Ravensburger & Gamefound - die Suche nach dem nächsten großen Familienspiel!

  • Hallo,
    immer habe ich mir schon gedacht, wie lange wohl Ravensburger sich vom Crowdfunding die Wurst vom Brot nehmen lässt. Und schwupps - sind sie mitten dabei. Nicht nur das - es werden sogar ganz neue Wege eingeschlagen.

    The Next Big Family Game
    Ravensburger
    www.ravensburger.de

    Es ist ein Autorenwettbewerb, der per Crowdfunding auf Erfolg geprüft wird, und der Gewinner-Titel sich erst dann dem Verkaufsregal als würdig erweist.

    Der ganze Vorgang wird von Peer Sylvester kritisch betrachtet.

    Talenscouting per Crowdfunding?
    Autorenwettbewerbe sind eine großartige Sache. Wer schon eine Weile in der Szene unterwegs ist und die nötigen Kontakte hat, bringt vielleicht nicht jedes…
    www.spielbar.com

    Liebe Grüße
    Nils

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  • ich hätte mir das auch angeschaut und fand es erst spannend doch dann kamen immer mehr Fragezeichen. Was muss ich am Ende liefern? Offensichtlich viel mehr als nur die Idee und einen Prototyp. Muss ich auch die Grafik und Ausstattung definieren und die ganze Kampagne geschaukelt bekommen? Es erschließt sich mir nicht wirklich und kann am Ende einen riesigen zeitlichen Aufwand bedeuten, den man noch garnicht überschauen kann, wenn man keine Erfahrung auf diesem Gebiet hat.

    Ich bin gespannt, wie das weitergeht....werde wohl selbst aber eher Abstand nehmen.

  • Was muss ich am Ende liefern?

    Die gesamte Crowdfunding-Kampagne. Alles.

    Offensichtlich viel mehr als nur die Idee und einen Prototyp. Muss ich auch die Grafik und Ausstattung definieren und die ganze Kampagne geschaukelt bekommen?

    Yep.

    Es erschließt sich mir nicht wirklich

    Steht doch relativ weit oben. Dritter Punkt der Liste: "Der Gewinner erhält eine 10%ige Lizenzgebühr auf den Nettoumsatz der von Ravensburger veröffentlichten Retailversion. Die Tantiemen entschädigen für die Anstrengungen, die in das Spieldesign, die Illustrationen und die Crowdfunding-Kampagne gesteckt wurden."


    Wobei ich mich dann direkt zwei Sachen frage. Erstens: Suchen die Spieleautoren oder Crowdfunding-Manager? Und zweitens: Wenn man alles alleine gestemmt bekommt, wozu braucht man dann noch Ravensburger?

    Okay, sie zahlen eine relativ hohe "Lizenzgebühr", aber trotzdem finde ich das alles ein bisschen komisch. Das Geschäftsmodell eines Verlages besteht doch eigentlich darin, gute Spielideen zu finden und dann die ganze Realisierung zu managen. Und weil sie, also die Verlage, das gesamte wirtschaftliche Risiko tragen, dürfen sie dann auch alles bestimmen und wenn ihnen danach ist, die Spielidee des Autoren einmal durch den Wolf drehen, incl. neues Thema drüberklatschen oder was auch immer. Aber das hier ist irgendwie: alle Kosten auf die Autoren auslagern und nur die Sahne oben ohne jedes eigene Risiko abschöpfen wollen. Dieser Ansatz mag zwar in die moderne Zeit passen. Genügend Möchtegern-Autoren werden das bereitwillig mit sich machen lassen und sich selbst dafür in Unkosten für Artwork und anderes stürzen. Aber richtig finde ich das trotzdem nicht, und ich kann mir auch nicht vorstellen, dass man so die besten Spielautoren findet. Als Spieleautor muss man eigentlich nicht zwingend Crowdfunding-Manager und Social Media Guru sein...

  • Das sieht mir nicht nach einem Autorenwettbewerb aus. Eher tät ich meinen, es ist ein Wettbewerb für Kleinverleger (Auflage 1000 Stück und mehr) und anschließender Lizenzvergabe. :/
    Anderseits lagen hier schon einige Einreichungen auf dem Tisch, wo man meinen könnte, es ist druckreif ...

    Was ich sportlich finde, ist, Mitte nächstes Jahr soll die Kleinauflage verkauft sein. :S

  • Eine Schnittstelle ist mir nicht klar. Das Funding ergibt 1000 Exemplare. Dann produziert Ravensburger 9.000 für "sich" und der Rest ist selbst an die Bäcker zu verteilen? Diese wären dann aber schon günstig produziert, oder? :/

  • Okay, sie zahlen eine relativ hohe "Lizenzgebühr", aber trotzdem finde ich das alles ein bisschen komisch.

    Eben eigentlich nicht. Es wäre ein hohes Autorenhonorar, aber für eine Lizenzgebühr ist es imo sehr gering. Gerade weil man dann ja ein fertiges Spiel mit einer gewissen Fanbase einfach übernimmt.

    Alles in allem frage ich mich, warum man dann überhaupt Ravensburger noch braucht. Dann mach ich doch lieber gleich alles selbst und verkaufe das dann im Anschluss bei Erfolg. Das eigene Risiko ist ja fast das gleiche.

    Ach ja? Definier mir "normal"!

    Einmal editiert, zuletzt von Sepiroth ()

  • Noch ein Aspekt. Zwei der drei Finalisten schaffen das Fundingziel. Aber nur einer bekommt die günstige Produktion mit der hohen Auflage. Das bedeutet, man muss immer als Verlierer des Wettbewerbs den Aufwand kalkulieren.

    für eine Lizenzgebühr ist es imo sehr gering

    Ja:?: 10% Lokalisierung - geschätzt fünfstelliger Ertrag

    Eigentlich musst du ja schon mit dem Funding wirtschaftlich sauber raus kommen. Das wird bei 30.000€ Erlösziel schon schwieriger - ohne eine Selbstausbeutung.

  • So wie der Wettbewerb optisch und sprachlich aufgezogen ist, dürfte das nach meinem Dafürhalten hauptsächlich eine Aktion der Marketing-Abteilung sein. The Next Big Family Game sieht so poppig aus und klingt ganz ähnlich wie ihre Neuheit (bzw. wie die von Gamewright lizensierte Ausgabe von) Super Mega Lucky Box. Es würde mich daher nicht wundern, wenn die Retail-Ausgabe des Siegertitels später genauso heißen würde …


    Ich steh der Aktion zunächst wertfrei gegenüber. Es spricht nichts dagegen, ein Spiel bzw. besser ein fertiges „Konzept“ einzureichen (damit meine ich, dass man sich als Spieleautor oder -autorin über die Tragweite dessen, was im Verlauf der Kampagne v. a. auch finanziell von einem erwartet werden wird, schon mal ausführlich Gedanken gemacht haben sollte). Erfahrung im Bereich Crowdfunding zu haben, wäre sicherlich sehr wichtig, auch im Hinblick auf die große Konkurrenz auf dieser (und anderer) Plattform(en). Hier verspricht die Ausschreibung allerdings Unterstützung vonseiten Gamefound (siehe FAQ). Was aber bedeutet, dass sie bei der „Organisation der Kampagne, Vorbereitung der Website, Erstellung der Grafiken“ unterstützen. Beratend, ausführend, …? Dass diese Kosten für die Erstellung und Durchführung der Kampagne ganz oder teilweise übernehmen, wird daraus nicht ersichtlich. Zudem ist mir bzgl. der Unterstützung von Ravensburger nicht klar, was damit konkret gemeint ist. Ebenfalls nur beratend, (redaktionell) eingreifend, …? Bemerkenswert finde ich an dieser Stelle, dass Stefan Brück ein Mitglied der Jury ist, die die drei Finalisten* auswählt.


    * Womit ich dann das größte Problem habe, und da seh ich die Aktion doch viel kritischer: Dass da – bis es soweit ist und die Finalisten gekürt sind – in der Ausschreibung nur von „Idee einreichen“ und „Ideengeber“ die Rede ist. Das hört sich irgendwie noch ziemlich unfertig und unerfahren an.

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  • Bemerkenswert finde ich an dieser Stelle, dass Stefan Brück ein Mitglied der Jury ist

    Warum?

    Wegen seiner alea Vergangenheit? Hehe - das wurde zur Leidenschaft. 8-))
    Wirklich gerne spielt er in anderen Bereichen. Je einfacher umso besser. Und - wenn man berücksichtig, in wie viele Ravensburger Titeln der Brück drinnen steckt, kommt man nicht umhin festzustellen, dass er für die Jury mit Blick auf Familienspiele als Externer genau der Richtige ist. 8o

    Er war schon mal für einen Japanische Wettbewerb Jury-Mitglied und ich mit betroffen - er brauchte ja Opfer zum Mitspielen.
    Früher hat er auch noch oft in der Jury des Hippodice-Autorenwettbewerbs teilgenommen.

  • Ja :?: 10% Lokalisierung - geschätzt fünfstelliger Ertrag

    Moment!

    Lizenzierung heißt normalerweise, dass der Lizenznehmer ein fertiges Spiel bekommt. Das heißt Grafik, Autor und Redaktion (ggfs. noch andere Posten) sind bereits bezahlt. Und in dem Fall sparen sie sich ja sogar die Lokalisierung. Wir reden also eben nicht von Ertrag. Ich traue mich wetten, dass die oben genannten Posten bei einem Verlagsspiel mehr als 10% des Preises ausmachen und auch eine Lizenzgebühr deswegen eher darüber liegt.

    Ach ja? Definier mir "normal"!

  • Projektziel ist eine 10.000 Auflage für die Märkte Europa und Nordamerika. Ich verstehe es so, dass Ravensburger nach dem Abarbeiten des Fundings das Produkt übernimmt und lokalisiert. Der weitere Ertrag dieses Produkts sind für den Urheber 10% vom Ravensburger Netto-Erlös - ohne jeden weiteren größeren Aufwand. Tät ich als alltagstauglich einstufen. Sind dir bessere Werte für namenlose Titel bekannt?

    Ich traue mich wetten, dass die oben genannten Posten bei einem Verlagsspiel mehr als 10% des Preises ausmachen

    Das wird ja alles mit dem Funding Vorgang erledigt sein - und meine ja auch, ohne Selbstausbeutung ist das kaum zu realisieren.

    Sinn macht es eigentlich erst, falls man etwas fast Fertiges in der Schublade liegen hat.

  • Lizenzierung heißt normalerweise, dass der Lizenznehmer ein fertiges Spiel bekommt.

    Nein, das heißt es nicht. Im Prinzip ist jeder Vertrag zwischen Verlag und Autor immer ein Lizenzvertrag.

    André Zottmann (geb. Bronswyk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Eben eigentlich nicht. Es wäre ein hohes Autorenhonorar, aber für eine Lizenzgebühr ist es imo sehr gering. Gerade weil man dann ja ein fertiges Spiel mit einer gewissen Fanbase einfach übernimmt.

    10% ist eine übliche Lizenzgebühr.

    Das hier ist mein Privat-Account. Alle hier geäußerten Meinungen sind nur meine privaten Meinungen und geben nicht die Meinung von Frosted Games wieder.

    Wenn ihr Fragen zu Frosted Games habt, bitte: FrostedGames

  • 10% ist eine übliche Lizenzgebühr.

    In Deutschland meist sogar weniger, da werden teilweise nur 6 bis 8% gezahlt...


    Ich denke, man sollte differenzieren, ob es sich um Autorenhonorar handelt (hier wird das Spiel dann durch den Verlag vom Prototyp hin zum fertigen Produkt entwickelt und gestaltet - inkl. Kostenkalkulation, technischer Produktentwicklung und Einkauf) oder um Lizenzhonorar für ein fertig entwickeltes und gestaltetes Spiel (hier hat der lizenznehmende Verlag natürlich deutlich weniger Aufwand/Kosten).

    Logische Folge: Im ersten Fall ist das Honorar dann üblicherweise niedriger als im zweiten Fall.

    Ralph Querfurth
    KOSMOS Verlag

  • Warum?

    Wegen seiner alea Vergangenheit?

    Credibility. Seine Kompetenz, Erfahrung und Verdienste stehen außer Frage. Bemerkenswert daran finde ich vor allem , dass er hier nach seinem Weggang von alea erstmals (?) wieder in Erscheinung tritt.

    Früher hat er auch noch oft in der Jury des Hippodice-Autorenwettbewerbs teilgenommen.

    Im Gegensatz zum Hippodice-Wettbewerb ist das Ziel hier aber anders gelagert. Dort durfte die Arbeit am gekürten Siegertitel danach erst so richtig losgehen und hat gerne mal noch viele Jahre gedauert (wie z. B. bei Afrika 1830 von Alexander Pfister, redaktionell bearbeitet von Viktor Kobilke). Bei The Next Big Familiy Game soll der „leidenschaftliche Gamer“ eine „Idee“ einreichen und eine Chance zur Veröffentlichung bekommen. Dafür aber – neben der Arbeit und vielen Zeit, die man immer in die Entwicklung eines Spiels investiert – auch finanziell viel stärker in Vorleistung gehen. Also, wie weit sollte denn der Prototyp – Stefan Brücks Interesse bzw. das der Jury vorausgesetzt – bereits entwickelt sein, damit er überhaupt eine Chance hat bzw. Kampagnen-tauglich ist? Wohl doch schon sehr weit, in Anbetracht der kurzen Abstände und der damit nur möglichen (Weiter-)Entwicklungszeit zwischen Einreichungsschluss des Prototypen (17.03.), Entscheidung über die Finalisten (17.04.), Kampagnenvorschau (18.05.) bis hin zum Start der Gamefound-Kampagne (15.06.2023). Mit Idee verbinde ich darum eben eher etwas anderes, wie bereits geschrieben, noch weitgehend unfertiges.

    Einmal editiert, zuletzt von Gead ()

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  • erstmals (?)

    Nein.
    Der alea Würfel ist so groß und verdeckt vieles. 8-))
    Selbst bei den Dankesworten der CoS Anleitung findet er ja Erwähnung.
    Und Abtritt und Corona-Eintritt tat vor Jahren sein Übriges. 8o

    Im Gegensatz zum Hippodice-Wettbewerb

    Nein - ich wollte keine Gleichstellung darlegen. Sondern nur darauf hinweisen, dass auch Jury Erfahrung vorliegt und die Jury-Teilnahme nichts Besonderes ist.

    In meinen Augen ist die Jury-Aufgabe auch innerhalb einer Arbeitswoche (also 40 Stunden Aufwand) machbar. Die Exposé der Einreichungen sichten. 10 Protos einfordern, die spielen und 3 Stück nominieren. Dann ist der Job getan. Mehr soll die Jury doch nicht.

    Ich denke ja auch, dass dieser aktuelle Wettbewerb mit den vorliegenden Verhältnissen nur etwas für Kleinverleger mit fast Fertigem eine gute Chance ist.

  • 10% ist eine übliche Lizenzgebühr.

    In Deutschland meist sogar weniger, da werden teilweise nur 6 bis 8% gezahlt...

    Korrekt. Ich redete hier von einer Lizenzgebühr - NICHT von einem Autorenhonorar.

    Das hier ist mein Privat-Account. Alle hier geäußerten Meinungen sind nur meine privaten Meinungen und geben nicht die Meinung von Frosted Games wieder.

    Wenn ihr Fragen zu Frosted Games habt, bitte: FrostedGames

  • Erstmal danke an die ganzen Verlagsvertreter hier; ohne eure Beiträge wäre dieser Thread nicht mal im Ansatz so lesenswert.

    Was ich aus der ganzen Diskussion rausziehe, ist dieses: Ravensburger veranstaltet über eine kürzlich zugekaufte Crowdfunding-Plattform einen Wettbewerb für Kleinverleger, bei dem sie sich erhoffen, durch ein bisschen eigene Vorauswahl einen besonders guten Titel aus dem Massenmarkt-Bereich auf das nächste Level heben zu können, um dann daran mitverdienen zu können.

    Im Optimalfall ist das eine Win-Win-Situation -- allerdings nur für Ravensburger und exakt einen der Teilnehmer. Es ist auch definitiv kein Wettbewerb für Autoren/Spieler, auch wenn die Ravensburger-Seite "Gamer" anspricht mit "Das ist deine Chance, dein Spiel der ganzen Welt zu zeigen!" und der Startbeitrag hier das mit "es ist ein Autorenwettbewerb" vorstellt. Es heißt zwar "Gamefound unterstützt die Crowdfunding-Kampagnen, während Ravensburger bei der Spielmechanik unterstützt", aber da sind haufenweise Fallstricke für hoffnungsvolle Autoren drin.

    Wer da nicht gewinnt, hat sich schnell in enorme Unkosten gestürzt, auf denen er nachher sitzenbleibt, denn das gesamte wirtschaftliche Risiko der Eigenveröffentlichung trägt man erstmal selbst. Und selbst wenn man gewinnt, dass steht man schnell vor Aufgaben wie dass man seinen Backern erklären darf, warum die Retail-Version von Ravensburger nachher die Hälfte von dem Preis kostet, den man seinen Backern abgeknöpft hat. Und zwar ohne darauf irgendeinen Einfluss zu haben, denn man macht sich hier völlig abhängig von Ravensburger.

    Für mich passt das einfach nicht zusammen. Wer verlegerisch arbeitet und das wirtschaftliche Risiko trägt, so wie das Ravensburger hier von seinen Teilnehmern erwartet, der muss auch selbst alle Fäden in der Hand halten. Also z.B. auch dann, wenn es um mögliche Lizenzierungen geht. Ich würde mich niemals abhängig machen von jemandem, der selbst null Risiko hat, aber am Ende über mein Produkt entscheiden will.

    Klar: Ravensburger/Gamefound werden bei den drei gestarteten Crowdfunding-Kampagnen vermutlich auch ein unterstützendes Auge drauf haben, denn ein Scheitern würde ihnen auch PR-technisch um die Ohren fliegen. Gerade für Kleinverleger-Anfänger kann das theoretisch auch eine enorme Hilfe sein, in diesem Geschäft einen Fuß in die Tür zu bekommen. Aber das Risiko trägt immer der Teilnehmer und deshalb wäre das Mindeste, was Ravensburger hier tun sollte, dass sie auf der Kampagnenseite sehr deutlich schreiben, dass von Teilnehmern eigenständige verlegerische Tätigkeit erwartet wird, sprich dass es ein Wettbewerb für Kleinunternehmer ist. Idealerweise mit Erfahrung in Kostenkalkulation, Einkauf, Spieleherstellung, Logistik, Social Media Betreuung und anderem. Und eben kein Wettbewerb für "Gamer".

    BTW: Man kann sich durchaus auch fragen, wie so ein "Wettbewerb", der alle Kosten und Risiken auf die Teilnehmer auslagert und nachher nur oben den Rahm abschöpfen will, zu dem "achtsamen Umgang miteinander" passt, was Ravensburger als einen von seinen vier Markenwerte bei jeder Gelegenheit betont.

  • der Startbeitrag hier das mit "es ist ein Autorenwettbewerb" vorstellt.

    Lass dir sagen, du bist ein richtiger Charmebolzen :lachwein:
    Auch ich musste mir erstmal selbst klar machen, wie aus diesem Konzept ein Schuh draus wird. Es ist ein neues Verfahren, das da angeboten wird. Ich glaube sogar, dass Ravensburger da einen Ballon aufsteigen lässt, um dem einfach mal hinterherzuschauen. Nur wer etwas wagt, kann auch neue Wege entdecken. Ich vermute, das Motiv ist, Ravensburger hat mit #Calico Blut geleckt. Sie wollen das nun bei sich selbst einreihen und forcieren. Eigentlich ist alles ein normaler Vorgang. Die "Autoren/Gamer-Ansprache" ist halt etwas irritierend.

    Meine Befürchtung wäre eigentlich, dass die KÖNNER auf ein solches Angebot wenig angewiesen sind. Aber mit den dann berücksichtigten ANDEREN dürfte Ravensburgern vermutlich viel Spaß haben. :/  8-))

    Letzt endlich läuft es auf ein Vertriebsangebot hinaus. Damit ziehen sie eigentlich auch nur dem ähnlichen neuen Angebot von Asmodee an Kleinverleger hinterher.

    Liebe Grüße
    Nils (mag dich Klugscheißer 8o )

  • Neben angesprochenen Punkten habe ich da meine Bedenken bezüglich des Zielpublikums.

    GF assoziierte ich nicht wirklich mit Familienspielen. Kampagnenspiele, Expertenspiele, vielleicht auch Partyspiele, aber jemand der Familienspiele sucht, der geht doch eher nicht auf eine Crowdfunding Plattform?

    Das mag in USA anders sein, aber für die europäischen Kunden sind Familienspiele vor allem dort zu finden, wo Familien einkaufen... Oder irre ich mich?

    Unter diesem Aspekt ist denke ich so ein "Wettbewerb" eher als "Geschmackstester" zu verstehen um möglichst geringes Risiko einzugehen. Dabei werden aber vermutlich die falschen Kunden angesprochen, die bei GF normalerweise eher nach anderen Projekten Ausschau halten.

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  • Was mich am meisten an der Ausschreibung des Autorenwettbewerbs stört, ist, dass die Jury vorher entscheidet, ob es überhaupt so weit kommt, dass die Crowd entscheiden darf, ob aus einem Prototyp ein fertig produziertes Produkt wird, und Ravensburger entscheidet dann nochmals, welches sie davon lizensiert Edit: kann entspannt dabei zusehen. Das mutet zumindest etwas seltsam an. Ob das tatsächlich innovativ ist, wird sich erst noch zeigen.


    Da ich mich hier zwar kritisch zu dem Wettbewerb äußere, diesem aber trotzdem immer noch „wertfrei“ gegenüber stehe und eine Chance geben möchte, hab ich heute kurzerhand meine „Idee“ als Bewerbung eingereicht. Denn Wettbewerbe (wie „Board Game Jams“) sind immer auch eine reizvolle Kreativübung (und oftmals sind die ersten Ideen die besten). Das heißt zwar in aller Regel, dass man danach erst mal noch ganz viel ausprobieren, testen und wahrscheinlich wieder verwerfen muss, um festzustellen, ob die ursprüngliche „Idee“ tatsächlich taugt. Gerade das ist aber der spannendste und elektrisierenste Teil der Spieleentwicklung: alle Wege stehen noch offen, man muss sich nur trauen, loszugehen. :dance3:


    Erfahrung mit eigenen Crowdfunding-Kampagnen hab ich. Die anstehenden Arbeiten nach erfolgreicher Kampagne – Grafik, Redaktion, Reinzeichnung, Druckdatenerstellung, Produktion, Marketing, Messestandplanung, -aufbau und -betreuung – hab ich auch alle schon mal selbst gemacht. Ein Spiel nebst Erweiterungen selbst verlegt. Ein zweites für einen Sponsor. Jetzt interessiert mich einfach, wie bei diesem Wettbewerb das weitere Procedere ist. Nach dem Absenden des Teilnahmeformulars kam zumindest schon mal die Info, dass sie sich bei mir melden … Bis es soweit ist, werde ich meine Idee und erste Bilder des Prototypen hier bzw. in einem eigenen Thread veröffentlichen. Wenn die Absage kommt, wird das dann einfach ein kurzer Spaß. Kein Problem! Beim Crowdfunding muss man aber die Crowd möglichst frühzeitig mitnehmen und an der Entwicklung teilhaben lassen. Ravensburger kann sich also schon mal drauf einstellen, dass ich mich nicht nur darüber lustig mache, sondern den Wettbewerb ernst nehme.

    2 Mal editiert, zuletzt von Gead () aus folgendem Grund: Ravensburger entscheidet natürlich nicht über den Ausgang der Kampagne, da hab ich Quatsch geschrieben.

  • GF assoziierte ich nicht wirklich mit Familienspielen. Kampagnenspiele, Expertenspiele, vielleicht auch Partyspiele, aber jemand der Familienspiele sucht, der geht doch eher nicht auf eine Crowdfunding Plattform?

    Warum nicht? Nur weil man bei Unknowns nicht viel darüber liest, heißt das noch lange nicht, dass es nicht auch schon einige erfolgreich finanzierte Familienspiele bei Kickstarter, GameFound & Co gab. Etwas, das z.B. auch hier zur Kenntnis genommen wurde, war Creature Comforts bzw. auf deutsch Die Tiere vom Ahorntal. Dessen Nachfolge-Spiel aus dem gleichen Verlag läuft gerade bei Kickstarter und steht aktuell bei über 3300 Backern und umgerechnet rund 200K Euro. Also ein Vielfaches von dem, was hier gefordert ist. Da gibt's durchaus einen Markt. Auch Crowdfunding-affine Spieler haben Kinder, mit denen sie gerne spielen.

    Aber grundsätzlich ist das schon ein wichtiger und richtiger Punkt, den du hier ansprichst. Der traditionelle Familienspielkäufer, an den sich Ravensburger mit seiner Retail-Version wenden will, findet schon 30€ für ein Spiel teuer. Aber es würde mich wundern, wenn in diesem "Wettbewerb" irgendwas laufen würde, was nicht mindestens das Doppelte incl. Versand und Steuern kostet. Wohl eher das Dreifache, wenn mit kleiner Auflage kalkuliert werden muss.

    Ich schätze, dass sich Ravensburger dieser Problematik auch bewusst ist, sonst würden sie in ihrer Auschreibung nicht so sprachliche Kopfstände machen wie bei der Unterscheidung zwischen der "exklusiven" Version, die man selbst finanziert bekommen muss, und der Retail-Version, die Ravensburger dann herausbringen wird. Ich habe nicht ohne Grund weiter oben schon geschrieben, dass ich für den Gewinner dann das Problem voraussehe, seinen Backern erklären zu müssen, warum eine kaum unterscheidbare Retail-Version bei Ravensburger dann die Hälfte kostet, und die Backer wollen dann bestimmt nicht hören, dass Ravensburger aufgrund der schieren Größe da ganz anders kalkulieren kann...

  • Wie gestern (in Beitrag 26) angekündigt, hab ich einen eigenen Thread zu dem Thema eröffnet:

  • Gead Respekt für diesen Schritt. Ich hätte vermutlich an meinem Prototypen und an meiner Anmeldung bis zum Tag der Deadline noch rumgefeilt (und mich dann vermutlich doch nicht angemeldet 8o ).


    Ich bin gespannt wie dein Experiment weiter verläuft, welche Details doch mitgeteilt bekommst, wie alles abläuft und ob deine Kampagne erfolgreich sein wird.


    Ziehst du die Kampagne auch durch, falls du nicht in die engere Auswahl kommst?

    Fabian Zimmermann - Autor von Tiefe Taschen / GoodCritters

  • Ziehst du die Kampagne auch durch, falls du nicht in die engere Auswahl kommst?

    Kann ich zum jetzigen Zeitpunkt nicht beantworten. Das kommt natürlich auch darauf an wie weit ich komme, oder ob ich frühzeitig ausscheide (und das Experiment deswegen wieder beende). Etwas anderes wäre es vielleicht, wenn ich daran schon länger arbeiten und jetzt den Wettbewerb als Anlass und Motivation dafür nehmen würde, die Arbeit zu intensivieren. Und, wenn ich die Kampagne schon vorbereitet in der Schublade hätte. Dann wäre der Wettbewerb eine aber sicher nicht die letzte Chance zur Veröffentlichung und eine Kampagne trotzdem denkbar. Aber so bin ich ja gerade nicht an die Sache herangegangen.


    Was ich jedenfalls weiß, ist, dass ich eine Kampagne managen kann. Sollte die Jury mich also in die nächste Runde lassen, ist zwar nicht automatisch alles, aber doch schon mehr möglich. Wobei ich mir wünsche, dass es bis zur Auswahl und Anforderung eines Prototypen noch einen Zwischenschritt gibt. Denn bei dem One-Pager, zur Vorstellung der Idee, wurde/wird keine Spielregel, Abbildungen vom Spielmaterial usw. verlangt (zumindest nicht ausdrücklich in der Ausschreibung). Mindestens diesen Entwicklungsschritt würde ich gerne noch machen, also Prototyp bauen, testen, Feedback einholen, Prototyp verbessern, komplette Spielregel schreiben …


    Vielleicht möchte Ravensburger ja genau das: eine nicht ganz fertige, frische Idee mit Potenzial, an deren Realisierung sie unterstützend mitwirken können. Entsprechende Aussagen lassen sich in der Ausschreibung durchaus finden.

    Einmal editiert, zuletzt von Gead ()

  • Schon eine sehr weirde, komische Angelegenheit.

    Gibt unter Umständen mehr Freiheit an den/die Autor*In, aber man muss halt auch seine eigene Kampagne gestalten..geben und nehmen.

    Ansonsten aber vielleicht nicht so schlecht, das ist eben ein Wettbewerb für Leute, die ihren Proto nicht eingeschickt hätten, sondern deren erster Gedanke eine eigene Crowdfunding-Kampagne ist.

  • Hmm - wird dieser Contest nicht von einem der größten Verlagshäuser mit großer Presseabteilung ausgerichtet? 8-))

    Wenn ich die Historie richtig verfolgt habe, dann hat Ravensburger den Wettbewerb auf der Messe vorgestellt. Darauf sind im Netz zwei Reaktionen festzustellen. Peers oben verlinkter Beitrag und ein Video von Brettspielbox.

    Christoph lockt mit einem abgelegten BuBu den Abonnenten etliche Kommentare ab. Die überwiegend von Respekt gegenüber den Anforderungen des Wettbewerbs zeugen. Also auch dort liegt keine Blauäugigkeit vor.

    Christophs Äußerungen irritieren mich etwas. Irgendwie stellt sich bei mir der Eindruck ein, dass Ravensburger bei der Vorstellung wohl ?kommuniziert? hat, halbfertige Protos bei Gamefund vorstellen und zum Kauf anbieten zu wollen. :?:
    War das in Essen so?

    Ich habe den Wettbewerb noch in einer Facebookgruppe mit Autoren geteilt und hinterfragt. Es gab nur wenige Reaktionen, die durchblicken ließen, dass der Wettbewerb bekannt sei - und auch dort liegt eine sehr verhaltene "Begeisterung" für das Konzept vor.

    Ist der Wettbewerb bei der SAZ eigentlich ein Thema?

    Täuscht mich Google? Und international gibt es überhaupt keine Reaktion auf den Wettbewerb. :?:

    Wie sind die Verhältnisse? Der Wettbewerb läuft bereits. Aber "niemand" hat davon erfahren? :/

    Liebe Grüße
    Nils

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