Tipps fürs Heimkino

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  • Mel Gibson ist halt (und war das auch immer schon) ultrareligiös, noch dazu als Teil irgend so einer doch sehr fanatischen Glaubensrichtung, der sein Vater (ein extremer Verschwörungstheoretiker) angehörte - so eine, die den 2. vatikanischen Konzil ablehnte (als freimaurerische Verschwörung der Juden!!), und eine generell eher alttestamentarische Auslegung des Katholizismus bevorzugt. Ich meine, Gibson hat 10(!) Geschwister! Die Eltern haben sich tatsächlich die ganze sprichwörtliche Fußballmannschaft angeschafft! Und die sind alle von ihrem Vater indoktriniert worden. Ein in meinen Augen extrem spannender Aspekt seiner Biografie, und wie so oft brach sich dieser "Glaube", mit dem er aufgewachsen ist, mit zunehmendem Alter immer mehr Bahn.

    Ich persönlich finde es aber immer wieder spannend, wie VIELE Filmstars extrem gläubige Menschen sind! Da balancieren nicht wenige auf der Kante zum halbfanatischen. Ich meine, wir bekommen da ja oft nur die Eisbergspitze all derer mit, die ihren "Glauben" (ich meine das im allerweitesten Sinne, weil ich da mal auch Scientology mit einbeziehe) halt sehr offensichtlich raushängen, und da sind wir dann bei Gibson und Cruise.


    Aber nicht zuletzt während der Award-Shows kriegt man zumindest mal einen Einblick in den oft recht strammen Glauben vieler Stars, wie immer wieder bei Denzel Washington. Und auch Chris Pratt musste sich ja letztes Jahr einige Kritik für die Treue zu seiner Freikirche anhören.

    Was ich damit sagen will: Es gibt viele echt stark religiöse Stars, die alle möglichen seltsamen Ansichten haben, die uns aber nicht stören, weil wir nichts davon wissen. Manche Stars, wie Gibson, haben dann halt mal die Kontrolle darüber verloren, wie sie ihren Glauben nach außen hin präsentieren und praktizieren. (Der halt gerade bei Gibson auch echt extrem ist.) Aber im Endeffekt bin ich ziemlich überzeugt davon, dass es zahlreiche Stars gibt, die da aus ihrem Glauben heraus ganz ähnlich denken, und es nur besser vor der Öffentlichkeit verbergen. Wüssten wir von jedem so viel wie von Gibson, sähe die Kinolandschaft vermutlich ganz anders aus.

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  • Ok, das en detail zu besprechen würde wahrscheinlich ratzfatz im RSP landen. Aber Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und eine Tendenz zur häuslichen Gewalt ist wirklich nur sehr schwerlich als „nach außen getragene, starke Gläubigkeit“ zu ertragen.

  • Ok, das en detail zu besprechen würde wahrscheinlich ratzfatz im RSP landen. Aber Antisemitismus, Rassismus, Frauenfeindlichkeit und eine Tendenz zur häuslichen Gewalt ist wirklich nur sehr schwerlich als „nach außen getragene, starke Gläubigkeit“ zu ertragen.

    Deswegen habe ich mich auch jeder Meinung dazu enthalten.

    Ich fand es halt damals, als ich mich mit Gibson beschäftigt habe, nur unglaublich spannend, dass sich das alles auf seinen Glauben, bzw. den seines Vaters zurückführen lässt. Hätte ich nämlich auch nicht erwartet. 😊

  • Zu angenehmeren Dingen: Drei Filme, die es leider in Deutschland noch nicht auf BluRay oder ins HD-Streaming geschafft haben, aber zumindest günstig übers Ausland bezogen werden können, und die ich für absolute Geheimtipps halte:


    - Dein Partner ist der Tod aka The Silent Partner: Unglaublich böser kleiner kanadischer Thriller rund um einen gelangweilten Bankangestellten (Elliot Gould), der durch einen dummen Zufall erfährt, dass ein brutaler Psycho-Bankräuber (Christopher Plummer) einen Raub auf seine Filiale plant - und das nutzt, um sich selbst ein paar Scheine zur Seite zu schaffen. Dumm nur, dass der Bankräuber das mitkriegt und nun hinter ihm her ist. Ein absolut geniales Katz- und Maus-Spiel mit blendend aufgelegten Schauspielern und erstaunlich viel Komik und Brutalität - ein längst vergessener 70er-Klassiker.


    - Deathtrap: Michael Caine und Christopher Reeve in einem brillanten Theaterthriller von Sidney Lumet nach Ira Lewin (Rosemary's Baby): Ein Theaterautor braucht dringend einen neuen Hit, und erinnert sich an seinen besten Schüler - der könnte doch die Vorlage liefern, wenn man ihn nur aus dem Weg räumte? Alles in dieser Theaterverfilmung hat einen doppelten Boden, der Film bewegt sich auf den Spuren von Sleuth/Mord mit kleinen Fehlern und Sheila, ist dabei aber doch auch sehr eigenständig.


    Und zuletzt ein Film, der im August in einer Luxus-Version auch in Deutschland auf BD rauskommt: Phase IV, einziger Spielfilm des genialen Designers Saul Bass (Vorspänne sehr vieler Filme von Alfred Hitchcock und Otto Preminger und vorgeblich treibende Kraft bei Psychos Duschszene). Ein Endzeitfilm, Mensch gegen Ameise, aber keineswegs so albern wie das jetzt klingt. Die BluRay weist dabei endlich auch das originale Ende auf, dass dem Studio zu unverständlich war und dass den Film sehr stark in die Nähe von Kubricks 2001 rückt. Ein absoluter Trip von einem beeindruckenden SF-Film.

  • Oh ja! Phase IV habe ich immer gerne gesehen, wenn er mal im Fernsehen gezeigt wurde. Meist lief der spät in der Nacht und war dann (unverdienterweise) eine gute Einschlafhilfe. Leider in meiner Blase unbekannt oder nicht besonders gut gelitten. Banausen! Die BluRay werde ich mir auf jeden Fall mal vormerken. Könnte ich mich durchaus für erwärmen.

    The dice decide my fate. And that's a shame.

  • Auch von mir Daumen nach oben für Phase IV! Ewig nicht gesehen, aber damals äußerst beeindruckend!

    André Zottmann (geb. Bronswyk)
    Thygra Spiele
    (u. a. für Pegasus Spiele tätig)

    Ich gebe hier generell immer meine eigene, ganz persönliche Meinung von mir.

  • Von allen Filmen, die in 4K remastert werden müssten, war Katzenauge wohl einer der unwichtigsten, ist aber jetzt trotzdem auf UHD erschienen. Was soll ich sagen, ein sentimental favorite, den wollte ich damals mit 10 unbedingt im Kino gucken, dann war er leider ab 16 (wohl eine der blödsinnigsten 16er-Freigaben der 1980er), also hab ich ein Ticket für "Big Mäc" mit Thomas Gottschalk gelöst und mich nach 10 Minuten heimlich über den Notausgang, der alle Säle des Schachtelkinos verband, in den Nachbarsaal geschlichen. Katzenauge ist ein Episodenfilm nach Stephen King, der zwei seiner Kurzgeschichten mit einer neuen Geschichte rund um einen kindermordenden Kobold auf der Jagd nach Drew Barrymore verbindet. Die beste Geschichte ist dabei ohne Zweifel die erste, die James Woods als Raucher zeigt, der sich mit einer ziemlich mafiösen Firma einlässt, die ihm garantiert das Rauchen abgewöhnen wird - so oder so. Die zweite Geschichte handelt von einem Fremdgeher, den der Ehemann aus dem Fenster jagt - wörtlich genommen.

    Cat's Eye war seinerzeit als "Familienfilm" geplant, trotz der King'schen Provenienz, und das ist am Ende alles keine große Filmkunst, aber eine absolute Zeitkapsel von einem kleinen 80er-Film, der einen auch heute noch gut unterhalten kann, und der in 4K nochmal deutlichst zeigt, wie sehr Filmmaterial allen digitalen Formaten heutzutage immer noch weit überlegen sein kann. Offenbar wurden 150 Stunden in die Restaurierung des Filmmaterials investiert, um das Archivmaterial gründlich zu reinigen und Kratzer zu beseitigen, und so sieht der Film teilweise (da wo nicht mit optischen Effekten gearbeitet wurde) so natürlich aus, als wäre er gestern gedreht worden. Niemand braucht Katzenauge auf UHD - außer mir, wie es scheint :) .

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  • Und ich dachte, WW (84) steht für Wonder Woman und nicht für Wünsch dir Was! Und dann spielen die auch noch nen bisschen WarGames?! Wer hat sich denn diesen Mist ausgedacht? X/

    Ja für mich zusammen mit Black Widow und Star Wars IX der heißeste Anwärter auf den unteridischsten Blockbuster aller Zeiten... Ich vermute der jeweilige Mockbuster von Asylum (so sie existieren) ist um längen besser...

    Jedenfalls - wer die genannten 3 noch nicht gesehen hat, dem würde ich stattdessen Sharknado empfehlen - auch schlecht, aber er weiß darum und versucht das nicht zu kaschieren. Oder Paint drying (Spoiler der Film zeigt genau das, was der Titel verspricht) - der ist sicher spannender...

    Ausstehende Spiele KS/Spieleschmiede/Vorbestellungen: 9
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    Spiele Gebackt/gekauft 2022: 1
    Erweiterungen gebackt/gekauft 2022: 1

    Einmal editiert, zuletzt von matthias19281 ()

  • Diesmal war recht viel bei der 99-Cent-Aktion von Prime dabei.
    Gestern gab es dann auch prompt #Kimi.

    Ganz spaßige Variation von "Das Fenster zum Hof", geschrieben von David Koepp und inszeniert von Steven Soderbergh - entsprechend routiniert fühlt der sich auch an. Gedreht wurde mitten in Corona, was man auch merkt, nicht nur, weil der Film das Ganze selbst thematisiert.

    Zoë Kravitz (sollte spätestens seit dem letzten Batman jedem ein Begriff sein) spielt die "Voice Analystin" Angela, die von zu Hause aus fehlerhafte Aufnahmen von einem an Alexa angelehnten Smart Speaker namens Kimi analysiert und korrigiert. Da sie unter Agoraphobie leidet, kommt sie auch nicht wirklich aus dem Haus raus, was sich als problematisch erweist, als sie in einem Stream etwas hört, was sie ratzfatz in Schwierigkeiten bringt.


    Mir gefiel das recht schnörkellose Script und die im Kern recht clevere, durchaus realistische Hauptfigur.
    Was mir weniger gefiel: Zum einen hebelt der Film seine Hauptprämisse irgendwann einfach aus, anstatt damit zu arbeiten, das fand ich aber nicht wirklich schlimm. Hauptproblem des Ganzen war für mich dann gerade im Finale die grenzenlose Dummheit der Gegenspieler und ein irgendwie nicht ganz erklärbarer Bruch im Charakter der Hauptfigur, aber trotzdem war ich bis zum Ende gut unterhalten, selbst wenn der ganze Film beständig die Aura eines Fernsehthrillers verbreitet.
    Lief angeblich sogar im Februar hierzulande im Kino, davon habe ich aber nichts mitbekommen ... :/ Ansonsten lief der fast überall nur im Stream.

  • Für die Westernfreunde: Verrat im Fort Bravo ist von mir unbemerkt letztes Jahr in einer restaurierten Fassung in den USA auf BluRay erschienen, die absolut fantastisch aussieht. Zu meinen aktiven Vorführzeiten existierte nur noch eine sehr schlechte deutsche Filmkopie auf 35mm von diesem A-Western von John Sturges (einer meiner Lieblingsregisseure, Gesprengte Ketten, Flug des Phönix etc.) mit William Holden und Eleanor Parker, und auch die deutsche DVD sah leider ziemlich ausgeblichen aus. Daher war das jetzt eine echte Entdeckung für diesen wirklich netten, natürlich total altmodischen Belagerungswestern alter Schule, der immerhin großartig gespielt ist. Für Filmgeschichtsfreunde ist der Film aber auch deshalb spannend, da es sich um eine jener Produktionen handelte, die auf "Anscocolor" zurückgriffen. Anscocolor basierte auf dem in Nazideutschland von der IG Farben entwickelten Agfacolor und bestach (wie beispielsweise in Münchhausen mit Hans Albers zu sehen) durch sehr kräftige Pastelltöne und intensives Blau, die damit gedrehten Filme sehen immer ein wenig wie Gemälde aus. Nun hatte die Regierung der USA die Patente an Agfacolor quasi als "Kriegsbeute" mitgebracht und versuchte in den späten 1940ern und 1950ern, dieses Farbverfahren gegen Technicolor am Markt zu platzieren, auch indem man kartellrechtliche Schritte gegen die Konkurrenz (Kodak Eastman und Technicolor) einleitete, was aber letztlich erfolglos blieb. Insoweit hat der Film einen ziemlich einzigartigen Look, den man auf dieser BluRay für mich zumindest erstmals auch nachvollziehen kann.