Das Streben nach Glück


In dieser Lebenssimulation werden Träume wahr!


Spiele dein Leben wie du es schon immer führen wolltest: Übernimm von Geburt an die Kontrolle über deinen eigenen Charakter und erlebe die Kindheit, Jugend, Erwachsenenzeit und auch das hohe Alter!


Das Streben nach Glück wurde von David Chircop und Adrian Abela als Pursuit of Happiness erdacht und von Panayiotis Lyris farbenfroh illustriert. 2 bis 4 Spieler steuern ihren eigenen Charakter wie in einem Arbeiterplatzierspiel mit hölzernen Sanduhrmarkern, die für die aufgewendete Lebenszeit stehen. Je nach eigener Gesundheit und dem Alter der Charaktere können das unterschiedlich viele Jahre für die unterschiedlichen Spieler sein.


BGG: https://boardgamegeek.com/boardgame/181687/pursuit-happiness

  • anke79 -

    Das Streben nach Glück ist ein relativ einfaches Worker Placement-Spiel, das durch das Thema sowie die grafische Gestaltung punktet. Allerdings bietet das Grundspiel nur wenig Möglichkeiten und damit Abwechslung sowie Wiederspielreiz. Mit den aktuell erhältlichen zwei Haupterweiterungen (eine dritte folgt 2023) eröffnen sich dagegen viele Optionen und Wege, sein Leben zu gestalten bzw. das Spiel zu gewinnen. Dadurch wird es leider auch etwas komplexer und verlässt endgültig den Familienspielbereich, aber mir macht es immer Spaß die verschiedenen Lebenswege zu erkunden.


    Kleine Kritikpunkte: Mit weniger Spielern sinkt auch die Auswahl an Karten. Hier nutzen wir als Hausregel, dass immer die maximale Zahl ausliegt. Ansonsten ist man schon sehr eingeschränkt was z.B. Jobs oder Partner anbelangt, was uns thematisch nicht passend erschien. Manchmal neigt man dazu, unthematisch und rein auf die Punkte zu spielen. Hier hätte ich mir einen Mechanismus gewünscht, der thematisch stringentes Spielen belohnt oder unthematisches bestraft. Spiele ich solo, denke ich mir immer eine Lebensgeschichte und Charakterzüge aus und versuche dann nur zu dieser Person passende Karten zu spielen und trotzdem die Siegpunkte zu erreichen.


    Aber trotzdem ist es ein unterhaltsames Spiel, bei dem es mir auch weniger ums Gewinnen geht (im Multiplayer), sondern auch der Weg und das Erleben das Ziel sind bzw. schon genug Spaß machen können. Wenn man bspw. seinen Job nur behält, um sein Hoverboard weiter finanzieren zu können oder man versucht, 3 Kinder bei Laune zu halten. Hier kann es thematisch sehr punkten und generiert immer wieder lustige Momente in der Runde. Durch die Erweiterungen gibt es auch sehr viele Karten, denke mit der bald kommenden an die 1000, so dass es sehr viel zu entdecken gibt. Aber ja, die Spielzeit speziell mit Erweiterungen, ist schon relativ lang für ein Nicht-Expertenspiel.

  • Mahmut -

    Ich liebe Workerplacementspiele. Habe Etliche gespielt und besitze auch Einige. Das Streben nach Glück, war bis jetzt das Workerplacementspiel, welches mir überhaupt nicht gefiel und sofort aus der Sammlung geflogen ist. Es ist einfach zu seicht und langweilig gewesen. Schlecht ist sicherlich nicht, aber ich würds nicht nochmal spielen wollen.

  • Dee -

    Jeder Spieler versucht möglichst glücklich durchs Leben zu kommen. In mehreren Runden als Teenager, Erwachsener bzw. Rentner setzt man auf dem Spielbrett seine Sanduhren ein, die andeuten, wie viele Aktionen/Zeit man für etwas hat. Als Aktionen gibt es viele Möglichkeiten, um Karten zu erhalten: Wir können uns Lebensziele stecken und in denen immer besser werden, bis wir sie erreicht haben. Oder wir suchen uns einen Job und steigen die Karriereleiter hoch. Alternativ können wir uns natürlich auch nur durch Freizeitaktivitäten und Hobbys die Lust am Leben erhalten. Und natürlich darf auch ein (oder mehrere) Lebenspartner nicht fehlen, die wir im Dauer-Date-Modus halten oder bis vor den Altar führen können.


    Die Karten kosten meist Ressourcen und bringen andere Ressourcen oder, was wichtiger ist, Glück oder gar Lebensfreude (=Siegpunkt). Glück wird in jedem Lebensabschnitt (=Runde) zurückgesetzt, hat aber den Vorteil, dass die Kosten bei den Lebenszielen geringer ausfallen. Neben Glück und Lebensfreude ist der Stress noch wichtig: Zu oft die gleiche Aktion ausgeführt bringt uns aus der Balance und verursacht Stress. Zu viel Stress sorgt dafür, dass wir weniger Zeit (=Sanduhren/Aktionen) haben. Und Zeit ist ein rares Gut. Denn vor allem Job und Partner kosten in den späteren Lebensabschnitten sehr viel davon, bringen aber natürlich auch viel Geld oder Freude ein.


    Mir hat „Das Streben nach Glück“ sehr gut gefallen. Es fühlt sich fast wie das eigene Leben an und wir haben während des Spiels auch immer eine Geschichte erzählt und nicht nur stumm unsere Sanduhren gesetzt. Ich war zum Beispiel von Start an Sohn reicher Eltern und habe mir dazu noch eine Dame angelacht, die entsprechend Geld mit in die Beziehung brachte. Ich kam also sehr gut ohne Job aus und verbrachte meine Zeit hauptsächlich mit Reiten (erst auf einem Pony, später auf einem Einhorn), spielte Paintball oder ärgerte im Aquarium die Fische. Mein Gegner dagegen schuftete von früh bis spät und weil es leider keine passenden Jobs auf dem Markt gab, konnte er nicht einmal bis in die höchste Stufe aufsteigen. Und dennoch: Durch das Geld, was er machte, konnte er ebenfalls Siegpunkte generieren und war nur wenige Punkte hinter mir, der das Leben eher gemütlich anging.


    Inzwischen habe ich das Spiel aber wieder verkauft. Ich konnte mir irgendwann keine sinnvolle Lebensgeschichte mehr einfallen lassen, sondern habe es nur noch abstrakt gespielt. Und dafür habe ich andere Eurogames hier stehen. Nachwievor ist es aber ein sehr gutes Spiel.

  • sg181 -

    Das Streben nach Glück oder im Original The Pursuit of Happiness hat ziemlich Lange gebraucht, um als deutschsprachige Lokalisierung zu kommen und ist schließlich als Schmiedeprojekt gelaufen.


    Im Endeffekt handelt es sich um ein klassisches Worker Placement-Spiel mit ungewöhnlichem Thema. Die Worker sind in diesem Fall nämlich die eigene Lebenszeit und diese kann man verschiedenste Aktionen verteilen. Es gibt ein paar Standardaktionen wie z.B. Nebenjobs, Lernen oder Beziehungen aufbauen (aka Ressourcen einsammeln), das eigentlich spannende sind jedoch die Karten. So kann man Projekte durchführen, Gegenstände kaufen, Aktivitäten durchführen, einen Vollzeit-Job anfangen und eine Partner (oder mehrere) fürs Leben finden. Dabe gilt es das Langzeitglück (die Siegpunkte) mit dem Stress und dem kurzzeitigen Glück überein zu bringen, denn wer zu viel Stress anhäuft stirb früher und hat somit evtl. weniger Runden zur Verfügung.


    Klingt spannend und die Karten mit ihren liebevollen Illustrationen bringen das Thema auch hervorragend rüber. Hier kann theoretisch schöne kleine Geschichten finden, wenn man gleichzeitig einen Yoga-Kurs, einen Theater-Auftritt und das Konzert-Wochenende unter einen Hut bringen will während man auch noch mit Diana ausgehen will. Und ach ja, der Job als Biologe muss auch noch irgendwie reinpassen. Wenn man sich darauf einlässt, kann das Spiel schöne Geschichten erzählen.


    Jetzt das große ABER: bei uns ist es dennoch auf die Nase gefallen. Zum einen muss man sich wirklich gezielt auf die Geschichten einlassen. Den dahinter steht ein klassisches Ressourcen gegen Siegpunkte tauschen, so dass das Thema schnell in den Hintergrund geraten kann, und man nur noch "3 Glühbirnen gegen 5 Siegpunkte" tauscht anstatt das Self-Publishing des ersten eigenen Buches zu betrieben.


    Zu dem hatten wir ein paar Spannungsprobleme mit dem Upkeep-Mechanismus. Einige Karten benötigen Uükeep, also das Zahlen bestimmter Ressourcen zu Beginn jeder Runde damit sie im Spiel bleiben. Erstmal nix schlimmes. Einige Karten jedoch - insbesondere Berufe und Partner benötigen als Upkeep Zeit, also Worker. Teilweise bis zu 3 davon. Dafür schütten diese Karten dann automatisch Siegpunkte und Ressourcen aus. Dadurch hat man unter Umständen nur noch weniger Worker pro Runde zur Verfügung, wenn man diese Strategie spielt. Das kann durchaus strategietechnisch durchaus eine gute Wahl sein und ist auch siegträchtig. Zudem ist es auch noch furchtbar realistisch, dass man neben Partner und Job nur noch wenig Zeit für alte Hobbies hat. Im Spiel macht es aber eben weniger Spaß, nur noch 2 Aktionen pro Runde zu haben, während andere Spieler 6 oder sogar 7 haben.


    Ein dritter Kritikpunkt ist dann noch, dass das Spiel ein wenig zu lang ist, für dass was es bietet.


    Daher musste das Spiel bei uns wieder ausziehen. Ich würde es mitspielen, kann es aber maximal Runden empfehlen, die an den Geschichten, die das Spiel schreibt Spaß haben und diese auch zur Geltung kommen lassen.