[Filmtipp] Kinotipp der Woche

  • Da kommt endlich mal wieder ein Marvelfilm, der nicht übertrieben woke ist, oder gar das Multiversum nutzt.

    Glaubst du, diese zusammenhanglose Nutzung politischer Kampfbegriffe in Bezug auf ein Unterhaltungsprodukt beinhaltet irgendeinen relevanten Informarionswert jenseits davon, Leute zu triggern und den Thread in Richtung RSP eskalieren zu lassen?

    Ich denke außer Dir haben das alle verstanden ohne ein Drama draus zu machen. Der einzige der das hier eventuell eskalieren lässt bist Du?

    --- Jeder siebte Post von mir enthält etwas Sinnvolles ---

  • Verstanden heißt aber nicht akzeptieren. Ich bin voll seiner Meinung, kommentiere das aber nicht, weil ich gerade diese Eskalation hier nicht will. Da du aber denkst, dass Stille = Zustimmung: Inhaltlich ist das perfider, menschenverachtender Schwachsinn, der Gleichberechtigungsbewegungen entwertet.

  • Verstanden heißt aber nicht akzeptieren. Ich bin voll seiner Meinung, kommentiere das aber nicht, weil ich gerade diese Eskalation hier nicht will. Da du aber denkst, dass Stille = Zustimmung: Inhaltlich ist das perfider, menschenverachtender Schwachsinn, der Gleichberechtigungsbewegungen entwertet.

    Wir reden hier aber schon noch von einem Fantasyfilm oder habe ich hier was falsch verstanden? Ich will übrigens keine Antwort auf diese rhetorische Frage, für mich ist das jetzt hier schon erledigt.

    --- Jeder siebte Post von mir enthält etwas Sinnvolles ---

    Einmal editiert, zuletzt von Prodigy1971 ()

  • Verstanden heißt aber nicht akzeptieren. Ich bin voll seiner Meinung, kommentiere das aber nicht, weil ich gerade diese Eskalation hier nicht will.

    Geht mir genauso, deshalb habe ich höflich nachgefragt, statt aus allen Kanonen zu schießen. Aber man sieht ja - wenn man gar nichts sagt, denken sie, alle sind ihrer Meinung.

    Ich bin hier erstmal raus und betrachte das aus der Entfernung.

    :popcorn:

    "There are only three forms of high art: the symphony, the illustrated children's book, and the board game."

    D. Oswald Heist

  • Man kann auch gerne in RSP einen entsprechenden Diskussionsthread eröffnen. Ich fände es absolut schade, falls dieser Thread derailen sollte.

    Das glaube ich nicht. Prodigy wurde ja jetzt drauf hingewiesen, hat es verstanden, und äußert sich nicht mehr. Damit ist das Thema ja schon durch. 🤷🏻‍♂️

  • Ich finde es genauso bedenklich, Meinungen zu unterdrücken. Wenn mir ein Film zu schrill ist, möchte ich das genauso sagen können — wenn mein Gegenüber es nicht schafft, diese Meinung zu tolerieren und das Wort zum „Kampfbegriff“ erklärt, dann sehe ich das Problem auf der Gegenseite. Man muss sich nicht von allem triggern lassen — und die Debatte um Wokeness und Marvel ist ja nun auch nicht non-existent (und muss jetzt auch nicht wieder aufgewärmt werden).

  • (und muss jetzt auch nicht wieder aufgewärmt werden).

    Ah, der alte "Ich sag euch jetzt mal meine Meinung, aber da brauchen wir gar nicht weiter drüber diskutieren"-Trick. Gut, dass du keine Meinungen unterdrückst. 😉


    Aber im Ernst: Wenn dir das Thema so unter den Nägeln brennt, bespreche es bitte im RSP, da darfst du das gerne ausführen. 😊

    Einmal editiert, zuletzt von Huutini ()

  • (und muss jetzt auch nicht wieder aufgewärmt werden).

    Ah, der alte "Ich sag euch jetzt mal meine Meinung, aber da brauchen wir gar nicht weiter drüber diskutieren"-Trick. Gut, dass du keine Meinungen unterdrückst. 😉

    Ich nutze absichtliches Missverstehen dafür nicht als Argumentationsersatz oder verteile stattdessen passiv-aggressive Lach-Smileys.

    Aber hey, mindestens drei Leute hat Du damit schon überzeugt — Chapeau!

    🙂

  • Heute nutzten wir mal wieder die Gelegenheit um ins Kino zu gehen.


    Ich - einfach unverbesserlich 4

    Der wäre jetzt nicht unbedingt meine erste Wahl für einen Kinobesuch gewesen, aber da wir bereits die anderen drei Teile kannten und sich ein Familienmitglied unbedingt das Ansehen auf der großen Leinwand gewünscht hatte bin ich eben mit. Die Vorgängerfilme empfinde ich insgesamt gesehen durchaus als okay und mit dem Humor der Minions kann ich auch ein wenig was anfangen. Dennoch hatte ich hier die Befürchtung, daß sich eben genau das zu sehr abgenutzt haben könnte. Insofern bin ich mit keiner Erwartungshaltung in die Vorstellung gegangen und wurde dann glücklicherweise positiv überrascht. Klar, über die Handlung braucht man kein Wort zu verlieren - die ist für diese Art von Film komplett an den Haaren herbeigezogen. Allerdings empfand ich die Situationskomik erneut als sehr gut gelungen umgesetzt. Das sorgte bei mir dann doch für den einen oder anderen Lacher. Schade war für mich, daß die Szenen, in denen man versteckte Gags für Erwachsene platziert hat, viel zu kurz waren. Da hatte ich erst kurz die Hälfte von dem Witz erfaßt (meist waren das irgendwelche Texte, Gegenstände oder Orte im Hintergrund), dann wechselte schon wieder das Szenenbild. Das war mir eindeutig zu hektisch und zu schnell. Es wirkte auf mich wie verschenktes Potential, mit dem man die Erwachsenen mehr mit diesem Film hätte abholen können.


    To the moon

    Eine romantische Liebeskomödie mit realen Bezügen zur Mondlandung von 1969. Da hatte ich schon wesentlich mehr Neugier darauf entwickelt, welche Zielrichtung der Film einschlagen würde. Insgesamt gesehen hat mich der Film gut unterhalten. Nachdem die wesentlichen Fakten rund um die Mondmission bereits vorher bekannt sind liegt natürlich das Hauptaugenmerk auf die beiden Protagonisten und die Frage ob im Fernsehen tatsächlich die Realität gezeigt wurde oder ob alles ein Schwindel war. Das Gerücht über ein mögliches Fake dermaßen authentisch in den Mittelpunkt des Films zu stellen halte ich selbst im Jahr 2024 als mutig. Und letztendlich dreht sich vieles um die Frage, ob es immer gut ist bei der Wahrheit zu bleiben oder ob es letztendlich nicht besser sei, generell den Leuten das zu geben was sie hören wollen. Ferner wird es ein wenig durchleuchtet, was es bedeuten kann, wenn das Lügen und Manipulieren ein wesentlicher Charakterzug eines Menschen darstellt. Scarlett Johannsson spielte für mich zum Großteil überzeugend, Channing Tatum hingegen wird für mich allerdings weiterhin unnahbar bleiben. Auch wenn es im Vergleich zu früher besser geworden ist, so ist seine Darstellungsweise nach wie vor ein wenig hölzern. Abgesehen vom Schluß,

    funktionierte das zwischenmenschliche Wechselspiel von den beiden dennoch recht gut, wozu auch ein paar humorvolle Szenen beitrugen. Allzuviel Tiefgang darf man sich natürlich nicht erwarten, aber zum Abschalten vor den großen Problemen des Alltags eignet er sich recht gut. Und dank eines kleinen Anforderungsniveaus gleitet er glücklicherweise nicht in den Klamauk ab.

  • Im UCI Bochum ...


    To the Moon : War durchaus sehenswert. Konnte sich nur nicht recht entscheiden, ob das eine romantische Komödie, ein Tech-Thriller, ein Drama oder eine verfilmte Verschwörungstheorie sein sollte. Durch die Apollo 1 Tragödie kommt eine Ernsthaftigkeit in die Handlung, die der guten Laune der romantischen Komödie im Weg steht. Der technologische Aspekt beim Bau einer Mondraketen-Mission blitzt ab und zu mal durch. Besonders die Zeitraffer-Sequenz fand ich gut, zeigt durch die Art der Darstellung schon, dass der technische Aspekt hier nicht im Vordergrund steht.


    Mit über zwei Stunden etwas lang, weil der Handlungsrahmen durch die Historie schon feststeht und hier die Frage bleibt, was der Film daraus macht. Zumal die Charaktere sowieso im Vordergrund stehen. Somit für jeden was dabei. Gut, aber Hidden Figures fand ich ich dem Genre besser, weil insgesamt runder.


    Killers Romance : Noch eine romantische Komödie. Den Rollenwechsel des titelgebenden Fake-Hitmans fand ich am sehenswertesten. Die Kernstory hat in Richtung Ende doch ein paar WTF-Momente, die ich als Zuschauer schlicht schlucken musste. Da wird dann leider auch der Fehler begangen, dass ein wichtiges Story-Element nur erzählt statt gezeigt wird und Handlungen recht fragwürdig wurden. Was da vorab sorgsam aufgebaut wurde, wird hier wieder eingerissen. Mehr dazu im Spoiler ...

    Der Film hat mir weite Strecken Spass gemacht. Könnte aber ebenso auch ein Streaming-Film sein, wie sonst in der restlichen Welt direkt bei Netflix vermarktet. Das erklärt dann auch, warum der Film eher preiswert gefilmt aussieht, fast wie eine Fernsehproduktion. Zum Glück kann das Schauspiel von Glen Powel das ausgleichen.

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das etwas andere Boulevard-Magazin der versammelten Brettspiel-Szene

  • Und weiter im UCI Bochum. Hat der wer was von Sommerloch gesagt? Ich zumindest komme bei den Neuerscheinungen kaum noch hinterher, auch weil die arg schnell in die kleinsten Säle verbannt werden neben den aktuellen Mainstream-Blockbuster.


    Quiet Place Tag Eins : Die Herkunftsstory von Quiet Place. Dachte ich nach den Trailern. Bekommen habe ich allerdings nur wirklich Tag 1 und 2 der Alien-Invasion, wenn ich die eine gezeigte Übernachtung mitrechne. Woher und warum diese lauschenden Aliens hergekommen sind? Keine Ahnung. Sind eben vom Himmel gefallen, wie schon im Trailer zu sehen. Was die wollen? Ist kein Thema des Films und wird auch nicht ergründet. Leider.


    Stattdessen wird der Überlebenskampf der totkranken Hauptdarstellerin erzählt. Sehr eingeengt und fokussiert auf diese eine Person, die von Aliens & Co genauso wenig weiss wie ich als Zuschauer. Im Laufe des Films findet sie einiges durch Beobachtung heraus. Für mich als Zuschauer allerdings nichts neues, denn das wenige wurde schon in den letzten beiden Quiet Place Filmen ausführlich gezeigt. Stattdessen habe ich ganz viel Alienstampfer gesehen, warum auch immer. Die Motivation von Ihr wie auch einer weiteren Person ist zudem arg dünn und kann kaum als Story bezeichnet werden. So erleben wir ein paar Alienangriffe und wie unterschiedliche Personen unnötig laut sind und das war es dann. Als Pilotfolge einer Serie ok, als Kinofilm hingegen dann doch zu dünn. Einzig die Performance von Lupita Nyong’o hebt den Film über Trash-Niveau. Schade, da wäre mehr möglich gewesen.


    Kinds of Kindness : Yorgos Lanthimos macht mal wieder was er will. The Lobster und The Killing Of A Sacred Deer wie auch Poor Things haben da eine gewisse Tonalität vorgegeben und eventuell auch eine Erwartungshaltung aufgebaut. Wer damit nichts anfangen konnte, wird auch hier wohl nicht glücklich werden. Die Groteske wird zur Normalität erklärt und dazu braucht es fast keinerlei Spezialeffekte, wobei es durchaus einige arg harte Szenen gibt und damit meine ich nicht die offen gezeigte und ausgesprochene Sexualität fernab Hochglanz-Fantasien.


    In den knapp drei Stunden Film habe ich drei grundverschiedene Kurzfilme gesehen, die nur durch eine Nebenperson verbunden sind und der Schauspielerriege, die in verschiedenen Rollen erneut auftauchen. Wer Erklärungen erwartet, der wartet hier lange und vergebens. Wer hinterfragen will, hat ausreichend Gelegenheit dazu, denn viele Einstellungen sind lang und oftmals passiert nur was am Rand des Bildauschnittes. Als ob der filmische Beobachter nur ganz zufällig dabei ist und fast schon gelangweilt durch die Gegend schaut und nicht wirklich blickt, was gerade wichtig wäre. Ich glaube, so etwas nennt man Kunst und Kunst darf ja eh alles. Im Zentrum stehen die Darsteller, ihr Spiel miteinander und die Dialoge. So etwas muss man mögen, ansonsten könnte es langatmig werden.


    Emma Stone geht erneut an und über übliche Hollywood-Grenzen und ordnet sich voll und ganz ihren Rollen unter. Dass Willem Dafoe keine Schmerzgrenzen als Mime kennt, das war mir klar. Aber schön zu sehen, wie auch Jesse Plemons vielfältige Facetten zeigen darf und kann. Für mich tritt er damit aus dem Schatten eines zweitklassigen Matt Damons heraus. In Summe sehenswert, aber weit entfernt vom Mainstream und üblicher Kinounterhaltung.

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das etwas andere Boulevard-Magazin der versammelten Brettspiel-Szene

    Einmal editiert, zuletzt von ravn ()

  • @Quiet Place: Sehr schade. Für "sowas" hatte mir die Rückblende in Quiet Place 2 eigentlich ausgereicht. Ich bin dennoch gespannt, ob wir davon noch mehr bekommen.

    Jap; Film hat stark angefangen, aber als dann klar war, dass da wirklich nicht mehr kommt... meh.

  • @Quiet Place


    Aliens, die sich anscheinend anhand ihrem Gehör orientieren und von Geräuschen angezogen werden. Nette Idee, hat ja auch in den zwei Filmen zuvor für mich gut weil spannend funktioniert. Nur warum konnten die dann nicht schnellstens vernichtet werden? Zünde eine laute Bombe an einem leeren Ort. Warte ein wenig und zünde danach dort noch eine Bombe. Fertig sind die Aliens. Wenn es mehr sind, das noch mehrmals wiederholen. Warum das anscheinend nicht versucht wurde oder nicht geklappt hat, bleibt der Film leider schuldig. Wurden die alle überrascht und überrannt? Da fand ich es besser, als ich noch zu wenig über diese Aliens wusste, um die Logiklöcher zu sehen.

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das etwas andere Boulevard-Magazin der versammelten Brettspiel-Szene

  • Da wären wir wieder bei meiner Lieblingsanekdote über Gene Roddenberry, der angeblich in einem Leserbrief mal gefragt wurde:
    "Wenn die Leute auf der Enterprise bei jedem Ionensturm aus den Sitzen fliegen, warum haben sie dann keine Sitzgurte?"
    Roddenberrys Antwort:

    "Weil sie dann nicht aus den Sitzen fliegen würden."

    Ich bedauere wieder einmal, dass die Leute heutzutage so wenig Interesse mitbringen, sich einfach nur eine spannende Geschichte anzuschauen - ständig muss alles gleichzeitig auch als Doku funktionieren ... (Und selbst DIE sind dramaturgisch verfremdet ...)

  • Twisters


    Eher ein Remake mit lockeren Anspielungen auf Jan de Bonts Katastrophen-Actioner von 1997 als eine Fortsetzung, zumal beide Filme im Großen und Ganzen der gleichen, vorhersehbaren Storyline folgen. Selbst wenn man nicht die Logiklöcher und die dauerdröhnende Countrymusik ausblenden und drüber hinwegsehen kann, dass jeder dritte Satz des Drehbuchs "Wohoo, yeah!" lautet, wird man trotzdem mit einer naiv-krawalligen Zerstörungsorgie par excellence unterhalten, wie es in den 90ern in Mode war. Wie schon 1997 sind hier die Tornados die wahren Stars des Films und ziehen durch Oklahoma wie die Kaijus durch Tokyo. Hirn aus und unterhalten lassen.

    we are ugly but we have the music

    Einmal editiert, zuletzt von Lighthammel ()

  • Im UCI Bochum gesehen ...


    Twisters : In der englischsprachigen Originalversion ohne Untertitel, weil es zeitlich besser passte. Da der Film im mittleren Westen spielt, wurde auch kein Oxford-Englisch gesprochen und viel vernuschelt. Zum Glück war die Story jetzt nicht so komplex, so dass eine Detailbegriffe wohl nicht so bedeutend waren für den Gesamteindruck. Der Trailer stellt die "Twisters" allerdings arg in den Mittelpunkt, während die im Film eher eine von vielen Tornados waren. Stattdessen gibt es viel Countrymusik, eigentlich fast dauerhaft und mir zu aufdringlich. Wer Katastrophenfilme mit den typischen Charakterentwicklungen mag, kommt hier voll auf seine Kosten. Erwartet nur nicht mehr. Popcorn-Kino, das auch schnell wieder vergessen ist und die klimapoltische Ebene völlig ausblendet. Der erste Teil war damals noch besonders. Der hier ist ok, aber wirklich spektakulär neu auch nicht im Gezeigten.


    Maxxxine : Die vorletzte Vorstellung im UCI Bochum. Im kleinsten Saal wollten nur eine Handvoll den Film sehen. Ich fand den atmosphärisch sehenswert. Allerdings schwächelte die Rahmenstory zum Ende hin dann doch etwas, als ob die eigentlich egal wäre und nur den Raum gab, um den Werdegang von Maxxxine zu verdeutlichen. Schade, hatte mir da mehr ausgearbeiteter Thriller gewünscht. Die vielen Details und Anspielungen auf das Genre fand ich hingegen gut. Die musikalische Untermalung passend zu der Zeit ebenso. Hatte ich mir von X und auch Pearl insgesamt mehr versprochen, war ich hier besser unterhalten über die Laufzeit. Dazu ein paar schöne praktische Effekte, schön blutig und matschig. Das Finale war mir allerdings zu mehrdeutig, muss ich mal nachlesen, ob ich da was übersehen habe oder welche Deutungsebenen da noch gab. In Summe sehenswert.

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das etwas andere Boulevard-Magazin der versammelten Brettspiel-Szene

  • Heute abend im UCI Bochum gesehen ...


    Love Lies Bleeding : In meiner Wahrnehmung war das ein tragisches Drama, bei dem ich die Verzweifelung, die Hoffnung und den Schweiss förmlich riechen konnte. Wurde im Vorfeld mehrfach mit Thelma und Louise verglichen, aber bis auf die zwei im Laufe der Handlung stark werdenden Frauen-Charaktere und die Gewaltspitzen sehe ich da nur oberflächliche Gemeinsamkeiten. Stark geschauspielert, wirkte auf mich durchweg glaubwürdig bis in die Nebenrollen. Wirklich sehenswert und tragisch zugleich, wenn der Strudel des Chaos immer grösser wird und ohne Ausweg alles zu verschlingen droht. Auch eine prima Milieustudie über ein Milieu, der kleinen Träume, grossen Hoffnungen und einer fernen Welt, die ich in ihrer rohen Erbarmungslosigkeit zum Glück nur von der Leinwand her kenne.


    I.S.S. : Ein Science-Fiction B-Movie mit Betonung auf Science, denn wirklich fantastisch wird es nur im Gedankenspiel, der eskalierenden Ausgangslage. Dieser Moment war dann für mich auch der emotionale Höhepunkt des Films, denn danach geht es nur noch um die Folgen und Möglichkeiten, die sich daraus ergeben. Plätscherte ein wenig vor sich hin, weil wirklich viel passiert nur in ganz wenigen Szenen. Die Motivationen der einzelnen Charaktere hätten für mich gerne noch weiter herausgearbeitet werden können, nicht in Dialogen, sondern in Aktionen. Deshalb nur mittelmässig, eher was für Direct-to-DVD oder dem Streamingmarkt. In einer Kritik hatte ich den Vergleich zu "Among Us - der Film" gelesen und das trifft es ganz gut. Nur könnte ein LetsPlay-Livestream eventuell sogar spannender sein als dieser Kinofilm.

    Content-Nachschlag gefällig? Brettspieltag.de – Das etwas andere Boulevard-Magazin der versammelten Brettspiel-Szene