One Battle After Another gesehen. Ich kannte bisher nur (das super unterhaltsame) Crying of Lot 49. Jetzt habe ich richtig Lust auf Vineland, was ja irgendwie irgendwann mal die lose Romanvorlage war. Vielleicht schiebe ich aber den neuen Roman noch dazwischen, um die Hypewelle mit zu reiten.

  • Dienstag kommt das neue Buch von Thomas Pynchon "Schattennummer".

    Nach jedem Roman von Pynchon habe ich den Eindruck, dass alles andere nur Kinderkram ist.

    Gestern im Kino One Battle After Another gesehen. Ich kannte bisher nur (das super unterhaltsame) Crying of Lot 49. Jetzt habe ich richtig Lust auf Vineland, was ja irgendwie irgendwann mal die lose Romanvorlage war. Vielleicht schiebe ich aber den neuen Roman noch dazwischen, um die Hypewelle mit zu reiten.

    What was “walking on water,” if it wasn’t Bible talk for surfing?

    (Schnell ein Zitat gegoogelt)

    Am unverständlichsten reden die Leute daher, denen die Sprache zu nichts anderem dient, als sich verständlich zu machen.

    - Karl Kraus

  • Ich habe letztes Jahr den Krimi "Mord im Christmas Express" verschenkt, mir gedacht, dass sich das als Orientexpress-Variation ganz interessant anhört und mir selbst auch nochmal gekauft. Und ich habe tatsächlich von kurz vor Weihnachten bis in diesen Herbst hinein benötigt, um das Ding zu lesen. Es ist nur 330 Seiten lang, aber 200 Seiten passiert erstmal wenig. Dann gibt´s den Mord, gefolgt von einem klassischen Who dunnit?-Plot mit moralisch eher fragwürdigem Finale.


    Nicht viel unterhaltsamer, aber mir persönlich zu etwas nütze ist "Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe gemäß §34a GewO". Prüfung ist in ein paar Wochen.

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

  • Aktuell ziehe ich mir 'Hotel Kabul' von Lyse Doucet rein. War auf meiner Leseliste und letzte Woche war es in der örtlichen Buchhandlung schon da und habs mitgenommen. Bin etwa bei der Hälfe und hätte niemals gedacht, dass eine Geschichte über ein Hotel so spannend sein kann und damit die Geschichte eines Landes gut eingeflochten werden kann.

    Ich weiß gar nicht genau was mich so packt an dem Buch. Aber es ist wahnsinnig spannend geschrieben.

  • Hab mir gestern das Buch "Szenario - Die Zukunft steht auf dem Spiel" von Florence Gaub gekauft. Kann ich heute abholen. Dabei handelt es sich um ein interaktives Buch mit sehr aktuellem Thema. Da bin ich ziemlich gespannt drauf.

    Zitat

    Florence Gaub lädt dazu ein, selbst außenpolitische Entscheidungen zu treffen: Anstatt nur Zuschauer mehr oder weniger plausibler Szenarien zu sein, folgt man unterschiedlichen Entscheidungspfaden. Das Buch vermittelt Einblicke in mögliche Entscheidungsprozesse, und ein Gefühl der Selbstbestimmung.

    --- Jeder siebte Post von mir enthält etwas Sinnvolles ---

  • Hab mir gestern das Buch "Szenario - Die Zukunft steht auf dem Spiel" von Florence Gaub gekauft. Kann ich heute abholen. Dabei handelt es sich um ein interaktives Buch mit sehr aktuellem Thema. Da bin ich ziemlich gespannt drauf.

    Zitat

    Florence Gaub lädt dazu ein, selbst außenpolitische Entscheidungen zu treffen: Anstatt nur Zuschauer mehr oder weniger plausibler Szenarien zu sein, folgt man unterschiedlichen Entscheidungspfaden. Das Buch vermittelt Einblicke in mögliche Entscheidungsprozesse, und ein Gefühl der Selbstbestimmung.

    Bei MediaMarkt bestellt, dass die Abholung so zügig ging?

  • Gestern habe ich "Der Triumph der Zwerge" von Markus Heitz beendet. Das Buch war ziemlich zäh und bin froh, dass es nun ausgelesen ist. Im Anschluss habe ich den neuen Eberhofer-Krimi "Apfelstrudel-Alibi" begonnen. Die ersten 30 Seiten waren schon mal spitze und superlustig.

  • Ich hatte mir Das Meer von Wolfram Fleischauer aus dem örtlichen Bücherschrank mitgenommen. Ein Thriller im globalen Fischerei- und EU-Umfeld. Das Buch hatte keine guten Kritiken und fand die Geschichte unlogisch aber sehr spannend. Im Grunde hatte ich die 400 Seiten im Urlaub in 3 Tagen gelesen.

    Auf der Rückreise habe ich dann "The impossible Fortune" angefangen. Das neue Buch von Richard Osman und der 5 Krimi der Thursday Murders Club Reihe. Im Grunde eine Krimikomödie, eher witzig als spannend, vor allem wenn man einen Bezug zum Vereinigten Königreich hat, da viel Bezug Alltäglichkeiten wie Haushaltsprodukte, Fernsehshows etc. genommen wird.

  • Kurt Prödel - Klapper

    Mit absurdem Humor und tiefer Traurigkeit geschriebener und mit scharfem Blick beobachteter, bittersüßer Seelenstriptease eines Metal hörenden Teenagers, der sich in ein burschikoses Mädchen mit Deutschrap-Faible verliebt. Besonders stark, wenn hinter die Fassaden intakter Familie geblickt wird, aber weder reißerisch, spektakulär, mahnend oder wertend.

    Eine einfache Sprache, eine einfache Geschichte, und trotzdem hat mich Klapper emotional umgerissen wie schon lange kein Buch mehr.

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

  • Kurt Prödel - Klapper

    Mit absurdem Humor und tiefer Traurigkeit geschriebener und mit scharfem Blick beobachteter, bittersüßer Seelenstriptease eines Metal hörenden Teenagers, der sich in ein burschikoses Mädchen mit Deutschrap-Faible verliebt. Besonders stark, wenn hinter die Fassaden intakter Familie geblickt wird, aber weder reißerisch, spektakulär, mahnend oder wertend.

    Eine einfache Sprache, eine einfache Geschichte, und trotzdem hat mich Klapper emotional umgerissen wie schon lange kein Buch mehr.

    Das hole ich mir auch. Vielen Dank für den Tipp.

  • Gestern habe ich "Der Triumph der Zwerge" von Markus Heitz beendet. Das Buch war ziemlich zäh und bin froh, dass es nun ausgelesen ist. Im Anschluss habe ich den neuen Eberhofer-Krimi "Apfelstrudel-Alibi" begonnen. Die ersten 30 Seiten waren schon mal spitze und superlustig.

    Die Zwerge-Saga war für mich mit Band 5 endgültig abgeschlossen. Ich habe zwar den ersten von den neuen Teilen (hab schon vergessen wie er heißt) dann noch gelesen, aber das hat mir gar nicht gefallen. Den allerersten Band lese ich aber wirklich immer wieder gerne. Ein wirklich schönes und spannendes Fantasyabenteuer.

    Top 10:

    1. Brass: Birmingham, 2. Arkham Horror LCG, 3. Carnegie, 4. Hegemony: Lead your class to victory, 5. Brass Lancashire, 6. Terraforming Mars, 7. On Mars, 8. Gaia Project, 9. Voidfall, 10. Nucleum

    Member of Deppen am Tisch

  • Nicht viel unterhaltsamer, aber mir persönlich zu etwas nütze ist "Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe gemäß §34a GewO".

    Prüfung ist in ein paar Wochen.

    Bestanden. :D

    Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der diese Sachkundeprüfung besteht. Der Stoff ist trocken, alles auf Amtsdeutsch, Durchfallquote > 50%, und in der mündlichen Prüfung wird man richtig gegrillt.

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

  • Nicht viel unterhaltsamer, aber mir persönlich zu etwas nütze ist "Sachkundeprüfung im Bewachungsgewerbe gemäß §34a GewO".

    Prüfung ist in ein paar Wochen.

    Bestanden. :D

    Ich ziehe meinen Hut vor jedem, der diese Sachkundeprüfung besteht. Der Stoff ist trocken, alles auf Amtsdeutsch, Durchfallquote > 50%, und in der mündlichen Prüfung wird man richtig gegrillt.

    Meinen Glückwunsch zur bestandenen Prüfung. Jetzt musst du dich nicht mehr mit so staubtrockenen Stoff auseinandersetzen.

  • Lonley Planet - Das Universum


    Im Prinzip ein "Atlas über Astronomie" in Aufmachung eines Lonley Planet Reiseführer, kleine leicht zu konsumierende Wissens-Häppchen, auch ohne Astronomische Vorerfahrung, anschaulich präsentiert, und unter Abdeckung vieler astronomischer Themen


    Toller Titel zum einfach mal so schmökern, und um an grauen Tagen die Gedanken schweifen zu lassen. :thumbsup:

  • Walter Moers - Die Insel der 1000 Leuchttürme.
    Wobei hier wie üblich Walter Moers ja nur als Übersetzer aus dem Zamonischen für den bekanntesten Lindwurm und Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz fungiert.

    Freunde der epischen Prosa und märchenhafter Literatur (ich denke da gerade an dich, Schachtelmeer 🙂) sind hier sicher sehr gut aufgehoben. Für mich das deutsche Pendant zu Terry Pratchett.

  • Ich fahre ja gerade wieder viel Bus und Bahn, und da vor allem auch mit Letzterer in der Variante "Deutsche", habe ich logischerweise unplanmäßige Wartezeiten auf dem Bahnsteig überbrückend, oder mit etwas Glück nur im stillstehenden Zug sitzend gaaaanz viel Zeit zum Lesen.

    Ich habe zum Beispiel gerade "The Fountainhead" von Ayn Rand in Arbeit, und ich schreibe "in Arbeit", weil ich es erstens schon nicht ganz leicht zu lesen finde, zumindest auf Englisch, und zweitens, weil ich das Unterfangen in erster Linie als Schließen einer Bildungslücke betrachte.

    ... Moment, du hast noch nie von der Autorin oder dem Buch gehört? Da geht's dir nicht alleine so. Ich hatte selbst lange keine Notiz von genommen, habe noch nicht mal den Titel gekannt. Okay. Und warum bitte soll es dann eine Bildungslücke sein, das Werk nicht zu kennen? Weil es die Amis seit vielen Jahrzehnten in ihrem Denken beeinflusst. Wenn ihr euch zum Beispiel immer schon gefragt habt, warum Millionen Amis sofort "Kommunismus!" schreien, wenn's um so etwas wie soziale Sicherungssysteme geht - ich würde behaupten, das hat sehr viel zu tun mit Leuten wie Ayn Rand.

    Ich hab's noch nicht durch, aber die Autorin erinnert mich zumindest in diesem Buch von der Erzählweise her am ehesten an Dostojewskij. Ganz konkret sehe ich Parallelen zu "Die Brüder Karamasow". Ayn Rand ist zwar frei von christlichem Pathos, aber nicht von Pathos. Sie wartet stattdessen mit einem freiheitlichen auf. Ob ich das Buch zu Ende lesen werde, weiß ich noch nicht, denn irgendwie kommt's mir dann doch zu platt herüber. Ich habe nämlich nicht den Eindruck, dass Ayn Rand die Belesenheit und das Reflexionsvermögen hat, das ihr ihre Fans vermutlich zuschreiben würden. Es versteht sich von selbst, dass The Fountainhead für mich weit weg davon ist, an ein universelles Werk wie "Die Brüder Karamasow" heranzureichen.

    Auf Ayn Rand kam ich übrigens über ein ausführliches Portrait von Peter Thiel, das ich vor einiger Zeit in der ARD Audiothek gehört habe ("Die Peter-Thiel-Story", ist nach wie vor verfügbar dort). Rand ist wohl eine der Autorinnen, die Thiel gerne liest. Und da Thiel mich ziemlich fasziniert, seitdem ich dieses Portrait gehört habe, wollte ich mir selbst mal ein Bild davon machen, was "The Fountainhead" eigentlich für ein Werk ist.

    Ein anderes Buch, das in dem Zusammenhang als eines von Thiels Lieblingswerken genannt wurde, ist übrigens "Der letzte Ringträger", eine Fanfiction zum Herren der Ringe, in der der Ringkrieg mit vertauschten Rollen erzählt wird: Mordor ist dort ein fortschrittliches, von Wissenschaft und Aufklärung geprägtes Land, Gandalf, die Elben und ihr Verbündeten sind hingegen so eine Art anti-wissenschaftliche Öko-Kreuzzügler, die die absurdeste Sieger-Propaganda über Orks verbreiten (dumm, hässlich, stinken, reiten auf Werwölfen, fressen Kinder usw.). Die Story wurde bereits 1999 veröffentlicht und wurde damals offenbar von niemandem als problematisch empfunden, ist aber aus heutiger Sicht zu einem Werk geworden, das sich zur Unterfütterung eines bestimmten geopolitischen Narrativs auf einer Meta-Ebene geradezu aufdrängt (dass der Autor dazu noch ausgerechnet ein Russe sein muss, macht die Sache natürlich nicht einfacher).

    Ich hab's mir trotzdem gekauft als deutsche Print-Ausgabe. Die ersten beiden Kapital habe ich durch, und finde es gut! Dennoch, ich pausiere gerade, weil ich mir jetzt doch lieber die englische oder die russische Ausgabe besorgen werde (kein Problem, siehe unten, aber ich will's halt auf Papier). Aus lizenzrechtlichen Gründen mussten nämlich alle Eigennamen der kommerziellen deutschen Ausgabe geändert werden. Wenn man die Bezeichnungen der deutschen Ausgabe mit den bekannten Namen aus dem Herren der Ringe nicht gleich zusammenzubringen kann, dann stört mich da doch irgendwie. Wer neugierig geworden ist, hier ist das Werk frei verfügbar.

    Soziale Medien fügen Ihnen und den Menschen in Ihrer Umgebung erheblichen Schaden zu.

  • Ich bin in den letzten Zügen von "Die Puppenspieler" von Tanja Kinkel. Der historische Roman gefällt mir gut, zumal mich die Zeit des Spätmittelalters/Renaissance sehr interessiert. In dem Roman werden historische und fiktionale Begebenheiten gekonnt miteinander vermischt, was mir auch sehr gefällt. Manchmal wirkt es jedoch etwas konstruiert, wenn z. B. Richard Artzt nahezu alle wichtigen Persönlichkeiten in Deutschland und Italien jener Zeit trifft. Aber das ist Jammern auf hohem Niveau. Wie gesagt: Die Puppenspieler liest sich gut und ist unterhaltsam.

  • Walter Moers - Die Insel der 1000 Leuchttürme.
    Wobei hier wie üblich Walter Moers ja nur als Übersetzer aus dem Zamonischen für den bekanntesten Lindwurm und Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz fungiert.

    Freunde der epischen Prosa und märchenhafter Literatur (ich denke da gerade an dich, Schachtelmeer 🙂) sind hier sicher sehr gut aufgehoben. Für mich das deutsche Pendant zu Terry Pratchett.

    Das hat mir nicht gefallen, aber ich kann den Lindwurm auch nicht leiden.


    Aktuell lese ich aber Qwert von Moers und das gefällt mir wieder sehr gut.

  • Judith Dench: Shakespeare - der Mann, der die Miete bezahlt.

    Zu Weihnachten erhalten. Die inzwischen 90-jährige Dench plaudert mit einem Interviewer über ihre Erfahrungen an den Theatern der Welt mit Shakespeare Inszenierungen. Hat einen intensiven Zugang zu ihren Rollen, hat Anekdoten von heiter bis tragisch parat und kann sich an alle ihre Kostüme erinnern. 😀

    Für Shakespeare-Fans interessant und sicher auch für TheaterliebhaberInnen.

    Verkaufen ist seliger denn kaufen? ;)

  • Judith Dench: Shakespeare - der Mann, der die Miete bezahlt.

    Zu Weihnachten erhalten. Die inzwischen 90-jährige Dench plaudert mit einem Interviewer über ihre Erfahrungen an den Theatern der Welt mit Shakespeare Inszenierungen. Hat einen intensiven Zugang zu ihren Rollen, hat Anekdoten von heiter bis tragisch parat und kann sich an alle ihre Kostüme erinnern. 😀

    Für Shakespeare-Fans interessant und sicher auch für TheaterliebhaberInnen.

    Netter Zufall, hab ich auch letzten Freitag bekommen (Nachträgliches Weihnachtsgeschenk). Ich freu mich drauf.

    BGG Gallus-Stammtisch.

  • Wenn ihr euch zum Beispiel immer schon gefragt habt, warum Millionen Amis sofort "Kommunismus!" schreien, wenn's um so etwas wie soziale Sicherungssysteme geht - ich würde behaupten, das hat sehr viel zu tun mit Leuten wie Ayn Rand.

    Da musst du nicht viel behaupten. Das ist mehr oder weniger Fakt. Rand hasste den Staat wie sonst nur was. Sie war nach heutigen Maßstäben selbst vielleicht gar nicht unbedingt eine klassische Rechtsextremistin, sondern eher eine Kommunismus-Hasserin, die zudem Sozialdarwinismus und hemmungslosen Egoismus propagierte. Logisch, dass üble Typen wie der Thiel sie abfeiern, so wie es der Großteil von Wall Street und Silicon Valley auch tut. Und für alle Neurechten ist sie natürlich auch eine Heldin.

    Als weitere Buchempfehlung kann ich dir - wenn auch kein Sachbuch - "G.A.S. - Die Trilogie der Stadtwerke" von Matt Ruff ans Herz legen. In diesem kunterbunten Science-Fiction-Märchen bekommen Rand und ihr Hauptwerk "Atlas shrugged" ordentlich ihr Fett ab.

  • Huutini hat im Filmthread vor einiger Zeit den Roman "Lichtspiel" von Daniel Kehlmann erwähnt. Damals hatte ich den Roman gerade auf Halde liegen, jetzt habe ich ihn durch.

    Und wow, was für ein großartiger Roman.

    Lichtspiel ist die teilweise fiktive, episodenhaft erzählte Geschichte des Regisseurs GW Pabst, der vor den Nationalsozialisten in Deutschland floh, in Amerika scheiterte, für seine Arbeit nach Frankreich zurückkehrte und wegen eines Zufalls nicht wieder aus dem Deutschen Reich entkam. Pabst schließt einen Pakt mit dem Teufel, um weiter Filme bis in die letzten Tage des Krieges machen zu können.

    Lichtspiel steckt voller Tragik und nationalsozialistischem Schrecken, aber die stärksten Momente des Buches sind die urkomischen Aufeinandertreffen von Pabst mit Goebbels oder Riefenstahl, oder der Lesezirkel der Hausfrauen. Je höher die Position der Personen im Dritten Reich, desto lächerlicher wirken sie - aber büßen nie ihre Bedrohlichkeit ein. Diese Passagen sind so wahnsinnig gut, dass sie in einem brillanten Roman nochmal herausstechen.

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

  • Als Hörbuch beendet:

    Hanns & Rudolph von Thomas Harding. Eine beeindruckende Biographie von 2 Männern, deren Lebenswege sich nach dem 2. Weltkrieg kreuzten: Rudolph Höss war Kommandant von Auschwitz, Hanns Alexander ein deutscher Jude, der nach England floh und 1946 Rudolph Höss aufspürte und vor Gericht brachte.


    Als Buch begonnen: Taschenatlas der abgelegenen Inseln - 50 Inseln auf denen ich nie war und nie sein werde von Judith Schalansky. Jede der besprochenen Inseln bekommt 2 Doppelseiten zugesprochen: eine Doppelseite mit geographischen und demographischen Angaben , sowie einem bemerkenswert leerem Zeitstrahl und einer Karte der Insel selbst. Auf der folgenden Doppelseite befindet sich dann ein Stück Prosa, das historische Ereignisse oder naturwissenschaftliche Besonderheiten aufgreift. Ein überraschend unterhaltsames, kleines Buch voller Poesie, Absurdität und lakonischem Witz.

    You can´t eat an ice cream when you´re burning in hell.

  • blakktom 13. Januar 2026 um 08:05

    Hat einen Beitrag als hilfreichste Antwort ausgewählt.
  • Aktuell ziehe ich mir 'Hotel Kabul' von Lyse Doucet rein. War auf meiner Leseliste und letzte Woche war es in der örtlichen Buchhandlung schon da und habs mitgenommen. Bin etwa bei der Hälfe und hätte niemals gedacht, dass eine Geschichte über ein Hotel so spannend sein kann und damit die Geschichte eines Landes gut eingeflochten werden kann.

    Ich weiß gar nicht genau was mich so packt an dem Buch. Aber es ist wahnsinnig spannend geschrieben.

    Hab es letzte Woche abgeschlossen. Tolles Werk, was sehr spannend die Afghanische Geschichte verpackt und die Perspektive der Menschen aus Afghanistan herausarbeitet. Eines meiner Highlights aus dem letzten Jahr.

    Zwischen den Jahren habe 'Seltsame Bilder' von Uketsu. Ich lese selten Kriminalromane, weiß nicht wieso. Alle paar Monate gönne ich mir mal nen Roman. Auf diversen Plattformen davon gelesen. War schon spannend, würde aber nicht sagen das es jetzt was extrem besonderes ist oder so. Aber ob ich direkt Das seltsame Haus benötige weiß ich auch nicht.

    Dann heute einen Ausflug in unsere Links-Grün versifte Buchhandlung gemacht und 'Gesellschaft der Minderheiten - Leben in der Superdiversität' und 'Unten Leben' von Gustavo Faveron Patriau eingepackt.

  • Ich bin ja eher so ein langsam und wenig Leser, aber ein Buch hab ich trotzdem fast immer irgendwo Angefangen herumliegen. Oder auch mehrere, wenn man Fachliteratur noch dazu nimmt. Derzeit lese ich Band Zwei des Zyklus "Die Legende des Tränenvogels" (Young-Do Lee). Was man dem Buch zu gute halten muss, ist die Welt, die tatsächlich mal etwas frisches hat, was zumindest bei mir noch für Band 1 gereicht hat. Was mir absolut nicht gefällt ist die Unentschlossenheit zwischen erstem, dunklem, und manchmal blutigen Story und "schelmischen", komischen und absurden Gegebenheiten oder Verhalten der Protagonisten. Das passt für mich nicht zusammen. Entweder ich machs nicht so düster, oder ich bring nicht immer wieder Comedy rein. Schreibstil ist ganz okay, wenngleich für mich die Messlatte in der Fantasyliteratur einfach Tad Williams bleibt. Vermutlich sollte ich lieber mal den zweiten Zyklus der Osten-Ard Serie lesen. Das ist normalerweise stimmig und schön geschrieben. Naja Jetzt erstmal Band 2 fertig lesen, dann bin ich vermutlich fürs erste auch wieder Fantasy gesättigt, daher kommt dann als nächstes wohl eher irgendwas aus dem Fundus (meiner Frau).

  • Ich bin ja eher so ein langsam und wenig Leser, aber ein Buch hab ich trotzdem fast immer irgendwo Angefangen herumliegen. Oder auch mehrere, wenn man Fachliteratur noch dazu nimmt. Derzeit lese ich Band Zwei des Zyklus "Die Legende des Tränenvogels" (Young-Do Lee). Was man dem Buch zu gute halten muss, ist die Welt, die tatsächlich mal etwas frisches hat, was zumindest bei mir noch für Band 1 gereicht hat. Was mir absolut nicht gefällt ist die Unentschlossenheit zwischen erstem, dunklem, und manchmal blutigen Story und "schelmischen", komischen und absurden Gegebenheiten oder Verhalten der Protagonisten. Das passt für mich nicht zusammen. Entweder ich machs nicht so düster, oder ich bring nicht immer wieder Comedy rein. Schreibstil ist ganz okay, wenngleich für mich die Messlatte in der Fantasyliteratur einfach Tad Williams bleibt. Vermutlich sollte ich lieber mal den zweiten Zyklus der Osten-Ard Serie lesen. Das ist normalerweise stimmig und schön geschrieben. Naja Jetzt erstmal Band 2 fertig lesen, dann bin ich vermutlich fürs erste auch wieder Fantasy gesättigt, daher kommt dann als nächstes wohl eher irgendwas aus dem Fundus (meiner Frau).

    Danke für den Eindruck, hatte auch mal überlegt es zu lesen. Gibt gute Kritiken.

    Am unverständlichsten reden die Leute daher, denen die Sprache zu nichts anderem dient, als sich verständlich zu machen.

    - Karl Kraus

  • Danke für den Eindruck, hatte auch mal überlegt es zu lesen. Gibt gute Kritiken.

    Ja, ich kenn bisher auch nur gute und Lobenswerte Kritiken und man kann schon Nachvollziehen warum sie es toll finden. Ich für mich finde es halt irgendwie störend wenn die Erzählung zwischen Komik und "blutigem Dunkel" schwankt. Das ist aber vielleicht auch nur mein persönliches Problem.

  • Danke für den Eindruck, hatte auch mal überlegt es zu lesen. Gibt gute Kritiken.

    Ja, ich kenn bisher auch nur gute und Lobenswerte Kritiken und man kann schon Nachvollziehen warum sie es toll finden. Ich für mich finde es halt irgendwie störend wenn die Erzählung zwischen Komik und "blutigem Dunkel" schwankt. Das ist aber vielleicht auch nur mein persönliches Problem.

    Den ersten Band habe ich auch gelesen und werde auch noch die nächsten Bände angehen, ich mochte die Mischung bzw. ist mir das eigentlich gar nicht so richtig aufgefallen - für mich passte das Buch mit allem, Geschichte, Sprache, die Welt.

  • Als Hörbuch beendet:

    Hanns & Rudolph von Thomas Harding. Eine beeindruckende Biographie von 2 Männern, deren Lebenswege sich nach dem 2. Weltkrieg kreuzten: Rudolph Höss war Kommandant von Auschwitz, Hanns Alexander ein deutscher Jude, der nach England floh und 1946 Rudolph Höss aufspürte und vor Gericht brachte.

    Lighthammel Danke für den guten Tipp, gerade angefangen zu hören, gefällt mir.

    :jester:

    Mein Verhalten ist vielleicht manchmal taktisch unklug, dafür aber emotional notwendig

  • Ich mache gerade wieder ein Trip in die Vergangenheit. Nachdem ich letztes Jahr zum zweiten mal "Der Medicus" von Noah Gordon gelesen habe, habe ich nun den zweiten Teil "Der Schamane" begonnen. Auch dieses Buch habe ich vor 20 Jahren schon einmal gelesen. Ich liebe diese beiden Bücher. Ich denke, ich werde mir auch später noch "Die Erben des Medicus" zulegen. Dieser Teil schließt die Trilogie ab und ist wohl bei der Leserschaft nicht ganz so gut angekommen, aber ich bin neugierig darauf, denn diesen Roman kenne ich noch nicht.

  • Ich bin gerade durch mit Richard Flanagan - Der schmale Pfad durchs Hinterland. Im Zentrum der Erzählung stehen australische Kriegsgefangene im zweiten Weltkrieg, die unter mörderischen Bedingungen eine militärisch wichtige Eisenbahntrasse durch den Dschungel Siams bauen müssen. Wortgewaltig, poetisch, erschütternd - und damit eine klare Empfehlung.

  • Walter Moers - Die Insel der 1000 Leuchttürme.
    Wobei hier wie üblich Walter Moers ja nur als Übersetzer aus dem Zamonischen für den bekanntesten Lindwurm und Schriftsteller Hildegunst von Mythenmetz fungiert.

    Freunde der epischen Prosa und märchenhafter Literatur (ich denke da gerade an dich, Schachtelmeer 🙂) sind hier sicher sehr gut aufgehoben. Für mich das deutsche Pendant zu Terry Pratchett.

    Das hat mir nicht gefallen, aber ich kann den Lindwurm auch nicht leiden.


    Aktuell lese ich aber Qwert von Moers und das gefällt mir wieder sehr gut.

    bin ich ganz bei dir!

    die Leuchttürme haben mich mal so garnicht abgeholt (weil stellenweise sehr langatmig zu lesen und arg detailverliebt und die hundertdrölfzigste Wortneuschöpfung um ihrer selbst willen zu lesen, hat selbst mir ! auch irgendwann keine Freude mehr bereitet) und umso mehr freu ich mich auf Qwert :)

  • Ich lese gerade "Unten leben von Faveron Patriau Gustavo.

    Ich bin damit jetzt etwas bei der Hälfe und dieses Buch kann ich noch nicht ganz einordnen. Krimi ist es nicht, Psychothriller vielleicht. Extrem gelungen ist es, wie die Charaktere gezeichnet werden, die verwobenen Geschichten miteinander - die sich mir jetzt nach und nach ergeben. Zudem schafft es der Autor, ein unfassbar beklemmendes gruseliges Gefühl zu vermitteln, ohne explizit oder ausführlich gewisse Handlungen zu beschreiben.

    Eigentlich ein Buch welches mit vom Umfang zu lang ist, aber hier bin ich zuversichtlich das ich das Buch auch beenden werde.

    Als nächstes schwanke ich zwischen: Die Entscheidung von Jens Bisky, Europas Hunde oder Die Aussiedlung.