Brettspieldepressionen...

  • Naja dazu kommt, ich bin nich so der Solo Spieler ;) Es wird alles besser wenn Sohn Nr. 1 alt genug ist um mit seinem Vater was zu spielen...der is jetzt 3 ;)

    Eben! Wofür hast du die Brettsspiele denn? Bei deinen Ausführungen wäre das gleiche Problem bei 5 Brettspielen auch vorhanden. Also ist die Anzahl doch egal? Du kannst also auch 500 besitzen. Das ist doch schon einmal wichtig zu wissen.

    Ansonsten sind gute Brettspiele für mich nicht nur ein temporäre spaßbringender Gegenstände, sondern sollen doch langfristig Spaß machen. Wenn ich nur ein Mal im Jahr Eclipse spiele, kommst du bis zur Rente auf verdammt viele Partien. Daher ist dein Brettspielschrank eigentlich nur eine Destillation. Übrig bleiben immer nur die besten Spiele, die langfristig gespielt werden können.

  • Die Situation mit den nicht gespielten Spielen im Regal kenne ich ebenfalls, allerdings empfinde ich das nicht als Problem oder ungutes Gefühl. Ich empfinde es als beruhigend, auf Spiele meiner "Sammlung" zugreifen zu können, wann immer mir danach ist und die zeit es gestattet, auch wenn es seltener passiert als ich es gerne hätte.

    Wie von Huutini beschrieben, bleiben auch bei uns interessante Spiele im Regal, auch wenn sie nur alle paar Monate mal auf den Tisch dürfen/können. Und auch die "interessanten" Spiele, die bisher noch nie gespielt wurden bleiben da, auch wenn sie niemals gespielt werden sollten. Denn wenn wir einmal Lust auf ein Spiel bekommen, dann soll es auch vorhanden sein solange der Platz ausreicht. Zugegeben, es ist jetzt wesentlich mehr Platz vorhanden als vor dem Umzug.

    Das ist ein Luxus, den wir uns gerne leisten, aber natürlich bei Spielen, die wir als "würdig" erachten. :)

    Ein Spiel muss erst Spaß machen, dann herausfordern, dabei die Zeit vergessen lassen und zu guter Letzt eine Erinnerung hinterlassen.

  • Zunächst mal würde ich mich davon wirklich nicht stressen lassen. Nicht jedes Spiel muss jede(n) Woche/Monat gespielt werden. Ich habe auch einige Spiele, die ich zwar mag und gerne spiele, aber nicht so den Wiederspielfaktor haben, dass ich sie mehr als 2-3 Mal pro Jahr spielen möchte. Die könnte ich auch jeden Monat spielen, wäre dann aber spätestens nach 1-2 Jahren durch damit. So habe ich viel länger was davon. Das einzige wirkliche Problem daran ist doch, wenn man zwischen zwei Partien die Regeln (größtenteils) vergisst und neu lernen muss. Wenn das bei Dir kein Problem ist - weil Du ein gutes Gedächtnis hast oder die Spiele früher so oft gezockt hast, dass da nicht viel verlorengeht - ist es ja nicht so tragisch, die Spiele werden dadurch ja nicht schlechter. Falls es ein Problem ist, würde ich bei den komplexeren Titeln schauen, was verzichtbar ist und nur die absoluten Highlights behalten (bei denen ja auch wieder die Regeln von früher präsenter sein sollten).

    Bei mir ist es eher das Problem, passende Termine mit den Gruppen zu finden, so dass ich bei Neukäufen schon sehr gut überlege, ob es häufig genug gespielt werden würde bzw. mittlerweile ein wichtiger Punkt ist, ob es eine Solomöglichkeit gibt. Ich hätte vor einigen Jahren auch nicht gedacht, dass ich zum Solospieler werde, also vielleicht doch bei Gelegenheit mal ausprobieren. Zumindest kannst Du so die Regeln lernen und evtl. bei dem ein oder anderen Spiel, das noch komplett unbespielt ist, schon beurteilen, ob es sich überhaupt lohnt, es länger zu behalten.

    Dann würde ich an Deiner Stelle überlegen, ob ich nicht doch noch ein paar weitere Spiele aussortieren kann. So wie Du das schilderst, würde ich mir überlegen, reine Kampagnenspiele abgeben. Wenn es so selten klappt und die anderen dann ihre eigenen Spiele auch zocken wollen und Du wenig Lust auf Solorunden hast, würde ich versuchen, mich auf einzelne Highlights zu konzentrieren, die Du in einigen Jahren auch noch gerne spielen würdest - wenn der Sohnemann alt genug dafür ist quasi. Ich finde, Kampagnenspiele z.B. nur alle 6 Monate 1-2 Partien zu zocken, macht wenig Sinn. Die sollte man je nach Länge in wenigen Wochen/Monaten durchspielen. So wie Du das schilderst, brauchst Du davon auch nicht mehr als 10 maximal vielleicht, die dann realistisch betrachtet für die nächsten 15 Jahre reichen.

    Spiele, die bei Freunden bereits vorhanden sind, könnten auch abgegeben werden oder evtl. haben Freunde Interesse an manchen Deiner Spiele, weil sie vielleicht eher mal solo spielen oder so. Dann wäre es vermutlich auch kein großes Problem, die zurückzubekommen, sollte sich bei Dir wieder was ändern. Aber klar, ich kenne das, oft sind die Augen größer als der Magen äh... die verfügbare Zeit/Gelegenheit. Von 200 auf 110 zu reduzieren ist ja auch schon beachtlich. Wenn Du Dich dann bei Neukäufen noch gut zurückhalten kannst, ist es ja nicht so tragisch, musst Dich nur gegen die Stimme wehren oder etwas aus den Augen umräumen.

  • Wenn es so selten klappt und die anderen dann ihre eigenen Spiele auch zocken wollen und Du wenig Lust auf Solorunden hast, würde ich versuchen, mich auf einzelne Highlights zu konzentrieren, die Du in einigen Jahren auch noch gerne spielen würdest - wenn der Sohnemann alt genug dafür ist quasi.

    Was machst Du, wenn Deine Highlights aber nicht die Highlights der anderen sind? ;)

    Mögest Du in uninteressanten Zeiten leben...

  • Zum Abschluss möchte ich mir noch den Spaß machen und dir die Illusion rauben, dass es mit dem freiem Zeitfenster so schnell besser wird. Richte dich schon mal darauf ein, dass dieses in den nächsten zehn Jahren immer weiter abnimmt. :D

    Red_Leader

    Ein ernst gemeinter Tip: Verschafft euch möglichst 1x pro Woche/2 Wochen einen freien Nachmittag/Abend für Hobbys/Freunde etc. Idealerweise getrennt voneinander (einer kümmert sich jeweils um den Nachwuchs oder die Großeltern unterstützen…), das hebt die Stimmung und alte Kontakte reißen nicht ab. Ein Spieleabend mit den Kumpels wirkt dann umso belebender!

    Großeltern zur Unterstützung bedingt aber auch, dass entsprechend Großeltern vor Ort sein müssen. Wir werden nicht die einzigen so sein, wo es nicht so ist. Zudem gibt es nicht nur Brettspiele. Ich mache auch noch ab und zu Musik (was dann entsprechend der freie Abend ist). Neben dem Beruf, wo ich gut eingespannt bin, bin ich auch noch Trainer der Fußballmannschaft meines Sohnes, was auch viel Zeit kostet. Das gibt mir aber auch viel Freude. Von daher bin ich weitestgehend im Reinen mit der Zeitknappheit. Zumal eben auch klar ist, dass sich das irgendwann ändert. Ich sehe eben jetzt schon, wie der Junge immer öfter zu seinem besten Freund verschwindet (mit dessen Eltern wir glücklicherweise inzwischen auch sehr gut befreundet sind). Da gehen dann auch liebgewonnene Dinge wieder verloren. So kommen wir dadurch eben auch etwas seltener zum gemeinsamen Spielen. Und das ist das was ich meine. Die Lebensumstände ändern sich immer wieder und dadurch die Ansprüche. Das sollte man entspannt sehen und sich nicht zu schnell emotional auf eine Gegebenheit festlegen.

  • Wenn es so selten klappt und die anderen dann ihre eigenen Spiele auch zocken wollen und Du wenig Lust auf Solorunden hast, würde ich versuchen, mich auf einzelne Highlights zu konzentrieren, die Du in einigen Jahren auch noch gerne spielen würdest - wenn der Sohnemann alt genug dafür ist quasi.

    Was machst Du, wenn Deine Highlights aber nicht die Highlights der anderen sind? ;)

    Das bezog sich ja auf die Kampagnenspiele. Deshalb ja die Frage, lohnt es sich da überhaupt für das jeweilige Spiel die mindestens 5-10 Jahre auf den Nachwuchs zu warten, oder findet man realistischerweise eine passende (neue) Gruppe? Wenn nicht, bleibt ja nur solo, oder eben abgeben. Da sollte man versuchen, realistisch zu sein - das beste Spiel bringt ja nichts, wenn es nie auf den Tisch kommt.

    Bei Spielen, die ich aufwändig bemalt habe, würde ich auch erstmal eher zögern, die abzugeben, denn den Aufwand kriegt man ja i.d.R. finanziell nicht zurück bzw. sollte man in ein paar Jahren die Meinung wieder ändern, wird es teuer oder nochmal sehr aufwändig. Ähnlich bei Titeln, die OOP sind, ansonsten wären die Spiele meistens ja wieder problemlos neu zu kaufen, sollte plötzlich wieder deutlich mehr Spielzeit zur Verfügung stehen.

  • Wünschte ich mir, MEHR Zeit zu haben, um MEHR oder ÖFTER meine Spiele zu spielen? Ja klar. Ich habe auch immer noch ein paar Kandidaten hier, die mangels williger Mitspieler noch ihres ersten Einsatzes harren (Der Ringkrieg etwa ...). Aber deswegen habe ich weder ein schlechtes Gewissen, noch fühle ich mich gehetzt, oder schuldig, und ganz sicher werden die Spiele nicht dadurch obsolet, dass ich sie nicht alle Nase lang spiele.

    Aber nervt Dich das nicht auch manchmal ganz furchtbar, dass Du im Regal Spiele hast, die einfach nicht auf den Tisch kommen?

    Hab ich doch grschrieben: Nein, tut es nicht.

    Maximal nervt mich mal, dass ich just gerne spielen würde, in dem Augenblick aber müde bin/arbeiten muss/zum Zahnarzt muss/Zu Schwiegereltern muss/der Strom ausgefallen ist und ich keine Kerzen hab.

    Aber warum sollte es mich nerven, jederzeit Zugriff auf ein Spiel zu haben, das ich gerne spiele?🤔

  • Aber warum sollte es mich nerven, jederzeit Zugriff auf ein Spiel zu haben, das ich gerne spiele?🤔

    Na ja, weil es ein wenig wie ein Kuchen ist, den Du zwar sehen, aber nicht essen darfst oder wie ein Film, bei dem Du immer nur den Trailer schauen darfst...

    Mögest Du in uninteressanten Zeiten leben...

    Einmal editiert, zuletzt von Neva Kee (4. November 2021 um 11:47)

  • Aber warum sollte es mich nerven, jederzeit Zugriff auf ein Spiel zu haben, das ich gerne spiele?🤔

    Na ja, weil es ein wenig wie ein Kuchen ist, den Du zwar sehen, aber nicht essen darfst oder wie ein Film, bei dem Du immer nur den Trailer schauen darfst...

    Hmm ... Nein. Es ist nämlich wie ein Film, dessen DVD ich im Schrank stehen habe, und wie der Kuchen, der jederzeit fertig auf dem Tisch steht. Beides ist immerzu bereit und vorhanden, wenn ich es sehen oder essen möchte.

    Niemand verbietet mir, meine Spiele zu spielen. Ich kann einfach hingegen, es nehmen, aufbauen und spielen. Einfach so. Ich muss dafür nicht mal aus dem Haus.

    Ich hab auch zahllose Bücher im Schrank, die lese ich seltener als ich meine Spiele spiele. Und meine DVD-Sammlung ist auch eher selten in Benutzung.

    Macht mich aber beides nicht traurig. Ist mir ja beides nicht verboten.

  • Red_Leader Um den „Brettspielblues“ in den Griff zu kriegen, möchte ich dir (neben dem musikalischen Tipp) noch ans Herz legen: Liebe es, mit deinen Kindern zu spielen. Egal was. Angefangen beim freien, hin zum geregelten Spiel. Und erfreue dich dabei an ihrer ungezwungenen, natürlichen Spielfreude. Das entspannt und öffnet den Blick. Die Regale voll mit Spielen sind dann nicht länger eine Belastung, sondern werden zu einem Füllhorn an Möglichkeiten. Und so wie man ein Buch aus dem Regal nehmen, darin blättern, querlesen oder es einfach mal rauslegen kann, kannst du ein geliebtes Spiel ebenso von Zeit zu Zeit öffnen, darin krame(r)n oder es einfach mal aufbauen. Free your game

  • Spielst Du dann nicht-solo-spielbare Spiele mehrhändig gegen Dich selbst oder hast Du solche einfach nicht im Schrank?

    Manchmal mache ich sogar das. On Mars oder Lisboa spielen sich zwei- bis dreihändig ganz hervorragend! :)

    Aber selbst da liegt das Problem ja nicht bei den Spielen im Schrank, sondern woanders.

    Ganz grundsätzlich habe ich ganz persönlich den Eindruck, dass hier eher etwas die Midlife-Crisis durchschlägt, und dass man betrauert, dass nämlich man selbst oder der Freundes-/Bekanntenkreis vor lauter Lebensverantwortung nicht mehr genug Zeit zum Spielen hat.
    Aber das würde ich nicht den Schachteln in meinem Regal ankreiden ...

  • Wenn es so selten klappt und die anderen dann ihre eigenen Spiele auch zocken wollen und Du wenig Lust auf Solorunden hast, würde ich versuchen, mich auf einzelne Highlights zu konzentrieren, die Du in einigen Jahren auch noch gerne spielen würdest - wenn der Sohnemann alt genug dafür ist quasi.

    Was machst Du, wenn Deine Highlights aber nicht die Highlights der anderen sind? ;)

    Die richtigen Personen suchen.

  • Zusammengefasst, mich belastet das irgendwie...wie geht ihr mit diesem Gefühl um, falls ihr das überhaupt kennt? :loudlycrying::D

    Ich hab vor 2-3 Jahren fast komplett aufgehört mit kaufen, überflüssiges / Sachen die nicht gespielt werden wurden verkauft und habe jetzt einen Stamm an genialen Spielen, die in der Gruppe immer wieder auf den Tisch kommen. Jetzt kommen nur noch vereinzelt Neuheiten auf den Tisch. Das hat den Vorteil, dass man tolle Spiele in der Sammlung endlich mal häufiger spielt und nicht immer "den neusten Scheiß" auf dem Tisch hat den man nach 1-2 Spielen eh nicht mehr anfasst. Wenn man die Sammelwut oder das Gefühl "man könnte was verpassen" überwunden hat, lebt es sich ganz entspannt in der Brettspielwelt.

    2 Mal editiert, zuletzt von Spike (4. November 2021 um 13:44)

  • Kauf halt keine neuen Spiele und spiele die aus dem Regal.

    Seit Corona haben wir fast keine neuen Spiele mehr gekauft. 5-8 in 1,5 Jahren.

    Kamen aber kaum zum Spielen in dieser Zeit.

    Ich habe mir grundsätzlich ein Regelwerk aufgebaut, dass im Grunde so funktioniert. Ein neues Spiel/Erweiterung muss 5 mal gespielt werden bevor ein Neukauf stattfindet. In dieser Zeit müssen auch 5 Partien von Spielen im Bestand gespielt werden.

    Wir haben 250 Spiele +x Erweiterungen im Bestand. Objektiv reicht das für die nächsten 40 Jahre und Subjektiv will man trotzdem neue Spiele kaufen. Daher haben wir so ein System gefunden, dass die Balance zw. alt und neu so funktioniert, dass wir mehr spielen als kaufen.

    Meine Kauf-Merkliste umfasst 120 Spiele/Erweiterungen. Es gibt halt vieles davon was ich nie kaufen werde.
    Gekauft wird dann nur was verfügbar und dann sofort gespielt werden kann, Daher auch kein Kickstarter (außer als Retailversion) und keine unbespielten Spiele im Bestand. Man verpasst halt das ein oder andere Schnäppchen

    Damit kann ich gut leben.

    PS: Müssen im November noch 18 Partien spielen, damit ich bei Adventskalendern zuschlagen kann...(oder wie letztes Jahr nur Türchen öffnen :-))