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  • Intelligenztestung ist ein großes, vielschichtiges, fehlerbehaftetes und teils problematisches Feld. Wenn du aus Jux und Dollerei einen Intelligenztest machen möchtest um am Ende eine IQ-Wert zu erhalten: mach‘s nicht. Und mach definitiv nichts online.


    Das hat in bestimmten Szenarien seinen Wert als diagnostisches Werkzeug, aber für sich alleine ist das weder sonderlich bedeutsam, noch aussagekräftig, noch wird das dort Getestete sich zwangsläufig mit dem decken, was man landläufig unter Intelligenz versteht.

  • Korrekt, ich will nur einen IQ haben 😀


    Warum die Abneigung? Ich finde es einfach interessant. Aber es bringt natürlich nix, wenn es nicht halbwegs vergleichbar ist mit anderen Tests. Dass das jetzt nicht allzu wichtig ist ist klar.

  • Die Mensa bietet in vielen Städten seriöse Tests an. Also nicht die wo man für 3€ Mittag essen kann, sondern der Verein für Hochbegabte.

    Wenn Du gut genug bist, kannst Du danach Aufnahme beantragen.

  • Das Problem fängt schon dabei an, dass Intelligenz psychologisch so schwammig definiert ist, dass es manchmal semi-scherzhaft heißt „Intelligenz ist das, was der Intelligenz-Test misst“. Es gibt dementsprechend immer mal wieder neue Intelligenz-Modelle und die dazu passenden Tests. Für manche gibt es große Vergleichsstichproben, andere sind theoretisch auf der Höhe der Zeit aber dafür kaum validiert. Manche überschätzen tendenziell, manche unterschätzen eher. Und da hab ich die Debatte über die teils äußerst problematische Historie und den inhärenten Bias, den solche Tests haben können, noch gar nicht angeschnitten.


    Vor allem aber bin ich nicht der Meinung, dass diese Tests etwas abbilden, was jenseits von spezifischen Fragestellungen einen Wert hat. Intelligenztests sind meist so konstruiert, dass sie hoch korrelieren mit dem erfolgreichen Meistern der Anforderungen, die unsere Gesellschaft an uns stellt – in den meisten Definitionen von Intelligenz schwingt daher immer eine Adäquatheit gegenüber dem System mit. Darüber hinaus decken die besseren Intelligenztests verschieden Leistungen in verschiedenen Modalitäten ab. Vor allem dann also, wenn man das Ergebnis auf einen einzelnen, numerischen IQ-Wert herunterbricht, ist die Aussagekraft äußerst eingeschränkt. Gleichzeitig habe ich persönlich den Eindruck, dass in der (laienhaften) Rezeption von IQ-Tests in unserer Gesellschaft allzu oft dieser einfache Vergleich von „mehr ist besser“ gesucht wird.


    In der KI-Forschung dachte man lange Zeit, man habe menschliche Intelligenz dann übertrumpft, wenn ein Computer den amtierenden Schachweltmeister schlagen kann. Das ist jetzt bald 30 Jahre her aber die Ernüchterung danach kam schnell, als man festgestellt hat, dass man damit auch nichts über menschliche Intelligenz gelernt hat. Das neue Ziel ist es, irgendwann den amtierenden Fußballweiltmeister mit einem Roboter-Team schlagen zu können. An dieser Anekdote, finde ich, kann man ganz schön den Unterschied ablesen zwischen einer schmalen geistigen Spitzenleistung und den unglaublichen Leistungen, die unser aller Gehirne tagtäglich und ganz selbstverständlich erbringen. Wer also denkt, dass Person A mit dem IQ von 110 10% schlauer ist als Person B mit einem IQ von 100, der überschätzt meiner Meinung nach massiv, was der Intelligenztest überhaupt erfasst.

  • Die Mensa bietet in vielen Städten seriöse Tests an. Also nicht die wo man für 3€ Mittag essen kann, sondern der Verein für Hochbegabte.

    Wenn Du gut genug bist, kannst Du danach Aufnahme beantragen.

    Würde ich so nicht unterschreiben. Ich habe vor Jahrzehnten aus Jux in GB mal an einem kostenlosen Test teilgenommen, der aus wenigen Fragen bestand und dann postalisch eingesendet wurde. Postwendend bekam ich meine Einladung zur Mensa Society. Ich halte mich für eher durchschnittlich intelligent und nicht hochbegabt… Es ist halt letztlich auch nur ein Verein, der Mitglieder braucht und manche Person fühlt sich halt stark gebauchpinselt, wenn man von sich sagen kann, dass man Mensamitglied ist. Mag sein, dass sich das geändert hat mit den Jahrzehnten.


    Selbst wenn ich höchst intelligent wäre, wüsste ich nicht, warum ich einem solchen Verein beitreten sollte.

  • Das Problem fängt schon dabei an, dass Intelligenz psychologisch so schwammig definiert ist, dass es manchmal semi-scherzhaft heißt „Intelligenz ist das, was der Intelligenz-Test misst“. Es gibt dementsprechend immer mal wieder neue Intelligenz-Modelle und die dazu passenden Tests. Für manche gibt es große Vergleichsstichproben, andere sind theoretisch auf der Höhe der Zeit aber dafür kaum validiert. Manche überschätzen tendenziell, manche unterschätzen eher. Und da hab ich die Debatte über die teils äußerst problematische Historie und den inhärenten Bias, den solche Tests haben können, noch gar nicht angeschnitten.


    Vor allem aber bin ich nicht der Meinung, dass diese Tests etwas abbilden, was jenseits von spezifischen Fragestellungen einen Wert hat. Intelligenztests sind meist so konstruiert, dass sie hoch korrelieren mit dem erfolgreichen Meistern der Anforderungen, die unsere Gesellschaft an uns stellt – in den meisten Definitionen von Intelligenz schwingt daher immer eine Adäquatheit gegenüber dem System mit. Darüber hinaus decken die besseren Intelligenztests verschieden Leistungen in verschiedenen Modalitäten ab. Vor allem dann also, wenn man das Ergebnis auf einen einzelnen, numerischen IQ-Wert herunterbricht, ist die Aussagekraft äußerst eingeschränkt. Gleichzeitig habe ich persönlich den Eindruck, dass in der (laienhaften) Rezeption von IQ-Tests in unserer Gesellschaft allzu oft dieser einfache Vergleich von „mehr ist besser“ gesucht wird.


    In der KI-Forschung dachte man lange Zeit, man habe menschliche Intelligenz dann übertrumpft, wenn ein Computer den amtierenden Schachweltmeister schlagen kann. Das ist jetzt bald 30 Jahre her aber die Ernüchterung danach kam schnell, als man festgestellt hat, dass man damit auch nichts über menschliche Intelligenz gelernt hat. Das neue Ziel ist es, irgendwann den amtierenden Fußballweiltmeister mit einem Roboter-Team schlagen zu können. An dieser Anekdote, finde ich, kann man ganz schön den Unterschied ablesen zwischen einer schmalen geistigen Spitzenleistung und den unglaublichen Leistungen, die unser aller Gehirne tagtäglich und ganz selbstverständlich erbringen. Wer also denkt, dass Person A mit dem IQ von 110 10% schlauer ist als Person B mit einem IQ von 100, der überschätzt meiner Meinung nach massiv, was der Intelligenztest überhaupt erfasst.

    Wunderbar geschrieben, VIELEN DANK!

  • Ja, richtig gelesen, ich will nach Jahrzehnten endlich mal das Thema IQ Test angehen. Kennt sich da jemand aus? Wo macht man das am besten, sodass es auch einigermaßen "seriös" ist? Habe z.B. auch kostenlose gefunden, wie hier: https://iqtest.sueddeutsche.de/


    Aber ob das was taugt?

    IQ-Test bei Mensa - Mensa in Deutschland e.V.
    Mensa bietet wissenschaftlich anerkannte IQ Tests vor Ort an. Auf dieser Seite findest Du Informationen rund um den Test und den Testablauf.
    www.mensa.de


    Dort ist auch eine lange Liste von deutschlandweiten Terminen verlinkt. Von kostenlosen Onlinetests würde ich absehen - wie können die eine valide Datenbasis haben, wenn nicht sicher gestellt wird, dass die Teilnehmer nicht cheaten?


    Hab den Mensa-Test vor ca. 20 Jahren aus Interesse mal gemacht und als sehr seriös empfunden. Und selbst wenn man ein hinreichend hohes Ergebnis erzielt, um in den Mensa e.V. aufgenommen zu werden, kann man darauf selbstverständlich auch verzichten.

  • Vor allem aber bin ich nicht der Meinung, dass diese Tests etwas abbilden, was jenseits von spezifischen Fragestellungen einen Wert hat.

    Aber immerhin hat es diesen Wert. Man kann vergleichen, wie gut/schlecht man diese spezifischen Fragestellungen im Vergleich zu anderen Menschen bewältigen kann. Und das alleine kann doch schon ein hinreichender Grund sein, solange man das ähnlich einordnet wie eine Partie Quiz-Duell etc.

    André Zottmann (geb. Bronswyk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

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  • Ich habe mal vor 30 Jahren aus Interesse an einem IQ-Test bei der Mensa e.V. teilgenommen.

    Der Test dauerte 90 Minuten (wenn ich mich noch richtig erinnere), und die gestellten Aufgaben kamen aus den Bereichen logisches Denken, mathematisches Denken, sprachliche Fähigkeiten, Merk-Fähigkeiten. Und es wurde getestet, wie viele Aufgaben man in der begrenzten Zeit schaffen konnte, also schnelles Denken.

    Es wurden also Dinge getestet, die in der linken Gehirnhälfte ablaufen. Dinge die (überwiegend) in der rechten Gehirnhälfte stattfinden, wurden nicht getestet, u.a. : Emotionale Fähigkeiten, Empathie, Kommunikation, Diplomatie. Ebenfalls nicht getestet wurde die Verknüpfung der rechten mit der linken Gehirnhälfte.

    Es wurde also nur sehr einseitig getestet. Entsprechend sollte man das Ergebnis einordnen.

  • Das neue Ziel ist es, irgendwann den amtierenden Fußballweiltmeister mit einem Roboter-Team schlagen zu können.

    Bezieht sich das Ganze dann darauf dass die Roboter dann unsere gleichen "menschlichen" Einschränkungen haben müssten?

    Weil sonst dürfte das doch schon gehen oder?
    Ich würde nicht im Tor stehen wollen, wenn irgend eine Maschine mir den Ball um die Ohren donnert.

    Die könnten sich den Ball ja in einer Höhe zuspielen in die kein Mensch springen kann.

    2 Mal editiert, zuletzt von ET83 ()

  • Bezieht sich das Ganze dann darauf dass die Roboter dann unsere gleichen "menschlichen" Einschränkungen haben müssten?

    Ich vermute, er bezog sich auf die schon seit vielen Jahren ausgetrage Roboterfußball-WM, den RoboCup. Zitat von Wikipedia:

    "RoboCup hat als langfristiges Ziel gesetzt, im Jahr 2050 den menschlichen Weltmeister in einem gewöhnlichen Fußballspiel zu schlagen."

    RoboCup – Wikipedia
    de.wikipedia.org

    André Zottmann (geb. Bronswyk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

    Einmal editiert, zuletzt von Thygra ()

  • Ich habe vor wenigen Jahren einen IQ-Test bei Mensa gemacht: Damals konnte man sich einfach (online?) anmelden und hat sich dann am Wochenende mit einer Hand voll anderer Leute in irgendeinem Raum getroffen, den Test gemacht und nach einiger Zeit kam das Ergebnis per Post. Gekostet hat das, glaube ich, nix – oder nur ein paar Euro.

  • Ich habe vor wenigen Jahren einen IQ-Test bei Mensa gemacht: Damals konnte man sich einfach (online?) anmelden und hat sich dann am Wochenende mit einer Hand voll anderer Leute in irgendeinem Raum getroffen, den Test gemacht und nach einiger Zeit kam das Ergebnis per Post. Gekostet hat das, glaube ich, nix – oder nur ein paar Euro.

    Oben verlinkt sind Kosten von 60 EUR. Ist für mich auch nachvollziehbar, dass das nicht ganz gratis ist - Raum muss angemietet werden, Aufsichtspersonen vergütet, und die Testentwicklung und -auswertung kostet auch Geld.

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  • Es wurde also nur sehr einseitig getestet. Entsprechend sollte man das Ergebnis einordnen.

    Ist genau das nicht sowieso die Kritik an IQ Tests?

    Jau. Genau die Einseitigkeit wird bei solchen Tests kritisiert. Logisches/analytisches, schnelles Denken etc. lassen sich eben recht gut objektiv messen. Dinge wie Empathie, Kommunikationsfähigkeit und ähnliches objektiv zu testen ist da schon deutlich schwieriger.

    Trotzdem spricht aus meiner Sicht nichts dagegen, konventionelle IQ-Tests durchzuführen. Man muss die Aussagekraft solcher Tests nur richtig einordnen und darf Menschen nicht aufgrund eines derartig ermittelten IQ-Wert bewerten. Das wäre eben eine sehr einseitige Bewertung.

  • Jetzt könnten wir anfangen, Intelligenz zu definieren. Da die obige Messung gut mit meiner Definition übereinstimmt, ist das schon ok. Was nicht heißt, dass ich die anderen Kompetenzen geringschätze, ich zähle sie nur nicht zu diesem Überbegriff

  • Also bei all meiner Kritik an den Tests muss ich sie halt aber schon auch dahingehend verteidigen, dass Sachen wie Empathie oder Kommunikationsfähigkeit damit einfach nicht abgebildet werden sollen. Aber es sagt ja auch einiges über die IQ-Tests zugesprochene Bedeutung aus, wenn Leute der Meinung sind, so etwas gehöre davon erfasst.

  • Ich habe in der 5. Klasse einen Test machen müssen. Nach guten Noten in der Grundschule wollte das Gymnasium nicht so recht passen. Also hatte meine Lehrerin angeregt, dass ich doch zum hauseigenen Schultherapeuten gehe.

    Tja, ich wollte nicht, meine Eltern schon und somit saß ich einen Nachmittag dort rum und habe einen Test gemacht. Der dauerte auch wirklich lange und fertig war ich am Ende auch nicht. Ich meine, danach gab es auch noch ein Gespräch.


    Naja, Ende vom Lied war ein Ergebnis knapp unter der Hochbegabung.


    Meine Noten wurden dennoch nicht besser, Studium war auch nix für mich, dafür durfte ich mir von mehreren Lehrern, Bekannten usw. immer wieder anhören, wie unverschämt ich doch sei, mein Potenzial nicht zu nutzen. Dass es dafür Gründe gab, wollte dann keiner gelten lassen. Mein Sohn wird daher keinen machen.


    Ne, hätte ich retrospektiv nicht gebraucht.


    Aber aus Spaß an der Freude im "Alter" einen zu machen, warum nicht...

    Mit freundlichen kollegialen Grüßen


    Syrophir


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    "Die Menschen hungern nach der Wahrheit, doch wissen sie selten ihren Geschmack zu schätzen."

  • // Inhalt vom Forenbetreiber ausgeblendet //

    Würde das hier gerne zitieren, sehe den Beitrag aber nicht….



    SCNR

    Rekrutiert für den Pile of Shame: Vindication, Frostpunk, The Witcher, ISS Vanguard, Primal - The Awakening, AracKhan Wars, Nemesis Lockdown, Chronicles of Drunagor, Flamecraft, Black Rose: Rebirth, Everdell Complete Collection, Too Many Bones, Keep the Heroes Out, Thunder Road Vendetta, Burncycle.

    2 Mal editiert, zuletzt von El Vulpes ()

  • Ja, richtig gelesen, ich will nach Jahrzehnten endlich mal das Thema IQ Test angehen. Kennt sich da jemand aus? Wo macht man das am besten, sodass es auch einigermaßen "seriös" ist? Habe z.B. auch kostenlose gefunden, wie hier: https://iqtest.sueddeutsche.de/


    Aber ob das was taugt?

    "Seriöse" Tests werden immer etwas kosten, denn sie kosten den Testleiter nicht nur die Zeit für Durchführung und Auswertung, sondern die "guten" Tests haben Kosten für jede einzelne Durchführung. Sonst könnte man ja einfach einen aufwenig erstellten und validierten Test kopieren (kann man, darf man aber nicht) und der Ersteller verdient genau ein Mal daran.

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  • Das Problem fängt schon dabei an, dass Intelligenz psychologisch so schwammig definiert ist, dass es manchmal semi-scherzhaft heißt „Intelligenz ist das, was der Intelligenz-Test misst“.

    Ich würde nicht mal sagen, dass das semi-scherzhaft gemeint ist. Viel weiter ist man da eigentlich nicht gekommen und wird man mE auch nicht. Insofern gilt, was schon einige gesagt haben: man muss halt wissen, wie das Ergebnis eines solchen Tests zu bewerten bzw. einzuordnen ist und was genau dieser Test im Vergleich zu anderen "kann" und was nicht. Ist im Grunde wie mit Schulnoten o.Ä.

  • ...(kann man, darf man aber nicht)...

    Kann man oft nicht mal richtig (ohne etwas zu tricksen), weil viele auf den Testbögen ein sehr feines Punktmuster haben, welches beim Kopieren ein deutlich sichtbares Wasserzeichen offenbart.

    Yep, aber wenn du es drauf anlegst, wird es sicher Methoden geben. Das große Problem für die Hersteller ist sicher (war es zumindest zu meiner Unizeit), dass das alles noch mit Papier und Stift durchgeführt wird. Wahrscheinlich gibt es aber inzwischen Online-Angebote?