(Vermeintliche) Plagiate und der Umgang damit

  • Bevor das Thema im Legends of Void Thread ausartet: Ich denke dieses Thema bietet jede Menge Gesprächsstoff. Grundlage ist natürlich das Spiel "Unfinished Business" und der Umgang mit eben jenem. Kurz vorweg: Mpl Prn und der Digger sind absolut nicht mein Fall. Entsprechend konsumiere ich deren Erzeugnisse weder visuell, noch in Form eines Podcasts. Dennoch möchte ich den Umgang mit den Autoren und dem Spiel als Anlass für einen allgemeinen Thread nehmen.


    Mir widerstrebt, wie mit dem Thema umgegangen wird. Das Spiel ist nicht mal veröffentlicht und schon hagelt es einen Shitstorm, der inzwischen ein ausgewachsener Shit-Hurricane ist.


    Meine Frage: Wäre der Umgang mit dem Thema genauso, wenn das Spiel einen Autor ohne Vorgeschichte hätte?


    Hier wurde mehrfach über das Spiel "Adventure Realms" geschrieben und das Spiel wurde gelobt. Es ist quasi eine 1zu1 Kopie von Dune Imperium in 8 Bit Optik.

    Mutabo wird überall in den Himmel gelobt, es ist eine 1zu1 Kopie von Telestrations (Stille Post extrem), nur mit Zusatzkarten, die verrückte Wortkreationen ergeben.

    Legends of Void bedient sich auf dreiste Art und Weise Mechanismen von Terraforming Mars und baut ein bisschen was dazu - der Shitstorm bleibt aus.


    Das sind nur drei Beispiele, die mir auf Anhieb einfallen. Jeweils blieb hier der Shitstorm aus.


    Dann der Umgang mit dem Thema:

    90 1er Bewertungen bei boardgamegeek, falsche Angaben bei der besten Spieleranzahl und der Komplexität. Diverse Autoren in vorderster Front. Ist das die Art und Weise, wie wir mit solchen Sachverhalten umgehen wollen? Ist das wirklich der richtige Weg? Wäre es nicht viel besser, den Dialog zu suchen und mit den Verantwortlichen zu reden? Stattdessen veröffentlicht die SAZ eine Stellungnahme mit Vorwürfen. Weder Brent Beck noch die Autoren von Unfinished Business wurden kontaktiert.


    Meine Meinung:

    Das Thema muss aufgeklärt werden, keine Frage. Aber noch ist das Spiel nicht veröffentlicht und ich finde es absolut befremdlich, mit 1er Bewertungen ein noch unveröffentlichtes Werk abzufertigen, während bei ähnlichen Fällen nicht mal ein negatives Wort darüber verloren wurde. Ich fühle mich inzwischen wirklich seltsam in dieser Bubble, da es wohl nur noch Schwarz oder Weiß gibt und die Grautöne vollkommen verloren gehen.

  • PitchBlackSoul

    Hat den Titel des Themas von „Plagiate und der Umgang damit“ zu „(Vermeintliche) Plagiate und der Umgang damit“ geändert.
  • 1. Schöpfungshöhe ist ein Spektrum. Niemand negiert, dass es da Zwischentöne gibt.


    2. Für einen "allgemeinen Thread" geht es hier dann doch in deinem Post ziemlich schnell wieder sehr konkret um Digger, SAZ und wer wann mit wem wie kommuniziert hat usw.usf.

    Warte auf: Ahoy (DE) | Apex: Legends | A Very Civil Whist | Coalitions: Realpolitik | Cross Bronx Expressway | Defenders of the Wild | Halls of Montezuma | Hunt for Blackbeard | Kingdoms Forlorn | Molly House | Queen´s Dilemma | Tah Wars

    Einmal editiert, zuletzt von elkselk ()

  • Brent Beck wurde von der SAZ sehr wohl kontaktiert:

    Das ist interessant. Ich habe den Verlauf der Facebook Diskussion verfolgt und dort wurde noch von der SAZ vor zwei Tagen geschrieben, dass man nicht in seinem Namen agiert.


    1. Schöpfungshöhe ist ein Spektrum. Niemand negiert, dass es da Zwischentöne gibt.


    2. Für einen "allgemeinen Thread" geht es hier dann doch in deinem Post ziemlich schnell wieder sehr konkret um Digger, SAZ und wer wann mit wem wie kommuniziert hat usw.usf.

    Klar geht es auch darum - ist ja nunmal DAS Thema. Aber mir ging es vor allem um meine Beispiele und dass das alle einen feuchten Furz interessiert. Drei Hasen in der Abendsonne plagiiert Telestrations und macht statt abwischbaren Blöcken Papier und ein paar Zusatzkarten rein - Rest ist exakt gleich. Spiel ist aber in jeder Party-Topliste drin.

  • Hier wurde mehrfach über das Spiel "Adventure Realms" geschrieben und das Spiel wurde gelobt. Es ist quasi eine 1zu1 Kopie von Dune Imperium in 8 Bit Optik.

    Ich erinnere mich da an ein Video wo das in den Kommentaren doch ganz kritisch besprochen wurde.


    Wait a minute....

  • Huhu,


    ich kenne zwar das spiel das Telestrations Plagiiert nicht, aber ich kann mir vorstellen, das sich da niemand drüber aufregt, weil Telestrations auch nur ein "Plagiat" von eat poop you cat ist und auch das hat keinen "Designer" und ist in der public domain.

    Es würde sich auch niemand darüber aufregen wenn jemand Mau Mau neu raus bringt und damit versucht Geld zu verdienen. So lange nicht gesagt wird das Sie das Spiel Designed haben.


    Gruß

    Ben

  • Brent Beck wurde von der SAZ sehr wohl kontaktiert:

    Das ist interessant. Ich habe den Verlauf der Facebook Diskussion verfolgt und dort wurde noch von der SAZ vor zwei Tagen geschrieben, dass man nicht in seinem Namen agiert.

    Das "nicht agieren" bezieht sich auf rechtliche Schritte (zumindest hab ich das so verstanden). Das schließt eine Stellungnahme und Kritik nicht aus.

    KS Pending: S.T.A.L.K.E.R The Board Game | Hexplore It: Fall of the Ancients | Nemesis: Retaliation | Dante: Inferno

    2 Mal editiert, zuletzt von Croquet ()

  • Es gab hier den gleichen Gegenwind bei diesem Biberbande-Spiel. Da waren die Herausgeber vorher vollkommen unbelastet. Es liegt also imo nicht an der Person, sondern rein an der Sache.

    Man bewegt sich da immer in einer gewissen Grauzone, aber bei gewissen Beispielen sieht es die Mehrheit halt als dunkelgrau bis schwarz. Kann man immer anders sehen, aber ich empfinde das schon als starkes Indiz.

    Ach ja? Definier mir "normal"!

  • Brent Beck wurde von der SAZ sehr wohl kontaktiert:

    Das ist interessant. Ich habe den Verlauf der Facebook Diskussion verfolgt und dort wurde noch von der SAZ vor zwei Tagen geschrieben, dass man nicht in seinem Namen agiert.

    Ob man jemanden kontaktiert und informiert oder in seinem Namen handelt sind aber doch zwei völlig verschiedene Dinge.

  • Frank Noack (Spiele-Offensive) äußert sich zu dem Thema:


    "An dieser Stelle sei erstmal klargestellt, dass wir NICHT, wie mancherorts behauptet wird, der Vertrieb für dieses Spiel sind. MPLPRN macht das selbst im Direktvertrieb.

    Bevor das Projekt bekanntgegeben wurde, gab es lediglich ein Telefonat darüber, bei dem Möglichkeiten abgeklopft wurden in Richtung Schmiede oder Produktion, aber auch Fulfillment, ohne jedes Detail über das Spiel selbst. Stephan hat unsere Fulfillment Preisliste bekommen, was unser (rechtlich bindendes) Standardangebot ist.

    Als sie mit den Projekt öffentlich wurden, haben sie dann gesagt, dass wir das Spiel versenden werden, ohne uns vorher nochmal bescheid zu geben und ohne dass wir bisher einen schriftlichen Auftrag dazu erhalten hätten. Ganz so simpel ist die Situation aber nicht. Man nennt sowas mal ganz juristisch "Vertragsannahme durch konkludentes Handeln". Das bedeutet nun auch rein rechtlich, dass wir das Fulfillment erbringen werden, wenn es soweit ist, denn solange hier nichts Illegales geschieht, können wir aus so einem Vertrag auch nicht mal einfach so raus. Wir sind da aber eher zu sehen wie die Post (die das Paket ausliefern wird) oder die Telekom (die die Daten und Werbung für das Projekt durchs Internet transportiert) usw.

    Ich habe MPLPRN aber gebeten, dass unser SO Logo nicht länger eingeblendet wird, während die Werbung für das Spiel zu sehen ist in deren Streams, damit nicht der Eindruck entsteht, wir hätten irgendwas damit zu tun.

    Ob es sich hier wirklich um ein Plagiat handelt, kann meiner Meinung nach, erst am fertigen Produkt entschieden werden. Und dann sollten die Rechteinhaber von Big Deal sich selbst dazu äußern. Dass sie es noch nicht getan haben, ist auch eine Aussage die eher die Argumente von MPLPRN stützt. Allerdings könnten sie auch warten, bis das Spiel fertig ist und dann klagen. Dann würde es aber bei MPLPRN so richtig weh tun, sollte die Klage recht bekommen.

    Davon ab: Ganz ehrlich, wäre das in unserer Regide passiert, hätte ich versucht die Autoren einzubeziehen und würde sie auch nennen, wenn wirklich soviel des Spiels auf Big Deal basiert, wie die SAZ reklamiert. Ich kenne beide Spiele nicht, daher erlaube ich mir hier kein eigenes Urteil."


    am 15.03.2023

    Plagiarismus durch ´Unfinished Business´

  • Frank Noak (Spiele-Offensive) äußert sich zu dem Thema:


    "An dieser Stelle sei erstmal klargestellt, dass wir NICHT, wie mancherorts behauptet wird, der Vertrieb für dieses Spiel sind. MPLPRN macht das selbst im Direktvertrieb.

    Ich verstehe seine Position, und ich denke er weiß auch dass eine Klage wegen Plagiat in der aktuellen Rechtssituation wenig Sinn ergibt. Dennoch finde ich die Stellungnahme insgesamt eher enttäuschend, da sie wenig auf die ideelle und moralische Dimension eingeht - die in meinen Augen ziemlich eindeutig gesehen werden kann. So ist das Statement irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes (und nein, besonders differenziert finde ich es auch nicht, da es eher ein Abbild widerstreitender Gefühle zu sein scheint).

  • während bei ähnlichen Fällen nicht mal ein negatives Wort darüber verloren wurde.

    Hier ein Artikel zu dem Thema von 2018 zu zwei Fällen: https://www.plagiarismtoday.co…of-board-game-plagiarism/ Bei einem Spiel hat das sogar zu einer Takedown-Notice auf Kickstarter geführt und das Projekt damit beerdigt. Siehe auch hier: https://kotaku.com/board-game-…agiarism-scand-1827706801 2017 gab es die Diskussion um Werwörter und Nextpress: https://www.spielbar.com/wordpress/2017/06/24/16513/ Und Ted Alspach sowie Karsten Adlung sind jetzt sicher keine Unbekannten in der Branche. Das Thema Plagiate bei Brettspielen gibt es schon seit Jahren. Manchmal wird es größer diskutiert, manchmal kleiner.


    Gruß Dee

  • Hier wurde mehrfach über das Spiel "Adventure Realms" geschrieben und das Spiel wurde gelobt. Es ist quasi eine 1zu1 Kopie von Dune Imperium in 8 Bit Optik.

    Wurde Adventure Realms nicht nochmal überarbeitet um Dune Imperium nicht ganz so arg zu gleichen? Und dem kleinen Hype zum Trotz scheint das Spiel weder in den USA noch in Europa bei einem Verlag untergekommen zu sein. Das ist nach wie vor ausschließlich bei Game Crafter zu erhalten. Ein richtig erfolgreiches Plagiat scheint mir das also auch nicht zu sein.


    Das jüngste Spiel des Designers sieht übrigens verdammt nach Stardew Valley aus.

  • Ich verstehe seine Position, und ich denke er weiß auch dass eine Klage wegen Plagiat in der aktuellen Rechtssituation wenig Sinn ergibt. Dennoch finde ich die Stellungnahme insgesamt eher enttäuschend, da sie wenig auf die ideelle und moralische Dimension eingeht - die in meinen Augen ziemlich eindeutig gesehen werden kann. So ist das Statement irgendwie nichts Halbes und nichts Ganzes (und nein, besonders differenziert finde ich es auch nicht, da es eher ein Abbild widerstreitender Gefühle zu sein scheint).

    Der Frank ist in erster Linie mal Geschäftsmann und dennoch, soweit ich ihn kennengelernt habe, irgendwo eine gute Seele. Hier liegt er nach meiner Meinung einfach richtig. Es gibt faktisch einen Vertrag. Daher kann er aus der Sache nicht einfach so raus. Er könnte allenfalls selbst vertragsbrüchig werden. Das ist dann wiederum eine Kosten-Nutzen-Risiko-und-sonstwas-Abwägung. Ich denke, das Statement ist recht klar. Deutlich klarer als der juristische Aspekt dieses moralischen *bitteschimpfwortdenken*.

  • Bei solchen Plagiatsachen kommen viele Aspekte zusammen, die dann auch die Reaktionen beeinflussen. Allerdings ist Plagiat ja nicht gleich Plagiat.

    Es gibt zufällige Ähnlichkeiten, manchmal sogar angebliche Parallelentwicklungen, die fast identisch sind (na, wer erinnert sich?). Es gibt regelrechte Raubkopien, die einfach ohne Bezahlung der Rechteinhaber in den Handel kommen, es gibt kopierte Spiele, die in anderen Ländern ohne Lizenz verschachert werden.

    Es gibt auch Spiele mit bewussten Ähnlichkeiten, die aber Eigenes enthalten. Und es gibt Plagiate, die auch Plagiate bleiben, wenn sie mit anderen Inhalten oder neuen Regelabsätzen ausgestattet werden. Ein Beispiel ist Anno Domini, das immer mal wieder als System kopiert wird und unter anderem von Tourismusverbänden ohne Wissen der Rechtslage als Lokalspiel veröffentlicht werden.

    Wobei Rechtslage genau das Problem ist. Um gegen ein Plagiat vorzugehen, muss letztlich geklagt werden. Bisher lief das vor Gericht häufig nicht so, wie das mit normalem Menschenverstand zu erwarten gewesen wäre. Einfach, weil noch immer der Urheberschutz in erster Linie die Anleitung meint, die dann aber wiederum eine Schöpfungshöhe als Text haben muss. Das Produkt bzw. dessen Macher genießen meines Wissens durch Urteile bestätigt keinen Urheberschutz. Es bleiben dann evtl. Markenschutz- und Wettbewerbsrecht. Aber das alles meines Wissens ist sehr schwierig. Weit schwieriger, als es sein sollte.

    So bleibt es immer eine Einzelfallbetrachtung. Aber: Je dreister das Vorgehen, desto schlimmer zurecht die Reaktion. Das ist dann aber eher von den Personen unabhängig, wobei hier noch ein gewisser Shitstormreiz für einige hinzukommen mag.

  • Diese Fullfilment Preisliste, die ein bindendes Angebot darstellt, würde ich gerne sehen :D

    Was meinst du denn damit?

    Finde es nur bemerkenswert, dass jemand anruft, ohne irgendetwas Konkretes zu schildern und man dann wohl sagt: „Hey, hier ist unsere Preisliste; egal was du wann, wie und in welcher Stückzahl machen willst; wir machen es zu diesen Konditionen - verbindlich.“


    Finde ich gut.

  • Was meinst du denn damit?

    Finde es nur bemerkenswert, dass jemand anruft, ohne irgendetwas Konkretes zu schildern und man dann wohl sagt: „Hey, hier ist unsere Preisliste; egal was du wann, wie und in welcher Stückzahl machen willst; wir machen es zu diesen Konditionen - verbindlich.“


    Finde ich gut.

    Ich bekomme diese Preisliste seit Jahren und ja, du kannst es dir in etwa so vorstellen. Eine sehr lange Excel-Tabelle mit allen möglichen Dimensionen, Stückzahlen, Staffelpreisen, Zielregionen, KEPs, VAS, Lagerkosten, etc.

  • Finde es nur bemerkenswert, dass jemand anruft, ohne irgendetwas Konkretes zu schildern und man dann wohl sagt: „Hey, hier ist unsere Preisliste; egal was du wann, wie und in welcher Stückzahl machen willst; wir machen es zu diesen Konditionen - verbindlich.“


    Finde ich gut.

    Ich bekomme diese Preisliste seit Jahren und ja, du kannst es dir in etwa so vorstellen. Eine sehr lange Excel-Tabelle mit allen möglichen Dimensionen, Stückzahlen, Staffelpreisen, Zielregionen, KEPs, VAS, Lagerkosten, etc.

    Das ist auch alles in Ordnung; man könnte sich trotzdem eine endgültige Annahme vorbehalten. Eine Excel-Tabelle ist ja normalerweise noch kein verbindliches Angebot - das muss man schon zusätzlich erklären.

  • Spielmechaniken sind aktuell nicht patentierbar als geistiges Eigentum. Vielleicht in 30 Jahren, wenn unsere Generation im Richterstuhl sitzt. Aktuell ist das aber nicht der Fall. Anleitungen allerdings schon, weil man das als redaktionelle Arbeit sieht. Und jeder der mal in dem Bereich gearbeitet hat, weiß wie scheiß viel Arbeit eine Anleitung ist.

    Es geht nicht darum, dass man Ideen, Spielmechaniken oder ganze Spiele übernimmt. Es geht darum, dass Unfinished Business ganz stumpf alles 1:1 kopiert hat, inklusive Regeln. Da kommt einfach nichts aus der eigenen Feder. Sogar die Anzahl der jeweiligen Karten stimmt 1:1 überein, was ziemlich dämlich ist weil Big Deal in der Hinsicht einfach überarbeitet werden sollte. Die Jungs hatten aber weder Bock drauf, die Kartenanzahl mal richtig zu balancen, noch sich mal hinzusetzen und die uralte Anleitung etwas anzupassen. Es wurde einfach stumpf kopiert und als eigenes Werk hingestellt.

    Einmal editiert, zuletzt von Niloc ()

  • Das ist auch alles in Ordnung; man könnte sich trotzdem eine endgültige Annahme vorbehalten.

    Was hätte das im vorliegenden Fall geändert? Laut der Aussage von Frank Noack kennt er das Ursprungsspiel nicht. Und man kann von einem Versanddienstleister m.M. nach keine Plagiatsprüfung verlangen.

  • Finde es nur bemerkenswert, dass jemand anruft, ohne irgendetwas Konkretes zu schildern und man dann wohl sagt: „Hey, hier ist unsere Preisliste; egal was du wann, wie und in welcher Stückzahl machen willst; wir machen es zu diesen Konditionen - verbindlich.“


    Finde ich gut.

    Ich bekomme diese Preisliste seit Jahren und ja, du kannst es dir in etwa so vorstellen. Eine sehr lange Excel-Tabelle mit allen möglichen Dimensionen, Stückzahlen, Staffelpreisen, Zielregionen, KEPs, VAS,

    und wie erfährst du ob dein Auftrag von der Sieleoffensive angenommen wurde? Oder läßt du einfach 500 Spielmatten an die SO liefern und überweist den Betrag aus der Preisliste?

  • Spielmechaniken sind aktuell nicht patentierbar als geistiges Eigentum. Vielleicht in 30 Jahren, wenn unsere Generation im Richterstuhl sitzt.

    Ich bin da gerne offen für fachkundigen Input, weil ich mich frage ob das überhaupt erstrebenswert ist? Ist Urheberrecht auf Spielmechaniken nicht gefährlich nahe an den Trivialpatenten, die z.B. der Techbranche das Leben schwer machen? Da kommt dann irgendeine Firma mit einer Klage gegen Apple aus dem Loch gekrochen, nur weil sie sich in den 90er mal die Idee „Musik über ein Netzwerk verbreiten“ haben patentieren lassen. Ich denke niemand hier würde es begrüßen, wenn Worker Placement oder Drafting oder Multi-Use Cards nur einem einzigen Verlag vorbehalten wären.

  • Das ist auch alles in Ordnung; man könnte sich trotzdem eine endgültige Annahme vorbehalten.

    Was hätte das im vorliegenden Fall geändert? Laut der Aussage von Frank Noack kennt er das Ursprungsspiel nicht. Und man kann von einem Versanddienstleister m.M. nach keine Plagiatsprüfung verlangen.

    Ich sage nicht, dass das etwas geändert hätte. Ich sehe auch kein Fehler bei der Spiele Offensive. Ich frage mich nur, ob das so richtig ist zu sagen; „wir wussten von nix, uns waren aber juristisch die Hände gebunden“.

  • Ich bekomme diese Preisliste seit Jahren und ja, du kannst es dir in etwa so vorstellen. Eine sehr lange Excel-Tabelle mit allen möglichen Dimensionen, Stückzahlen, Staffelpreisen, Zielregionen, KEPs, VAS,

    und wie erfährst du ob dein Auftrag von der Sieleoffensive angenommen wurde? Oder läßt du einfach 500 Spielmatten an die SO liefern und überweist den Betrag aus der Preisliste?

    Mit einer Auftragsbestätigung…

  • Spielmechaniken sind aktuell nicht patentierbar als geistiges Eigentum. Vielleicht in 30 Jahren, wenn unsere Generation im Richterstuhl sitzt.

    Ich bin da gerne offen für fachkundigen Input, weil ich mich frage ob das überhaupt erstrebenswert ist? Ist Urheberrecht auf Spielmechaniken nicht gefährlich nahe an den Trivialpatenten, die z.B. der Techbranche das Leben schwer machen? Da kommt dann irgendeine Firma mit einer Klage gegen Apple aus dem Loch gekrochen, nur weil sie sich in den 90er mal die Idee „Musik über ein Netzwerk verbreiten“ haben patentieren lassen. Ich denke niemand hier würde es begrüßen, wenn Worker Placement oder Drafting oder Multi-Use Cards nur einem einzigen Verlag vorbehalten wären.

    Wie bei jedem künstlerischen Produkt geht es ja um die Umsetzung und Implementierung. Drafting oder Worker Placement patentieren macht genauso wenig Sinn, wie z.B. Kameraperspektiven in Filmen oder spezielle Techniken bei der Postproduktion. Aber wenn ich die Szenen 1:1 in der gleichen Reihenfolge filme und auch so nachbearbeite, dann habe ich eben ein Plagiat.

  • und wie erfährst du ob dein Auftrag von der Sieleoffensive angenommen wurde? Oder läßt du einfach 500 Spielmatten an die SO liefern und überweist den Betrag aus der Preisliste?

    Mit einer Auftragsbestätigung…

    Das wäre so ja normal. In diesem Falle hat sich aber nur Stefan durch Vertragsannahme durch konkludentes Handeln verpflichtet über die SO zu versenden. Meiner Auffassung könnte die SO aber immer noch aussteigen. Noack schreibt aber durch Abgabe der Preisliste müssen sie den Auftrag abwickeln. und da passt halt was nicht zusammen.

  • Das jüngste Spiel des Designers sieht übrigens verdammt nach Stardew Valley aus.

    Die Beschreibung des Themas passt grob zu sehr vielen Farmspielen. Mit dem Brettspiel zu Stardew Valley hat das Spiel laut Beschreibung von der Mechanik jetzt nicht wirklich was gemeinsam.

  • Mit einer Auftragsbestätigung…

    Das wäre so ja normal. In diesem Falle hat sich aber nur Stefan durch Vertragsannahme durch konkludentes Handeln verpflichtet über die SO zu versenden. Meiner Auffassung könnte die SO aber immer noch aussteigen. Noack schreibt aber durch Abgabe der Preisliste müssen sie den Auftrag abwickeln. und da passt halt was nicht zusammen.

    Nach Schilderung der SO hat sich der Digger ja zu gar nichts verpflichtet, sondern nur eine Anfrage gestellt. Wenn ich die SO wäre, hätte ich das Projekt angenommen - es ist ja gar nicht meine Aufgabe zu prüfen, ob das ein Plagiat oder sonstetwas ist. Ich finde es nur bemerkenswert, dass jetzt so getan wird, als wäre das alles ganzt schlimm, aber als SO ist man juristisch gefangen, will das aber eigentlich gar nicht….

  • Die Beschreibung des Themas passt grob zu sehr vielen Farmspielen. Mit dem Brettspiel zu Stardew Valley hat das Spiel laut Beschreibung von der Mechanik jetzt nicht wirklich was gemeinsam.

    Ich meine auch nicht das Brettspiel Stardew Valley und dessen Mechaniken. Sondern das Setting und die Grafiken des Computerspiels: die Fische, die Gebäude, die verschiedenfarbigen Slimes – all das wirkt wie 1:1 aus Stardew Valley übernommen. Sogar die Anordnung der Karte ist ähnlich.

  • Nach Schilderung der SO hat sich der Digger ja zu gar nichts verpflichtet,

    Doch lese bitte unter Vertragsannahme durch konkludentes Handeln nach. Das hat der Digger mit seine Öffentlichen Aussagen getan.

  • Nach Schilderung der SO hat sich der Digger ja zu gar nichts verpflichtet,

    Doch lese bitte unter Vertragsannahme durch konkludentes Handeln nach. Das hat der Digger mit seine Öffentlichen Aussagen getan.

    Ist schon wieder so lange her, aber muss konkludentes Handeln nicht auch wirklich ein Handeln erfordern? Es ist ja eine STILLSCHWEIGENDE Annahme durch Handlung. Wenn also F die Ware zugesendet bekommt, kann F davon ausgehen, dass ihr Angebot angenommen wurde. Und S wäre zahlungspflichtig. Aber wenn es nach F geht, könnte man immer noch vom Angebot zurücktreten. Außer F würde durch das Fulfillment ebenfalls durch konkludentes Handeln den Vertrag zustandekommenlassen.

    Hier ist aber ja keine Handlung geschehen sondern S hat F über ein öffentliches Medium seine Absicht erklärt. Das stellt noch keine Vertragsannahme dar. Für F könnte ein Irrtum vorliegen, was die Ware anbelangt.

    Das hier ist mein Privat-Account. Alle hier geäußerten Meinungen sind nur meine privaten Meinungen und geben nicht die Meinung von Frosted Games wieder.

    Wenn ihr Fragen zu Frosted Games habt, bitte: FrostedGames

    Einmal editiert, zuletzt von Ben2 ()

  • Eine Handlung ist etwas, was man tut: eine derartige oeffentlich Erklaerung abzugeben, als dass A der Versand macht, ist doch eine Handlung - und damit eben konkludentes Handeln bzw. Vertrag angenommen.

  • Ich fänd schön, wenn es nicht schon WIEDER nur um Unfinishes Business gehen würde - das allein belegt ja irgendwie die Annahme, die PitchBlackSoul in seinem ersten Post gestellt hat: Wäre das bei anderen anders?


    Zwischendurch blitzen ja so kleine Lichter mit Gegenbeispielen auf. Danke dafür!


    Das Ding ist, dass Stefan nun mal in der deutschen Blase sehr bekannt ist - und der Autor von Adventure Realms nicht. Insofern hat das hier für uns ganz sicher mehr Bedeutung und wird mehr diskutiert als in den USA oder Neuseeland. Was aber deutlich wird: In ähnlichen Fällen WIRD es auch sehr deutlich gemacht, wie man am Beitrag von elkselk gut sieht. Es passiert im Größeren halt nicht so besonders oft. Wo es sicher sehr oft passiert: Wenn Neu-Autor*innen sich überlegen, auch mal ein Spiel zu machen - aber bisher mit der Familie nur Monopoly gespielt haben. Dann kommen halt Würfelspiele raus, die Monopoly doch SEHR ähnlich sind. In der Regel sehen wir solche Spiele aber nicht im Markt - und wenn, dann nur als Sparte, wie diese fsk18-Variante hier: Link zu Sexopoly - dass jemand sich mit Brettspielen intensiver auseinander setzt und dann einfach Carcassonne mit Ereigniskarten rausbringt... das ist eher seltener und wird ja auch von den deutschen Verlagen eher abgefangen, weil das bei denen eher nicht durch die Prüfung geht.

    Im Kern betrifft es also hauptsächlich Self-Publisher.


    Ähnlichkeit zu anderen Spielen:

    Es passiert immer wieder in der Geschichte der Spiele, dass Mechaniken eines Spiels in einem anderen Spiel aufgegriffen werden. Irgendwer hat mal angefangen mit Worker Placement (das erste kommerziell erfolgreiche war wohl Caylus - aber das war sicher nicht das erste) - und wir leben heute in einer schöneren und cooleren Brettspielwelt, weil jemand den Mechanismus kopiert hat. Jemand hat mal angefangen, ein Programmier-Spiel zu machen und heute haben wir Black Rose Wars. Dennoch unterscheidet sich Black Rose Wars doch sehr deutlich von Robo Rally. Nur einen einzigen Mechanismus "klauen" macht noch kein Plagiat. Das ist erst der Fall, wenn eine bestimmte Masse überschritten ist, bei der es auch um Spielabläufe, Rundenstruktur, Spielstruktur, Spielmaterial etc. geht. In diesem Sinne sind Cabo und Biberbande (und viele andere) Plagiate von Golf - aber da niemand Rechteinhaber von Golf ist, interessiert das keinen.


    Klar ist, es passiert nicht besonders oft, aber wenn es passiert, gibt es innerhalb der Blase durchaus Kritik - und innerhalb der Blase von der Blase (in diesem Fall dem deutschen Markt) noch mehr.

  • Das es ist üblich ist in der Brettspielszene am Laufenden Band Plagiate zu generieren, so wie manch einer behauptet, sehe ich nicht.

    Aber das reine Mechanismen oder auch Konzepte übernommen werden (was an sich kein Plagiat für mich ist) ist schon so.

    Es gibt keine allgemeingültige auf Brettspiele bezogene Definition von einem Plagiat, daher kann man durchaus unterschiedlicher Meinung sein, so finde ich.


    Mir ist aus aktuellem Anlass ein Spiel auf die Füße gefallen, das offenkundig das Grundprinzip des Originals übernommen hat, ohne jedoch auf den Originalautor referenzieren: Ich spreche von "Astroforce - The Dice Game" von Carl White:


    Halt, das Spiel sieht vertraut aus? Das liegt daran, das es auf "Star Trek - The Dice Game" basiert.

    Moment, das meinst du gar nicht?

    Ok, "Star Trek - The Dice Game" basiert auf "Deep Space D-6" von Tony Go und es findet keine Referenzierung bei den Regeln von "Star Trek - The Dice Game" statt.


    Offenkundig ist dies aber schon im BGG-Forum aufgefallen und Carl White hat folgendes dazu gesagt:

    "The game described in the blurb that Astroforce shares rules and mechanics with is Star Trek the Dice Game.


    That's not to say that DSD6 DNA is not in the mix; I created STtDG and then Astroforce as a response to DSD6. I loved the dice placement mechanics, but wanted a deeper and more narrative experience, and so iterated on Tony Go's game. I think the result, though mechanically similar at the core, feels very different to actually play.


    I see the relationship as similar to that between Dominion and one of the many deck builders that followed that innovative design. The latter owe an undeniable debt to the former, but are distinct and unique games in their own right."

    Too similar to Deep Space D-6? | Astroforce: The Dice Game
    The first you see when playing [b]Astroforce[/b] is the big similarity to [b]Deep Space D-6[/b]. Probably too much to consider the game a new idea. What do you…
    boardgamegeek.com


    Etwas anderes wäre das Thema "Urheberrecht". Das dürfte mit Text und Bild doch recht gut geschützt sein, d.h. Regeln abschreiben ist keine gute Idee.

    2 Mal editiert, zuletzt von thomasd87 ()