Teasen vs. Spoilern

Online spielen? Erstelle einen Termin oder melde Dich an: KLICK
  • Servus,


    In den letzten Jahren ist ja auch im Brettspielbereich vermehrt die Gefahr gewachsen, zu „spoilern“ - speziell mit Aufkommen der Legacy-Spiele und der storylastigen Spiele. Immer wieder erlebe ich, dass in Diskussionen und Berichten, zum Teil sehr vehement, auf „Das Spoilern“ hingewiesen wird, da die z.B. hier im Forum zu lesenden Beiträge den eigenen Spaß/die eigene Freude vermiesen. Gleichzeitig kennen wir das „teasen“ - also genau das Offenlegen von Informationen mit dem Ziel, Interesse zu wecken, wie sich die Geschichte / das Spiel wohl entwickelt um zu diesem Punkt zu gelangen, wie es dazu kommen kann, wie es danach weiter geht, etc..


    Somit sind letztlich teasen und spoilern zwei Seiten einer Medaille, sage ich.


    Wie seht ihr das? Wo geht ein teasen über in spoilern?


    An der Länge des Textes kann man es nicht festmachen. Wenn ich sage, dass Hamlet zum Ende hin alle ins Unglück stürzt, ist das ein kleiner Satz mit evtl. großer Wirkung. Ebenso kann ich als Teaser für Hamlet einen langen Text schreiben, der mich neugierig auf „Sein oder Nichtsein“ macht, auf Fechtszenen, auf vergifteten Wein (ohne zu nennen, wer den wann trinkt).


    Wenn ich schreibe, dass Darth Vader Lukes und Leas Vater ist (oops) tease ich oder spoiler ich? Klar, die zwei großen Überraschungen in dem Film sind dann raus. Umgekehrt werde ich neugierig auf die Geschichte - was sich darum spinnt und wie das alles herauskommen wird. Und was sich dadurch ändert.


    Wenn ich schreibe, dass bei Pandemic Legacy I der Kampf gegen die

    so richtig spannend und interessant wird. Wer fühlt sich gespoilert, wer fühlt sich geteased? Ebenso mit Bildern einer Partie, die den Oktober zeigen und Elemente, die man halt im Februar noch nicht kennt.


    Ist das gespoilert?


    Für mich zum Beispiel nicht. Warum: Ich sehe diese Elemente, ich werde neugierig, wie es wohl dazu kommen wird, was da alles vor sich geht (letztlich ähnlich jedem Foto einer Spielsituation). Ich weiß noch lange nicht, wann, wie, wo, wodurch das ausgelöst wird. Ich weiß noch nicht mal, ob - da ich nicht sicher sein kann, welche Twists das Spiel bereit hält.


    Wann würde ich gespoilert? Wenn ich mehrere Session-Reports der Partien bis zu dem Zeitpunkt hin lese. Wenn ich Informationen über den Weg dahin, quasi „stetige Informationen“ zum Spielerleben und einem größeren Teil der Geschichte erhalte. Wenn ich aber Informationen über wenige diskrete Punkte eines zukünftigen, möglichen Spielstands erhalte, weckt dies eher die Neugier. „Wow, dazu kann es kommen? Da müssen wir uns auch auf den Weg machen und schauen, was auf uns zukommt“.


    Wikipedia schreibt hierzu:

    Zitat von Wikipedia - Teaser

    Ein Teaser oder Anreißer ist in Werbung und Journalismus ein kurzes Text- oder Bildelement, das zum Weiterlesen, -hören, -sehen, -klicken verleiten soll. Es steht häufig auf der Frontseite bzw. ersten Seite eines Mediums und weist dort auf den eigentlichen Beitrag hin.

    Zitat von Wikipedia - Spoiler (Medien)

    Meist ist die Wiedergabe von Handlungselementen eines Plots gemeint, die für den Fortgang oder die Auflösung der jeweiligen Geschichte eine entscheidende Rolle spielen und deren Vorfeldkenntnis dem Leser, Zuschauer oder Hörer die Spannung raubt.

    Interessant dazu noch der Zusatz im Artikel zum Spoilern auf Wikipedia.

    „Eine Studie des an der University of California, San Diego tätigen Psychologen Nicholas Christenfeld kam zu dem Ergebnis, dass Personen, denen man zuvor das Ende einer Geschichte gespoilert hatte, diese durchschnittlich als besser einstuften. Der Effekt zeige sich in allen Genres.“

    […], this suggests that spoilers help you know the purpose of the overall narrative, so you’re able to better incorporate all of the details and plot points that get you to the end.

    […] A plot is just the structure that lets you do the interesting narrative components – maybe even knowing the ending is useful because it allows you to focus on these other parts, or to understand how it's unfolding.

    Will this finding make people rush out and look for spoilers? Almost certainly not. Despite the fact that most people have experienced a spoiler enhancing their enjoyment of a story, the vast majority of people still think that spoilers ruin stories in some way.

    In part, this is due to the fact that we can’t experience a story for the first time twice – we can’t compare the experiences of watching a spoiled and an unspoiled movie, and there’s only one chance to watch an unspoiled film.

    Meine Selbsterkenntnis nach der Beschäftigung hiermit: Ich bin viel stärker zu teasen als zu spoilen. Auch bei evtl. Plot auflösenden Informationen bewahre ich mir die Neugier bzgl. des Weges dahin.


    Wie stehts um euch?

    Letting your mind play is the best way to solve problems. (Bill Watterson)

  • ANZEIGE
  • Schwer zu sagen da kommt es bei mir immer drauf an wie stark ich mich involviert fühle. Bei Star Wars zum Beispiel gucke ich mir nicht mal Trailer an bzw. lese etwas vorab zu Serien oder Filme, da ich das im Moment des Guckens wirklich alles als für mich „neu“ erleben möchte ohne irgendwas zu kennen. (Übrigens wer ist Lea? Kommt die noch, hast du mich gespoilert oder meinst du Leia 😉😅) .

    Bei KDM weiß ich durch das Basteln welche Gegner noch auf mich zukommen. Ich weiß aber nicht wann (nur grob) und was sie können. Ich weiß auch nicht welche Waffe/Ausrüstung was kann. Da haben wir uns in der Spielgruppe drauf geeinigt, dass wir Gegenstände herstellen und erst dann erfahren was sie können. So erleben wir das Spiel. Ähnlich wird es wohl bei Oathsworn mit den Gegner sein, die alle in ihrer eigenen Box kommen. Da gehört die Spannung auf wen man als Nächstes trifft zum Spielerlebnis dazu. Da möchte man auch nicht gespoilert oder geteasert werden.

    Allgemein denke ich setz da auch jeder seine Grenze woanders, darum lieber einmal mehr den Spoiler nutzen und jeder der es lesen möchte klappt ihn auf als Gefahr zu laufen jemanden die Freude zu nehmen.

    kleiner Nachtrag: Ich gucken mir von Spielen, die ich unterstützt habe, auch keine unboxing Videos an oder Spielbericht. Ich freue mich riesig auf hoplomachus. Ich möchte die Box öffnen und es soll für mich neu sein und nicht so wie in dem Video. Und vorab Spielberichte sagen mir im besten Fall ist ein mega gutes Spiel oder aber voll langweilig und bäh gar nicht erst kaufen. Wäre für mich als Unterstützer dann eh zu spät. Auch hier möchte ich im Idealfall ohne Beeinflussung meine ersten Partien spielen.

    Anders ist der Fall bei bereits erschienen Spielen. Zu Cloudspire habe ich mir ein Playthrough bei Genus Solo angeguckt bevor ich es mir bestellt habe. Da ist das Spiel aber auch nicht mehr neu auf dem Markt und für mich macht das dann einen gefühlten Unterschied, weil ich hier das Wissen aktiv für die Kaufentscheidung verwende.

  • Ich empfinde Aussage über ein Spiel meistens eher als Teaser denn als Spoiler. Selbst wenn mir - bei deinem Beispiel bleibend - vorher jemand gesagt hätte, dass Darth Vader Lukes Vater ist, hätte ich den Weg zur Auflösung im Film noch immer spannend empfunden.


    Für mich wird dann etwas zum Spoiler, wenn es neben der „kaputten“ Überraschung auch das Spiel dadurch kaputt macht. Wenn ich also in Coop Dungeoncrawler Spiel X vorher erfahren habe, dass in der y-ten Partie der Charakter Z zum Verräter wird und ich das ab der ersten Partie weiß, ist das Spiel kaputt, weil ich im Wissen, dass Charakter Z zum Verräter wird, ihn nicht mehr pimpen/gut ausrüsten würde.

  • Meine Selbsterkenntnis nach der Beschäftigung hiermit: Ich bin viel stärker zu teasen als zu spoilen. Auch bei evtl. Plot auflösenden Informationen bewahre ich mir die Neugier bzgl. des Weges dahin.


    Wie stehts um euch?

    Mir geht es wie Dir. Dass ich in vielen Fällen eher geteasert werde, meine Neugierde auf Grund von Informationen geweckt wird und mich das keinesfalls stört ( selbst wenn ich ein paar Tage später mit dem erwähnten Spiel starte), liegt an meinem außerordentlich schlechtem Gedächtnis ;)!

    Nach ein paar Tagen habe ich die erhaltenen Informationen garantiert vergessen …

  • Teaser sind Aufgabe der Hersteller, der Spieleautoren. Diese können kontrolliert Informationen "Out-of-context" in Vorschauen, Demos, YouTube-Videos von Partnern etc. platzieren. Das hat dann alles seinen Rahmen, ist beabsichtigt und vor allem ist es gesichert, dass der Kontext und der Weg zu den Inhalten nicht verraten wird.


    Wen so etwas von Spielern in Foren, Hobby-Kanälen und ähnlichem kommt sind es aber für mich immer Spoiler, ganz unabhängig davon, wieviel mir in einem einzelnen Post/Bild verraten wird. Denn wir normalen Spieler haben keine Kontrolle darüber welche Information sich andere Spieler herausnehmen, als "teaser" zu verbreiten - und drei Teaser nacheinander werden dann schnell zum harten Spoiler.

    Wenn z.B. in Gloomhaven Anton als teaser eine Figur mit einem Klassennamen verknüpft, Marie den Klassennamen mit einem Klassenlogo und Harald eine Klassenlogo mit der Core-Mechanik des neuen Söldners wars das mit jeglicher Überraschung über den Inhalt des nächsten Umschlags. Konstruiertes Beispiel, aber ich denke ihr versteht was ich meine.


    Oder: Ich gehe davon aus, dass ich sämtliche Oathsworn-Bosse innerhalb von vier Tagen nach Auslieferung auf Facebook gesehen hätte, wenn es sich etablieren würde, das "teaser" okay sind. Aber die Ratte wurde von den Machern klar als "Teaser" für die weiteren Bosse legitimiert, obwohl sie -strikt gesehen- in einer verschlossenen Box steckt wie alle anderen Bosse auch.

    Einmal editiert, zuletzt von elkselk ()

  • Ich bin von der Titanic zu 6th Sense gespoilert worden. Das hätte ich mir gerne gespart.


    Und auch die Skywalker Verwandtschaft würde ich von meiner Tochter fernhalten wollen, bis sie es selber Mal sieht.


    Aber ich halte mich eigentlich auch von Teasern fern. Weil meine Erfahrung zeigt, dass ich so ganz bestimmte Erwartungen und Ideen zu Spielen oder Filmen entwickle und nachher enttäuscht bin, wenn es sich in eine andere Richtung entwickelt (egal, ob besser oder schlechter).

  • Teaser sind Aufgabe der Hersteller, der Spieleautoren. Diese können kontrolliert Informationen "Out-of-context" in Vorschauen, Demos, YouTube-Videos von Partnern etc. platzieren. Das hat dann alles seinen Rahmen, ist beabsichtigt und vor allem ist es gesichert, dass der Kontext und der Weg zu den Inhalten nicht verraten wird.


    Wen so etwas von Spielern in Foren, Hobby-Kanälen und ähnlichem kommt sind es aber für mich immer Spoiler, ganz unabhängig davon, wieviel mir in einem einzelnen Post/Bild verraten wird. Denn wir normalen Spieler haben keine Kontrolle darüber welche Information sich andere Spieler herausnehmen, als "teaser" zu verbreiten - und drei Teaser nacheinander werden dann schnell zum harten Spoiler.

    Der Ansatz gefällt mir.


    Teaser = kontrollierte und koordinierte Herausgabe durch den Produzenten


    Spoiler = Ergebnis unkoordinierter und unkontrollierter Herausgabe durch Konsumenten


    In Deinen Beispielen zum Spoilern wäre es ja so, dass die Verantwortung, nicht zuviele Informationen zu erhalten, bei mir läge. Die Crux aber ist, dass ich schwer abschätzen kann, wann zuviel vorliegt. Und da Spiele im Gegensatz zu Medien vom Erfahren und nicht rein Konsumieren leben, ist vielleicht die Erkenntnis der Studie der University of California nicht auf Spiele übertragbar.

    Letting your mind play is the best way to solve problems. (Bill Watterson)

  • Für Hamlet als Theaterstück sind für mich:

    - Teaser: Dieses Stück ist voller Intrigen.

    - Spoiler: Vergifteter Wein bringt XY um.


    Für Pandemic Legacy als Brettspiel sind für mich:

    - Teaser: Ab dem Mai wurde es für uns besonders spannend.

    - Spoiler: Ab dem Mai gibt es noch eine neuen Charakter, der das Aufdecken von Pandemie-Karten verhindert.


    Für Hades als Videospiel sind für mich:

    - Teaser: Du wirst über zig Stunden coolen Spielinhalt freischalten.

    - Spoiler: Der dritte Boss ist die hellenische Dryade, an der kam ich nie vorbei.


    Wenn Medien mit Überraschungen arbeiten, möchte ich die auch genießen können. Ich bin da aber relativ strikt mit mir und schaue selbst für Filme nur selten (komplette) Trailer an, weil ich mich dann besser darauf einlassen kann. Auch ein halbkonkretes "Einer der Charaktere ist am Ende ein Verräter" lenkt mich ziemlich ab, weil ich zwar nicht weiß welcher Charakter, es aber damit ständig im Hinterkopf habe.


    Es gibt daneben Medien, in denen der Plot oder Überraschungen keine oder nur eine kleine Rolle spielen. Wenn mein Chor mit 20 Liedern ein Konzert gibt, wäre es für mich Teaser und nicht Spoiler, wenn im Programmheft zwei oder drei Lieder konkret genannt werden. Da handelt es sich um Einzelelemente, deren Kenntnis nicht die Spannung auf die unbekannten anderen raubt.


    Ergänzung zu Fotos von Legacy-Spielen: Fotos finde ich nur dann okay, wenn man keine Details erkennt, also nur z.B. dass kleine Sticker auf das Brett geklebt wurden, aber nicht welche. Persönlich will ich aber auch die nicht sehen. und würde die definitiv in Spoiler-Tags packen. Der Informationsgehalt im Gespräch mit meiner Schwester über Pandemie Legacy Season 1 war in etwa: "Wir fanden es super. Freu dich drauf!" Mehr nicht. Da sind wir beide uns einig.

    Einmal editiert, zuletzt von Fluxit ()

  • ANZEIGE
  • Ich würde auch klar sagen: "Es kommt darauf an" ;)


    Wenn mir jemand bei einem Film nur erzählt, dass der nach 2/3 die totale Wendung nimmt und auf einmal ganz anders wird, dann empfinde ich das als unangemessenen Spoiler, auch wenn ich sonst gar nichts über den Film oder die Story erfahre, denn ich schaue dann den Film in dem Wissen, dass das passiert und wäre von dieser Wendung gerne überrascht worden, weil sie sicherlich als Storytelling-Konzept für den Film genau so überraschend funktionieren und den Zuschauenden den Boden unter Füßen wegziehen / bewusst irritieren soll.

    Diese Erfahrung wird mir dadurch genommen und ich schaue dann eher distanziert den ersten Teil des Films, da ich schon weiß, dass ich mich nicht zu sehr darauf einlassen darf, weil sich eh nochmal alles ändert.

    Da reichen mir bei einem Brettspiel auch schon so Kommentare wie: "Der Boss kommt erst in Szenario 14," weil das die Spannung und Erwartungshaltung für die davorliegenden Szenarien reduziert. Weniger schlimm finde ich, wenn jemand eher neutral über sein Erlebnis in einem speziellen Szenario erzählt: "In einem Szenario wir einen epischen Kampf mit jeder Menge Gegnern...," da die Information eher allgemein ist, ich nicht einschätzen kann, wann und wo dieses Szenario auftaucht und es vermutlich erst zuordnen kann, wenn ich schon drinstecke und es durch das eigene erleben dann "wiedererkenne" und ich außerdem nicht weiß, ob es am Szenario oder an der Spielweise der Gruppe liegt.

    Wenn ich vorher schon weiß, dass mich etwas interessiert, höre ich üblicherweise damit auf, Dinge darüber zu lesen oder Trailer zu schauen (ich habe sogar schon mit geschlossenen Augen und zugehaltenen Ohren im Kino gesessen, weil ich einen Trailer nicht vorher sehen wollte 8o )


    Selbst die Information, dass über die neue Herr der Ringe Serie viel diskutiert wird und sie sehr kontrovers aufgenommen wird, ist in meinen Augen schon eine Information, die ich am liebsten nicht haben würde, da mir das schon vorab das Schauerlebnis trübt, da ich nicht mehr unvoreingenommen schauen kann, sondern automatisch in eine Beurteilungshaltung gebracht werden, mich ebenfalls dazu zu positionieren.

    Auch bei einem neuen Musikalbum einer Band versuche ich vorher keine Reviews zu lesen, da gute zwar den Hype befördern können, schlechte einem aber die Lust und auch die Offenheit gegenüber der neuen Musik vermiesen können. Zudem habe ich schon verschiedentlich erlebt, dass mein Erleben eines Albums am Ende gar nicht wirklich mit der Beurteilung der Kritik übereinstimmte (in beiden Richtungen).

    Manchmal weist einen eine Kritik auch erst auf Details hin, die man selbst gar nicht wahrgenommen hätte und die einem selbst das Erlebnis gar nicht "vermiest" hätten, wenn nicht irgendjemand da unbedingt drauf hätte herumreiten müssen.


    Um mich sinnvoll zu "teasen" wünsche ich mir ein paar stellvertretende, ohne Kontext eher Nichtssagende oder nicht einzuordnende Bilder oder Informationen über die Prämisse eines Films (die in den ersten 10-30 Minuten des Films abgehandelt sind), die einem dennoch das Feeling und das Ziel eines Films / Spiels näherbringen. So kann man den Großteil des Mediums neu und selbst erleben.

    Bei einem Spiel kann man außerdem auch noch rein mechanisch erklären kann, wie das Spiel funktioniert, ohne dass ich das als Spoiler empfinden würde - nur spezielle Mechanismen von zunächst geheimen Bossen oder Levels bzw. wichtige Story-Details bei storylastigen Spielen würde ich da als Grenzwertig / Spoilerig ansehen. Bei einem Film geht das schwerer, da man immer auch etwas von der Story erfährt.

    Solange das bei einem Film jedoch nur die Prämisse betrifft, kann ich damit leben. Leider haben viele Trailer inzwischen die Angewohnheit, schon so viel Story zu zeigen, dass man sich den Rest fast schon denken kann - das hält mich dann eher davon ab, etwas zu schauen, weil ich dann oft das Gefühl habe, alles schon gesehen zu haben und schon zu wissen was kommt. Da man das VOR dem Schauen eines Trailers aber nicht wissen kann... besser keine Trailer.

    Ganz schlimm finde ich es, wenn irgendwelche News-Portale recht zügig irgendwelche Bilder oder entsprechende Überschriften zu Serien oder Filmen posten, wo der reine Anblick schon ein Spoiler ist - das geht dann so schnell, dass man schon gespoilert ist, bevor man wegschauen kann (So passiert bei Game of Thrones in den letzten Staffeln, wo alleine die Bilder der Charaktere einer Folge schon verraten, wer bis dahin überlebt).

    Mögest Du in uninteressanten Zeiten leben...

  • Ich finde, das hat Fluxit mit seinen drei Beispielen sehr gut differenziert.

    Für mich selbst versuche ich, möglichst alles an Informationen zu vermeiden, das mir eine mögliche Überraschung nehmen würde. Das macht es in vielerlei Hinsicht dann zwar eventuell schwerer, einen Vorab-Eindruck von etwas zu erhalten (ich glaube ein gutes Beispiel für mich wäre der ellenlange Paleo-Thread hier im Forum - ein Spiel, das mich zwar grundsätzlich überhaupt nicht angesprochen hatte, aber nachdem es dann doch immer wieder in vielen (Wochen-)Berichten aufgetaucht ist, habe ich mich doch mal durch diesen Thread gewühlt um einerseits einen besseren Eindruck zu bekommen, ob es was für mich sein könnte, andererseits aber auch möglichst eventuelle Regel-Fallstricke vorab zu klären - ohne dabei irgendwas über die Taktik bzw. das beste Vorgehen zu erfahren. Ich denke, weitgehend hat es geklappt, Paleo ist hier eingezogen, gefällt uns wahnsinnig gut und es ist alles andere als ein einfacher Durchmarsch.

    Der beruht vielleicht aber auch auf dem von gab62 angesprochenen Vergessen. Leider kann man ja nicht aktiv/bewusst vergessen (es gibt so zwei, drei Agatha-Christie-Krimis, die ich vor dreißig Jahren gelesen habe und sehr gerne heute wieder lesen würde - aber dummerweise vergesse ich in diesen Fällen einfach nicht, wer der Mörder ist - und das sind dann eben doch Krimis in einer Art, in der das (für mich) doch einen Großteil des Lesespaßes ausmacht, mitzuraten...), aber ich denke, gerade die Masse an "kleineren" Informationen (wie aus dem Paleo-Thread) sind dann doch beim - versehentlichen - Lesen geeignet, recht schnell wieder in Vergessenheit zu geraten.

    Anders schaut es meiner Ansicht nach mit solch "großen" Überraschungen wie dem Vater-Sohn/Tochter Verhältnis in Star Wars aus. Auch, wenn mir die Filme auch mit diesem Wissen gefallen hätten - es hätte mir eben doch diese Wendung gefehlt und das hätte ich doch sehr schade gefunden. Dennoch - ich schaue mir die Filme auch heute noch gerne an - und natürlich habe ich nicht vergessen, wer Lukes Vater ist. ("Die Rückkehr der Jedi-Ritter" war der zweite Film, in dem ich im Kino war - ich (8jährig) war komplett überfordert - irgendwie hatte ich bis dahin aus meiner Erziehung mitgenommen, dass "Rebellen" eher etwas Negatives/Schlechtes ist, und "Allianz" (=>Alliierte) zumindest mit Blick auf unsere Deutsche Geschichte die Guten waren - aber irgendwie hat das in dem Film so überhaupt nicht gepasst und ich weiß nur noch, dass ich die beiden Freunde, mit denen ich im Kino war, ständig gefragt habe ob das nun die Guten oder die Bösen seien... :lachwein:

    Von daher: Lieber wenig vorher wissen.

    Mit Blick auf Spiele kommt mir da vielleicht entgegen, dass ich bisher keine Kampagnen-/Legacy-Spiele gespielt habe, mit Ausnahme von Paleo sowie der Maracaibo-Kampagne, und die ist dann ja eher nebensächlich (aber spieltechnisch gut). Somit kann mir beim Durchlesen von irgendwelchen Rezensionen oder Berichten auch wenig verraten werden. Ich habe hier eher das Problem, alles überlesen zu wollen, was in Richtung "was ist die beste Strategie?" geht - zum einen, weil ich ein Spiel selbst entdecken möchte, zum anderen, weil ich keine angelesenen Vorteile gegenüber meinen Mitspielern haben möchte.

  • Hi HRune,
    ich lese deine Beiträge immer sehr gerne, daher wollte ich mich auch mal noch mit beteiligen, wenn du dir schon die Mühe machst, einen Thread zu eröffnen und dann auch noch so viel schreibst :)

    Leider sind die zwei von dir genannten Sachen für mich offen gestanden zwei völlig verschiedene Dinge und Spoilern stört mich persönlich total. Wie du ja auch selbst mit deinem "oops" scherzhaft angemerkt hast, has du mit diesem Thread zum Beispiel Star Wars herb gespoilert (ja es soll tatsächlich vereinzelte Leute geben, die das noch nicht gesehen haben - ich schon, keine Sorge) und Pandemic Legacy: Season 1 imho sogar ebenfalls ein Stück. Allein schon das "Kampf gegen die" vor dem Spoiler. Was soll das anderes sein als


    Und jeder der vier Fälle wäre ein harter Spoiler. Wenn es also eines der vier ist, dann danke. Ich bin im Mai :P

    Du siehst: nur weil dich etwas ggf. nicht stört, kann es trotzdem andere stören oder sogar aktiv verletzen. Also lieber dem Allgemeinwohl zuliebe lassen und so wenig wie möglich prekäre Infos preisgeben? Ich weiß es nicht und "who am I to judge", aber mir wäre es lieber. Kannst du aber natürlich ignorieren und machen, wie du möchtest. Steht ja jedem frei. Nur du wolltest mit deinem Thread eine Diskussion anregen und das ist mein Standpunkt dazu. Glaube ich bin was Spoiler angeht extrem leicht reizbar und es vermiest mir das jeweilige Medium komplett. Muss ich leider echt so sagen. Daher danke für jeden Spoilertag. Neva Kee hat es schon wunderbar ausgedrückt und seinem Post schließe ich mich daher ebenfalls vollständig an.
    Lg

  • Ich möchte gerne ein neues Spiel selbst entdecken - während der Spielpartien und nicht angelesen oder angeschaut vorab. Diverse Eurogames haben da wenig Potential, mich zu spoilern. Trotzdem möchte ich da nicht vorab erfahren, dass ich bei Spiel XYZ unbedingt darauf achten sollte, in der ersten Runde drei Kredit aufzunehmen und damit die Südprovinz anzuschliessen, da ich ohne diese chancenlos sein werde. Ich mag keine angelesenen Taktiktipps. Noch weniger, wenn ich zufällig darüber stolpere und die deshalb nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Wenn sich abzeichnet, dass sich eine Diskussion in diese Richtung entwickelt und von anderen über diese Details diskutiert werden will, dann räume ich lieber das Feld und ziehe die Ignore-Aktion für diesen Forenthread.


    Inhaltliche Spoiler bei KDM und vergleichbaren Spielen gehen für mich gar nicht. Punkt.

    90 % OFFLINE - wer mich sprechen möchte, erreicht mich bevorzugt in der echten Welt

  • ANZEIGE
  • Wenn ich die Diskussion so weiterverfolge, kommt mir noch ein Gedanke bzw. ein Verhalten in Bezug auf Spoiler oder gar Reviews, den ich an mir selbst bereits festgestellt habe - es würde mich interessieren, ob es auch anderen so geht:

    Es ist mir schon mehrfach so gegangen, dass ich mir Reviews oder auch Kommentare zu Serien / Filmen, aber auch Büchern und Musik-CDS oder Brettspielen, etc. angesehen habe, die ich grundsätzlich interessant fand.

    Nach dem Review oder Kommentar hatte ich das Gefühl, das jeweilige Medium schon "zu kennen" bzw. zumindest die wesentlichen Höhepunkte oder Tiefpunkte schon kennengelernt zu haben. Dadurch, dass sich dieses Gefühl des "kenne ich schon" eingestellt hat, ist meine Lust darauf, es wirklich noch selbst zu "erleben" tatsächlich deutlich zurückgegangen bis zu dem Punkt, dass ich es gar nicht erst probiert habe.

    Das liegt natürlich auch noch daran, dass ein Tag nur 24 Stunden hat und die inflationäre Masse an neuen Dingen, die mittlerweile erscheint, es unmöglich macht, alles, was einen interessiert, wirklich zu erleben.

    Dennoch finde ich es unglaublich schade, dass durch diese, letztlich unbefriedigenden und nicht vergleichbaren, "Proxy"-Erlebnisse das unvoreingenommene Erleben des eigentlichen Mediums selbst, getrübt oder gar verhindert wurde.

    Dieser Informations-Überschuss sorgt im Vergleich zu früher (bei mir) tatsächlich dafür, dass die "unschuldige" Freude, etwas ohne viel Vorwissen einfach selbst zu erleben, ein stückweit verloren gegangen ist.

    Daher bin ich tatsächlich dazu übergegangen, mir weniger und weniger Trailer, Reviews und Erlebnisberichte durchzulesen. Das tue ich mit Ausnahme von Dingen, von denen ich noch nicht gehört habe oder wo ich mir extrem unsicher bin, ob sie mir gefallen könnten oder bei Dingen, von denen ich weiß, dass ich sie wohl nicht schauen / spielen werde - hier ggf. nur, um mich dort bestätigt zu sehen.

    Und siehe da: Dinge die gut sind, machen mir NOCH mehr Spaß, wenn ich sie selbst "überraschend" entdecke und Dinge die schlecht sind, sind manchmal gar nicht sooo schlecht oder sie sind zumindest überraschend schlecht und nicht "wie erwartet" schlecht ;)

    Insgesamt würde ich also dafür plädieren, lieber (noch) mehr selbst zu erleben, als in der gleichen Zeit nur Proxy-Erlebnisse zu haben und sich spoilern oder seine Meinung vorprägen zu lassen.

    Mögest Du in uninteressanten Zeiten leben...

  • Ich finde die ganze Spoiler-Hysterie immer ein bisschen seltsam. Als würde einem emotional etwas verlorengehen, wenn man es im Vorfelde weiß. Als würde man die volle Wirkung eines Narrativs nur zu spüren bekommen, wenn man es selbst durch das Medium der Geschichte erfährt.

    Auch DAS übrigens ein Phänomen der neuesten Zeit, dessen Ursprung ich noch nicht ganz eingrenzen konnte.


    Hättest du zwischen ... hmm ... 1630 und 1995 irgendjemandem erzählt, dass Romeo und Julia sterben, hätte das höchstens ein müdes Schulterzucken ausgelöst. Heute gilt das tatsächlich als Spoiler! (Gern geschehen.)


    Ich hab in den 80ern schon lange mit Star Wars Figuren gespielt und konnte alle Zitate aus den Filmen, lange bevor ich sie auf Video zu sehen bekommen habe (sogar inklusive der Geschichte, dass Darth Vader im Kampf mit Obi-Wan in eine Lavagrube fällt!), und die Filme haben mich keinen Deut weniger beeindruckt, obwohl ich längst alles wusste. Übrigens hat mich Star Wars auch beim zweiten, zwanzigsten oder zweihundersten Mal nicht weniger emotional beeindruckt als beim ersten Mal, obwohl ich so heavy gespoilert war, wie es nur ging.


    Wenn mir jemand erzählt, dass er einen Film, eine Serie oder ein Spiel nicht mehr "genießen" kann, weil er schon Details kennt, dann frage ich mich durchaus, was an der Person so anders ist, dass sie eine Einstellung hat, die es bis vor wenigen Jahren so nie gab. (Und wie diese Person den Film beim zweiten Mal guckt ...)


    Natürlich waren "Spoiler" immer schon auch kritisch vertreten. Hitchcock hat darum gebeten, niemandem den "Clou" in Psycho zu verraten, dasselbe gilt für "Die Teuflischen". RTL hat im Videotext verraten, wer der Mörder von Laura Palmer ist, um Sat.1 die Einschaltquoten zu vermiesen. Und ja, 1980 mag es auch einige wütende Bemerkungen darüber gegeben haben, dass jemand verraten hat, wessen Lendenfrucht Luke Skywalker ist.


    Aber diese ausgeprägte Hysterie, diese Panik, auch nur IRGENDWAS zu erfahren, die ist erst wenige Jahre, maximal Jahrzehnte alt, und vermutlich durchs Internet befeuert.


    Ich meine, ich kenne Leute, die mir vorwerfen, ich hätte sie gespoilert, wenn ich erwähne, welche Schauspieler in einem Film mitmachen. Das ist nun wirklich lächerlich. Demnächst wird es noch als Spoiler gewertet, wenn ich erwähne, dass es bald den Film "Ich habe einen beliebigen Titel" auch nur gibt. Will man ja schließlich selbst erfahren!


    Wer dermaßen uninformiert bleiben will, sollte tatsächlich das Internet abschalten und am besten auch mit geschlossenen Augen am Zeitungsstand vorbeirennen.

    Übrigens meine Lieblingskandidaten: Die Leute, die auf jeden Fall warten wollen, bis alle Folgen der Serie(!) fertig sind, bevor sie sie gucken, aber auf keinen Fall auch nur ein Wort darüber hören wollen, was in der Serie passiert. Da wird man dann schonmal aus dem Buswartehäuschen böse angezischt, wenn man sich beim Spazierengehen mit jemandem über die aktuelle Folge (oder die vom letzten Jahr) unterhält. So was ist echt schräg!

  • Wer dermaßen uninformiert bleiben will, sollte tatsächlich das Internet abschalten

    Eigentlich eine verdammt gute Idee. Könnte dazu führen, dass man sich mehr mit dem Tatsächlichen beschäftigt und weniger Pseudo-Diskussionen mit Unbekannten führt, bei der man eigentlich nur die eigene Meinung über etwas bestätigt sucht, das man selbst nur theoretisiert hat. Dann bleibt auch mehr Zeit für potentielle Spielpartien anstatt nur darüber zu palavern, wie was wäre wenn und warum nicht.


    Ich bin dann mal weg ... :fffff:

    90 % OFFLINE - wer mich sprechen möchte, erreicht mich bevorzugt in der echten Welt

  • Huutini


    Na klar, geht vielen da emotional etwas verloren. Sonst gäbe es die Diskussion doch gar nicht. Und sicherlich war es „vor dem Internet“ um ein Vielfaches einfacher, etwas nicht mitzubekommen.


    Das Unerwartete/Ungewisse macht doch einen eigenen Reiz aus.


    Mal ein etwas anders gelagertes Beispiel: wenn ich ein Werder-Spiel verpasse, versuche ich, wenn es in meinen Zeitplan passt, nichts mitzubekommen (manchmal gar nicht so einfach, aber klappt) und das Spiel relive zu gucken. Das ist dann zig mal besser, als wenn ich das Spiel gucke, aber das Ergebnis schon kenne. Dann spule ich eher schnell durch bzw mir reicht ein Highlight-Video.


    Dein Schauspieler-Beispiel ist wirklich schräg. Die Info darüber kann ja eher helfen, zu entscheiden, ob ich den Film überhaupt gucken möchte. in dieser Intensität ist mir das (zum Glück) bisher aber weder bei mir noch bei anderen untergekommen.

  • Die Leute, die auf jeden Fall warten wollen, bis alle Folgen der Serie(!) fertig sind, bevor sie sie gucken, aber auf keinen Fall auch nur ein Wort darüber hören wollen, was in der Serie passiert.

    Nicht nur Serien - so vorgegangen mit Game of Thrones - auch Mehrteiler wie damals Herr der Ringe. 3 Jahre gewartet und dann für 11 Stunden in die lange Kinonacht! Da wollte ich auch möglichst wenig im Vorfeld wissen, die Spannung sinkt mit jedem Fitzelchen an Information.

    Bitte senden Sie mir Ihre E-Mail doppelt, ich brauche eine fürs Archiv :/

  • Vielen Dank für die weiteren Anregungen und Beiträge!


    Die unterschiedlichen Sichtweisen interessieren mich sehr - zeigen sie ja auf, wie unterschiedlich wir ggf. auf die gleiche Information reagieren. Wo ich mich geteased fühle, fühlt LookAtTheBacon sich vermutlich gespoilert. Heißt, ich muss in meiner Wortwahl Dir gegenüber vorsichtiger sein und Du mich umgekehrt vermutlich bei einigen Themen nicht um Infos bitten. :)


    Leider sind die zwei von dir genannten Sachen für mich offen gestanden zwei völlig verschiedene Dinge und Spoilern stört mich persönlich total. Wie du ja auch selbst mit deinem "oops" scherzhaft angemerkt hast, has du mit diesem Thread zum Beispiel Star Wars herb gespoilert (ja es soll tatsächlich vereinzelte Leute geben, die das noch nicht gesehen haben - ich schon, keine Sorge) und Pandemic Legacy: Season 1 imho sogar ebenfalls ein Stück. Allein schon das "Kampf gegen die" vor dem Spoiler.

    Klar, Star Wars war mit voller Absicht hier genommen, da diese Infos mittlerweile fast so alt sind wie ich selber. Bei Pandemic tue ich mir persönlich z.B. schwer allein in meinem „Kampf gegen die…“ einen Spoiler zu sehen. Kämpft man in meinen Augen doch immer gegen die Pandemien, die Unwägbarkeiten des Spiels, die Ausbrüche, die Kartenhand. Doch sehe ich auch, dass eine Formulierung wie „die Entwicklung des Spannungsbogens ist klasse, erzeugte bei mir Kribbeln und Überraschungsmomente“ einen Tacken neutraler ist.


    Zitat von LookAtTheBacon

    Du siehst: nur weil dich etwas ggf. nicht stört, kann es trotzdem andere stören oder sogar aktiv verletzen.

    Dessen bin ich mir voll bewusst, insofern ja mein Diskussionsstarter hier, um zu sehen, wo die Beitragenden die Grenzen sehen und ziehen.


    Ich bündel mal die folgenden Aussagen:

    Zitat von LookAtTheBacon

    Also lieber dem Allgemeinwohl zuliebe lassen und so wenig wie möglich prekäre Infos preisgeben? Ich weiß es nicht und "who am I to judge", aber mir wäre es lieber.


    […]

    Daher bin ich tatsächlich dazu übergegangen, mir weniger und weniger Trailer, Reviews und Erlebnisberichte durchzulesen.

    […]

    Und siehe da: Dinge die gut sind, machen mir NOCH mehr Spaß, wenn ich sie selbst "überraschend" entdecke und Dinge die schlecht sind, sind manchmal gar nicht sooo schlecht oder sie sind zumindest überraschend schlecht und nicht "wie erwartet" schlecht ;)

    Insgesamt würde ich also dafür plädieren, lieber (noch) mehr selbst zu erleben, als in der gleichen Zeit nur Proxy-Erlebnisse zu haben und sich spoilern oder seine Meinung vorprägen zu lassen.


    Ich möchte gerne ein neues Spiel selbst entdecken - während der Spielpartien und nicht angelesen oder angeschaut vorab. Diverse Eurogames haben da wenig Potential, mich zu spoilern. Trotzdem möchte ich da nicht vorab erfahren, dass ich bei Spiel XYZ unbedingt darauf achten sollte, in der ersten Runde drei Kredit aufzunehmen und damit die Südprovinz anzuschliessen, da ich ohne diese chancenlos sein werde. Ich mag keine angelesenen Taktiktipps. Noch weniger, wenn ich zufällig darüber stolpere und die deshalb nicht mehr aus dem Kopf bekomme. Wenn sich abzeichnet, dass sich eine Diskussion in diese Richtung entwickelt und von anderen über diese Details diskutiert werden will, dann räume ich lieber das Feld und ziehe die Ignore-Aktion für diesen Forenthread.

    (Hervorhebung von mir)


    Zitat von Alex85

    […]

    Das Unerwartete/Ungewisse macht doch einen eigenen Reiz aus.


    Mal ein etwas anders gelagertes Beispiel: wenn ich ein Werder-Spiel verpasse, versuche ich, wenn es in meinen Zeitplan passt, nichts mitzubekommen (manchmal gar nicht so einfach, aber klappt) und das Spiel relive zu gucken. Das ist dann zig mal besser, als wenn ich das Spiel gucke, aber das Ergebnis schon kenne.

    […]


    Bewusst so gebündelt, da die Aussagen für mich folgende Gemeinsamkeit haben: Wenn ich nicht gespoilert werden möchte, wenn ich daraus keine Neugier und eher Ablehnung ziehe, muss ich mich meiner Ansicht nach auch aktiv darum kümmern, diesen Informationen fern zu bleiben. Diskussionen darüber meiden und ggf. auch meine Gegenüber darum bitten, diese Informationen bitte nicht mit mir zu teilen. Im Internet / hier im Forum ist letzteres weit schwieriger, da wir zeitversetzt agieren.


    Da kommt auch meine Hervorhebung im Beitrag von ravn ins Spiel: das Zufallselement.


    Dieser Zufall kann in meinen Augen aus einem vielleicht gut gemeinten Teaser oder einer für einen selbst gesehenen „Selbstverständlichkeit / Allgemeinwissen“ schnell einen Spoiler machen. Wenn Torlok und ich uns gerade über Dry-Age Steaks unterhalten und ich daraus eine Ableitung zu nem Herr der Ringe Film gemacht hätte. Wenn LookAtTheBacon und ich uns über Star Wars unterhalten und ich bei einer Szene ableite „Mensch, das ist ja genau wie die Wendung im 2. Zeitalter bei Eclipse-Legacy“. Umgekehrt habe ich das Gefühl, dass Huutini und ich über diese Szenen quatschen könnten und darauf vermutlich direkt Lust auf eine gemeinsame Partie des Spiels ableiten, um das ganze noch mal und mit neuen Augen zu erleben. Einzig Alex85 wäre komplett sicher vor mir, da ich Fussballergebnisse so gar nicht verfolge. :saint:


    Zeigt mir auch, dass man als Rezensent / Produzent / Werbetreibender eine sehr gute Expertise aufbauen muss und sich ein feines Gefühl dafür erarbeiten muss, um wirklich packende Teaser zu erstellen, die weitreichende Neugier schaffen und nicht von vielen als Spoiler empfunden werden.


    Für mich sehr spannend in der Diskussion. Vielen Dank weiterhin!

    Letting your mind play is the best way to solve problems. (Bill Watterson)

  • Ich frage mich gerade, ob der ultimative Teaser ohne Spoiler am Ende das Clickbait ist: "Was du im dritten Monat von Legacy erleben wirst, wird dir den Atem rauben!"

    Andererseits weiß ich, dass selbst das von manchen wieder als Spoiler gewertet werden würde, immerhin WÜSSTEN sie ja jetzt, dass im dritten Monat was atemberaubendes passiert ... :/

    Einmal editiert, zuletzt von Huutini ()

  • Ich frage mich gerade, ob der ultimative Teaser ohne Spoiler am Ende das Clickbait ist: "Was du im dritten Monat von Legacy erleben wirst, wird dir den Atem rauben!"

    Andererseits weiß ich, dass selbst das von manchen wieder als Spoiler gewertet werden würde, immerhin WÜSSTEN sie ja jetzt, dass im dritten Monat was atemberaubendes passiert ... :/

    Nu ja, wenn es astreiner Clickbait ist, wüsstest Du vermutlich eher, dass im dritten Monat nichts weiter passiert. :lachwein:

    Letting your mind play is the best way to solve problems. (Bill Watterson)

  • ANZEIGE
  • Ich frage mich gerade, ob der ultimative Teaser ohne Spoiler am Ende das Clickbait ist: "Was du im dritten Monat von Legacy erleben wirst, wird dir den Atem rauben!"

    Andererseits weiß ich, dass selbst das von manchen wieder als Spoiler gewertet werden würde, immerhin WÜSSTEN sie ja jetzt, dass im dritten Monat was atemberaubendes passiert ... :/

    Nu ja, wenn es astreiner Clickbait ist, wüsstest Du vermutlich eher, dass im dritten Monat nichts weiter passiert. :lachwein:

    Okay, dann ... "wahrer Clickbait"? :/

  • Doch noch mal zurück zum Teasen ohne zu Spoilern - und dies im Sinne einer Mehrheitssicht, denn vermeiden, dass sich irgendwer gespoilert fühlt, kann man vermutlich nicht. Ich bin der Ansicht, dass dies schon sehr gut möglich ist; Neugier und Bewusstsein für ein Werk zu erzeugen, ohne einen (bzw. den) wesentlichen Handlungs- bzw. Erzählstrang zu spoilern. Neva Kee trifft das aus meiner Sicht in seinem Beitrag oben sehr gut.

    Letting your mind play is the best way to solve problems. (Bill Watterson)