Ankh: Gods of Egypt (CMON)

  • Habe gerade die erste Partie hinter mir und eine Sache wurmt mich schon jetzt.
    Da habe ich hier nen Kübel voll Guardians stehen, aber ich darf in einem 2-Spieler-Spiel nur maximal 3 davon verwenden - insgesamt.
    Ich finde es schon sehr bedauerlich, dass Pro Level nur ein Exemplar erhältlich ist und somit ein Spieler komplett leer ausgehen kann.

    Am liebsten würde ich jetzt schon hingehen und schlicht den Pool an erhältlichen Guardians innerhalb einer Partie erhöhen - ja, nach der ersten Partie hausregeln. -.- Es wäre schlicht mehr Fun und würde sich einfach richtig anfühlen.

    Jetzt gehe ich allerdings davon aus, dass sich der Entwickler etwas dabei gedacht. So schätze ich, dass ein "Ankh-Power-Rush-Spieler" nun zwar mit Ankh-Power und Guardian gesegnet ist, sich aber insgesamt - als Ausgleich - nicht so gut aufstellen konnte wie sein Gegenspieler. Wenn dieser (besser aufgestellte?) Gegenspieler nun die Chance hat, doch noch den eigentlich verpassten Guardian abzugreifen, könnte die Ballance vielleicht nicht mehr gegeben sein.


    Gibt es hier vielleicht erfahrene Spieler, die dazu eine Meinung haben oder vielleicht schon mal zu ähnlichen Gedankengängen gekommen sind?
    Meint ihr, es wäre ballancetechnisch sehr problematisch, wenn in einem 2-Spieler-Spiel beispielsweise einfach 6 Guardians (für jeden Level 2 Stück) zur Verfügung gestellt werden?

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  • Am liebsten würde ich jetzt schon hingehen und schlicht den Pool an erhältlichen Guardians innerhalb einer Partie erhöhen - ja, nach der ersten Partie hausregeln.

    Es ist dein Spiel. Mach, was dir Spaß macht. Aber:

    Jetzt gehe ich allerdings davon aus, dass sich der Entwickler etwas dabei gedacht. So schätze ich, dass ein "Ankh-Power-Rush-Spieler" nun zwar mit Ankh-Power und Guardian gesegnet ist, sich aber insgesamt - als Ausgleich - nicht so gut aufstellen konnte wie sein Gegenspieler.

    Genau das.


    Grundprinzip von Ankh (und, wie man von Kennern so hört, auch bei den beiden mir nicht bekannten Vorgänger-Spielen): Ja, du kannst irgendwas "rushen" und dir so riesige Vorteile verschaffen. Aber dafür zahlst du anderswo und die Mitspieler holen sich dafür andere genauso starken Vorteile. Sonderfähigkeiten, Kampfstärke, Stellung auf dem Brett, Einkommen, was-auch-immer. Das kann sehr weit auseinander laufen. Insbesondere wer aus der Euro-Ecke kommt, der muss sich daran gewöhnen, dass wir hier nicht von Nuancen reden, wo man dann am Ende ein Siegpünktchen mehr rausquetschen kann als der Gegner. "Vorteile" heißt hier teils krasse Unterschiede; das ist alles auf einer 10er-Skala bis 11 aufgedreht. Wobei das Spiel dann auch schnell zuende ist, sobald sich so ein toll klingender Vorteil auf dem Schlachtfeld auch wirklich realisieren lässt, denn das gehört dann auch dazu zur Wahrheit.

  • In meinen bisherigen Partien mit vielen Erstspielern gab es keine eindeutige Tendenz dazu, dass derjenige gewonnen hat, der mehr Guardians abbekommen hat. Eher im Gegenteil. Eine zu starke Fokussierung auf Guardians zeigte sich dann negativ an anderer Stelle. Weil Guardians haben, das bringt erstmal nix. Man muss die auch auf den Plan bringen und zwar so, dass die maximal nützlich sind.


    Ich würde da in den kommenden 10 Partien erstmal nix hausregeln. Erst, wenn Dir das Spiel dauerhaft nicht zusagt. Dann aber eher ein anderes Spiel kaufen, was mehr zusagt.

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  • Naja, ist ja nicht so, dass ich hier behaupten würde, das Game wäre nicht ausbalanciert oder hätte einen spieltechnischen Fehler.
    Ich finde es nur mehr als bedauerlich, dass man - meiner Ansicht nach - viel Potential verschenkt hat. Die Vorstellung, Guardians wären in großzügigerer Anzahl
    in einer Partie vorhanden und von jedermann in gleichem Maße erreichbar, fände ich ganz einfach deutlich spannender, interessanter und motivierender.

  • Das ist dann Spielgeschmack. Allerdings ist Ankh eben kein massiges Gehaue mit riesigen Armeen, sondern sehr sehr taktisch. Ich finde es viel interessanter, einen kleinen Pool zu haben, wo jede Entscheidung kitzelt und seine Vor- und Nachteile hat, als das da am Ende jeder zig verschiedene Figuren hat und jede Sonderregel in der Masse untergeht. Weiter hast du so viel mehr Varianz über die Partien hinaus.


    Es ist ja auch schon so wie du vermutest. Wann setze ich welche Aktion ein? Will ich unbedingt eine weitere Figur? Was passiert wenn ich die Aktion dafür benutze? Gibt es Vorteile für andere? Muss ich selber Nachteile in kauf nehmen? Passt das gerade oder löse ich z.B. damit ein Ereignis aus, was ich gar nicht möchte? Kurzum, die Frage, wie wichtig mir Figur X ist, wird doch total zerstört, wenn es eben für alle massig gibt.


    Gerade zu zweit ist Ankh eher Schach, ohne jegliche Glücks oder Chaoselement und da ist die Spielmechanik noch viel mehr auf diese ganzen Überlegungen getrimmt. Ich würde das nicht ändern. Das heißt für dich allerdings gar nichts.


    Wer mit vielen Minis, Sonderregeln und optionalen Figuren ein Gemetzel möchte, der ist aus meiner Sicht bei Ankh allerdings falsch.

  • Endlich habe ich es kennengelernt und da kann ich brettundpad beipflichten. Wir haben 3 X 2er Partien gespielt, alle komplett anders, sowohl taktisch als auch von der Entwicklung. Hier und da kleine Regelfehler gehabt, aber sonst gefällt mir das Design sehr gut.
    Ich fand die Spieldauer zu 2 extrem angenehm.

    Da bin ich schon gesapnnt wie eine Partie zu 3, oder zu 4 aussieht. Das wird irgendwann nachgeholt.
    Eigentlich dachte ich: ich brauche (bzw. ich will) es nicht. Blood Rage reicht mir. Da bin ich mir nicht mehr so sicher ;).